Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XXXIV (1934)
- Issue
- 5 (31.1.1934)
- Date
- 1934-01-31
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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31. Jånner 1934. iin^u Um' den Arlosoroff-Mord Araber „geslehen", den Mord begangen zu haben - Wer versiKjht dauernd den Prozess von aussen zu beei nf lussen? . II A ineiJet aus Jerusalem: Heui. , Jiv I. 1034, wåluenj Jer Fort , -r Zcugenverhor um den Arloso-;!■ ve B„ hat Jer VerteiJijjcr H a: i> Wort vrgritten und eri , , .; Ji|r I lauptprokutatur in ' ■' ren håbe daf) zwei'Araber!' . .i-ti ei l rt wurden, naeh-f Mal 1*5r:■ f<- ar Jie I’olize »ie'.'ieiT "e 11. =■ Wird an den Inben »<>l!en. .;. ■\li,:u! SaiJ ai Hendi. solf I", i t iirai a eje n vi.,-1 Hnrace Sa-< i n hahen. .laB er Arlusurofii l -,l,i!-. li-li. l'Sete. wåhrem.] .. Aiab...lsa l)arwis| i ijiiteueri hahin '.41. , j .. Sntniui r radi: d.-liaii’. uT Vor-I i; : /0;-AkV" \or Gericnt, Jenni v ’< gr iHv BcJcutung llir Jen| si Verhar.Jiur.g. la hjjiv ladt Jer ReVol'.w -.orgelegt : bei Jer: Araber:; gefunden dtucli Watten-bachverstai^ J. i /i: ia>s.. n. -uh Jie Kugeln. Dr Ark »orot: erschussen lirerti Kaliber zum Revolver ■ sn he; Jer Arhi. r-l gi-funden' '..Mtssaal tinve'enJe Kpt.;aut. Jai'. jie Akren! nocb werden konnen. \veif Jie \ -ti'. r; Gange »t und in- G Jr. Anmerkung: Von groBem Interesse ist lin diesem Zusammenhange die Mitteifrrhg. die der „Haint” und das „Wort’ — zweisebr scharfe antirevisionistische Tageszeitungen linker Orientierung — vefbffgntlichen. Sie teilen eine anonyme Depesche aus Palastina mit, in welcher die* vertrafteten Stawsky und Rosenbtatt beschuldigk werden, eirien der Araber „uberredef’ meutsch nennt man das „gekaufl und beftocheit”) zu haben, daG er ein „Gestånpnis”-ablege. . Wir uaren weder durch die ITA4)r pesche roch durch den Kommentar der HaG-Zei ungen iiberrascht. Wir wissen, dal.i -die verhatteten Revisionisten vollkommen frei sind von jeder Scbuld ara Morde au Arlosoroff. Wir wissen auch, dal', die „Linken’.’ bereits friiher vereucht haben, d :n Gang der Vcrhandlung vor dem Riclitér von auBen her zu beeinflussen. Sie'haben Depeschen aus Palastina versandt (wåhrend der Tagung des letztenli Die Vi' : Weisheit des Rabbi;x Kanter, Zwitfau. sei, A. h .il.: r u. is ivr/eng rsprG Il ..»u.ii Jiir viele Generationen lille m .'..’.l.'iKi:: Worte ribteil <•. I. r „’1' 'i u.irren ernen inåchtigen i iiJ:u.s mi. .< Wcgelagcref nus. - So; hal te uoch nieinand zu. ihm ■ Kr schieu långere Zeil mit vieli zu krmhieil. Jann aber ratfte eii Jen stanzen R iiilJ zusahinien unj ubergab ihrr Jern-verb iillteii Kheinanne-mit den Wor- ■teii: ,.H;ei h.-^it ihr euer Kigentum zuriick. Ich will d ,-n Rest noernes Lebens als tihrli her .Meiisch mlch ilurchringeti ehrlicher Arbeit. njich ernahren. und Ich von will von dieseri Raul> nichts Italien; nichts soli mich tort; n an mejin schandliches Handwerk meh ■ erinnern." Bei dieser Worten zerbtach er sein Mordwerkzeug und verschwand ipi finsieren Wafde. -Hier, •nun diese gefr.lgt: w zu preisen tat vollbra mensclilici to bemerkte der Rabbi, schlieBt Erzahlung und nun vvurde ich ,'ssén Tat istals Heldeniat mehr 1 I)tr Ellemann hat eine Helden- :ht; intkm er jahrelang alle en jOefiwle und scine nalurli- Chett Trielte uiiterdriickte, um ein Versprecheii nieht zujverletzen. ilas sein von ihm heiBgcliehtes i Weih als unhesonnenes Kind einstjgeielten. Der eherrr.alige Handlungsgehilfte henaltm sich ebentalls gTOllmutig, ja heljenliatt, indeni er das Weib j;er vvar verraten, freigah, riaph dessen Besitz er jahrelang in l> Ziomstenkongressds), daI3 der wegen Diebstahls verhaltete Katz im Gefångnis von Rosenblatt ein „volles G es tånd ais' gehort håbe. L'nd diese Sensation zerrann. Spaterhin versuchten die „Linken” den Gang der Verhandfang durch die Einsetzung einer Untersuchungskommission gegen die Revisionisten zu beeinflussen, um deren Mitschuld aii Morde an Arlosoroff zu beweisen; der K zngrel.t setzte eine solche Kommission ei i und seither wurde nichts dariiber geht rt. Der Zweck war erreicht: man sprach i von „revisionistisefien Mordem”. Es waf wunderlich, daB die „Linken” so sehr ieschuiegen haben in den letzten Monaten, wo doch jeder Tag neue sensationelle Bnthullungen im Jaffaer MordprozeB bracht* *, mit den restlosen Alibis, fur die drei vertiafteten Revisionisten. Und so platzte die Bombe. Man muB naturlich sei ner Verwunderung Ausdruck geben iiber die seelische Hbhe und GrdBe der Araber, fiie „mehrere Briefe an die Pdizgi schrieben” und sich „Al chef” geschlagen haben. Araber sind uns sonst ais sehr schlaue u.;eige Typen bekaimt. Und wåhrend im C erichtssaal in J a f f a noch nichts bekarmt war iiber die Untersuchung gegen'die verhaftelen Araber, veroffentlichten ber«its inWarschau die linken und halbl nken Zeitungen die Nachricht, die verliafteten Revisionisten hatten die Araber be itochen und zum Gestandnis veranlaBt. Nein, Herrschaften, das habt ihr plump angestellt. Ihr habt vielleicht dadurch di« Verhandltmg in Jaffa hinausgezogen, ab :r nichts mehr. Denn klar ist, daB an der MoFdstelie bloB vier Menschenspuren ubd die eines Hundes gefunden wurden. Manier- und Frauenspuren — Herr und Frai Arlosoroff und zwei Månner-FuBspuren 4wie sich bei Gerirttt ,herausstellte. die FuBtritte von FW, tizei-Agenten, die mit ernem Polizeihund auf die Mordstelle eillen. Nur diese Spuren deulen auf den wahrm Morder hin, der wie wir alle hoffen, «irklkrh bald entdeckt und der gerechten Str ife zugefiihrt werden wird. Die „Linken” abtr soilten sich schå- Von Wocbe zu Wochc Die von der Union der Zionisten Revisionisten inaugurierte Petitionsbewe gung gibt der Presse der verschiedenen l’arteien AnlaB zu ausfiihrlichen Bespre chungen. In der-„Neuen Welt ’ iKzeichnet Robert Stricker, der wiederholt Beweise seiner vornehmen Objektivitet gegeben hat die Petition als an sich gut, die Methodc alierdings schlecht und wirft der refisip nistischen Partei vor. sie hatte sich mit ai) deren Parteien vorher nicht verståndigt. Es ist klir. daB Stricker damit scine eigenc die Judenstaatspartei, meint.. Leider bilden die vielen persi'mlichen Ausfalle des Fiilirers dieser Parlei ein Mindernis de Verstamligung jetter Gruppen, die eine so groBe Wegstrecke zusammen gegangen sind. Man darf aber trotzdein nicht die Hoffntmg aufgeben. daB die Einigung doclt nocli zustaiule kommen ' wird. Was man fiir rjchtig halt, muB man auch ver treten kdntien. Es ist gewifi kein leichte EntschluB. sich durch Fertigung der Petition in Gegensatz zu dem Verbot der Zionistischen Organisation zu setzen. Aber die ganze Hoffnungslosigkeit ihrer Politik, die sich u. a. darin aufierte. daB sie in allerschwierigsten Lagen des Aufbauwerkes den Mut findet, eine Vollsitzung des A. C bis zum Eintritt geklartcr Vcrhåltnisse zu verschieben, die Erinnerung an die schinachvolle Behandlung zionistischer Patrioten auf dem Prager KongreB, legen tins die Gewissenspfliclit auf. em Werk zu unterstiltzen. von dem man sich Hoffnung auf Besserung machen kånn. Auch die „Selbstwehr” wilf die Petitioij als.Mittel des politisclien Kampfes nicht von vornherein ablehnen. Sie lind sogar svmpatische Worte fiir die zionistisclie Leidenschaft mandler Revisionisten und hegruBt es, wenn Jabotinsky es unterninimt, dem Britlt Trumpeldor Sinn jiir men, noch immer mil die jiidische Offentli« hkeit irrezufuhren, die andere Sorgen hat, Motive einer Burokra machen. Das judisefe Volk verlangt zunåchst Aufrichtigkeil auch wenn es sich Gcgner handelt! Bluff-T elegraranten als die egoistischen ie sich zu eigen zu und Ehrlichkeit, ifm den politischen; vr Verzvveiflung sirh selmte. Ein Wort .rn .lun unj all seine Selmsucht vvåre erilijllt unJ gestillt. Ei opterte aber sein iluuk dem Gliieke di r Geliebten. Aber auch der'Rauber hat line g«oBe Tat vollbracht. Ki gab Jie S< håtze. Jie ihn zum Reichsten Jes Landi s gemachl hatten. ..Wer '. meinte Jer Rabbi, glaubt iltr, hat la Jie gful.’te Tat vol bracht? Ich bin auf vuer Urleil gespannt. Ja ihr vveit gereist .svid und gewiB viel jesehen und erlebt håbet! Da erhob sich einer der Freunde und sprach: „Die grii ite Tat hat sicherlich Jer Råuber vollbr lcht. UnermvBliche Schatze und Reichtiiner in der Hånd zu haben und sie zuriickz tgebfcn wegen einiger* nichtssagender Phi asen in einer sentimvntalen AnwandTung — das ist eine Heldentat, die am meister gepriesen zu werden verdient." „Ihr se id der Dieb!”, rief ihm darauf der Rabbi zu. „Iht habt das Vertrauen eurer Freun le miBbraucht und sie betrogen und bestc hlen. Denn, wenn ihr die Tat Jes Råubt rs als die hochste preiset und fiir den f eldenmiitigen Ellemann und fiir den eherialigen Handlungslehrling kein Wort det Anerkennung finlet. dann håbet ihr btwiesen, daB. euer ganzes Sinnen und Tr; eliten nur auf den Bésitz von Geld gérichiet ist. Und ein soleher Mensch ist zu all :m fahig. Und nun zeiget. wo ihr das Ge d vergraben habt. Bei dicsen Worten erb aBte Jer Mann — EnJe m ' m Doppelten " Qenuss dn<r Thcater-Vorstellung haben Sie er$t mit einem guten Glas. Zeiss-Theatis 3V2X ist das Beste. vat Ihnen die beutige Optik bie« ten kano. 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Es ist ungeheuer schwer, sich uber die Grunde einer solehen Handlungsweise klar zu werden. — Ganz unglaublich ist aber das Vorgehen eines ehemaligen Detektivs und jetzigen Histadruthmannes, namens KraBner, der dem Zeugen Moldawski schon einen Tag nach dem Mord eine Photographie Stawskis gezeigt hatte, wåhrend dieser erst 4 Tage nach dem Mord verhaftet worden ist. KraBner kundigtt Moldawski auch an, daB man ihm Stawski in einigen Tagen zwecks Konfrontation gegenuberstellen werde, was Moldawski mit Rucksicht auf das ihm vorher gezeigte Bild ablehnen wollfe. Man sagte ihm, aber er moge sich denken, er hatte das Bild nicht gesehen und konfrontierte ihn trotzdem mit Stawski. Er erkannte in ihm naturlich den Mann auf dem Bild, nicht aber jenen Menschen, der ihm am Mordabend in’s Gesicht geleuchtet hatte Kundmadiung GemåB § 54 der Gemeindestatuten wird die Wåhlerliste angefangen von Sonntag, den 28. Jånner bis einschlieBlich Sonntag, den II. Februar ti. J. zur Einsichtnahme fiir die Gemeindemitglieder in tler Kanzlei iler israel. Kultusgemeinde, KoliSté 57 aufliegen und kbnnen innerhalb tlieser Frist gegen diese Liste Eittwendungen erhoben werden. Die genaueren Bestimmungen sind aus Jer an Jer Amtstafel tier Kultusgeineintle angebrachten Kuntlmachung ersichtlich. Pråsitlium Jer israel. Kultusgemeinde Brunn tlen 25. Jånner 1934 Der Pråsident: Kommerzialrat Julius Zwicker. > Zum letztenmale „Neuer Wcg" Der „Neue Weg” hat am 17. d. M. eine PreBklage gegen mich nach. Abgabe einer umfassenden Erklårung zuriickgezogen. Er war dariiber informiert, daB ich dies nicht aus Angst tat, den ProzeB zu verlieren, sontlern um nicht als Jude gegen Judon vor einem nichtjiklischen Gericht Klage wegen Jer Mordbeschuliligung der Revisionisten in der Arlosoroft-Affaire" erheben zu ntussen. NichtsJestoweniger erdreistet sich ein Anonymus, in der letzten Nummer des „Neucn Weg" einen Artikel „Zusammenbrtich einer Hetze" zu veroffentlichen, in \iL4chem er mir unterstellt, gekniffen zu sein und unter Anwendung von Drohungen einen Ausgleich verlangt zu haben. Beitles ist erlogen. „ Es ist mir daher nichts anderes ubrig geblieben, als gegen die fiir diesen Artikel Verantwortlichen die Ehren-, resp. Verleumdungsklage zu erhoben. Sollte der Anonymus meiner Aufforderung, sich zu melden, nachkommen, so werde ich naturlich nur ihn allein belangen. Weitere allfållige Provokationen des i Neuen Weg" werden in dieser Zeitung ignoriert werden, resp. die Genugtuting wird auf anderem Wege gegeben Werden miissen. Es tut mir nur leid, daB ich mich ein Jahr lang durch die unfaire Kampftnethode tles „Neuen Wegv håbe hinreiBen lassen, in scharfer — und ntanchma! in hiichster Aufregung — in zu scharfer Weise dårauf reagiert zu hahen. Fur diese Fåile der Oberschreitung des Rechtes auf Kritik werde ich’volle Genugtuung geben. Aber ich verwahre mich aufs schårfste. daB die Griindc meiner Friedfertigkeit in anderen Belangen miBdeutot werden. Die unfaire Methodc, den unterlegepen Gegner zu beleidigen, setzt das Veriialten des „Neuen Weg" von selbst in das richtige Licht. Ungestraft soli er dies nicht. getan haben. Nach Abfassung dieses Artikels gelangte ich zur Kenntnis, da£ sich Herr Karl Baum als Verfasserdes obitren Artikels gemeldet hat. Brunn. am 29. I. 1934. -—N Prof. i. R. Ernst. Vogfcl. und nicht jenen Mann, den er nach den Schussen davonlaufen sah. * Der Makkabi Hazair hat angeblich mit dem Chaluzverband ein Abkommen getroffen, in welchem die Verpflichtung zum Beitritt seiner Mitglieder zur Histadruth in Palåstina stipuliert wurde. Von maBgebender Seite wurden wir vor einigen Tagen dahin informiert, daB das Streichen dieser Verpflichtung seitens des Makkabi Hazair als Bedingung fur eine Einigung gestellt worden ist. Es ist abzuwarten, ob der Makkabi Hazair nunmehr von dieser Bedingung Abstand genommen hat, oder ob er es sich uberlegen wird, als nationale Gruppe der internationalen Histadruth beizutreten. Wåre dem so, so bedeutete dies den ersten und daher bedenklichen Schritt zur Poiitisierung des Makkabi. Abzuwarten ist auch die Stellung der Makkabibehorden, welche in einer so wichtigen Sache doch nicht schweigen werden. Ernst Vogel.