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K.C. Jahrbuch ... · 1908-01-01 · 1908 · p. Seite 72

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Journal
K.C. Jahrbuch ...
Volume
1908
Article
Walter Graetzer: Zur Frage der gesellschaftlichen Stellung der Juden
Date
1908-01-01
Page
Seite 72 (sequence 26)
Language
German
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72 Walter Oraetzer. / c) haben es zuwege gebracht, daß man die Geistesprodukte der deutschen Juden als undeutsch angreift, daß man ihnen jeden Wert für das Vaterland abspricht. Erinnert sei an die häßliche Polemik des Reichsgerichtsrats a. D. Daubenspeck in seinem wissenschaftlichen Buche über das Referat. Erinnert sei an die täglich zu hörende Aeußerung: ,Das ist jüdisch'; darunter versteht man nämlich: ,Das ist nicht deutsch', oder ,Das ist häßlich'/ileute will ich nur von der 2. Gruppe Vorwürfe sprechen, die den Juden verhindefn, Freund, Verwandter und Mitstreiter beim Kampf ums Leben innerhalb seiner ihm sonst offenstehenden Gesellschaftsklasse zu sein. Ich spreche vom Gesellschaftsantisemitismus. Den Begriff Gesellschaft festzulegen, will ich heute nicht unternehmen. Nur eins sei gesagt, was jeder zugeben muß, Gesellschaft ist der Kreis, zu dem „man zählt“. Wer zu diesem Kreis gehört, gehört auch zur Gesellschaft. Mag auch Bildungsgang, Beruf und sonstige Dinge verschieden sein. Aua diesem Kreise entnimmt der Einzelne seine Lebensgewohnheiten, dort sucht er seine Braut, dort bittet. er Um Hilfe, wenn es den Kampf ums tägliche Brot gilt, dort schließt er sich vertrauensvoll an irgend Einen an, um seine Sorgen und seine Gedanken auszusprechen. Das ist seine Gesellschaft. Worin also der gesellschaftliche Antiseinitimus besteht, kann nach diesen Darlegungen nicht mehr

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