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Jüdische Volksstimme · 1931-12-17 · 48 (17.12.1931) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XXXI (1931)
Issue
48 (17.12.1931)
Date
1931-12-17
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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Jiidische Volksstimme Nr. 49. Nalionalsozialistisdie Rassengesetze Auf der am 5. und 6. Dezember in Leipzig stattgefundenen Reichslagung des Nationalsozialistischen Arzteverbandes hat bekanntlich Prof. Staemmler in seinem Referat „Rassenhygiene im Driften Reich” die Sterilisierung des dritten Teils des deutschen Volkes als rassisch verdorben vorgeschlagen. Gleichzeitig schlug er ein Gesetz zur Scheidung der Rassen und ein Gesetz zur Reinerhalturtg der Rasse vor. GemåB dem Gesetz zur Scheidung der Rassen gilt als fremdrassig derjenijge, von dessen Vorfahren einer der Elteifn oder zwei der GroBeltern fremdrassig gi sind. Als fremdrassig gelten dabei alle far bigen Rassen, die vorderasiatisct e und orientalische Rasse einschlieBlich der Juden. Falsche Angaben Gh^r Rasse; bsfam mung werden mit ZuchthaUs und Einziedie lem Ansiedlung in Palæstina registriert Die meisten der Siedlungswerber schon im Februar und Mårz 1932 nach Palåstina antreten und vor d sachfest in Palæstina eintreffen. Das jiidische Viertel in Adi uberschwemmL Aus Adrianopel w graphiert, daB infolge des anha Regenwetters die an der Maritza nen Stadtviertel ilberschwemmt si sonders von der Katastrophe heimgi wurde das jiidische Viertel, in reiche Håuser 'ierstfirt sind. Die rung kampiert im Freien. Das El groB. Menschenleben sind nicht klagen. haben. werden Reise Pesdem Bi: Elei Seite 3 1 ' ■! i l i r 24. Dezember 1931. liung des Vermflgeus bestraft. Die als fremdrassig Festgestellten haben sich ktinftig als fremdrassige (Juden, Neger, Mongolen, Orientalen) deutscher StaatsangehOrigkeit (Juden aus Deutschland usw.) zu bezeichnen. In dem Gcketz zur Reinerhaltung der Rasse sind El en zwischen Deutschen und fremden Ras sen verboten. AuBerehclicher Geschlechtiverkehr zwischen Deutschen und Fremdrassigen wird mit Zuchthaus des fremdi assigen, mjit Gefångnis des deutschen Tt iles bestraft. Prostituierte fallen nicht uiter das Gesetz. In dem Referat des Apothekcrs Bruger wurde gefordert, daB Apothei er-Konzessionen nur an Staatsbiirger in nationalsozialistischen Sinne, nicht aber an Juden, vergeben werden diirfen. Irianopel teletenden l'elege- Becsucht zahlvfilkend ist zu beit d Inland. Neu-Titschein. Am 3. Dezember veranstalteten die Zionistischen Verein Vortragsabend Aber das Thema ,>30 Jahre KKL". Chaver Zwi Jechidi (Måhr. Ostrau) entwarf ein interessantes Bild Otter die Geschichte, Aufgaben, Leistungen und Sammelmethoden des KKL. Die realen, auf eigene Erfahrung fuBenden Schilderungen, Chaver Jechieli ist Chaluz und befindet sich nur auf einige Zeit alt Delegierter der Histadruth im Galuth, hatten auch auf jene Eindruck gemacht, cie sich Immer unseren zionistischen Versat nmlung?n Jern haliep. Nach dem Vortrage blieb noch ein kfeiner Kreis von Gg. mit dem Redner zusammen und unterhielt sich Ober verschiedene Fragen Palåstina« und unserer Bewegung. — Qie Jubilåumssammlung fOr den KKL ist im besten Oange, (lie hiesige Kultusgemeinde hat das Protektorat Qbernommen und selbst 900.— K( fespendet. Wir hoffen auf ein Ergebnis von mehr als 2000.— Kf- Der Makkabi-Hazuir, der schon seit Jahren die gesamte KKLarbeit durchfuhrt, vdranstaltet einen Imiwettbewerb. Am 4. Dezember besuchte uns fur einige Stunden der Turnwart des Csl. Makkabikreises Chaver Paco, der mjt Jer Jugeitd eine sehr interessante und let rreiche Sichah abhielt. Auch diesmal hat en wir Golegenheit mit einem Menschen zusammen zu sein, der die Verhaltnisse n Erez selbst kennt und uns daher vieleslNeues erzåhlen konnte. — Fur die ersten Monate des Jahres 1932 sind zwei groBe Vortråge vorgesehen. W. iSch. Kinder«, Damen« und Herrenmope, Wirk«, Weiia«, Kurs« n. Schnittwan Alfred Druckei BRONN, NEUGASSE J9 f Ihre neue Einkaufiquellc. Magen- und Darmstbrururen, Anlålle von Leibweh, Stockungen im Pfortajersystem, Aufgeregtheit, Nervositåt, Scfiwindelgefiihl, allgemeines Unwohlbe finden werden durch tåglich ein Glas latflrliches „Franz-JoseP-Bitterwasser gelindert Arzte von Weltruf preisen dir vorzOglichen Dienste, die das Franz-joael- Wasser besonders b|utreichen, korpulenten Personen, Gichtikem und Hajnorrhoidalkranken leistet. In allen Apotbeken und Droguerien erhaitlich. Myjaw. Samstag abend den 5 XII. veranstaltete unsere Jugend eine Ch; nukkahfeier. Die Feier hatte einen sehr tchbnen Erfolg und es wurde ein grbfiere tie trag fOr Wohltåtigkeitszwecke unserei jOd. Gemeinde eingebracht. Das Einstudjeren Kinidmadiung. Der Vorstand der isr. Kultusgemeinde E ibenschitz macht hiemit die Brunner Juclenschaft und Umgebung aufmerksam, da i jdie Ganse, die aus Eibenschitz ohne tampiglie des 'dortigen Schåchters ert werden, als nicht koscher zu be- :l|ten sind. halen wir den jungen Damen u. Herren unteter Stadt zu verdapfeen. Es sei ihnen hie nit innigster Dlfflc ausgesprochen. >r4lk. Zoglinge des judischen Lathdes- Waigen- und Lehrlingsheimes in KoSice hahen' unter Beteiligung von einer groBen Anzatil von Gasten am Nachmittag des 8. d. M im groBen Saale des Heimes eine Chir ukahfeier’ veranstaltet. Die Feier wute -• infolge der Abwesenhcit der Prasidentit Frau Irene Matzner durch Herrn Dr. J »sef Weinberger, den Prasidenten der Mei i: akommission eriiffnqt. Danach trug ein i ogling des Heimes namens Jakob Kol a te die Segensspruche d. Lichtanziinden i vor. Die festlichen Ansprachen hielten z kei Zoglinge des Heimes in slowakischt tj Sprache, der HandelsschUler Eugen We sk in ungarischer Sprache, der Gymnasialt Josef Engel. Beide Vortragenden hab sich groBen Beifalls erfreut. Ruhrent Ivar das durch die kieinen Kinder des Heines vorgetragene symbolische Chanukahsniel, an welchcm folgende mitgewvrkt : Isak Markovits, Ladislaus Klein, Vald, Gizi Karniol, Sigmund Gross- Klari Mandel, Hermann Griin, Mandel, Ladislaus Preisler und Fischer. Grete Schnierer und Meny-* 1 euereisen haben mit groBem Erfolg < hte von Moris Rosenfeld und Avigameiri vorgetragen.. Die durch Lili vorgetragene Chanukaherzåhlung rånen von der Reihe der Anwesenntlockt. Die schflne und gut gelun- ~>ier wurde mit hehråischen Liedern, ragen durch das gemjschte Chor der e beendet. Um das Gelingen'der hat sich Fri. Lili Singer bemuht. Die hiesige Ortsgruppe der hat vor mehreren Wochen mit Ihrer jt begonnen und entfaltet eine rege keit. AuBer den Kultur- und Teen, die jede 14 Tage stattfinden, m Sonntag, den 13. ds. im Saale der Isradttischen Kultusgemeinde eine Kinderkkahfeier statt, dTe dank der aufngsvollen Arbeit der Vizepråsidentin ttøe Weigel und ihrer Mitarbeiterinnen em vollen Erfolg fGhrte. Nach der BegdBung durch die PrSsidentin der hiesigeul Wizoortsgruppe Frau Jellinek und Renden Worten von Hugo Schmitz, das Programm, das mit der Vertei- In allen wichtigen Zeitungen, in allen Bulletins gelehrter Gesellschaften i Ligiers, in allen Berichten der Forschungs reisenden, seien es nun offizieile oder private, findet man kostbare Dokumente 01 »er die Geschichte und die Tradition de: algerischen Juden. Alle. diese Verbffentlichungen sind in den groBen dortigen Bibiiotheken zu finden. 1889 grub Eugéne Plantie die „Korrespondenz der Deys von Algier an den franzdsischen Hof” aus d :r Vergessenheit aus. Diese enorm reiche Sammiung wimmelt von jOdischen Nam< n. Fast immer werden sie in vorteilhafteri Sinne erwShnt. Marcel Cohen, Professor in der Schule fOr orientalische Sprachen, verOffcntlichte 1912 ein Werk, betitelt: „Die arabischen Redewendungen der Juden von Algier”. Diese Studie jst originell, und in verschicdener Hinsicht interessant, denn der Verfasser gibt viele Details Oh(»r Sprache, Sitte und Bråuche der algérischen Juden. Albert Cohn, der groBe Mepschenfreund, der dem Judenfum so leidenschaftlich ergeben ist, wurde von dem Hause Rothschild, dem er nahe stand kubz nach der Erobcrung nach Algier geschipkt, um dort Studien zu machen. Er brachte einen ausfuhrlichen Bericht mit, in dem die wirtschaftliche und religiose Lage der Gemeinde klar dargelegt wird. Er berichtet darin auch Ober die Vergangenheit der aigerischen Juden und uber ihre groBe Fåhig- Wer eine den keit, sich der Tranzbsisphen Zivilishtion zugi anzupassen. bezi Ich kbnnte noch viele Namen Månnern auffOhren, die sich mit dem Schicksal der Juden yon Algier intensiv beschiftigt haben. Hier wSre noef ein weites Feid der Entdeckungen. Die »Iten Archive der Handelskammer von Mart eille z. B. bergen noch eine Unmenge Dakumente Ober did kommerziellen und »olitischen Beziehungen zwischen Algier und den Mittelmeerlptadern. Hier mOBten noch nShere Untersuchungen angestellt wetden, die bestimmt frOchtbar sein wOrden. Die Priestø, die mit dem ROckkauf der algerischenj Sklaven betraut w; ren, legten "nach ihpr ROckkehr in die He mat meist Rechenschaft in Form von Beric iten ab, die oft gedruckt und an diejenigen verteilt wurden; die fur die Spesen ihrer Mission aufgekomnten waren. Wir besi zen noch einige Exémplare soleher Beric hte. Hauptmann Plaifair hat einige in siten Klosterbibliotheken der Bretagne ge unden, in die es ihm gelungen war, eii zudringen. Gewohnlich wurden auf al gemeinen Wunsch als Vermittler bei deiser Riickkauftåtigkeit Juden gewShlt. Die katholischen Priester sprechen von ihaen mit viel Sympathie und bewundern hre Menschlichkeit, ihre anstSndige Gesinn mg und ihr Mitleidj das sie dazu trieb, die Sklaven schon vor ihrer Befreiung auizusuchen und zu tr&sten. KOnnte man nicht Geschichte dicse Berichte einem breiteren Publikum sehrtibt? tgiich machen? Es;ung fur das Judeitum Algiers. Im 25. Oktober 1810 trat ein Dekret w3re eine Ehrensåmlliche algeriijuralisiert wurden. der' Presse die Charles du ift, durch welches |uden auf einmal na Dekret riet in Isten Poleffllken hirvot Bouiet verlangte als er^ter seine Aufhebunj Jin einem offenen Brief, den er an die iertenkammer richtete und der spå- Tbffentlicht wurde. Taupiac, ein |?eler Publizist, widerlegte ihn in éiher en Broschiire, und bald darauf reges nur so Veroffentlichungen iiber diesjs Thema. Crémieux verteidigte sein mif Beredsamkeit und Feuereifer in Reihe Publikationen, die niclit in Handel' kamen, aber alten einfluBrejcl en Månnern zur Kenntnis gelangt Die Erinnerung an die Vergange iheit des Judentums in Algier entschw ndet meh und mehr dem Gedåchtnis deret, die es aligeht, und ihrer Nachkommen. Wie vield; algerische Juden kiiinmérn sich licht mehi um sie, geschweige denn, daL sie Sehr tte tåten, um sie der Vergesseliheit zu el treiBen! Die Schriften sind alle hoch da, gutes Material liegt vor, aber, es ist zers) eut. Wird nicht bald cin algeri: cher Gråt]: kommen, der alles Material, all : die vieleli Berichte zusammensucht, mi teinandel in Einklang bringf, Spreu vom Hafer trennl und eine vollståndigir*Tinpartei sche des algerischen Judentums , 1 lung der ifsueller sul len (iberraschungen an die Kinder se nen AhscfilujB fand. Die leuchtenden Auge i der Bes< henkten waren deutlich der Beweis dafur, tlcrfS 'CtlC^Feier wirklich gelunger war. Znaim. In de am 14. di. abgehaltenen Generafversamml mg des jiidischen Volksvereins , „Zjipn” s prach Gg Direktor Rudolf Polak vor einem |zahlr:ichen Auditorium Ober „Akti elle ,Frag< n des Zionismus”. I Ausgehe id |zon wirkungsvoller Schildefung di»r trostlosen Lage des Galulhjuilentums ir den wientigsten Siedlungslåndern gel« ngte der Vortragende auf dem Wfege strerg logischer Folgerungen zwangslåufig zi bei lingui »gsloser-Jferneinung der Galuth und zir einzig mOglichen Lbsung der Judi nf rage — durchTlen Zionismus. Geis reich: St eiflichter . auf die brennendste i Prcblemi der zionistischen Politik giworfcn, vi reinigten sich zu einem festuririsseilen Bild des gegenwårtigen Standes der Palå!tinabewegung. Die vor; mannh. ften Optim ismus getragenen AuKfuhrun(an dei Voi tragenden tanden begeisterte Zustiinmung. Der neugewihlte :Vereins lusschuB bisteht aus folgenden Mitglie lern: Dr. lirwin Samstag (Obmann); Diiektor Rudolf Polak (Stellvertreter); fern :r die Damen Prof. Helene Kahan, Grete Polak Helene Wallisch, eimer und die Ernst Fischer, Anna Stuckart, Lilly Wertij. Herren: Dr. Lu iwig Earth, Oberkaator S. Direktor Ing. fandgiiff, Prof. I. Kahan, Julius Pick, Dr. Michael Schechher, Rucolf Wclf un l Kommerzialrat Artur Zeisner. Als erste Aufgabe wird;e AusuchuB die Einheitsaktion und Ziojiistensteuer JurchfOhren. , PohrHtz. F ur San stag, den 9. Jånner 1932 ist eln Gi stspiel der Ju'ng-JOdischen BOhne Bnlnn nit „Staatsanwalt Alexander” vorgesehen. Fur die G «undheit det- Arbeitslosen. Unsere iMitburjer, welche ohne ihr Verschulden infol];e der heutigen Krise arbeitslos'gewori en sine, sine .in vielen Fålien gezwunger, einé^ die C esundheit bedrohenefe Lebcisweisi zu fihren. Zu den UnentbeihrlichkiMten d:s hc utigen Lebens gehdren1 nicht i iur das' Essei und die Kleidung, sondern es' mut aueli tur Reinlichkeit, Desinfektion und.schmerzenlinderung gesorgt Wei(der. Déshjlb wird es gewiB zu begruBein sei i, wenn das Tschechosl. Rote KrpuZ, di: von d:r Fabrik in Briinn- Konigsfeld 'ge: pefideti n 11.000 Flåchen Menthol-Franzoranntwein Alpa soeben zur Verteilung bri igt. Nachdem sich bei der jetzigen ungui istigen Witterung, Grlppe, Schnupfen uni Huste i einstellen, ist (Jic^ Spende derfii na Alp; sehr|zutreffend. EibeBachitz. Am 6. Dezember tand hier wie all jåhrlich i n groBei Tempel eine Channkah-F«ier itatt. Die gante Judengemeinde erschien in tesilir »er Stimmung ond der Verlauf der Feier war diesmal! ein lesonders glanzender. Herr Olerkantor David Kratka betete in gewohnt me sterbafter WeiBe daa Mincba- Gebet und entzu ndete hierauf unter Begleitung der Orgel uad des Tempelchokes die Chanukahlichter. Herrach hielt.Herr Oberkaiitor DavidKratka an die Schuljiigend eine herzliehe AnspracHe aus dem' Sefér Jalkuth zu Chanukah, die aem Sil me der FeieT entsprsch. Darauf wurde vOn 9 S< hulkinderh „Dié Menorah” von Dr. Bernhard f folf, .Rabbiner |n Rohm. Leipa in tschecfiiacbe] Sprache rum Vortrag ge- ■| I

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