K.C. Jahrbuch ...
- Journal
- K.C. Jahrbuch ...
- Volume
- 1906
- Article
- Henry Lepman: Der Kampf um die konfessionelle Studentenverbindung
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 87 (sequence 9)
- Language
- German
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Der Kampf am die konfeae. Studentenverbindung. 87 unpolitischer Art traten an die Stelle, zunächst gesellschaftlichen Charakters, so bei den Korporationen, die stärker und stärker zu intimen Klubs mit mehr oder weniger romantischem Einschlag sich entwickelten. Als politische Betätigung kann wohl nicht angesehen werden, wenn Korporationen Mitglieder sogenaijnter nationaler Vereine sind. Erst mit der Gründung des Vereins deutscher Studenten in den 80er Jahren kam wieder Politik in die deutsche Studentenschaft. Der V. D. St. treibt bewußt Politik, er heißt sie deutsch-nationale und verstehtTdamnter die Bekämpfung jedes niolitirermanischen, insbesondere des jüdischen Einflusses im deutschen Leben. Das ist bemerkenswert, weil diese Bedeutung von „national“ eine wesentlich andere ist als die der gegenwärtigen Bewegung: Hier ist der Gegner zugestanden das Zentrum und dessen Treibhäuser, die katholischen Verbindungen; nur an diese denkt man, wenn man von konfessionellen Verbindungen spricht. Die protestantischen, besonders der „Wingolf“ seien nicht konfessionell; von jüdischen Verbindungen wird gar nicht oder auffallend flüchtig gesprochen, gewissermaßen der Vollständigkeit wegen, aber man merkt daran, daß es gar nicht zum Thema gehört. Im Gegenteil, man geht behutsam und möglichst leise über die Judenfrage weg, man will sie im Augenblick gar nicht lösen, nicht in freundlichem, nicht in feindlichem Sinn. Alle Kraft soll konzentriert werden auf den Kampf