Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XXXIV (1934)
- Issue
- 23 (9.8.1934)
- Date
- 1934-08-09
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Rqdabtion uhci lerlag Brno Palicbyslrasse B e halt gnnii I n s P o s l’rai; Btrrlir 190.211 spreis aririfi Ké 35. 11« i* Ke 70. rptcnprci i prp mm Tfhtipftlt«. »dhcckko <b»J72. WLn75 12fftl3, Wnrsd Zagreb 401 der t i: 8). hau 169.!xJv^jah JHd)nb4 VolldiHmm«! * j I UNABHSNGIGES UNPARTEIISCHES WOCHENBLATT RGANQ BRONN, 9. August 1934. NR. 23 ..Ich milie Es sjigt die Hausfrau : trachte in^tner, meinc Fadurch gult es Essen bel gut« ri Laune zu erhaUen. Damil fnuss man l'rcilich sclion i eim Fj-OhstQick oeginnen. Ein gi^er i Morgen! Kaffea schaff: Spannkfaft u. Schaffenshist lii den jiaijizcn Tao, und . . . ce^halb kaufe ich MEINL - KAFFEE“ I MM B ■ in presser Ausuatjl VF D Kb zu hilligen Preiscé F. GASSNER, EGER Werkatfi teh fur gesamte Innendekoratkjn i S| »enfiolitat: Fdine Sitzmobel. ' Gi osites Lager des Egerlandes i 20 voljstinyig cingerschtete Musterzimmdr. Aufore pa raturen Auto Licht Dicn<jt jL i K. M^USEL, EGER, (rjuiherrcn^. 4. — Tel.’ 4iy. 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Bcemhlleh« Fol**n Eddfiichse PAVLOUSEK, Passage B R U| N N, (ohann'sOMSC 7 (inslia Wl i Auf Anrcgung der Judenstaatspart«ji haben die iicbreischen Tageszeitungen in ihrerMehrzahl vereinbart, die weitero Erorterung des ArlosorOff-Mordes einzustellcn, um so zur Wiederkehr von Ruhe und Frieden irinerhatb der judischen Bevolkerung Paiastinas bcizutragen. ’Die Exekutive der Weitunion der Zionisten- Revisionisten hat an die Leitung der paliistinensischen Arbciterpartei ein SchrCiben gerichtet, in dem sie vorschiågt. eine Round Table Kionferenz von Vertreiem der Revisionisten und der Arbeiterpartei einzuberufen. Auf (lieder Konferenz solien Massnahmen beschlossen werden die die Wicdcrholung von Gewalttaten von Parteigangem der einen gqgen die andere Gruppe unmogiich machen. Die Revisionistische Exekutive crkiåit, angesichts der Gcfabren die durch den innerzionistischen Strcit fiir den Jischuw und flir den Zionisn us heraufbeschwoien wurden sei es unerlasslich, Schitte zur Hersteliung e nes technischen modus vivendi zu u|ntemehmcn. London, 1. Die aus einer Reihe von dar »araeharftan Partaiaa«eaaatxa In’dar Diaspora. » anar PaUlstlna-Kommlslon aufpalSst. Lfndem eintreffenden Nachrichten beweisen, dass ungcachtet der Bemuhungen, den innezionistischcn Kampf in Palæstina und in den Landem der Diaspora zu dampfen, die durch den Stavsky-Prozess und seinen Ausgang verscharften Paiteigcgensatzezu Zwischentallen fiihren, die geeignet sind, uber die Yergiftung des jiidi - schen Offentlichen Lebens hinaus auch das gute Einvemehmen der }udi - schen BevQlkerunng mit der nicht judk.chen Umgebung zu stilren. Soiche Meldungen liegen vor allem aus Polen und Belgien vor. Warschau. 1. Anhanger der Liga fur das arbeitende Palastina haben in den Strassen Warschau Plakate mit dem Aufruf der palastinensi - schen Arbeitérpartei anlassiich des FreispruchsStavsky; angcschlagen. Die se Plakate wurden von Revisionisten wieder abgerissen. 1 fierber kam es zu Schliigereien auf offener Strasse zwischen den beiden Gruppen. t Antwerpen, 1. Es wiidm t d^rMog- ‘ dichkeit gereæhnet, dass angesichts der wiederhoften Zasammci\stossen zwischen Revisionisten und Arbeitcrpartcilem in Antwcrpen und ai ideren Stadten Belgiens eine Anzahl i uslandischer Juden, die an diesen 2 usammenstossen beteiligt waren , wegen Storung der offentlichen Ruhe ausge- Wiesen werden. Die zionjstisel le Foderation Belgiens hat im Hinbli ck auf diese, die judische Allgemeinl eit gefahrdenden Vorgange eine auiserordentliche Konterenz ailer zi< missti- - schen Gruppen einschliesslich derRe visionisten einberufen, auf der beschlo«s«n wurde, in Zukunft a! le Zwischenfalle zu vermeiden, du; ch die der inner judische Kampf nacfi aussen getragen werden -konnte. W’ie offjziell mitg^teilt wird, |iat der Leiter des Wiener Palastina-Amtes Dr. Rothenberg wegen der schweren Misshe lligkeitcn, die sich ais der Verscharfung der Differcnzen zwi.* schen den Revisionisten und den anderen Mitgliedern ergeben haben, von der ihm seiténs des Einwandérungsf— Departi&erts der Jewish Agency erteilen Ermachtigung Gebrauch machcnd, die Palastina-Amts-Kpmmission aufgeldst. Zum Tode des Relch^praesldenfen Hlndenburg j Am 2. August, verstarb auf seinem Landgut in Neudeck der Reichspriisident Paul tf. Hindenburg. Die Ra’chsregierung erlics Gesctz dem zufoige das Amt des Reichsprasidenten und des Reichskanzlers zusammengelegt werden und Adolf Hitler der Tnigcr beider Aemter sein wird. | Ais Hindcnburg nach dem Tode Eberts, 1925, zum; Prasidenten gewiihlt wurde, griff in judischen Kreisen Besorgnis fiber die Haltung, die er dert Juden gegenQber einnehmen wtlrile, Platz, wahrend die antisemitische Presse seine Wahl als einan Sieg ubei die Juden, begriisste. Pråsident Hinilenburg enttSuschte;edoch in dieser Hinsicht die Hoffnungen der antiserhitischen Kreise und zog sich darum die Feindschaft der Nattonalsozialistem zu, die ihm Jundenfrcundschaft vorwarfen. Sie griffen ihn im Reichstag als den „Juden-Kandidaten" an und behauptefen sogar, dass er sdbst jQdischer Abstammung sein milsse. Bei der letzten Prasidcntschaftswahl 1932 unterstQtzten samtliche jOdischen Organisationen die Wahl Hinderburgs. ' Als dann Hindenburg Hitler die Kanzlcrschaft obertrug, rechneten die judischen Organisationen neuerdings mit Hindenburgs Entschlossenheit die verfassungsmiissigen Rechte aller Bur ger aufrechtzuerhalten. Fjitiers antijtidischer Kuriz konnte sich jedoch durchsetzen. Hindenburg hat es stets abgelehnt, sich zur J.udenfrage und zum Anti* semitismus irgendwie zu aussem. Es existiert von ihm kein, Ausspruch uber Juden und . Judentum. der po* sitiv oder negativ gedeutet werden konnte. Ein vor einigen Jahren von ir.ehreren amerikanischen Zeitungen gebrachtes Interview einer judischen Joumalistin mit Hindenburg, in dem dieser den Åntisemitismus und die Hitler-Bewegung' angeblich verdamt hat und die guten judischen Eigenschaiterr hervorhob, wurde von der Kanzlei des Prasidenten Hindenburg ausdrucklich als von Anfang bis zum Ende erlogen bezeichnet. In fiihrenden judischen Kréisen Deutschlands war es bekannt, dass Hindenburg rccht ungehaiten werden konnte, wem, man in seiner Gegenwart -sie Judenfrage beruhrte, und dass er sich dabei zuweilen recht drastischer Ausdrfleke bediente. Kurz nach seiner Wahl zum Prasidenten hat er es abgelehnt, eine Abordnung des deutschen Rabbinerverbandes, der ihm gratulieren wollte, zu empfangen. Spater in Ostpreussen, anlassiich dc» Tanncnberg-Tages, hat er einen Vertreter der protestantischen und einen der katholischen Kirche emp angen. wahrend der gleichzeitig ersel ieriene Rabbiner unverrichteter Dinge abziehen musste. Nach Durchbruch des Hitler-Regimes hat er sich geneigert eine Abordnung des Reicffet erbandes der deutschen Juden zu ciiRfangen, und er liess alle aus dem Ausland auch von régierenden) Kreisen an ihn ergangene Anregunjien zugunsten der verfolgten un5 éntrechteten Juden einzugreifen, unbeaefitet. Es soli ihm zugute gehalten werden, dass er auf soldatischem Gebb.-t eine Zurucksetzung oder Unterbewertung der Juden nicht gerne sah und oft Gliicknwusncheund ahniiche Kundgebungen des Reichsbundes judischer Frontsoldatcn einm|al sogar durch personliches Handschreiben : heantwortete. Hierin ging er andere W ege als z. B. General Ludendorll, der sich durch Difamieruiig der jOdischeiFSoldaten, die unter setner Fahne kampften und bluftten, mit Schmach bedeckte. ln fruheren. Jahren soli Hihderi1 burg gem und oft auch mit Juden verkehrt haben; eine seiner Schwestem war mit einem bekannfefi ju- V *