Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XXXI (1931)
- Issue
- 48 (17.12.1931)
- Date
- 1931-12-17
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Erscl D< t«a*kd( kMIBTf icinf jeden inncrsfog * i. Vtrlftf Bitofl, MM 20. TBI.MJBO!H 1 S I iii3 Is Kfl Z--J P« Prtf « Bgrlia 110211 ailiyrtot Ibfia K4 )f- , lbri| Ki eratr«»r<if o BM lir Tat* •pslt«. léctfckotik im. Win 76.880, P-61J, WBTBBhM iZACrtb 40.1M. 1 1. JAHRGANG. BRUMM, 31. DEZEMBCR 1931 (SI. U 569S). Aus dem I nhalt: Vor der Bildtinc des amerikanischrn pro Ps« lutina-Konitcea. — Dr. M. Griinfeld: 15# Jahre aeit dem Toleranz-Ediltt for die Joden Oaterrekh«. — B. Rippe]: Rabbinische Urteile, — S. Lagerlef: Kabel« W einen. — Weltspie- (eb — Inland. — Branner Nachrkhten. me NR. 50. FUR DEN WINTER Herren- Kinder- MSntel in allen Preislagen JtldEslnjer i Pontoner Brflnn, Maiarykstrasse 23 Sdiekelaufruf der Exekutive. Zionisten! In e ner fur die Welt und fur unser Volk schicksalsschweren Zen wenden wir uns an E uch init der Aufforderung, wie alljihrlicli, Euer Bckenntnis' der Treue zu Euretn Id .-al, dem Zionismus, zu erneuern. In tragiseher Wcisc inacht sidi in diesein S oment einer Weltkrise die abnorrtiale Laj e des jodischen Volkes bemerkbar. In -viel hbherem MaBc als die Wirtsvolker sind die Juden infolge ih rer spezifischén Wirtschaftsposition von der Katastrophe, die die Welt erfaBt hat, betroffén. Von der elementåren Entwurzelung aber die bewuBte Verdrltngung fiihrt der >(Veg je r ach der Qesittung der Viflker bis zu einer riicksichtslosen haBerfiillten Bekåmpfung, ja zu Angriffcn auf die Rechte, die Ehre, das Leben der jtidischen Bevfilkerung. HauJ in Mand damit geht ein ProzeB d^r Entjutlung vor sich — der teils uhbewuØte, t;ils bewuBte und oft idealistisch verbramte Drang zur Assimilation, das ffeiwillige Erstreben des / Volks-Untergangs. Aus dieser gefahrvollén und entwiirdigénden Situation, aus der ewigen Not der Juden und des Judentums, deren Formen sich Sndern. deren Wesen aber unab- ånderlicn bleibt, gibt es nur einen Ausweg — Jen Zionismus. Vor emem halben jahrhundert schon haben die Voriaufer des heutigen [Zionishius, die Chowewe Zion, in einer der heutigen sehr ahnlichen Situation dem jiidischen Volke den Weg zur Rettung gewieStn: nationale Besinnung, Selbsthilfe, Regeneration und Produktivierung des Volkes durch den Aufbau der nationalen Heimstatte in Erez Israel.- Nur so kann unsdr Volk in die Lage versetzt werden, einlfreies schijpferisches Leben zu filhren und mit allen Volkern, als ein ihnen glekhwertiger Faktor an der. Erreichung hbchster Ideale der Menschheit mitzuwirken. I Der von Theodor Herzl begriindete politische Zionismus hat diese Ideen vettieft und nusgebaut und fiir deren Verwirklichun' ein machtvolles Instrument geschaffen — die Zionistische O" tlod. Der Zionismus hat/dem jiidischen Volke sein geschichtliches Ideal, seinen Lebensglauben wiedergeschenkt, er. hat in Pal8stina uen Grundstein fiir ein Gemeinwesen gelejgt, auf’das jeder Jude mit Liebejstolz lind Hoffnung biicken, und dem aiuch die groBe nichtjudische Welt ,die hbchste Achtung nicht versagen kann. | Dieses Werk in Palåstina alten Stiirmert zum Trotz zu erhalten, zu testigen und in stetiger, zåher Arbeit zu erweitern, tor der Bilduns des amerikanisriien pro Palåstina-Komitees. Mehrere Senatoren u. Mitelicdcr des Kongreises stell Plak xur FSrdcning dels |tidisdien Palistina-llferks ai Plan wird bel ZusammentrHt des Kongresses der Vei Staaten zu Beginn des labres 193* bekannt gegeben Mchr :ro ■ den verschicdcnen Parteien n igchbrerde fiihrertde Senatoren und Mitlieder ijis KongresSes vier Veriijiigtcn Staaten tuben sichi zit einer Gruppe zii- ’.mmengt schlossed, deren ,Ziel es ist, den ufbau dvs jiidischen Nationalheiijis in aliistina iu fiirdern. In diesen Tagejl liieln die M tglieder dieser Gruppe gémeinhaftlich mit mehreren fiihremlen jZionislteit aus New York eine Konferenz ab, in er ein Plan zur FOrderung des jiidischen t ‘aiastinayerkes aufgestellt wurde.; Einjelheiten des Planés sind nocli nicfit be- I annt gegeben worden. Aus gut lunteriehteten Kreisen wird irkiart, dan eine Durchfiihdung dieses Planes fiir den Auf- I au vies . iidischen Naitonalheims m Paliistina wjii groller Bevleutung sein wiir- (IC. Der rian wird bel Zusammentmtt do« Kongressis der Vereirttgten Staaten zu ieginn des Jahres 1932 offiziell tiekannt unwandefi nit einer Mm Ve il e gegeben werden. I rasident schon als liandelsmi lister iler Staaten im Jalire 1912 aus Anla nahme vier Resolutn n betreffen dische vN'ationalheinr in Paliisti den Kongreli der Vi reinigtvn S Statement erlassen I] u. io welclv i jiidischen Aufliau in Palåstina thie der regi.renden Kreise der ten Staaten zi m Au alruck bracjl auch dieser ni uen Aktion zugur jiidischen Wci kes ii{ Palastina pathie gegenii jer. in diesen Tageit wird eine prominenter Nichtjmlcn aus al! ijer Vereinigtei Slanten abgeii. den, in der piaktisc ic MaUna 11 F^rderung de: jiiili! chen Auib. i i. Jpalåstina; ur Er lirterung st ilfflY st die hichste Aufgabe der Zionisten in der ganztn Welt. Uneriniidliche Arbeit iifhaufonds, dauernde Soige fiir die Erweiierung unseres Bodenhcsitzes, : tir die Deckung unseres Aufbaubndgets, flr unautpitrliche chaluzische und Volksung inuB Iland in Iland gehen plan- und umsichtsvolle i poliischcn Aktivitat zur Verteidigung und stårkung der im Mandat fundierten politiichen Grundlagen unseres Wer(ce:i. Und Jic wesetitlichste Voraussetzung Lir das [delingen all ilieser weitverzweigti n Anitrengtingen ist eine starke zionistische Organisation. Denn nur eine immer wachsende, Massen des Volkes und der jugend in ihren Bann ziehende Organisation kann die Autoritåt,-die moralische, politische und materielle Kraft besitzen, alle Schwierigkeiten des Moments zu iiberwini en und das Werk des Aufbaus vorwarts eu fiih- An Euch, Zionisten,- ergeht daher der Ruf: Legt erneut das Bekenntnis z i Eurer Organisation ab, indem Ihr den Schekel, das Symbol Eurer Verbundenheit nit dem l1 Zionismus erwerbt und so der Lionistischerr Organisation die Mittel zu i irer organisaforischen, propagandistischi n und politisphen Arbeit sichert. . Tragt durch Vcrbreitung des Schekels den zionistischen Gedanken in diejenigen. Kreise unseres Volkes, dit bisher unserer Bewegung fernstanden! Tragt die frohc Bofschaft drr Hoffnung.in das jiidische Volk! Eroiert die Mcrzen der Massen! Gcwinnet ncue Mitkampfer! Werbet Mitglieder fiir die Zionistische Organisation und ihre Lan< les- und SonderverbMnde! Entrichtet und sammelt den Schekel! Starkt und vergroBert die zionistischen Reihen! DIE EXEKUTIVE DE? ZION. ORGANISATIC N. London, Dezember 1931. Jerusalem, Tebet 5692. Lord und Lord Rea AuBenministei Indien, ist am von Lady Rea Stina eingetrof tratten in Kant Direktor iler tion zusajnmer fa. Sie besuch werk der Pate deren PrasiileiJt ist. Am Frei Reading in Chaim Arlosorb Jewish Ågene r trafen. Di; ting, der irOheri und t instige Vize|ki 24. Di'zetnber in ling iiber Agypt en. Li iril und Laitl mi i Pinchas Ri Pales ine Electric und i eisten dann en ihs groBe Joi itine Eletric Lord Reavliijg b i ag W'tilteii Lord gani« h, wo sie ff, Liiter iler E in Palastina. z hdi Oer Papst IQd In der der Påpstlichi ilemie iiberreii lich dem jungi Enriquez von diesjåhrigen Werk iiber i Der Papst hiel ze Ansprache, liches Werk r I!T :stani Die 15 zi teilten kurdi: durfen vorlkuf) schon mitgete dts Waad Lei Sir Arthur W gen, daB die horde ausges von 15 jiidisclj« die illegal nac i sind, zuriickge ei ber wurde de geteilt, daB iaufig Abstanil einen - Der rkinigten ' verden. au I, over, der reinigten J iler An- I ilas'jiina durch aaten ein n er dem Sympn- Vereiniglte, steht stem de;S mit Sym- Konferenz en Teilen Iten wermen zur UrWerkes :hen wer- Lady Roadb« in PJ,r Ci r; zeicfcnet eimti en Gelehrtsi ierlichen Inaugu n Wiasenschattlicfli: hte P^pst Pius n jiidischen Gelet der Uhiversitat Fr eis iler Akademi ie Meiidelschen an den Gelehrter in ifer er sein wis lyn te. isen; Landesverweii lischerf jiidischer g im Lande blei wurde, hat die High Con ersucht, Einwand Landesv ilt mi den mchopc von de i| rochenc 2! cn Familien aus Palastina ein :ogen wird. Am betroffenen Fan /on ihrer Auswei genommen wird. * ^ISstipa. britis^che iinig yon ^egleitjing in Pila- Reading thenberg, CorpOranaclt Haiijilan-Stauporation, kanntlich und Lady mit Dr. utive der isainnfen- :r n n aus. ralsitzung en Akapersiinrten Prot. ailua den fiir sein Tlteorien. eine kursenschaftit en. ig verur- Familien Wie Exekutive missioner zu verfii- .'rungsberweisung (urdistan, gewandert Dezemilien mit- :ung vor- Dr. M. Griinfeld: —4 0 cJahre it dem 'Soleranz-Sdikt fiir die cJuden Osterreidis. i Xdehdruck verboten.) I)as Jahr 1782 war angebrbehen und der zivei eTag dieses Jhlires, ilas deip lolgte, in wele tern, Immanel Kants „Kritik iler reinen Vernnilt ' erschieileii. hrachte auch den Juile i OsterreicIlSj die trotz I.issing und Mcnilclssolm, nocli immer am agert, von ilen icliatteii iler Vergangenhe t in dumpten Ghettohåusern lebteii, ualljenvl sie in mani lien Stadien, so in don .jkiiiiiglich" gena inten Mahrens, iiherhaupti sich nicht aufli;ilten ilurften, einen Strahl ider Simne der . Aufklarung”, nach iler das 18. Jahrhniuiert genannt wird. Einen Strahl nur, ilt-mi das Toleranz-Edikt, il.is in jynem Jahr ■ ’erlasscn wurde, kann mit ilem Tolerartz-Patente Josyf II. von 1781, das die Protestantc’ii, oder wie mau.hfcht schon sagte, itie Akatholiken den JKatlioliken gleichstellte, nicht vcrglichen werden. Von einer solehen, vollkommenen Emanzipatlon der Juden, deren Lage wtrktich unwiirdig war, korinte noch nicht die Rede sein. Da muBten erst die Stflrme der Revoluticn von 1848 voruberbrausen und dann iler Staat schwere SuBere und innerc KSmpfe iiberstehen, bevor das Sfaafsgrunilgesetz von 1867, die Glvjichstellung aller Bilrger — 1782 wurden ste Untertanen genannt —: aussprach'. So isl das Toleranz Edikt von 1782, glei'chs.itn ein Anhangsel des Toleranz-Påtents fvoo.F781. Die eirte Vernunft gebot den Herrschern die uden sozusagen auch nls|Menschen zu hjEhamldfl-.-Das Toleranz-Eijikf ist em schiiner Anfang, der jetzt ganz der Geschichte augehort. Imnierhin kfinnen wir seines Juhilaums lireudig gedenken. Das Jahrhundert dér Aufklarung wanilto den Blick von Denkern und Dichtern, zu denen in Deatschland besonders Lessing gehdrte, auch auf das vielgeschmatite-Volk hin, das einen Mendelssohn hervorgebracht. Hatte iloch jene *geisti£e Reaktion gegen die Knechtschaft auf allen Gebieten der Kultur, die mit dem Humanismus vcrglichen werden kann, Aufklåtung genannt wurde, lund ihren Weg von England aus, uber; Frankreich nach Deutschland zuruckgelcgt hatte, ein Werk jivie „Nathan iler Weise" hervorgebracht, "las nicht wenig dazu beitrug, die Aufmerksamkeit von Fliilosophen, StaatsmSnnern, Herrschern, der religibsen Duldung zuzuwenden, die-einej Haupforderung des Aufklarungs-Gedankens ilarstellt. Reformen wurden gebieterjsch auf allen Gdbicten des Staats- und pfentlichcn Lebens geforilert und he^oniiers die Fiirsten. die sich als Vertretcr des absoluten Herrschertums im Goisté der „Autklåning’’ be^eichneten; Friedrich II. in PreuBen und Josef II. in Osterreiclj. Iiahcn jn ihren .Staaten eine griindliche Uiiigestaltung aller politischen, religibsen, wirtschafjlichen V'erhaltrtisse ilurchgefiHirt. Schon Maria Tljeresia, die wahrlich. nichts weniger als judenfreundlich war, hatte vielfach Judeiioriliuingeii und Gesetze erlassen (22. Scjptember 1753, 5. Juli 1755, 5. Mai 1764). Von einer Verbesserung der druckenden Lage iler Juden durch diese kann keine Rede sein. Und iloch be-