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K.C. Jahrbuch ... · 1906-01-01 · 1906 · p. Seite 139

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Journal
K.C. Jahrbuch ...
Volume
1906
Article
Ernst Hochschild: Gabriel Riesser
Date
1906-01-01
Page
Seite 139 (sequence 4)
Language
German
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Gabriel Riesser. 189 richtshof berief und Rießer so zum ersten deutschen Richter jüdischer Religion machte. Doch mehr als alle allgemeine Betrachtung soll uns die" aufsteigende Linie seines Lebensganges zeigen, was wir an Rießer haben. Am 2. April des Jahres 1806 wurde er geboren. Im Jahre der tiefsten Erniedrigung Deutschlands, am Vorabend des Pesachfesjes, als ganz Israel in festtägiger Stimmune den-Tag der Befreiung feierte, war es, daß sein moderner Freiheitskämpfer ihm geschenkt wurde. Rießer entstammte einer alten jüdischen Gelehrtenfamilie, ein Sproß vieler bedeutender Männer, deren Lebensrichtung eine rein geistige und geistliche gewesen war. Hier ist vor allem -der' Vater seiner Mutter zu nennen, jener altehrwürdige, gestrenge Rabbi Raphael Cohen, der die hohe Würde des Rabbiners von Hamburg und Altona bekleidete, und der schriftgelehrte Vorsitzende des jüdischen Gerichts von Altona war. Bekannt als einer der lösten Kenner des jüdischen Rechtes und wegen seines Auftretens gegen Moses Mendelssohn, dessen moderne Tdeen ihn empörten und den er mit dem Synagogenbann belegte, weil es in seinen Augen ein Frevel vzar, den Pentateuch in deutsch zu iil>ertragen. Der Vater Rießers, ein hochgebildeter, feinsinniger Mensch, war ebenfalls rabbinischer Abstammung und stammte aus dem bayrischen Ries, wonach er in Hamburg „der Rießer“ genannt wurde.

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