Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XXXIV (1934)
- Issue
- 5 (31.1.1934)
- Date
- 1934-01-31
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 77% known words query
- IRI
…/2621806-6375666-6376060--4852-4861725- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nummer 5. daf: sim des gro Tom Leben der Baume I Lautlos rinnen die kurzen Ta^e, talletten aus langem Morgcndimmern auf, g eiteri in friihes Abendgrau zuriick, viele und immer einander gleich, bis es uns sqheint, das winterliche Leben sei rascher als dafc geworden. das uns der Sommer gesohenkt hat. Da bleibt mitten zwischen dem Kerztnglartz der Cljanukkahabcnitc und dem d; nkharen Jubel der Megillah ein Tag ster hen, ruhrt unseie Augen an, heiBt uns sehen: dis jst Chamischoli ossor b'schwat — di? Baume spiiren den Segen des Saftes. Sie spiiren ihn friih. Lange ehe wir noch die ersten Knospen gewahren, kommt ih en jiarten, winterstarren Zweigen die Stendtj des Wachscins. DtT Tag kommt, der ihnjen sein „Bereitet euch!” zuruft; ihre sc lianken Gertcm'dehnen sich, ein’rotlicher Hiuch lauit fiber sie hin, im Winterdunst atmen Sie schonj ein Kommen und ein selige; Solen. Lange vor uns.! Ist es darifiiv weil sie lange vor uns au did junge IJrde gerulen wurtlen, weil sclion iler dritte; Schdpfungstag ihnen die (inade Jes Lebehs brachtc? Drei unendlich grolJe Tage frqhcr als uns erkannte sie Gatt als sein werk an und sah, daB es gul wai!: „ .. . Fj-uchtbaum, der nacli sviner Art Fruclit tragt.” So kam der Baum zu sei nem eigenen |Gesetz; so wurde auch er verpflichtet, Seinen Dicnst zu tun und aus seinem eigenenj ihm zugeordneten Leben auf dieser Erde jzu sein. Die Weltfriihe der Scl opfung ruhrt uns im Wintertag aus svinet« Sjch-Bereiten an. nach sviner Art”. | Uijd Wenn, wir das ganre Jahr hindur:h Irlind an den Zetigen lebendig I)aseins aiif (lotte? Erde voriibergingen, lind wetin Wir vor QIQtenzweigvn und schweren Friichtasten niclits spurten als nur, sidjschiin in sehen und gut zu essen -4 einntal |im Jahre.mn diesem Tag Saftcsegensj halten uifs die RKiinu! die Je Predigt vom Leben, wie es gelebt werden Soli. Da|stcht sp ein Baum, tiel ruhen i auf seinetj Wurzeln und weiB, daB er sich selbst vtcrnichten miiBte, wenn er diesen Wurzeln wegwollte; auf seinen Wu zeln steht dr, sie halten ihn in der Sch cksalsstundc des Sturmes, wenn es an seinen Asten TeiBt, wenn glatter und Zwiige, wenn Blfiten viellcicht oder auch scht n Friichte tos Nutzlose weggerissen werden. Die Wurzeln halten ihn — die Wui zeln Artisten, ihn, sie verheiflen ihm immer wioder Saft und Nahrung, daB er wieder iiuie Zweigé, Blatter, Bluten, Friichte treinen dart, nach seiner Art und also un stertylicti im weiten Gang des Lebens. l)ie Wutzeln, dunkel, unsichtbar, aber voll jge hein nisvoll sich; erneuernden Lebens, sjen den immer neu die Kraft hinauf, daB iler Baum sein eigenes Leben haben darf, sein Gliiik in dem ndhrcttden Licht, seine sijtnvollt Last, wentl die Tage der Frucht gekom nen sind, upd den Schmerz des Hergebans — denn; wissen wir, wie weh am Ende dem Baum die Hånd tut, die seine Friicite vom leblenden Zweige briclit? Und wenn (pliick und Not voriiber gerausoht sind, wijnn ilas langsame Sterben komint, jwenn sich die Winterstarre, der sche nbare Tod fiber das Leben der Baum streckt — was dann? Die Wurzeln liege itnmrr gleich tiel im miitierlichen Erdrcich, so tief, daB kein Frost , sie erreicht. Die Wurzeln trosten den Baum: „Geh" schlafen -lallem Leblenden tut im Wechsel seiner Zeit die Ruhe not, die Stille, das SchrkeigCn — gehschlalen und glaube an das Kommende.” Da schlaft der Baum ein, getrost. Und schlaft, bis der stille graue Festlig komint, der ihn mit neuem Saft segnet, der ihm zuruft: „Bereite dich —. Vom 15. Schwat ab lebt der Baum wieder und tut seinen Dienst, dessen Ziel ist Frucjtt haben. Lim seines Diensfes willen geht uber den paum der Wechsel seiner guten und schlihimen Tage'; um seines Dienstes willen halt er sich bereit Chamischohi ossor b’schwat legt uns mitte« in den grauen Wintertagen die Hånd auf die Augen ujid heiBt uns sehen, uns die wir auch aus uralt starken Wurzeln wachsen tttul uns bereiten, ihre Safte in gute ,Frucbt zu verwandeln, wenn wir dftzu gisegnpt werden. Wir lauschen in dér Winrertagi des Friiltlingswunders hinein still, kromm, undjbittpn um solche Geduld um sjilches Warten kiinnen ... ■- L .'i I, jan ner 1^34. Thora schmurk. Der he utigen Nummer liegen P bei und werden die P. T. Abonn > ersucht, die Abonnementgebuhr der heutigen Nummer zu bezafvl ■! Die A< osterlagscheine riten dringend nach Erhalt Judische Arbeiter beenden ■f' Wadi Chawarith len. mimstration. Der Gri]) rekon vates verspurt allgememe Ermudung. Die schlaft, die Nerven Massieren Sie, uber schrift, mit Mentholwein S(h Mi skeln fiiztl ALFA Diese Massage erhdti deri Blutkreislauf, stårkt die IV uskeln, erfri scht die Nerven und hebt die Tatkraft. | Zerståuben Sie Alpa in Wohn- und Gcsellschaftsråurtten! t- Hiefturch griindliche Luftdesinfektion.! L . >pe-;zent wfichetmd stod abgespanøt Uche Vor- Ffrattzbramrt- Freiheit u. Ehre -- Arbeit u. Emte ..Merkaes Misschari” N’euefi Judejivierte} i-n Haifa. 'uA.! * .; "i ■ ' ' ' (links) ” ■* ■ r wird anlitilicji Geburtstrii res Schuljugeid i gefeiert. Ussischk n (reehts) Schemarjahti ruft die Einw und der Gedarl seine? 70. von 'der 'Jerusalem Levin danderer uus Deut.< 'htnis-Sj#nde „Mipial A^>.«oroff" aaf. ilard jzur Forderune: d*’-l Hajessod( I I