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Jüdische Volksstimme · 1912-11-13 · Heft 44 (13.11.1912) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XIII (1912)
Issue
Heft 44 (13.11.1912)
Date
1912-11-13
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Skr. 44 Ethische 8»lk1sti«»re/ *?*““ teil ,-doch au« anderen Sekunden und An. eine ״Revue Biblique" heraus, die auf dem Ge- Hangern der Aguda.h. Um in keiner Weise den Ge.: biel« der Bibclforschunq Wertvolles geleistet bar. danken aufkammen zu lassen, daß diese» Komitee sich In letzter Zeit scheint man jedoch in kirchlichen Kreisen mit ihnen wenig;ufrieden zu sein. In-- wlgcdesien hat ihr geistliches Oberhaupt seine hiesige Lteüe niedcrgelegt und wird überhaupt bis auf weiteres' Palästina vcrlasien. Tie ..Nevuc Biblique" wird in eine Revue Palestinienne orientale" umgewandelt werden und wird sich von nun an von der eigentlichen Bibelforickung fcrnihalten. Zirka GO Freiwillige veranstalteten lemen Tonnerslag eine patriotische Kundgcbuug. der sich bald viele hundert Personen anschlossen. er Gouverneur Muhaddi Ben hielt eine stindende Ansprache, in welcher er darauf lnnwie«. daß!in dieser Ltunde der Bedrängnis Muslim«. Juden und Christen sich zum Lctmvc des Vaterlandes in Treue und Eintracht vereinigen mni sen. Ein alter Mann trat hervor und sagte: Zweimal bin ich in den Rrieg gezogen, jetzt bin ^ich zu alt dazu und darum bitte ick. mcme beiden Löhne an meiner Ltatt an.zunelnnen. Vorn cs nottnt. stelle ßch auch mein ganzes Ver nögcn zur Verfügung.^ gleichsam als den allein berechtigten Repräsentantin der Agudah fühle und Teilnahme von anderer Seite nur innerhalb des RahmenS der Mitglicderrochtc zu« lasse, während eS die Leitungsfunktionen für sich allein Vorbehalten wissen wolle, wurden alle jüdischen BetbauSvereine Wiencingcladcn, eine vorbereitende Konferenz durch ihre Vertreter zu beschicken und Tvlcgiertc in das provisorische Komitee zu entsenden. Die BethauSvereine waren dieser Einladung ge» folgt, hatten mit gröhtem Interesse von der Bildung eines Arbeitskomitees aller Vereine Kenntnis gcnommen und werktätige Mithilfe versprochen. Durch dieses richtige Vorgehen des provisorischen Komitees war ein gedeihliches Zusammenwirken aller Agüdah.Freundc von vornherein gesichert. Infolge der ungünstigen Zeit — die Sommcrmonatc sind in den Großstädten für AgitationSarhcit vollkommen ungeeignet — wurde beschlossen, mit intensire Propaganda erst zu Beginn des Herbstes cnrjz netzen. Inzwischen war das Komitee bestrebt, den indchidnellen - Wünschen der einzelnen Vereine Rechnung zu (זייץ und den Kontakt zwischen allen hcrzustcllen. Die erste Versammlung von Tr. Rci׳ l.zcr. dem. man kann es schon sagen, offiziellen Leiter der Agudab Versammlungen, geleitet, fand unter Beteiligung aus fast allen Schichten der Bevölkerung statt. Gewiß. cs gab dort keinen Unterschied, keinen Mißton. Nament lich war der große polnische Bethaüsvercin, an dessen Spitze Sr. Ehrw. Herr Rabbiner Manersohn steht, durch Vorstandsmitglieder vertreten, die hingekommcn v.t.1..: um der Agudah Fabnentreue zu geloben. Die Agud.ch׳ Arbcitspartci war einig. sDic kleinen Zusammenstöße am Schluffe der Versammlung entsprachen wohl mehr persönlichen Motiven.) Biel größerer Erfolg war der zweiten, im Hotel Eontinental abgehaltcnen Agitationsversammlung bcschieden, deren Redner, Rabbiner Dr. Klein auS Nürnborg, die gebieterische Notwendigkeit eine- Zusammen׳ schlusscS aller GcsctzcStreuen in überzeugender Weise J dartut und durch *eine Begeisterung Schwung und Ent wicklungSfreudiykcrt in die Massen brachte. Diese beiden Versammlungen waren von dem »Provisorischen Komitee der A. I." als der zurzeit offiziellen Vertreterin der Agudah mit größter Sorgfalt ins Werk gesetzt. Dasselbe Komitee hat sich seit Kat kcwitz die erdenklichste .Mühe gegeben, den Agudab Gedanken zu propagieren. Mitglieder und freunde zu werben. ES bat eine Ricscnsummc von technischer und geistiger'Arbeit geleistet, der die Anerkennung nicht vor enthalten werden darf. Außer den offiziellen Veranstaltungen fanden in jüngster Zeit Versammlungen einzelner Tempeleercinc flehtenim polnischen BethauSvereine) statt, die wobl, wie cS scheint^ ohne Befolgung irgend welcher Sonder Politik, die Aufgaben der Leitung durch rührige Klein arbcit und Agitation von Mann zu Mann ergänzen DaS ist ein gutes Omen! Die Agudah bat im Zeichen der Eintricht bc ° gönnen, die Eintracht wird sie hoffentlich zur Errci ckung ihres Ideales leiten. / Jerusalemer Chronik. Dieser Tage fand, hier unter zahlreicher Be teiligung die Einweihung der neuen Ieschibab Natt, die Herr Gerjon Rotzen im Vororte ״Giwäth Schaul" erbaut hat. Ter Saal der Ieichibah war überfüllt, fo daß fehr viele dran ßen stehen mußten. Einige der anwesenden Rabbiner hielten Ansprachen an das Publikum in welchen sie ans die Bedeutung der Änstalt für die Pflege des Talmudstudiums hinwi^jen Hieraus wurden mit Musik und Tanz zwei ihorarollen abgeholt, Geschenke, die der neuen Je schibah gestiftet worden waren. Da die Herausgabe der orthodoxen Leitung ״Moriah" in letzter Zeit finanziellen r-chwierigkeiten begegnete, hielten Vertreter orthodoxer zlreije eine Beratung ab, in welcher Weise das Blatt zu erhalten sei׳, zu diesem Zwecke wurde ein Komitee eingesetzt. Die ״Moriol," ist bisher zweimal wöchentlich erschienen. Jetzt erscheint sie bereits viermal wöchentlich, und nach ihren Angaben wird sie in nächster Zeit zu einer Ta geszeitung umgewandelt werden. Im hiesigen Institute der Dominikaner sind gewisse Veränderungen von!ich gegangen. Die hiesigen Dominikaner gehören gewissermaßen einer wissenschaftlich - fortschrittlichen Richtung an. Ihre Bibliothek ist wohl die reichhaltigste in Jerusalem und sie steht jedem wissenschaftlich Arbeitenden, ohne Unterschied des Glaubensbekenntnifles, zur Verfügung. Seit 1802 geben sie . m! Veite r' י• ——--J^־־ oder ideelle Eigenheiten. Zn längeren AnD lhrängen behandelte Redner dann die Nassem inbeit der reinsten. Die r<instcu Semiten js!de man unter den Beduine!. Die Auskühr« rit de-:- ('VId)rten wurden d irch eine grosse J ibl vergleichender antbrovolt gückier Lickilbildel ׳rläutert, zu denen die enliv echeudeu (Arklärio ei, gegeben wurden. Zum Schluß äußert,׳ '׳ich! beimrat v. Luichan über d e Zuknnir de-:- Iä ntu,ns,vom Siandvnnkt de:- 'Antkrovologen. Zukiinii des Judentums hebe mit der verfek!rten -gulriir im engsten Zniammeiibaiig: »d hänge gnvz beionders n it der. Znkuiift er ' <^>rossitädte in Verbind»׳!,’, Scbon jetzt gäbe 4 i» Miiteseurova kaum mekr!rosse jüdische lssenl nden. Im Gbetto allein üni e mau da-:- Juden *11 in 'einer vollen Widerila, dskrasi. Den Zia s um-:- könnte er als er!ibreuer SrieniketI dr nickit begreiien. An den mit lebba'tem B« >ll aiiigeiiominenen Vortrag I ichloss iich Lüie f >ie Aussprache an. in der ein! Redner de» Aus hrnngen des Vortragenden entgeaeutrai. wähl 1d die anderen ne billigten. Das verjudete Rumänien. Manchmal ist es auch ergötzlich, die auti sein! tischen Zeitungen zu leseü. und mau bat da das Gefühl, als wenn der ganze Aurisemiii-:- »ui« ein politischer Karneval wäre. Vor kurzem brai'te ein antisemitische-:- Blatt Sie Rvtiz. dass die Pariser Juden an der Börse die alleinige chvld am gegenwärtigen sinken der >kur׳e tragieu. Der »krieg an sich habe selbstredend gar »ich -:- zu bedeuten, nur die Juden bedienen ׳ich?einte, um damit Geschälte zu inachen. Wenn maij bedenkt, daß es häufig gerade die Jude,׳ sind! die an solchen ipoutanen Kursstürze״ an׳ mei ten zu leiden haben, dann begreift man. Sin »clcier Lächerlichkeit solche Behauptungen und. Es scheint, als wenn in den Kopsen der Antijemit, n sich die Welt ganz anders abipiegelt. Z-ür sie ist der Jude eine machtvolle Person, der die Geschicke Europas lenkt. Am meisten Spaß aber uns die Behauptung gemacht, daßM? Macht Juden ssch am meisten in Rumänien zeige, daß Rumänien seine Mobilisation rückaänmachen mußte, weil Rothschild ihm dies dikhat. Wörtlich heißt es daun: ״Bekanntlich («in. iittcrrflflntc (vntfrfiribunf, brr baltrrrif. hat der und giq tieri ist Rumänien mit Haut und Haaren den Juden und beionders den Rotschilds verschrieben Wie ist uns denn? Hat man nicht davon Licliärt, dass die Inden in Rumänien gänzlich ntr.'chtet sind und sogar zu jeder Zeit ansge wiesen werden können? Har man nicht davon geliert, dass die Juden in Rumänien nicht ein mal das Recht haben, ihre »linder in die . allgemeinen Schulen zu ichicken? Siebt io ein Land ans/ das de» Inden verschrieben ist? Wie gross muß die Macht der Inden in Rnmäpien -ein.- wein! ihnen auch das bescheidenste meii'chlickie :Recht versagt wird! Wir müssen geiieben. mich ontiiemitiitfien Zeitungen ielteu io viel nbeit. Bosheit und- Lüge miteinander aevaait gesehen zu haben wie in dieser.Notiz. Es Ter Vorstand der i$r«clm»(f)CH <iu::us<tcm!<Mde in Momotau bat der iluntcUmtfl dec- B::baers der k metnde unter anderen Sulweritionen auch dem \ >1 nlicn ׳.'«ationalfondo •'.1 /\;uz>w1e׳en. ׳:indcM ut> aber im >n1!tnL-vorne.!:d Herren. n׳e!ck׳e aegru \ Svendt.׳ pvoti'iticrtcn. ttnd da üe :pu1 »n, Maducn üc eine Beschwerde bei'der poinnd^:׳. febördc. der B. Prks׳ba׳.!vtmann׳c11aft Komoro! der ne stellend macknen, daß die .״tultus^emeuidc. ditn Gesetze nur für die ^reli.nö'en Bednrt'iline^Met׳^ ^emcindean.rebörstten -u ׳or^eu bähe, die;!uii'cifl na ,111 den Nanonalsonds aper -eine -poUtische Te»w«HUa T׳e Bezirksbaupnnannickasr bar der ׳':att1׳e»rebcn und den Besd'lun dev >r 11 i 1! 1 <-ven;aytz<׳ als nngrsevlicb auig-.bet>en. (steten -d.»<׳ie Enr1d»e>-WNa׳ nun dc'ckiloß der Kulrusvorna^id Kom'Asau. den RtMrs an die-bvbmsscbe Stattbaltcre^ zu üdcrix scheu traute damit das VorstabdsMUffl^d Herrn Tr. Her mann -Hirsch. In dem Rekurse wurde auscreiübri die Entscheidung der BezirkstHruvtlnannschasr crn ' styl icke r Einprirf in die Autonomie der Kultus den sei: da die --tultusgemeirche auch nir andere. ireft reliaiost Zwecke, wie!>rranke>1banser. Wa bänstr. Woblsadnsvereine. Müret׳ bvw׳l.'1-1e. müi'« auch' das Recht zni'.ebcn. den Iiidistchen r'larron.ilst iebli tunt anistellen. daß mich Rußland mit Haut und nur noch, daß die?Iniiiemilen die Beb»sw Haaren den Juden verschrieben ist. ׳nieinemniar-:- niedergelegi Pros. v. Luschan über die jüdische Rasse. er Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischer Glaubens hielt am 20. Sktober im Lber licht aal der Philbarmornkrr zu Berlin^ ׳eine rste allgemeine Versammlung nach de» ,u'iien ab. lsseheimrpt Prof. Tr. v. Luschan-, der Direk lor des Museums für Völkerkunde, sprach vor eine: zahlreichen Zuhörersckiaft über die ״Rai ienz igeliörigkeit der Juden". Die vielverbreiiete?lussassuiig. daß die Inden in ibrer Rebrbeil, Sensite» seien, bezeichnete der Vortragende als tiiuu'cl. iinlerstütze» di nichtj stichbältig. Z׳ür den Anthropologen zerfalle »,׳»»,!g. I״ Saloniki uni cht stichbältig. ,zdie Zrage nach der Rassenzugehörigkeil der Inden in;»׳ei weitere ,Tragen: I. Wie verbäli iich das Iudentilm zu den ädrigen Semiten? »Itd 2. Welches ist das Verhältnis der Semiten zu den übrige» Rassen? Der ,Torscher frage sich, ob es eine reine Rasse überhaupt noch gebe״ Die Aut wort lsteijauf sei noch nicht gesunde», man lei ans!Vermutungen angewiesen. Es gebe reine Rasscn vielleicht in China, vielleicht in Rußland, mellcicht im Innern Afrikas oder sonstwo,?lnhaltöpiinkte für die Rassensorschnng geben häufig gemeinsame körperliche Eigenichaften, politische ״cn Zweck, r'^ntlonieren. entstheidumi uu־b dem :'i : dem :'iofut* Tarte 1a::,ne nurt 'die - der f. f. Stattdalievei eluts 10־Uinbal!!-1l' ו1י:ז:י! ,beidung der Bc>::5sbunvt׳n.1n!׳׳dian er ancresod ienc Bcidünü des listt wird. inapn.!Ia -■=־ beray^M'e ,’.elvi:. d!e \ t! r r w ö Eröffnung eine» jüdiiche» Lehreriiinciliemts r» in Ikifa. Dieier " ׳ge wurde 1־i־1 ״ da-:- nein Cdeij :r Pal ' :1v uv begründete jnd'iche Le'are >>e1> - das den :Viiiren de-:- ver'wrbe, 1׳ de . יו111<; wurde -r. Turon ernannt. Die neue Anss ül vierstuiig. und es ׳oll Kurins!ür >ii״dergärt״ werde10 י'1 .״ des' Le!׳ieiige beb׳ Schriiiiiellers E. L. Lewmsw lp ׳eieiiio eroiniel. :',um Direktor der Auf!>. I, 1 w iväterin» a»<t' rinne» auaeglietGri bevorzitgte Sielluna in׳ Lebrv n wird die 1K״,׳ec!i; k und wird ui'eihai n IiiLen iw- Balka»irieg. Rabtz akob Meir. Oberrabbiner in iiiki. bat ein :ll,an!׳e1׳ erH'ien an >ess:e E-ll bensgenosse». in weichem ör >ie auEorderiss SD>״ Paterlande beizuitebeu. Die Juden in eienstqn egieruug ׳»:! Begskss :'ldrimiopei wur«1: chen Tidwibid»:" ®r en wurde» 1״ altd» pur gesetzt. Viele sä das rote »ireuz Igarien und in egeji ganze Bataillone von ji׳d׳׳ ganiiierk. Sub׳kriv!ions!i> jüdischen Zentren in U111I düche ,Trauen baden ׳ich ii iiel meu lassen.?Inch in B bien!,erricht unter de״ I^ide״ große B r»״g iür de״ .,krieg. I» Rußland babeii 'i b etwa 1""" jüd ,Trei'villige gemeldet, die i» die tiirfiid'e Ar eintrete״ wolle״. Die Belgrader jüdische Gemeinde bat ei?lusruf erlassen au die jüdische Bevölker

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