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Jüdische Volksstimme · 1906-01-01 · 1 (1.1.1906) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
VII (1906)
Issue
1 (1.1.1906)
Date
1906-01-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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'5r. 1 >übir<fif •SorisIJiw*« icliic llmimiclimlitfifcitcn. Wie milcrfteljrn sic sich üK-rlnm'i i»r dic Cpfcr bet r issischen Juden- Kiselqimgcn zu sammeln, diese zion siischen Bude»? §as gelii das sie an? Wozu fi״l den» eigentlich j^mi wir da? Übrigens verstelle ich nicht warum man gerade liier sammxln mutz? D an sammelt doch >u, w vielen Orten uiid hat schon soviel Weib zu iammengedrachl! Washbraucht mar noch ausserdem dier;n sammeln! Man hat genug andere Ausgaben! einen nur der Kasino-. Turn- und Geiauq Verein koi'iel! Ader schlieszlich tnt mau das doch gern ׳ זיוזein deutsches Volk. 1?ן t*cr russische Juden, was gehen die mich an, seilen iie i» Nuszlaud _tiir sie sammeln, ader nicht de! uns in Mähren. Oder lommen wir für unsere »ariK'leut; bei ihnen sammeln? Oie solle» nur zu m,r lommen. diese ״Herren" Ziudenlen mit ihrer Oaimnlmig, io werde ich ihnen zeigen, wo der ^,!ninerman» das Loch gemacht hat!' 16, Dezember, rVaturlich haden sie auch mir die ״Ehre" ermieirii, diese 3el)»0rrcr. Und mit welcher Höt'ltchkeit ne das »in, mit, was iür einer säst verletzenden Ho'lichkeih Aus jeder ihrer Mienen grinii einem der Ovou entgegen, aus .jeder ihrer Adern die Ldeilegene Ironie, Na.warte! ihr jiiugci, Bälge wir meiden euch das bald austreiben!! Tas lassen wir!!ns Nicht mehr länger geiallen! ■feie wollen uns moralisieren, so eine Frechheit! Ulis ersahrene, gerciiic 'Mäuuer wollen sie Moralisieren! 1 Und doch ist man machtlos gegen das Ge»1idel! Alle haben etwas der Zaimülung!beigesteuerl Bar und »lohn iogar 2 ,Mropen und wie >vll ich da :uriicl'iehen? Z» meinem grvsuen ‘,Ärger habe Ich 3 lilronen gezeichnet. - M, Dezember, r^!e eingeleitete Veihnachtsbescherniigsiammlung, die von dem hochverehrten Prät'idiiie» unseres slannovereines angeregt wurde, gestaltete sich de sonders zu einer nationalenKundgebung der hiesigen ii'ra.'ltli'chei, Burger, Oie haden hiedurch abermals bewiese», das; sie treue Ovhne des deutschen Bolkes mid und jeden Augenblick bereit sind das deutsche Banner gegen rohe Dt'checheuhordeu ׳tandhaii zu verteidigen, l!l, Dezember. Jan kem israelitischer Burger unserer Oiad! d,il'1!rdieBoeihuachtssam1nl»»gwe»igera>s1'>Lro>1e» ge>vt!׳dcl, Bär und »oh» -t>>»ro»eu. Ich spendete Tür d,c׳en edlen Ziveck 50 .Krone». Hier soll sich ein chrntlichsozialer Mädchen und ,Jraueubund gegründet baden, der bisher, sage und schreibe, I" Aital-eder zählen soll. Das kann uns Israeliten aderwenig berühre», denn wir werden uns untere geiellich.iiiliche Otellung solange bewahren, solange, unierc Stadl überhaupt ihren deuticheu Eharakier ivahrcu ivird. | ■25. Dezember. D cr Berk,» christlicher Mädchen »»d Jrauen!liiinn! an Ausdehnung rapid Zit 1 nd zählt bereits 1''Mitglieder. Es ist unglaublii 1, wie ׳ich einderartiger Berein in unserer Ota n halten lai^r!, sogar die Iran des zweiten Bürgermeisters »'! tlTin; deigclrelen! Das i׳'t eine Beleit igung lür uns j J>r׳elc:e!1, die wir ihnen bei den!Lahten gelivlie» l l«de!! luid ihnen in jeder Lage als treue den» che! Bund.sbnider zur Zeile standen! Die geiellschaitliclie, Stellung unserer J-ranen ist zunüi den - erschüttert! sie Berhälinisse werde» immer 1» erlräglzcher. Es lär.i >!ch aber erwarte», dag in Bälde ein Umschwung Z»m besseren eiutritt, weil die Jeau!»»eres vercduen 'Biirgerineisters dem christlich» Jrauenvereine noch 11!chl beigelreten ist, 26, Dezegiber, Es ss, nnglaiidlich! Ungla! blich! Jetzt im Al, Jahrhundert. Ter antisemitische Jrauenlümd m in iletem Wachsen begiisfen, jauch die ,Iran Biirgermeisierin ist ihm deigetreteik! Jean Bär. die l'eaiibemm des hiesigen ״Deutsch«» Jrauen und -'ladche»r>erei״״s״ ,,,,,e,,״ r,!,,,״,,?!,,, M, Z eite l > reines" mus;te dieien- Berei» insolge Mangels an Mitgliedern auflöse». Wie ich höre ioll.iig, dem christliche» Jrauenbunde ein Berei» äninlicher Männer!und Jünglinge angeschlossen baden. Aber dem gart>»1liere ich, das; er liier mit 'cnicii Dendenzen leinen Ersolg haben wird.! I. Jänner. Da -alle Arier aus unserem »asinovereiue aus. getreten sind, iahen Mir uns veranlagt eine neu wnmt11ieu'»be Bersainmluiiq unseres »asinövereüies «mzudeinse״ und haben in dieser beschlossen als Irene Ovhne des deutschen Bolkes unabhängig von nnieren christliche» Mitbürgern aus eigene Jaust die snteresseu des deutschen Bolkes zu sörderu und zu vertrete,1. /, .! . .5. Jedruar, . ׳?" »n'eier grbs;1en Betrübnis sahen wir uns bemuiugi »iiicren ״unabhängigen deutsche» Kasinoverein autzulchen, weil der kürzlich ,״B-stadt getagte Bnndesra,,des a.e,״,che,1 Mährens unsere» Berein nicht als deuliche», sonder» als jüdischen anerkannt ,'"י Abraham Zefi, Ben Esra, Aöolf Donatl!. 1!וייד JLUeMuit t?i»nVr. «Mmiit־.. ■Vvnt;uU)$c hört mm oft die Meinung üUv sprechen, dun die ^nrt! den Höhepunkt ihrer (ritt- UMalmift erreicht habe mit» ^ewjsscrmnpcn;um Ähichlns: gekoiniiie» sei. Während!,!an zur;',eil des Martin Mutz durch einige regelrecht gebaute Berie nch ule- Lichter noch Ijattc berühmt machen könne». 1e! hingegen heute jeder intelligente Mensch inisiaude. »ch lurisch ein wenig zu betätige». Diese Ansicht diirue weiter verbreite! sein, als man wünschen kann. Es in beute alleidmgs ichwieriger, als früher gut gemachte Ber'e, von echten »iedichlen zu unter scheinen.?.'!it Necht tagt Z»cai Lieber, der grosse südliche.Ziilniiler: ״Der Bliiiiiinrsieht im Bilde nur das Zcuniiiinck. nur die Mache, die Einpniidung verlieht er nicht״. Aber da es nicht einzuseheu js>. weshalb es den konnnende!!;',eiten versagt iem tollte. Miiii'iler ZN schmieden. >0 sage ich, Lnril ivird nie auihöre». lluse/er;',e:> sehlt es jedensalls nicht an schopserischen Bei'önlichkeiien ans dem ''׳ebiele der Vnrif. Auch jüdische Dichter gibt es. lind 'mit jüdischen isedichieu i» es wie mit jüdischen,Einoern, dze il»en Eltern ähnlich, sehen. Es hastet an ihnen die Ovur Ihrer Herkunit. In der.ersieu üieihe moderner jüdischer Lnriker steht Adolt Donath, Ich will vo,suchen zu vriiteiz, was, wir an ilnn lirbeu. Legen u»r einmal das Horrolir an und latschen wir wie sei» Herz schlägt in seinen '-׳edichiene Donaths Empfindung i» vor allem innig. Es 1» da eine volle Hingabe, ein Berzichten aut alles Oibeiiiwesen! alles anszeiliche versinkt, in tiefen Aieiizzügen vssenbarl »ch die Oeele, In ihrer Ochlichiben t;cf ergreiiend ivirlen die Wedichte, in denen Liebe n, warmen Herzenstönen »ch äujzerl. Ich nenne von vielen nur: ״Weil es Jrübling in,״ ״Zevliir״ ,״Ein Lied", ״Du״ ,״BrM still" vergangnem Leide-, Mit Innigkeit! »miaszt der Dichter auch die leblctse Natur. Ich erinnere nur au ״Ter Morgen", .Das ,grenz״ ,״Herlüt״. Oo ein rechter jüdischer Diester bat ,Miner eiwas vom gönig Oalomo.?lueh er ver'tehi die Lvrache aller Wesen. Mit dieieir Innigkeit verbindet״ »ch bei Donath eine Eigenschaii, die mau nicht gerade zu unseren nationalen Eigeniumlichleiien rechne» dari! »!razie. Donaths i-iraiie liegt nicht ii» Jlmer und Aujse» werk, »e prium nicht, üe i» wie die Aumul jungfraulichen Wesens, die aus der Oeele strömt. ">ar o» baut der Dichter ans der langweiligen i'iege״- wart, aus iiichisiagende» Anlässen sich ׳eine eigene Welt, z, B,! - Eine?r>ekt . . . Eine Welt will ich mir baue», Wv nur junge Mädchen wohne». Die in seidenen ''sewandern Wandeln, wenn der Dag ge1׳orl׳en. lind ich küsse ihre Hände, Und wir tanzen einen Neigen, Und die Mädchen singen leite Mir das Lied der Lchivesterliebe. Und »e, alle breiten iegneiid Ihre marinoi weinen Hände A»> mein Haupt und alle bete» Jür die, Julun» ihres Dichters , . . Donaiks Phantasie i» 'chövierisch, sie sgchi klügelt picht, sie ichani aus dem Nichts Bilder von ,sroner Ochvnhe». Man »ndet hier keine trosligeii Z'tllegvrien. tüleichiiis'e. die male niaii'che Wteichnnge» -sind, i» denen der Ochar»inn leicht ten»eUl. was r und n >». Nein.^eme Bilder envnchsen aus inniger Berienknng in' das Weien der Dinge, die »äi da״״ gleichsam rraunchat, ,elbn ä»---ivr>che,1. Donath ist innerlich voll Jigur, Er schaut '-׳edichie. Zeine Oprache wirkt in Klang. Nhutlmins und Neun stark »>gge׳t!v. sonaihs Ovrache artet nie »1 Jlimitdci ans: 11!e »! ihm die ,"vorm Oelb'Nweck. ... Wenn man der Eiilwicitung des gumiters naeltivün. '0 >v׳rd man demerkcn. das! seine isedichie!״weilen an grvsze Meiiter crmne»,. z. B. an "heileט ׳.׳.' Lilieneroii. Theodor slvrm. »>1»tav J-alke. hie »nd da aiul, a^i Konrav .verd!na״d * u^1ן»ו mrd Mager. Wer durch Blumengärten wand ■lt. bleibt wohl einmal ein Otäubchen. ohne bnft i!cm ers merkt, am^ Gewände hasten. Ich sage am Hlewe ndc hasten. Zeines Wesens Eigenart aber jeigt schon in »en ersten Gedichten. Und nun will ich last non least noch den Juden Donath sprechen. Ter Grund zug je Oeele i»t jüdisches Einptinden. Daher sind Donaths schönste Lieder Judenlieder. Jell iühll bei der Lektüre von Donaths Gedickten, hat einer von de» Ilnsern gesuhlt und ged Alle O»Minen der Heimat werden wach säst verkltiiiigene Zagen des heimischen sangt der Dichter mit ׳"einen Ohre» aus un > er; >hll die alten Märchen »m »lang und grast. Ab md;» scheint, wie >» dem .Nabln Amnon. »ich Jorm noch Opnren alter J»bcnh»mue> a» weiien. Wie aber weif; der Dichter die Jorm beieek»! Welch verhaltene Leidenichan zlühi den Worten des ״Propheten״! Ehe mrn »och recht w«is; was man will, merkt man, Auge eine Dräne glän;t. Und man str Anne aus ..'K'C und : ne, Docht er Zions, weine' sich qber ner uch Jüide lias chl, Oison Bot ens md die zu ZU »1 da;; im eil teilte plrdiaiiotu iibrr dru ,,Ciuiö'K In ‘5er ״Jewrejslaja;',!/.»■׳ bericl lei '11 Jitler i'I. ts. W! odzimierz Zabv»)»sk> iiber e iview. da׳- e-r mit den! bekannten Dlteorätiker russiichen Ooziatdemokrain: Plechanow, licht- Die Jrage des <s>g, Zaboimiskn Otellung die ruii'iiche Oozialdeinvkraiie dem gegenüberi am nächsten gongres; annehme w> lche ״"Bu id" 1 we cde, beaiiiivortete Pleelianow iolgenheimas»,-»: Es ünterliegl keinem;',weiiel, das; der sich immer mehr naiioimliüeri. Der ״Bund' agii ja in eimm Zentrnm. das noch lange du G,1 iveiieren Eniwicllung des n itivr läge z»r Oieiühles bilden wird. Ich glaube. daN und wunte Pitoletarial das llbersirömen dieses Geiü Verbinder 1 wird. Das Prol.tariat aber lPldet cm.1t Bri chieil des ganze» indischen Pvlkewerke! l-ir ' ״, J-abriksarbeiler -t" ״ und aüch Deil »eht in jeder Beziebung im engen Z> samt 1en hange! in!! der Oiesamlheir, I» demielbi N B as; nun. wii die <s!csainlheil, wird »ch euch das Proletüril! iialivnalisleren müssen. Ich n!>! diesen, i'-eiühle Nichts, das der Oozialdsmvk widersprechen würde. Es liegt zwar nicht gomvetei zkreiie, ader das Proletariat jede,- N. ha! das Nochk sich aut diew-s Getüht zu der. Doch 11111 f; dieses oietuhl in einer Weise z druck gekracht werden, die die Unlerdrücti ng anderen Nationalität austchlieni. Bon diesen Ollindpnnkie aissgehend, l,at die nu»iiik■ Ovziald:nlvhaiie in ihr Programm den Paragraphen I>. nviiimens ״Das Oelbilbeslimiiiuiigsrecl l teber Nalivnaljilät, die den Oiaat bildet.״. Wr h Iben י uküv itige in itrem s.׳::. im Aus auch nichts eiiizuweiiden gegen Autonvihie. dic der ״Bund״ als Bedinguüg der ireiei, jiidii'chen gnllurentivuttnng .chen die die südi betrachtet. Allerdings können wir von der »iillnr Und ihreizi objektive» Werte iinie e e gene Meinn»^ haben, aber es I-.egr nicht ir nr serer "Absicht lemaiide» zur Aiiimilation zu zw» gen. Es!ifi schwer zu begreiien warum d! e,H rre» Antvnvniislen »ch mit dem , allgemeinen Pc ne: prvgra^I^I>e nicht ziisrieü'en" »ellen könn n. Wir betonen ,ausdrücklich, das: wir gegen eine 2 uw noinic ter einzelnen Nationalitäten in nichts eiizmveiide» haben.׳ Anders aber »ein die Zache uit bar Autonomie einer >"ell»ä1i! iqcn Organib-tion in der Pairei >'.1!״'!. I!,!d kser Pnnd verlangt nicht nur eine Anivnomie ohne cinichränkung, sondern er will mit der demokrakfe ein Jöderationsbnndnis schliilszen. Es 1» auch möglich, das; der groüere Deil dtr Partei »ch dessen nicht bewuizt i'"l, wokum es »st eigenl lickt dem ״Bund" handelt, Oo z. B meiner Genossen iolgenden Ansiprnch v jüdischen Arbeiter vernommeiii ״Ich bin Pljechai ows weil Plechanow es verhindert, - daN .Bo >d das 1erl nd ilen oc 1-es nur -stibeser nvei diae Naistiis zial- 1 mt rin.-» n ctnem -i'legiicr, jüdi'che ,Bund" sich mit dem rninichen Eben de--halb würde ich die J-ragr, ob bereit sc-L den Jorderungen des ״Bund-- der 1«ere»Ngt. 'h arte Jolc e zu leiiie», solgendermanen beantworten c Enitn eilen iuiiliivnierl die Partei alsgaines niibl, man lanii also nick« Voraussage», wie »e die einzel len li-.o Meine löse» wird, bis sie »ch als-"׳aiizes reor ptn: »cren wird. Es wird nviwendig sein, das; >1e P ortsi sich sclbii't überzeugt, ob das Proleiaiiat ohne äuncre Beeiiislussung eine setdi'tändige Or, anis-iiion verlangt. Wen» dtes klar genug ׳'ein w rd, wi-.d somit auch die Jrage beantwortet fei! . n elcl e Otellung der ״Bund" in der Partei einzune »neg hak. Verbreitet die ,.Iüdil'che -DoMsllimme".

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