K.C. Jahrbuch ...
- Journal
- K.C. Jahrbuch ...
- Volume
- 1908
- Article
- Alfred Goldschmidt: Geschichtsunterricht und jüdische Schüler
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 44 (sequence 8)
- Language
- German
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44 Alfred Goldachmldt eine jüdisch-historische Betrachtung.*) Ich setze das Vorwort hierher: „Alle Umsetzungen judenfeindüchelr Gesinnungen in politische oder gesellschaftliche Maßnahmen, sofern sie sich auch nur mit einem Anschein von Berechtigung umgeben, gründen sich auf die Anschauung, daß die Masse der Juden in Gegenwart und Vergangenheit minderwertig sei. Die sogenannten Vorurteilslosen.lassen einzelne Persönlichkeiten in unbefangener Beurteilung zur Wertschätzung passieren, die Regierung hebt das allgemeine Vorurteil, sobald ein Uebertritt erfolgt ist, da oder dgrt auf: die Einschätzung der Masse wird dadurch nicht berührt. Auch die größten Geister standen nicht selten so dem Judentume gegenüber.' Der jüdische Schüler hört im Geschichtsunterricht selten und wenig über die Juden, was ihm Erhebung und Aufrichtung schaffen könnte. Was aus Zeitung oder Politik in sein kindliches Gemüt hinüberdringt, ist nicht geeignet seine Seele schwellen zu machen. Eine tiefe Gedrücktheit hatte lange Zeit alt und jung erfaßt. 1 Inzwischen haben in Deutschland Bewegungen eingesetzt — erst studentische, dann bürgerliche Kreise umfassend, — die ddm Ziele der Aufrichtung der jüdischen Gesamtheit dienen. *) Verlag der Koebn'ör'achen Buchhandlung (Inh.: Baraach und Rleaenfeld)-Brealau. 1906.