K.C. Jahrbuch ...
- Journal
- K.C. Jahrbuch ...
- Volume
- 1908
- Article
- Walter Graetzer: Zur Frage der gesellschaftlichen Stellung der Juden
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 50 (sequence 4)
- Language
- German
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60 Walter Graetter. hängt. Sie werden das bald enge, bald weit geöffnete Tor_zux_Macht und damit zu Betätigung der einzelnen Persönlichkeit. Der heftigste Kampf muß sich um diese .Auslegung entspinnen: Sie allein — die praktische Anwendung des Gleichheitsprinzips — ermöglicht dem Adel, die Macht zu b e h a 1 te n, dem Volke, sie zu nehmen. Das Ringen um die Macht im Staate wird sich dann in ein widerwilliges Nachgeben jeder der beiden Gruppen verwandeln, weil beide den Staat und da- ■mit auch sich selbst erhalten müssen, widerwillig, weil jede Macht zu haben wünscht. Das ist im Prinzip das Bild eines jeden Ver fassungskampfes in einem Staate. Den weiteren Verlauf zu schildern, kann ich mir sparen. Tausend Gründe und Gegenstände werden von beiden Seiten ins Feld geführt. Konzessionen werden nur dann gemacht, wenn mans nötig hat, nicht aus Gutmütigkeit. Gefühle sind nicht Axiome» sondern Imponderabilien für die Staatsraison. Ersparen kann ich mir auch eine Schilderung, wie bitter und wie hässlich dieses stumme Ringen zwischen den Gruppen der Bürger sein wifd^Jachende Anmassung der Besitzenden wird mit empörter Schwäche der Enterbten stets im Kampfe liegen. Wer bei Betrachtung von Kämpfen innerhalb eines Staates davon ausgeht, zu untersuchen, welche Kreise bei der-Gründung die Macht