Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XXXIV (1934)
- Issue
- 26 (10.9.1934)
- Date
- 1934-09-10
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Reqabtion und Verlag Brno PalaCbvstrassé 6 B c i u halhj ganrj ihfjlg Kfi In se Kd 2. P os f P/a É H Berlin 190.211 lujig Kd ^5.-. jtenprria : i pro mnj) der re^spalte.' .checkkonti: 97S. Wien 75.580. 22i613. Warschau i lagreb 40.169. / Ausdem Iriftott tin scfAechtcs Jaår eorbei - ein$o4 tes komrr.t. Der Jhonismus in fiussland. D, t 2eitun& des Jerusalemer Mufti uber die Ausefkei ungen irti Algerien. Soul. Die Feiertage bei den <uefi n in Nem] Tori. Der Sinn unserer tmeuerung In DdrfnGer i In Kurste. Judiscåe Wåftier slimmen titr det i /#proni- \ tiscåen Uertréier. Probe o uf Mesiasxeit. i fer2ar u. ■ dei scåwcrse Hånd. Nacå den Unruåea in Algier hriei an dos jitdixåe beltt Film VcJks irirjf*<åa ft — Durcft die Vdisstipime grattiliern Iftnen. i VolkuHmm« I UNABHANGIGES UNPARTEIISCHES WOCHENBLATT XXXIV. JAHRGANO BRONN, lO. September 1934. NR 29. lUmi- MiUMIN / 1 MOCOCA SPt ZIAlI TATiN Joh •RONI B Chmeftlk & Komp., Alt>>Oniterpeeee 2. Tel. 14.939, Ein scflechtes Jafir vcrbei ~ ein gutes Jafir fommt. Uuckblick und Åusblicf Wllfried Reimann, Ausfiihrdng von Qualitatsanslrichen und Liacbierungen. - Erzcugung und' ,».« Verbauf von ©Ifarben und Slfereien ACHTUNG! die modcrnslcn Westan. Pullover, Slrlckblusen, Jttckn, Kleider und Wintersportartlkel uocrreicht in Onalilåt Prcis 11 und Auswahl tflribf I beåm Craeuper S t r i c 1> e r c i LEOPOLD RUSTENBAUM, •ftnn, Neupeeee 19 HofgebSude rcchts C Fuchse PAVLOU&EK, Passage U N N, lofaannesgasse 7 JAnsba Dauerbrandfifen Original NUSGRAVES sind die besten R. Vichr, Brunn Krapfengasse - Rosch Haschanah ist auch ein Anlass, zuruckzublicken aut das, was im vergangénen Jahr sich abspielte, und auszublicken aut das kommende Jahr. Die jQdische Geschichte ist um ein Jahr reicher geworden. Reicher um Not, Pein, Pogrome, Unterdriickun-;en und Verfolgungen. Das Totend far 'daa Jahr 3694 is| schon und-sun tvird es zur:< ''tandetsteik'Beim ’d" dT53Kiah'Jud<i._ - C »•'.NU1 ijålir 5694 wird niclif schwer fallen... Es war ein grausames Jahr. Es verscheuchte das helle Licht und ringsum herrschte tieffinstere Nacht. Es war ein Jahr ohne Singvogel, nur krSchzende Råben umgaben es. Jedwerde Freude verior ihren Glanz, sogar bluhende Rosen waren blass und ohne susses Duften. Nie lachte der Himmel und die Sonnestrahlen hatr ten keine Wårme und waren schaurig und kalt... Es war ein schreckliches Jahr. DQstere und traurige Wochen. Kinder spielten nicht. Alt und Jung suchten Trost und! fanden Klagegen Schmerrz und Kummer... Gut, dass das Jahr 5694 vorbei ist, und dass der Todesengel es wegnahm... - Es gab im Jahr 5694 wohl kautn eine Stadt in der grossen Welt, sei es ein verworfenes Nest irgendwo in Karpafhorussland, sei es eine Grossstadt in Amerika oder in Europa, wo sich der Jude in seiner Existenz und in seiner pcrsdnlichen Freiheit bedroht war. Hart und rauh nackte ihn die Weltwirtschaftskrise. Kaum, dass er atmen konnte. Verschwunden sind sogar die Marchen und Legenden, die einst kOndeten, dass Reichtum und Gold eine jiidische Angelegenheit sei. — In Polen, Russiand, in den Landem, wo grosse Judengemeinden sind, wurde der jQdische Mitteistand zu Grunde gerichtet. Tier schwere Kampf des Tuden um das Stfickchen Brot war hår-’ ter denn je. Alle, der jQdische Arbeiter, der Kaufmann, der Angestellte, dér Rechtsanwalt, der Handwervon Tosef F r å n k e 1. ker spQrten die traurige bkonomische Lage. Die Pauverisierung wurde gross und grSsser und kein Sfaat und keine Regierung dachten an eine Hilfe oder Rettung. Die katastrophale Lage des ludentums erreichte den HShepunkt. Hiezu geselite sich der internationale Åntisepiitismus. Die Gleichberechtigung >eutschland ist eia leich, hat dié “ Tzaptnf I '* fQr die jQdische Seelc vergiftet. Und im Hitlerreich tobt ein heftiger antisemitischer Sturm, der sich fortéJITwikkelt und ein Echo auf der ganzen Erde findet. Pogrome in Thrazien .. mit Nazigeld entfacht, antisemitische Morde in Constantine deutsche blutige Knochenhånde waren dabei, Ausschrcitungen hier und dort, Judenvertreibungen und Verfolgungen in diesem oder jenem Land. Oberall war die Nazihand oder dås Nazi-* geld dabei. Tn keinem La haj der Welt war der Tude sicher. Was bringt der nåchste Tag? Wenn in Deutscnland. im einstigen Lande der Kultur und und Zivilisation, Judenentrechtung u, Judenverfolgung gesetzlich ist kan es morgen nicht in anderen Landem der Fali sdn? i Kein Teufel kummert sich um das Los dér Juden! Kein Staat, keine Regierung, keine Gesandtschaft — niemand. Nicht einmal der V6lkerbund.' Juden wurden in Constantine hinge- ' schlachtet, - aus Thrazien vertrie-; ben, judische Fluchtlinge fuhrten ein grausames Bettlerleben wér trat dagegen auf? Wer gewåhrte Hilfe?; Niemandl Wer veriangte Hilfe? Niemand! Denn die Juden hatten nicht einmal eine anerkannte Rechtsvertretung, die fQr Juden und von Juden legitimiert war.“ ‘ Das Jahr 5694 war ein Jahr des håsslichen Pårteikampfes unter den Juden. ’ Zionistische Parteien untereinander und gegeneinander. Judische Organisationen bekåmpften sich sor als ob; sie Feinde waren. —> Hader, Streit. Uneinigkeit, Beschimpfungen und Spaltungen. Niemand gab sien Rechenschaft wohin dieser Weg fuiren wird! Machte des ^ine oder deir andere aus taktisoheij Parteiinjeressen einen Friedensvorschlag, so* als ob sie, Feindej wåhren soj war dieser derart gehajten, dass er I mehr zum Parteikampfj Frjeden fQhren sol I te.. Ein Li '.tschimmer irji Jahr 5694 bildete das judische PalSatina. Das Aafbauwerk machte Forpc|irltte. Die w^rtgphaftliche Lage jndejvwar einif JKiwtei' m* Jdden Arbeit finden kotm :en. Gegen 3300 Personen befrug Jlu -chschnittli?h die monatliche Ein vanderung nach Ever Israel. Kolonien enfstanden und Fabriken wurqer. errichtet. Die L^ndwirtschaft und Idi; Industrie Palåstinas schlug ein schr elles Tempo ein. Bald zeigtc sichiauch infolge dér Prosperitåt ein Ma^igd an judisqhen Arbeitskråften. Dit Judcnnot •19 Galuth und die Schusucht 'der vérfolgten Juden nach dem jiidischen Land wurde immer groaser. Es entstbnd die die sogenannte „illegale" Einwanderung. Die Masgnkhmen der Palåstina Regiemng zur!B|ekampfung d?r .^Hegalen" Einwanderung erinnérten an des einstige Zarenrusslan^. Hiezu kam noch da£ Spiel um den Arlosoroft - Prozess. -- Auch der Parteihass tobte in I'alastina... Nirgends hatte der J jde Ruhe, nicht einmal in seinem l^nd, in Palastina... Wahrlich, es war schen hftchste Zeit, dass'. das Jahr 569)1 zu Ende glug Aber wir Juden sind ejir hartnackiges Volk. Dier unbeirrbatt Glaube an Gott, die »Ichere Hoffnu ag der Tu, den, dass eine bessere 4u eunft kommen wird, mach en uns s^a ’k und fest- Das Lihr 5695 wirdvor iallem — und man'muss kein Prophetls un. um des zu prophezeien, den den im Judenfum hersti ril en. wenn das Judentum den r 1 u. Parteihass auftjeben nird. so wird es auch dem gewaltta i< en Antisemitismus Tind der wi -t ichaftlichen Krise gewachsen sein. Ein altes hassr liches Jahr ist weg. ein pejies schbnes ’Jahr kommt. I towtiKMi»itiwnMMtKim«ntKKx«p: Wlld, Flseli«, o«na««i. ' i Qanslebérn DEUTSCH, BXSBBI nieren Frie- Und ar^eikampf anBcM