Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XXX (1930)
- Issue
- 10 (6.3.1930)
- Date
- 1930-03-06
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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i r> Nr. 10. BrOnn, Donnerstagj „JODISCF E VOLKSSTIMME" i -i Jeremias. J. Gal-lEser (Jerusalem). Aus einem gioBen dramatischen Stoff, eiier der groBten l'ragodien der judischen Gechichte, hat ein bideutender Dichter, Stefan Z-weig, ein umfangreiches Drama gescjiaifen. Wer das Buch ker.nt, wer eine curopaische Aufaihnmg dieses Drimas geseheri hat, der wird in der Auffiihnmg des „Jeremias" in Erez Israel kaum das Was der Kunstler hier?eboten -hat, kon nte i 6. M3r* 1030' fieite 5 Zweig’sche Drama erkennen. Gestalten auf die Das erste Bi rung in die Zeit '/alk stromt {in d Horr-mt der reiclr seh mickbeladjener keuehen uiiter de Priester bereiten Das Volk eiljt Vui elirung des einzig kiiufer der Gptzer machl keine ichkc I Nach langer fcrnster Vorbereitung und harter Arbeit hat dei Regisseur des hebriiischen Arbeiiertheaters „Qhel" den „Jeremias11 auf die pnliisiinensische [iihne gebracht. Und whs hat Ijialcvy, dieser b( gabte Kunstler, der anis derelben Sehule wic die beriihmte, „Habimnh" iiervorgegangen ist, aus denr ziemlich schwer- ’ulligen Buchdrarn gemacht? Er hat aus der sichwercn Materie . :ine Reihe auBerst wirksaimer Fiihnenbilder ges Gaffen. Halevy, der unter.der Sonne Erez Israel; tief in den Gelst derj Bibel eingedrungert ist, c er in den Gestalten der Bib'el die Ahncn dejr heihgen Bewohner des lleiligen! andes-sieht.j ér nt keine schattenhaften) Figue n, sdnderni verf warmem Leben dufchpijlste tiihne gestellt d gibt eine lebendige Itinfiihdes Propheten Jeremias. Das s- Heiligtum des Herrn. Fs : jiidische Bauer mit seinen Weibern. Seine Knechte I ast der W'eihgcschenJ e F>ie ihm gebiihrenden Fnipfang. festlichen Andacht, zur Veren Gottes. Aber auch tie r Yeribilder neben dem Mfeiligtum hten Geschafte - Fin Tanz der jiidiscieii Julnlgfraucn und das Schvertcrspicl der jungen Kriegshelden bieten ein iiberaus fesselndes Bild. — Und Jeremias efsehemt. der graue Warner, vom Volk verfolgt, jverspottet, geschlagen Und wefter rollen die cindrucksvollen Bilder. Der Konig pieht gariz unier dem LinfluB or allem des Liigenpropheten einer prunkvollen Szette be- 1 mit dem Konig von Aegypchtigen Konig der Assyer. — npmmt seinen Lauf. Nar mit cm schon das zweite Jahr Assyrer Stand. Per Konig i es erscheint der ji dische mit dem'.. Friedensar-gebot, daB Konig Zidkijaliu (Zedekias) sich dénjfitigen und das Joch auf sich nehmen sol!. Nach langem Schwankcn vreist der Konig das Aigebot z^iruck. i, Dann ein p; (fkendes Bild aus derbelagerten Stadt in ihreii letzten Stunden.. Mit den einfachsten Effekten ist ein iiberaus starker Findruck geschaffen wenn wehige jiidisch< Kriegcr fiber die Szei’ schleichen, die Mauen von den StoBen der Sturmbbcke erdrohneu, und bungernde Gestalien fiber die Biihne \\anken. Und dann wankt j )!otzlieh das wuchtlge eiserne Tor, stfirzt riaeh nnen und-es erscheinén nur drei assyrische Kr fger von riesiger Gestajt mit grauenhaften; Masten. i i Das SchJuBUId: det Ziig ins Galtiflh. Mit s.lnveren eiserner Ketten .gefesselt, ini Joch gespannt, wankei die Figuren des Dramas iiber die Biihne; von len Assyrerm getriebeji. Nur l'in^r ist frei, Jnemias. der die gefahgenen G ro Fen Israels f:< iwillig in die Gefangehschaft begleitet. i. Wenri man der Darsteller des „Jeremias" gedenken soli, se hinterliiBt der. Held des Dra-. mas, „Jeremias" nicht den erwarteten Eindruck, und vcrschwiindt t vielfach den anderen . Darstellern gegeiniib x, vor allem neben der markanten Figur de; Liigenpropheten. Dagegen mnB aber die Wirkung des Zusammenspiels des gesamten Ensentjles in den Massenszenen belont werden.j die mit bescheidensten Mitteln erfrjelt wird und e pen starken Eindruck auf den 3eschauer hinteiliBf. Wenn naturlich an der (arken Wirkung der Auffuhrung die I.eptung es Rogisseurs F alevy den groBten An|eil bat, o darf keineswc;;s vergessen werden; daB zum 'rfolg die praihtvollen Dekorationert und iinstlerisehen K< stiime und Masken des Zeichers Saposnikoff >e(ir viel beigetragen haben. seiner Råtgeber, Chanartja, und ir: siegelt er den; .Bu i ten gegen den m; Das Verhangnis Miihe halt Jérush {dom Anstruni de halt Kriegsrajt ur Bote des Fejnde welchcm sic auf die in der sich die iiidi gegénwartig befind kaum an groBen eurcpaischen Biihiien besserj gemacht werden. Ein jtnger paliisfinensischer; Komponist hat einen grcBen Teil der Szenen! mit wirkungsvoller Musik begleitet. | Noch vor einem Jahi waren die Mitglicder^ des Arbeitertheaters „Ofel“ tagsiibér bei denj verschicdenStcn Arbejten beschaftigt, als Bau- und StraBenarbeiter od<r Naherinnen. Dann wurde eine Gesellschnft von Freundetrdes „Ohel" in Paliistina organ;siert, die 1500 MitgFcder ziihlt. die einen Monatsbeitrag von 1 Schilling monatlich be;ahlen. Durch di'sen Be,:trag wurde es tiner deinen Zahl von Ar- De'tcr-S''hausp;elcrn ermciglicht, sich ganz der Arbeit der F-ilhne zu widucn. Narh den Unruhen im I.and?, ah die Theatcr. geschlossen waren, h?.b?n die Mitglkde? des „Oiicl" cis landw.rtschaftliche Arbei er und-Wfrhter sich j in dio landwirtschaftlichrn Sicdlnngcn in der JesreéJ-Fbene begeben, ur d’ erst nach etwa dreimonatlichcr Unterbrechung nahmen sic ihre Arbeit wieder auf. - fe zt hat das Arbcitertheater einen zweiten Re'isseur engagiert und bereiict gleichzeitig Zwei neuc Auffiihrungcn vor, dak Purim-Sctiauspi “1 „Mcgillarti Esther" i-rvi cin medernes Schauspiel von Capek. €cd)o$lowaki5dic$ ludenfum. * Als letzter Redner im Wirtschaftsabschnitt der Budgetdebaite. des: Abgeordnetenhauses sprafh der Abgeordhete der, jiidischen Partei Dr. Julius Rejsz, der vor allem fur die Wiedergutmachung der durch Pliinderupgen beim-, Umsturz entstanderen Schaden einrrat, von dt-nen besonders die jiidische Bevolkerung der Slowckei getreffen vorden sei. Er wandt. sich in scharfen Ausfiihrungen gegen die I Zwangssonntagsruhe im ostlichen Teilede? Staates sowie gegen alle jene Stromiingen, die auf eine Zersetzung unl Untergrabung der wirtschaftlichen' Posjrioien der jiidischen Be volkerung abzielten. Sch iefilich setzie er sicb fu-r eine Herabsetzung d(r Umsatzsteuer ein. x 218 angesehene .uden kunkaezs haben soeben in der ungarischen Wocher^chrift ,.Uj Kozlony" einen offenen Bi ief an den (.andesprasidenten veroffentlicht, in| schvvrere Krise hinweisen sche Gemeinde Munkacz Die gegenwartige Leitun<; hat SO Prozent aller Mitglieder der Gemeinde an der Mifbéstimmung verhindert und die Zahl der Gemcipdemitglieder (d. h. Zahler von Gemeindesteuern) ist von 1400 auf 300 gefallen. Di :se 300 Perlonen sind Angestellte der Kultusgei teinde. Das'Eigentum d?r Gemeinde, heiBt es in diesem Brief weiter, wird auf leichtsinnige Wi.ise vcrschleudert. Ein Altersheim wurde ohne offentliche ,\ tisse lire ibung an den Minde^tbiet inden verkauft. Der Brief \yendet sich in den I.andesprasidenten Rozsypal mit der Férderung. alle ^chritte zur Normalisierung der Page zu unternelimen. :< Dieser Tage fand in Munkacz die Kon stituierung ein.es karpathonissischen iKulturver bandes (Osvétovy Svaz) »tatt, dem alle Schich ten der Bevolkerung ang‘horen. Jrt das Priisi dium der Organisation, die die Kulturarbeit in KarpathoruBland auf breitester Basis durchfuhren sol!, wurden zwni judische f.Mitglicdei gewahlt, davon. der Dir*ktor des. fiebraischen Gymnasiums uT Munkacz, Dr. Chaim Kugel als stellvertretender Priisi dent. In Uzhorod kam e: bei der Rabbinerwahl die bereits .seit einigeri M maten in SptnVebe ist. da sich gegen die Wnhl des Sohnes des ver- Storbenen Uzhoroder Oberrabbiners? Griinwalc eine Opposition geftmdei hat, zu Ausschrei tungen, bei welchem die Anhiinger des offiziellen Kandidaten in die'Si zung der Ocgenparte emd'rangen und Gi. a. alle Fenster einschlugen Gegen die Demonstrant< n wurde dje Strafanzeige erstattet. 1 x D«ts Oberste V( rwalinngsg-srirht hal eine prinzipielle Fntsche dung in StrfStsbiirgerschaftsfrtigen gefiillt, die eine wesentliche Erleichterung der bisher gen Jurisdiktion auf Grund der I ex Dérer tir d des Optipnsgesehes vom 0. April 1020 beceutet und besonders wichtig ist fur’ die Judenschaft KnrpathoruBlands und der Slowakei Das Innemministerium vertrat bisher den Standpunkt, daB alle jene Petenten, die bis zum Jahre 1920 nicht fur die Neu eroffnet!; caie-Resfaurani J. flortan Pamstrassc 6 Tel. 505-v. i. Vorziiflliche Kilclic! Prima Weine! Gut abjdigotis Biar. Mittagi-MenU i Ki 7 50 in. raichar Auswaht Billigria Bazugaqualla flir BETTF£DERN- DAUNEN gaaehlisaan und ui igetchliasan liafart iaut Muatar mit Barantia van Ki 25 — aufw. 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Termin nicht eiilgdiahen hatten, konnten, iiihn die Euts^heidung aus, nicht in.der Pegfel von der l.ri.n.';.ipg der Slaåtsbiirgersdinit ausgeschiossrrr werdni. I7* o Urist mti Zucrkennuiig der Stnaisburgers.haft nach der- Lex Dérer liiuft wird erwartet. am daB 22. August zahlreiche Stcc.tenlo-se, deren Gesuche vorii Imenniinisterinm abschliig g beschieden -sind, dings oprieren werden. Uiiter ilmen c'r.c Mehrheit jiidis.her OpraiH-eu bei AuBenminister Dr. l'du rd Benes emp- I Eng dieser Tage e:ne Abordming der cechoi slowakischcn Skauts, in der sid; 11. a. aurh der i V’.-rtrerer des dem Brith T'U'^P'-'lc'or angcsehlpsseucn karpc.tliorussisdien jiidisdnn Skamverbandes Ing. A. ILropper (Uzhorod) befand. Oegcii die .viirziich dnrchgdiihrten \X';>hlen in die Kulfusgenieinde von Mnnlacz wurde» der Rekurs e'nvebracht. P:e \X'ah!l:onimiss:ire haben-bei der ■Aufstehung der I.isten. die Namcn der ojbpositionellen Kandidaten woggelassen, , so daB die alte Gemeindemchrhc't .wiederge- ■ w:ihlt“ wurde. Ocgénwar’ig bdindet sidli.dir Eiihrer der Krassinexped tion Pxof. San oilowitsch, ci:i Jude, auf einer Vortragstournee durch die Cechoslowakci 1«)3I ab. I s genwiirtig nun neuerwird sich uden ie „jiidische Volksstlmme” darf in keinem JUdischen Hause Rebien!