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Jüdische Volksstimme · 1933-03-30 · 13 (30.3.1933) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XXXIII (1933)
Issue
13 (30.3.1933)
Date
1933-03-30
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Eracheinf jeden I Donncrslag 20. Prtftao! X., Vitkovi te. -H - 'f— DjUacU« ■ i ihtada. ♦ i BerafipTtitj bAffejlhrtg Ki cafti'Qbrif K£ 7*-. lateritcaMth KO 2’- pro mm ø«r T«*t- |. ■|>sltr ' Poltdicdikoa ii Prsf 6S.972, Wiu rt.U0. XXXIII. D i »r; i i 11 * .; : . 1 .■ Nach Katto 18. KongreB New York. Konferenz ip — Au« 1 i;; 1 . Aus dem Irihalt; titz. — Die tlcjiolaum glocke. — in BrUnn? -f Demonstration ih* — Niehts ist geftchehenf —' Die Kattowitz. Kurze Nachrichten. >riinn. — Aus Prag. — Yolfcswirtschafl. HRCANC. Hakenkreuzflagge Te\-Awiv. Trotz der Erklarmig des Jsutscrien'K >ns ils fn Tel-Awiw. eifwerih eher! auf seiiiiAmt verzichten, als die Hskenkycuzfl ig{ e hissen, isl lieute' auf d an konsulats »ebaude doch die Hai nkreuzflagf;e leben der schwarz-weiBniten Fiagge mf 'ezogen worden. Auf dem Kmsulatsgeb iuile in Jerusalem sind ebcnfa Is bekle Flaggen gehiBt. .< Eine grrBe Gruppe in PalSstina v jhneniler di ut< cher Burger, Jmlen und Niclitjui^cn, h.ihe i ein Telegrainm an den ■R( ichspfåside ite i Himienburg ■ abgesciickt,!in wechum gegen diese Veflidhnimg ilijs jiidisclen Nationalheims in Pa l,i' tina jirotes ier wird. BRUNN -PRAG, 30. MXRZ 1933 (4. Nissan 5693). in Tel-Awiw Lnter der jii.lischcn Beviilkerung hcrrsc lt ii.be r diese Provokation furchtbare Einpiirung. L)ié Konsulatsgebaude werde i von englischen und arabisdien Polize abteilungen streng bewacht. 1581 neue Einwanderer Jerusalem. Die Palestine Official Gazette leift ,(iiit, dali im Februar d. J. 1581 Juilen nach PalSstina kamen, uin hier iliren i tandigen Wolinsitz zu nehmen. Die Gesatr teinwandererzahl wahrend des Monates Februar war 1.713. Riesendemonstrationén gegen Deutschland in New-York Die aroeril anusche judisehe Offentlichkeit I gro 0 te hat es sich tro der deutschen z iller Dementierungsversuche I Garden fteithsregienmg nicht nehmen | gtrantek zu fossen, so daB fUr 50.000 zwei lund, fir den 38. o. Bf. eln« Rie—ndemonstra* tiS gegen die Unterdriickung der deutschen Joden in New York zu veranstalten. Nicht weniger als 1000 I’olizisten wurden zur Aufrechterbaltung der OrØnung herangezogen. Der i Aufldsung antisem. Organisationen in Polen. Der Miniptei des Innern bat alle Or- Lager von GroBpolen" well anlisem. Umtriebe aufgelbst. Diese ganisationen Haben erst kurzlich die U trutten und Pliihderungen im Saybuscher B'zirkinszeniert, 18. Kongross In Brilnn7 \ W|e wir aus zuveriassiger Quelle erfahren.j werden ^rnsthafte Verhandlungen géfuhrt, den 18. ZionistenkongreB in B^unn abzuhalten. Friede im Revisionismus \ Wie wir var RedaktionsschluB erfahren,| stehen Verhandlungen von prominenten Vertretern beider Richtungen innfrhalb des Revipionismus unmittelbar bevjir. Es soli auf Grund der letzten ErklSriing JSbotinskysjeine Einigung dahin erzielt werden, daB die gesamte Union einheitlicli jn den Kampf um die Eroberung des Zionistenkongresses gehc! Die Vcrhpndlungen werifen in Warschau gefiihrt. Autoschnle SKALICKt BrQnn, £<ski Eingang JakubskA 1 Saal vdn New York im Madison Square reichte nicht aus, um 75.000 Demonweitere fneiem Himmel abgehaften werden miiUten. Als Redner traten auf: AliSmith, der Biirgermeister O’Brien, der Senator Wagner, der Vorsitzende der amerikanischenl Arbeiterfederation, Bischof Green. Følgende Forderungen wurden erhoben: 1. Jedes antisemitisme Vorgehen ond antisem. Propaganda muB aufhdren. 2. Die Politik rassenraal^gej- Unterscheidung und wirtschaftlich unterscniedricher Behandlung muB aufhdren. 8. Schujtz jUdischen Lebens und Eigentums. 4. Keine Yertreibung der nach 1914 eingewanderten Ostjjuden. Anmerkpng der Redaktion: Auch die &s\. Judensdhaft soilte in ahnlicher Weise fuT unsere jtid. Briider in Deutschland demonstrieren. Wir sind doch die unmittelbaren Nachbam und wit sollten der judischen Welt das Beispiel geben, nicht omgekehrt. Nadi ICattCiwitz —^r. Briinn, am 28. Mi rz. Das cliarakteristisclie Merkm; I (Jer in iler Vorwoehe in Kayowitz abgclta tenen auBerorilentlichen Sitzung des revisioni stischen Parteirats ist ilurch die Taisache gekennzeichnet, daB keinerlei Resu ution oder BeschluB gefaBt worden ist. Bekanmlicli formuiierte Jabotinsky Seint Forderungen an den Parteirat in fofg inden Antragen: 1. Alle Revisionisten unterstehei zunachst der revisionistischen Disziplin, die das. Primat vor allen andeicn Disziplinen hat. 2. Das Exekutivkomitec der iVeliunion soli ilurch drei neue Mitgliedcr erganzt werden, die der Ricbtung Ja! rotinskys angehdren. 3. Die Zentrale soli sich im Wol norte jabotinskys befinden. Die Verhandlungen im Pa teirat selbst haben zu keiner Klårung in liesen Fragen gefiihrt und auch die Berat ungen tiner efgenc bierflir-eingaseuten Ko »mission, bestehend aus den Vertrete n der verschredenen Richtungen, haben kein positives Ergebnis gezeitigt. Vor Schli B des Parteirats'trat jedoch noch die revisionistische Exekutive zusammen, in velcher eine Einigung dahin erzielt wufdc, d iB Jabotinsky seine Vorschlåge zuriickzo Die tatsåchlichc Lage ist nunmi hr so, daB der status qbo ante zurechtbe itehen bleibt. Da keine anderweitigen Bescnliisse vorliegen, haben die auf dec ordentlichen Weltkonférenz in Wien gefaBten Beschliisse volle Giiltigkeit. In der Hauptfrage, also in punkto des Primats der Disziplin, ist fur alle Revisio- ®e Scholaumglocke. Von Moror. Anno 1848 ging es iiberall toil zu. Am tolisten in Schilda. Landfremde Elemente hatten Ruhe und Ordnung-so lange untergraben, bis das Volk auf dem Marktplatze zusammenlief urtd in wilder Erregung verlangte, alle Schildburgerstreiche miiBte i forfan aufhoren. Der-4iurgerineister etschien auf der Rathaustreppe; sagte dies f» ierlich zu und forderte die Schildbiirgei auf,r nun wieder ruhig nach Uause zu gelen. Sie blieben aber und waren nicht einmal mit ijjir Feuerspritze auscinanderzutreiben, weil diese wie gewiihnlich nicht funktioniertc. Jedermann hatte das deutliche Gcfiihl, daB demnåchst etwas geschehen mSisse. Nur wuBte keiner recht: was? Einzig und allein der Stadtschreiber, der bis dahin allgemein als Trottel angesehen war,'hatte eine Ideé. Er schlug vor, saintliche Hauserfronten soilten auf Kosten des Stadt!ickels weiB getiincht werden. Dieser giiickliche Einfall ziindete. Man ntuB nåmlnh wissen, daB die Schildhiirger nach einer ais' in die alteste Feudalzeit zuriickreicheide Tradition ihre Hauser mit Darstel’urgen ihrer beriihmtesten Streiche zu schmficken pflegten. Im Nu waren såmtliche Maler- und Anstreichergeschafle gepliindiirt. Das.souverane Volk zog mit Farbk jbeln, Hausleitern und Anstreichpinseln bewaffnet von StraØe zu StraBe und ruhte nicht, bevor satntliche Schildburgerstreiche mit Kalk Vusgelbscht und von der Bildflache verschwunden waren Zule^zt kam die Judengasse daran. Aber da gab es keine Schiklburijerstreidie aus zuliischen. Die Juden warendainalis den Uberlieferungen ihrer Vater noch u)t we sentlichen treu und ihre Hauser entbehrteir infolgedessen jeglichen Schmucks, Die Menge stellte dies mit Befriedigung fest. Dann zog sie wieder zum Marktplatz, wo ein jiidischer Journalist verkiindete, jeglicher Unterschied zwischen der Hauptstra- Be und der Judengasse sei jetzt au gehoben und alle Sclfildbiirgerstrciche;;ehorten endgiiltig der Vergangenheit an Dem kurzen Rausch fulgte ein anger Katzenjammer. Noch war seit dem jiroBen Bildersturm kein ganzes Jalir verti issen, da wollte attch schon keiner meltr dabei gewesen sein. Einer schob die Verantwortung auf den Andereii, der Stadtscl rviber war wieder der Trottel, fur tten er van jeher gegolten hatte und der jiidische Journalist, der die Schildhiirgers1treiclie totgesagt hatte, wurde wegen der dadun h bewiesenen Niedrigkeit dey Gesiimuns; ge- •henkt. An allen Hauserfronten wuril;n die ehrwiirdigen Streiche der V'ater mit Liebc wieder aufgefrischt. Auch die Judeijschaii konnte sich dem neuen lieist-nicht < mziehen und ting an, ihr Heim gleichf; Ils zu NR. 13. Die Mit- . -mon upterstehen onm. „Primat', oder Bezug auf Diszinisten dih Resolution bimlend. die bereits im Calait-Ahkommen zu fimlen! und aut iler Wiem r K'onft-renz hestatigt ifrnl in die „Grundsi ze des Revi: iiinismtis.". emver leibt woplen ist Dies - liesagt: glieder t er revision der Disztllin.dct li „Ausschli iBlichkiiiV' ii plin sind: tirgendi tnvjihnt, die hlonlfrcrnz spracli ^ielnuJir eine i Selhstverståndlichkeit aus, in der i iematul von liejden Seiten irgeml ivelchen AnstliB nehmeit katw.- Auch Jie Organisationsform i|er Weltunion erfihr in K; ttowitz keine Ainderung. Dieser kiiimen geriaB i|. WieiK-r Beschliissen,nachi'vie vdr lichekelzaliler uitd Nichtschekelzal iler angnhyreji. Die Scltekelzahler sind i i einer eigeatm-'.Organisation” zusamme igeschlo isen. i die mit Jern revisionist. t ondervei baml identiscIV ist' und einen Bifitandteil der zion. Organisation darstellt. Die in Kattpwitz versjimmelten Mitgliedsr dieses Sonjerverbandts hielten_ am Diendag den 21. M>rz eine 3er<uuaø., ab, in w« Icher selbstvebstandlich fieschlossen wuri e, in allen LJindern den Wahlkampf z tm 18. ZionittenkongrejB zu eriiffnen. > ileichzeitig wurden verischiedene teclmiscfe MaBnahmen und orgjanisatorische Fra;eri eriirttrt, iSe auf diesen W.ahlkanipf Bi zug haix n. i Die nach AbschlujB der K^ttowitzer Konferert: in der jiid. :Presse Pplens und in der IT\ erschie iene|i MitteUungen, daB" Jabotinsky plptzlich nach 1 sciner Abrcise aus Katttwitz die iibTigen Mitgliedor'der revisionis ischen jExekutive (GtoBmann, Machovei, SoskinJ Stiricker) „ahsetzte", die gesante Mach| im Revisionismus an .. | i! schmucke n ■ Sogarj dit Synagojge von Schilda riuflte darlan glauben, diirch den Tanz um das Goldbne Kalb, die Anbetung von Baal und Astjarte und andere verbiirgte [!treiche der Vater vefschdnert zu werde i. Dem gplehrten Rabbi, der sich zu der t euerungssiichtigen Jugenil hitit, ' wurde d» se Neuerung zum willkonnnenen AnlaB, ^:in Reforfnwetk zu kriifien. Er befiirwoii ete den Aufbau eines gotischen Glockenmrines aut; das Dach des Uotteshauses. I ie Alten 1^‘kanipften das Projekt aufs erbj tertste. Die Jugehil^aber. war begeistert.; Jnd die JugeiKl beluelt recht, wie imiter, t'er Rabbi ier'von Schikta erhielt seinen dlockentum. pie ilazu Igelnirigc Glocke suttete iler Barikier |5., dhs reichste Mitg ied der Kehillp (Gemeinde). Sie trug auf der Brustseitc! ein. hcroknscHes Schild nit der bepr. Autschritt: | „Scholauin". E ei der Einweil ung des Neubaues predigte der Rabbiner uber, de, Text: „Friede lei ihr erst Ge åute''. Die Scholaumg!ocie stiftetel'imlossen; statt! Friedeir niehts w e Handel. Dit Alten na^inten sie einen „e rlitpn Schildbi rgerstreictr Die Jungen ei widerten, dies'sei das griiBtc Lob tiir die S chblanmglockp jeder Sfhildbiirger jijilisrhen Glaiiliens håbe did siitiiche Verpfliclt ung, siew iler kontpak:4ip_Majoritat der Schildfiurj er nichtjiiiilischen Glaubens in jeder |Bez ehuilg zij assimilieren. | .

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