Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XXXI (1931)
- Issue
- 47 (10.12.1931)
- Date
- 1931-12-10
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 ’JmKchi Viilksstniiim. N 't -v. ilr'i I rli.s hvj iii-r Hank ni U-sjlen. Anili iv spartcii - ihr tiallK-s Le-avn hiiulureii ilir«.- blmtrictciulcn Gr>>sJk-n. um i luv Ktnili-r vtTMTj;en /u ki>iuit-H. W'i -iler ailJcrO iiuihli.il sich mit ilcm Schuciljc ini Anjjosiohti-. nnti-n sidt keinoti .sitk-n Hisser. li:u! Ui;!'.'! iitri-n Ictzua Kreuecr Ik-iscilc. um. -\« v ,i«.r K’utnaiie tivttlich. sa^t. eir.e 1 ui ilk i Kreiizn;<n .lir .selnvarze-1 .I'.:;;«- /u ’'.• 1 ■ e.: Wcmi >Vr »ti-nu tii-'siv < TcMinu V au': ei.iin.il u-rs.e^ie \\:e vv\ I -■ :■ 11: ’ „e; un! liiule i sieli uuil in ."h:i: Ih i vien Jlklell i V.le. li.tl'ér ' - V Dir trap, w einem ir da* in ar): mittelte, der de.» Dr. S>>nnamark war. derdere^ (»eprage. Zuerst sang Oberkantor Ast kurier Z**it s«» vh?l W issenswertes und genehmer und anregender Weise vermit umso mehr Dank entgegengenommen weiilen. Reicher tVeifail fohnte den Redne.r fur lieseh -rh«*nen Abend. Hei Mapenbesrhwerden. Sodbrennen, ver mindert« n Hongergeftihl, Darmverstopfung. Druck CTpen die Leber, Beklemmungen bewirkt ein Glas naturliches „Franz-JoseF’-Bit^erwassei prompte Belebunp der darniederliepe^den Verdauutip: Arztliche Mitteilunpen aus:den Trol>enland< m riihtntfu das Franz-Josef-Wasser als in Hilfsmittel pepen Ruhr, sowie im Anschlul.V an » allen Apotheken Magter.*- krankuniren. d Wi-i-ij.-** auftreten. und t)r puerien erbiiltlich. m. Am I. J. spraeh Dr. .> t:u Ual ,!.• :\ fines Wizo-Abends : n’u. ..D:e. Bitiet in der bildenden « .. -■nd«T-. *:i\»u.er Zahl erschie- /Jitplieder ond Ga-te fplpten intcresMert :-i.. >; " nl-etth^n Lichtbildem ■v \;i.riKtp. rv des Rednrrf. An ♦*. . :!*• :i .f --. »ler Opferung ir«-!'« Abraham, .demonstrierte Herr Dr. 1 K ’tluidér >til*el auf bildende i : . ■ viunderte. Be&onders tinge- . tier Tortragende mit Rem- D*ti* und Lilien. Reichec Beifall be- •: li--: .• und se i Kerm lir. Stransky »-m Wn« chmals fur sein selbstloses »tp«v>nk-.m:-.»'n gc<kfikt. Hoffenttich halten -f.be Zn: :nu r (lp. hald jrieder Gelegenheit, ihn im V : ‘h iiepriiiVn zu kon- Brdnn&r Nachrich ten. Anfrfge an den Vorstand des Kleinen Tempels: K.'einen Te-miel taiul a|n ersten Ckanuk-a < i i Pr. éli.at ilos ehrw. Inland. -■f ‘ .i- \ - v rac»*rtii<-' ri*-: i >;;.^rCp|H.* I’. •*:. DrasuW-ntin d*»r Wizo, h'rau V Nik ’.M.unr ii»‘r7.i' 'h v. illki*mrn4: ti -'.i- I r« m:i 7... Huti- . und iler lUy Teltacher in peh.'M en. v**r- A. . « -kr:! d /.i r»..-Ribl.b Kommi-r, i; rer, dit- Zukunf: r.-ry.A, «i:i f; < n .var. ■ Hinter- >ner\. die Aussich- K>n rei- - den Zu* •ti *' dem V-irtrap zur Vert'upur.p pevs urtle, T-rp:init** in >ehr dankenswerter <■ iv'1 Au>:'unrunpt*n d»-. Re«iner-4. WVnn \t;,. >,*hr V:elpe.-« håftipk^it, jau’ ti Kumni';T. > L«d*ens:prundh ‘ :u tier <».■>!*. Zeit und •iiniir.p ‘.r-i i '' fr.-e!v«vt rt. mu;.‘.tein vv. ■v.w: U\ n bc^on ders aber in t iesem Blatte anzuzeien <jc\vesen. ilatnit Bc^uch au ^c-sdiehen? Inichi I'rULj Meh^a akademica Jjdaica ritualis in Briinn. Sam.-t ip sien o. si. M. »•mer Avohnt Mitwi deckui ir. Mii.x ('*ru; c»\*;'iir.v:i : J/ri-.lijicr#- *VsU crl«;i m?.- zeit: - ri! V!>rJor wav \*r . V ’ - kiv : ’ -Ukd;iile tb PiLis: lafi Ji-.s Jul;t niikh in 1« ikSci Aula!.'. b-iJ xta»t. Fs ist una!‘* cl:w Revlen Uieses n selten yiilleiuleter itcrn u lul ihren jje- TKi^e:; itii.l ewij^en rrunJ zu riuicen wis- OivttcSkiicnst nivht so -ste Abend ties Oe- KVJe eriiiidTI haili'^’ichen Veranstalnieht svi innij; mit l^mrms zu.samnion}2ån>. Tn^esprcsse arr. (ievdiire in den /citun^en. <o schbnen und tlas Ootteshaus eine \ vveisc. Warum ist das i? Antvvirrt crsuclU ein Tempel! »esucher. trat.dieser Verein zum naie mit einer ii ternen Chanukafeier vor die Of fentlichkeit, wel-he ei-nen wahrhaft echten ju> lischen ('harakt< r trup. Selten haben wir traulichen Feier l>eipe- Schon der Ui istand, daG sowohl die kenden, a*> au< h die Zuhorer Kopfbep trupen, pab iie«er Feier sein bessonmit seiner schonen Stimme unter Mitwirkunp des Knai>enehores vom kleinen Tempel unter Leitunp ihres riihripen Dirigenten Gottesmann zum Kntziinden des Chanukalichtes, worauf Herr Josef Lutwak in einer sehr peistvollen von jjidischem Geist petrapenen Rede. Chanuka ais'Symbol pepen die Assimilation darstellte und ausfuhrte, da C schon Chatam Sofer s. A. und Samx>n R. Hirsch s. A. den Kampf pepen die Assimilation begonnen haben und nur die Wege dimser beiden verscnitnlen wåren. Chatam Sofer »ah diesen Wep in der Isolicrunp und S. R. Hirsch in der Immunisierunp. Den zweitefi Wep wollen auch wir pehen und so die Synthese zwischen pesetzestreuem Judt-ntum und europaischor Kalti^r* sthaf/en. — l)ann folpte <in profies, abwec’nslunpsreiches Propramnt. Ziir Hebunp der Stimmunp trup der witztffe! <’<»nferencier Herr Ladislaus F;s« her aus Nentra v^esapnturh hei. Moritz Rubin sorpte dur«n -eine juUweh-humoristisehefi Vorle- »•unpen fur die Lachtnusktdn ur.d entzuekte auch durch den Voi^rag von Liedem, in denen er DIE BLAUE ROTOLSETFE ^st eine vereslelte Lbsunpsmittelseife. fSie Idst Fett, Oel, Teer, I*ech und Blut lund ist so mild. da& sie auch die lllaut des Sauplinps nicht anpreift. . Verlangen Sie bei Ihrem Kaufmanne DIE BLAUE RDTOLSEIFE Alleinerzeuger. Seifenfabrik Krassl. Inh. Ek Wittmann, Briinn. PreBburperstr. (Bratislavskå) 1?. .'t in prachtvdlle* Organ voll zum Au^druck brachte. E. Oberlander li Violino \ und Goorp li«.- godus (Klavfer), brachjten einipe Konzertstiikk»* zumiVortrape und ernte‘en lebhaften Bei- I'all. PV.jAnny Ouittner entpuppte sich als Mei- -terin des Klavierspieles und als sichere Bepleiterir}-?^mej*ich Bala sanpTiobraisc-he und jtidi.-i;h<{ Lieder. K.« ist eirv erfreuliches Ze*chen ier zunehmenden Jiiduichkeit Hriinns, dal’ sich iri dieser Felt r in<lH*dondere die orthodoxen i-ireise ^teilipten und peben wir unserer bev':dere5i Freude iil/er diese .whdne Feier Ausiruck. Den wackeren Veranstu!tem aber, pebiihrt ein .Jejaacher koach”. Jiidische Frauenorpanisation, o I hr \\*oblt.ntigkeitstee. Auch heuer - - trotz Kri.*«* und .iller anderen Schwi^ripkeiten-ein pesteckt .•olier Saal. der die pn»;> Gemeinde der J. F. \ in sieh versam mel te. Das unermudliehe Komitee hatte diesmal ^eine Aufmerksamkeit mehr der Reichhaltipkeit des Bufetts^ als der d«a l’roKTammea zugewendet. Nicht* fUr ungut! Der Zweck heilipt die Mittel. Frau Bertha Schnabl war in rosipster Laune und die Håndedriicke an diesem Al*end — wer konnte sie zahlen — wahrscheinlich ebenso wenip wie die •Brdtchen. die vertilpt wHirden. Oberkantor Ast entzundete an diesem Abend zum drittenmal unter Assistenz des Chores das Chanukalicht. Den Reipen der Darliietunpen e'rbffnete ein Praper Gast, Fr. Mimi Frankel, welche hebr. Lieder, das Hallelujah von Humme!, sowie die Arie aus Aida und das Standchen von Brahms unter proBem Beifall mit ihrer schonen, weichen Sppranstimme zum Vortrape brachte. Auch das Aupe kam auf seine Rechnunp, und zwar bei den nun folperrden Tanzdarbietungen,; .10. Dezt'inbcj’ Irøj, _ 1 ■ - Wltellmisen nns dem leserkrels Kragen scMoer wie nen.i WSscte schneeweiB. Vorhånge aller Arten tadeDoe und schdn. Transport der Wåsche besorgen unsere Autos. GroBwascherei Leopold Skarolek, Briinn, GeiBgasse 8. Fabrik: Grillowitzgasse 28. Telephone 4141 und 270. Neueste llutmodelle bei II. Briinn, Krapfenpaase U. Ottomanen mit 40 Fedom un^ Afrikfiillunp peblumt 240.—, mit Stoff Ki 200.—; das billigste Anpebot von panz irunn bei Tapezierer Gripar, I)r; Marktip. BA. Lin Versuch und Sie sind dauemde Kunde Kalte KiiRe sind ein Zeichen schlechten Blutkreislaufesj infolpe unpeniipenler Ernahrunp der untervn Kxtrcmitaten. Dies åuCert *ich bei peistiden ur.d k*>nK»rlichen Arlteiten, bei wenip Bev|epunp. Pflepen Si« Touristik oder FuBturnei^ und massteren Sie tiiplich vor dem Schlafenpfhen, die FuL*e mit pnverdunntem r ranzbran|itwcin »^Aipa**. MIKSC'H, Arzte: Spe/ialarzt fur innrre Krankht-i en Ml'Dr. Lud«. Tuzin, Briinn. l'reiheiUi lat f. 22. — ord. von 8H—101; und von 2-fl I hr. Telefon 38.011. I Frauenarzt- Geburtshelfer- Opeilater MUDr. Franz Mazal, Etper. Assistent d. Frauenklinik Prof. Ostriil und der Måhr. Landesgebåranstdlt Brunn Dr. Mackugasse 10 (Talgasse), ord. 10—11 und 3—4. Emer, Oprrateur der pynaelol. Klinik u. Gebaranstalt Prof. Dr. G. Muller in der chirurp. Klinik Prof. I)r. Petfivakky MUDr. Otakar Cicha Briinn, Eichhompa.^se 17, ard. 10—12 u. 14.—16. Ord. Telefon 38.837 u. privat. 35.589. Fachårztin MUDr. F. REZNICKOVA fur Kosmetik u. 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Ludvig l.eninohn: „Scheilockh letzte lasie' i i »:*• .•'v bart fur jfhyUVk :st «iie dep- Vi : i. Roman. «leut-ch von*Mapda Kahn. \n»’il l;>i Vt-riap, Leipzip 1031. Heine, da er [;ild(*rn v«>n .^Shak»*>j>eares Madchen mi«! h r.iu vr* da> J«*';vikas, der T<-chter Schei- 1.,;^ ,u : r b'v.tten U-i ilieser phonetischen ,>*i hr-;>rti, unvur Aupen halt, erziihlt, wie* im Drur>.:ui"-Thvat*'r zu London, am Ende tb - l. Ak:.-;-. -r '-nr*, im „Kaufmann . i Vcnt-.lie" r-.t M-h nla.--«- Britin” heftip Yvh rj -bau>!.*-f: „The poor man worony*-'-!’'! hi. armen Mann pe^hieht l)«-r h.n.r«*i Vr-.b- R»iman Lewi- >..hn>. <n-.---’-r. i man \*W\\ wird merken!nu-.»* ii. an jn »u»r Lite^atur aller Zeitf’i un«! V .Ik.-r mrrkwjrdig-**- Ger;»ht.v'/:ei-e, <l:c Ml»rip»*r’* pa::z auf dem Umschlagsblatte de.- BQoh«*^ i’ «i*-r Uin'r>**tzunp von Hans R.»th beip»*fugt i>*. i aeber.U'i fin.- ejpenartipe .Veu- « rurig*. a’t. WVr hat Rchf. jjcheil«Kk, tler June, tb-.* auf -MTH-m .Srhein i>e-:tHit, otier Antoiiio, <!♦':* l'-it-r/.-:”r,iLr«* Kaufmann. pine Frage,' Idrf-r tiie -k h .i «* Ret htslchrer der Jahrhunderte «lie K«»p:e zer >r.fhenh.aben. Kein Drama Shakesipf-are*., vielbnrht mit Ausnahme Hamiets pai. durk ten, Kepis^euren, nicht zuletzt .'-fhau-pi**!* rn, vielerlei Aufpa!»en zu ’.bscn. Da griff au*’, ler Dichter, der zugleich GeschichtssehreiVr ein. I>*wisohn stellt in seinem psycholopisch-geschichtlichen Romane, den wir pleirhsam in *-inom Atemzupe lesen jn«A.aen, Scheilock mitten in die Geschichte, will sapen in das Martyrolopium seines, unseres Volkes als dessen Tynus hin . . . „Dulden i.st s Erbteil unswre-, Stammes”, das ist das Motto, das Wahrwort und Wahrzeichen, das Ons beim Lesen dieses Romans, der eipentlich ein kulturpeschiohtliches Bild des 16. -^ahrhunderts, des Jahrhunderts der Reformation, der denkwlirdipen Abwanderung der jiidischen Marranen nach den Niederlanden, Italien, der Tiirkei. darstellt, entpegenleuchtet. In glånzender W eise fiihrt unsei locks (Rechtspefiihl mi untf, 4' Dichter aus, wie Schei- Fiilien petreten wurde. ie panze Trapolie des judischen Volkes steiptl vt>r uns auf mit den 4tut<*Ufe. weleh' ihren Zwanpstaufen und eine blutipe Ironie, die brennjenden ^cheiterh iufen als Glaubenshandlunpen zu bezeichnen — Nachdem Porzia ihr Urteil verkiindet. eil; Scheilock nach Hause. Freumie, Tul>al und chus, nehmen sich seiner an. D4>ch nu^_ muB er ias furchtbarste Strafpericht ,iiUT sich ergenen lassen, die Taufe ir. •ier! larkus-Kirche, ju tler er gezerrt *A'ird. Gran« ,ios <iie Schilder inp dieser Taufhandlunp. Dann alier hetzt es il n wep von diesem Venedig r lit seinem Ghettt, zu seinem Freunde begibt er sich, dem benihmten Don Joseph Nass , dessen Familie, der Donna Grazia Men- «It*za and deren Tochtsr Donna Reyna, er einst zur 1 ’lucht an den S jltanshof verholfen. Don Josef h, zum „Herzop ron Naxos”. durch Sultan Se’in erhoben, plant sin groDes Werk, die K»>- f*rung Galilaas, Aufbau von Tiberias und Safe<. Schéilock ist e . der im Lande der Vater diese lem Plane ausfuhr« n soli. Sie schcitem an ranatismus der Araber. Juda! Edom und Isma?I verfolpen dicleinst wie heutet |udenleid. Tode fudenschicksal. - - Scheilock hat vor ceinem noch das Gliicseine peliebte Tochter zu s< hen, die Loren? o verlassen. Ihre Sohne fuhn er in den Bur d des Judentums ein. — Geni p. man lese dn *es pråchtige Buch und ihm den T1atz ip unseren Bibliotheken an. Dr. M. Griinfeld. )hkar Neumannj „Rote Perlen, Neue Verse”. Mukåcevo, 193li Nekudah-Verlag. Neue Zeit« n, neue Verse, »eue Menschen, neue Lieder, so sapten wir,jals wir die vorliependen Gedi :hte, die in pre^rotem Gewande uns entpegs nleuchten, gelestn hatten. Wir alten Leute, die unter anderen Verhaltnissen in unserer Jugtndzeit emporgewachsen, verstéhen, gestehen wir es nar, dieøe moderne, allzumoderne Rich :unp der Kinder km^erer ehernen Zeit, auch der Kinder unseres Volkes, nicht mehr, wir pleichen dem} Tischlermeister Anton in HebbeU Trauerspiele, der auch die Welt seiner Kinder nicht verstand. Dies vorausgeschickt, bekennen wir gerne, daB die vorliependen „Neuen Verse”, die der Dichi ter „Rote Perlen” nennt, in ihrem Realismus, den sie, fast hitte ich gesagt, mit Harte kunden, bei ihren Lesem pewiB Eindruck machen werden, Besonders der 2. Teil, nach dem die panze Sammlung heiBt, wird durch Gedichte, wie „Chaluzlm”, „Blick vom Skopus”, „Kinder des Emek”, ,4pruschoIejinM, nicht nur der jungen und jiinpsten Jutien Herz bewepen, sondem auch hei den , Alten den ehrwiirdipen Sepenaspruch wieder zum Ausdruck bringen, der den Herm prjeist, daB er uns diese Zeit erleben lieB. Anderes in dieser modemsten Lyrik erscheint uns par zu kraB. Ein Gedicbt, wie etwa das, welches „Tuberkulose Kinder” betitelt ist, <*enthalt zu viel Schatten und Dunkel. Eine diistere. Welt schildert, man kann wohl nicht sapen: besingt — unser Dichter. Das Sinpen ist.ihm wonl verpanpen. Dr. M. Griinfeld. Rudolf Frank. Georg Lichey: „Der ScÉadel des Negerhauptlings MaKana. Kriegs-Koman fttr die junge Generation.” Muller & J. Kiepenheuer, Verlap Potsdam, 1931. — Als wir dieses neueste Werk unserer breit angeschwollenen Kriegs-Llteratur mit seinem wirklich charakteristischen Umschlapsbilde, den jupendlichen Helden Jan neben einem langen Kanonenrohre darstellend, zur Hånd nahmen, da riefen wir aus: Wieder ein Kriegs-Roman, und fur die junge Generation, Tur 14 bis 17jåhrige. Haben wir des Kriepes und der ihn immer und immer wieder heraufbeschwbrenden Literatur nicht iiberpenup? Was sofl’s init diesem Buche fUr die Jugend? Soli sie pich am Krieg^ etwa begeistem? Was hat der Schådel eines Negerhauptlings, — MaKana heiBt der Wilde, mit dem Weltkrieg zu tun? — Alle diese FVagen verstummten, als wir das Buch zu lesen begannen, und, je weiter wir lasen, umsomehr erkannten wir, hier wurde ein Buch peschrieben, das dem Remarques wiirdip sich an die Seite stellt, ein wahrhaft padagogisches Kunstwerk, das den Krieg als Zerstorer nicht nur zeichnet, sondem ihn auch als den schandlichsten Betru g hinstellt, der jemals an Menschen und Volkem geiibt wurde. Das erfahren wir am besten aus dem Kapitel des 2. Buches unseres Romans, das seine Namen fiihrt. Hier liegt der Schliissel, der uns das Geheimnis, das sich unter dem Namen MaKana, des Negerhauptlings birgt, eroffnet. Ein pråchtiges Kapitel, das die - Jugend lesen sollte, meinetwegen in den Schulen, wenn nicht zu Hause. Die Franzosen versprachen den Negem den Schadel ihres Hauptlings MaKana fur all das Blut, das sie auf Europas Schlachtfeldem vergieBen. Allen Volkem wurde solch ein Schadel versprøchen, nur daB man ihnveinen anderen Namen gab, Freiheit, Vaterland, Gerechtigkeit, Belgrad, Revanche, Zar, Kultur, Zivilisation, Menschheit, ehrenvoller Friede. —■ Genug, wir wissen schon, wer MaKana ist und sein Schadel, von dem in éinem Spitale ein deutscher Soldat zu Negern, Franzosen, Belgiem, Englandem, Deutschen spricht, ein Symbol fur den Trug, der unsagliches Leid iiber die Menschheit brachte. — Der Roman, der sich gleichsam um diesen philosophischen Gedanken lagert, wetcher in klassisch-humoristischer und ironisierender Weise, der Jugend vor Augen gefuhrt wird, hat einen hohen pazifistischen Inhalt Ein 14jahriger russisch-polnischer Junge, aufgeweckt, klug mit hetlem Auge und scharfem Geiste und dessen Pudel Flox Jan, Panje, Herr, wird er vor den deutschen Kanonieren genannt (er selbst spricht von Kanontieren), Junge und Hund, sind die Helden des Romans, der uns auf die ostlichen und westlichen Schtachtfelder fiihrt, wo wir die Wahrheit iiber den Krieg erfahren. Zwar kennen wir sie schon, aber unser Buch zeigt^ie uns wieder. von anderer origineller Seite. Auch /tir uns Juden enthålt dies Buch manch inter- *essante und sehr lehrreiche Seite. Es wirkt erlosend, wie einst Onkel Toms HUtte wirkte, befreiend uns und alle Menschen von der Himmelsplage — Greuet des Kriepes genannt Dr. M. Griinfeld.