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Jüdische Volksstimme · 1930-03-15 · Jubiläums-Festnummer 1900-1930 (15.3.1930) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XXX (1930)
Issue
Jubiläums-Festnummer 1900-1930 (15.3.1930)
Date
1930-03-15
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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JUBILÅUMS-AUSiQABE 1900-1930 I’rof Dr. Josef IL m, Hril iri: >r H e r z I heilig ist. und tiefe Ruhrung d;e Nitmand, dem das |Andemken an unserer. toten Fiihrer Dr. Theod wird ohne Ergriffenheit hier zum erstenmale Yfroffentlicdten Dokumente betrachten konnen, welche ir ihrer Saéhiichkeit und amtlichen Niijchternheit Zeugnis ge btn von den letzten Stunden, welche der Be stattung Herzls vorangingen. Es i;t vor alleni ausgestellt Dr ifzl am 3 Fslahmung der Totenschaubef und,' christliehen Bezirksarzt ståtigt, daB Theodor H( 5 Uhr abends einer He Als Grundleiden wird „(fhronische entzundung" angegeber Wie der Eilfrachtb rige Aufnahmeschein nam Herds vom Sped 4. Juli nach Wien u von den' Urbauer, der b? " uli 1904 um erlegen war Herzm uskel el und der dazu geho t, wurtjte der Leicli Allmayer am ur Ignaz hrt. ■•SSefanfc •*T», V«a*9u A* *4 ML — htbrief. mfciw «• ■i»uy w<érT«»lfc.»*yir JODISCHE VOLKSSTlJwME" I MIMtiMln Tags vorher wur< e noch rek gezeichnetes Telegramm an tusgemeinde aufgegebtn, das laut hat: fol] von Marin o- Wiener.K il- Igenden Wort- „Bltt® mit Totengewåndei^a und Tallith fQr Dr. Herzl sc fort 2 Herren von d»r Chewta herzuechicken unbedingt heute noch." Marmorjk 1 An die 'in Edla< h versammelten Freurde tfat damals die schwei e Pflicht heran, den heimgegangenen Fiihrer n jch Wien zuriickzubiin- £en. Noch mit dem Abendzuge begaben s ch Dr. Leopold Kahn ir.d Dr. S egmund Werner nach Wien, um lie notigeit VQrkehruhf en zu treffen. Dank rier iiiebenswiiriigkeit des Pråsidenten der Neunkii:hner Chewra-Kadisclia. des Herrn Gersti una des Lehr^rs Herrn Mose waren die Abmachurgen bald getroffen, da es die Neunkirchner Juden als heilige Ehrenpflich: betrachteten, dem gr Ben Toten, den auch (sie verehrten, die letzten -iebesdienste zu erweisen Nicht weniger enlgegenkommend als die Qhewra-Kadischa zeij! te sich der christliche Be zirksarzt Dr. Urbau« :, der spåt abends nocn persdnlich das Oesukh wegen , der Ueberfuhfun£ der Leiche dikj trte, damrt die Heimfahi t des Toten nicht veipogert. werde. Dr. K?hn zin Tode Theodor Herzls fuhr noch abends nach Wi:n, um die ersten Anordnungen bekannt zu geben, wåhrend Dr Werner nach Edlach zuriick seiner harrenden Freunden, Lehrte, um den don zu denen noch Dr M. T. Schnirer und lngk Snidner ftinzugekomj iiberbringen, daB toch in der Nach: men waren, die Nachricht z der Leichnam des Fiihrers iSi. n 4to i i JLÅt. i JUu) - 7/UUaMæU. (4juÅ~ , Lftn/tx ten* . Ln^iirLtM ^oUL^i. UA*- sLvUjjtidt Jtdm Ou UuajAcua. $***« ■« tC*iu 7lrU u. %******u4\ ydd~t ■w od t doJ) v-ttJt buMi teii £ud£t4A, t Zoo /« nud. £ct, UU4A CUi^CUtM- , yd: , v<i »--e én . uJAjh hdziun-Åd* l-fa. nach der Totenkammer in Payflrbach geschafft wiirde. Um 2 Uhr morgens gelejtete Arch. Mar morek, Sekr. A. H. Reich und Dr. Werner die Leiche nach Payerbach, wo sie der Obhut zweier Beamten der Chewra-Kådischa anver traut wurde. Nun galt es, die trostlose Familie Theodor Herzls nach Wien zuriickzubrlngen. Montag vormittags fuhren alle nach Wien, nur Dr. Werner blieb bei dem toten Fiihrer i zuriick, um der iituellen Zeremonien beizuwohnen und die Verlotung des Sarges zu uberwatfhen. Dank der besonderer} Freu.ndlichkeit des bereits erwåhnten Dr. Urbauer und des Stationschefs von Payerbach war es moglich, den Sarg bereits um 4 Uhr hachmittags in den Wagen zu heben. ' X Nicht weniger Interesse diirfte auch der . bisher noch unveroffentlichte Brief des Sohius 11 ..-.i si lu*.jo. Edgiit-AalMkMsctM'' Hr 53 -V> -f- S3- Theodor Herzls, Hans Herzls, erwecken* den er im Alter von 17 Jahrep nach dem Tode seiner Mutter schrieb. Der Brief ist an seinen våterli-. chen Freund Dr. Werner, der sich stets ui warmherzigér Weisé~cler Familie Herzls annahm, gerichtet. Auffållig ist die beinahe tåuschende Athnlichkeit mit der Handschrift des Vaters, die besonders in der Unterschrift zur Geltung kommt. Wohl hat das Leben des jungen Herzl spater eine andere’ Wendung genommci als es seinem am Grabe des Vaters geleistete.i Schwure und dem in diesem Brief* abgegebenen Gelobnis entsprach, aber da j der Frbc Herzls wieder den Weg zuriickgefu'nden hat, so ist ditses Schriftsriick in hohercm MaBe ein document humain. Da Dr. Herzl, der stets ein Freund de; „Jiidischen VoIksstimme“ gewesen und in aulrichtiger Freundschaft mit dem unvergeBlichen Begrunder Max H i c k 1 verbunden kvar, desseu Rat er in vielen wichtigen Entscheijdungen einzuholen pflesgte, wovon die vielen, im Redaktionsarchiv pietåtvoll aufbewahrten Briefe und Depeschen beredtes Zeugnis geben, nimmt die „Jiidi^che Volksstimme“ den Festtag des 3Gjåhrigen Bestande^ gerne zum \nlaB, den .Manen' des grofien Mannes ihre Verehrung zu bezeugen. I

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