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Jüdische Volksstimme · 1906-01-01 · 1 (1.1.1906) · p. Seite 3

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
VII (1906)
Issue
1 (1.1.1906)
Date
1906-01-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Sr. 1 r,1j Bol! hatte bald bic ihm schädliche» Mid icmc freie Entwicklung hindcrndcn Elemente die Haustürc gewiesen, das Land war bald fast gänz- I,ch von Syriern geräumt und Judäa, froh der wiedcrerkämpstcn Selbständigkeit, konnte wieder frei ainatmcn. Nach vielen Jahren der Aufrcibung und äcs Kampfes trat endlich die lang entbehrte Ruhe cm und die Segnungen des Friedens kountcn dem Lande und dem Volke wieder zuteil werden, Als erstes begab man sich nach Jerusalem., um die äußern Zeichen der bislierigcn Unterdrückung wcgznwischen. das Standbild des Zeus wurde nicdcrgcrisicn. ein neuer Altar errichtet, die zirstörtcii Vorräumc des Tempels wieder hcrgcstcllt u,w die alte 'Trdnnng nn Tempel wieder cingcführt. An, 25. Kisleiv des Jahres I'iä sand die Tcmpclwsthc statt, die' ent sprechend der Einweihung zur Zeit Salomos 8 Tage dauerte, in denen den Herzen Uon ganz Jirael ein Tankgcbct entströmte, der imcisörichlichen Ktait. die eS das große Werk der Bcsrcintg batte vollbringen!ave». Es wurden Lichter ange,ündel als Snmbol ist die Tltora, die als das Licht bezeichnet wird und cs ward beschlossen, daß kiese Sicgestage von .ja»; Jirael ivrlan durch Anzi ndc»'von Lichter» ,ze'.'ieit wurden, aus daß Ihne» jcrc rubmrcichc Tage in ernster wie glücklicher Zeit ein Trost u»d eine Er Hebung und eine Jordcrung werden mochten. Seit mehr als 200t> Jahr m seien bereits ein ganzes Voll die Erinnerung jener Tage, das iidanukatest, der Name Makkali bat seinen Sinn kur Israel noch nicht verloren, sein .Klang erweckt »och die stolzesten Gefühle in Ier Brust eines jeden Inden. Nicht als wenn tauien 'e von Jahren ibn reu dicie» Ereignissen trennten nicht als wenn ihm die unmittelbaren ,Jrnchic der ׳amaligen Erbebung und des Sieges längst wjcder verloren gegangen, iieiu. io stolz, freudig und um g singt der Ghetto- '!»de beim Anzüudeii der Ebanul alichter das crbabene Siegest,cd. als kcbrtc er' selbst eben erst vom Ziege beim. In diesem Jahre werd! n Tränen zu dem Gc'ange sich gesellen: der Jul eit Lieder sind alle lianeii- und blutgetränkt. Tie Jeinde sorgen iuv immer neue Wunden. criicnteii Schmer;. Hort ibr nicht der tränen r.een Nus sich entringend Edie Schwestern, die Mütter n»d die Vater, die .;' buldigen bilstojen Kinder. Sü.'nien fließen siebt! Ein > S.,'. ein ,nächtiger Schrei. Wu! und Schmerz baben ibn geboten, heiser entringt er .:e'iochciieii Seele und man ka . .״ehmen. Wie beißt er dock Ho!1 ibr Menschlichkeit!!stickten Brust einen find ja die Brüder deren Blut man in euer :tim, ein alter sich der tauicndiach 1» ibn nicht deutlich Hört ibr Bache! geflossen. dann wird;um Scg-'n werden, lins. Bi. 8. V. 3,6. S. mein Schild, erbebst Taruni stirchic ich c rings stcki lagern dabingcben mußten, i'llauben und unicr,» er Märturcr Jiracls Gebete. welches wir ׳'>n׳ge» Z,»ia»»»cnwirke» zum 'Wollte Jiraets, und ...nn dieics Blut mit lauter Stimme ganz Jirael;:itt: ״Bannet aus eurer Mitte Uneinigkeit. Ver .,.inidiiug ״iid Unrecht! Nichte! auf m eurer Mitte ' alte Panier des Judentums, die ,rahne der W..lirhcit und des Ncchtes urd der Liebe! Tann M. '.'L. ,st es nicht vergebens h,;- Aiidcnken der Gefallenen dann gilt das Wort unseres Pie ״Tu aber Gott du bleibst Haupt und meine Ehre m . i vor Scharen Volkes, d Wider mich. Bei Gott ist die Hilst'. über dein Volk denien Segen! Sclah. Tcrcr aber, die ibr Lebe, weil sic zugchört nnscrm Vzlke. dieser Blutzeugen, die lastet uns gedenken in dem '-'»st bei der Scelciiseicr nzr untere Teuren zu 'breche,1 pflegen. j ■ Herr und Vater! Laß unser Gebet i» gnadenreicher Stunde vor dich kommen! Möge cs dein Wille kitt, unser Leben zu erhalte», cs zu ichirme» und zu wahren, denn dein, ist die Vergeltung! Nßht aus Menschen stütze» wir uns. nicht auf die. die,ich für Götter halten, vertrauen wir und ver!aiien wir uns, auf dich allein vertrauen Ivir. auf ">olt im Himmel, du bist Gott in Wahrheit, deine Propheten Wahrheit, du bist es. der wohltut und Wunder tut in Wahrheit, aus dich stützen wir uns »üb vertrauen wir. deinen Namen wollen chir lobvttiicn mit Herz und Mund Heile uns. o Gott, und wir sind geheilt! H li uns und cS ist uns geholfen! Tenn unser Nahm bist du! Und bringe Polle Heilung für all uaicrc Leiden, denn allmächtig er Gott. zuverlässiger ty,t bist du! Bedenke unS und dein ganzes Volk jirael nm leben und ytu, Trieben Amen _jüdische Dolirüimme jur Öiskii/Iioii ubrr öen fiongrrk. I ^s»?rj eil". 2rr<rrgukies. ceptitj. -ueje psychologischen EntlastungSmomcntc nehme ich für die Majorität, nehme ich guch für uns weltliche Zione-Zionisten in Anspruch. Es war eben leider sehr-viel persönliches, sehr viel subjck- IlvcS in den Lire» gemischt worden. Daher war cS io schwer, zur Beruhigung ״״d zur Erkenntnis dcS tatsächlichen zu gelangen. Das aber muß betont werden, die Majorität als solche, als Partei, und der von ihr beherrschte Kongreß ließen stch auch nachher nicht von den Empfindungen persönlicher Gereiztheit leiten. Sie i tinb jtut dein Wege der Versöhnung wcitergcgangcn. der Lache und nicht der Anerkennung wegen, die stc nicht fanden. Man hat von seitcu der Opposition zu allen Mitteln der Tarstclliingskunst gegriffen, um das Verhalten der Majorität m recht bunden ,zarben erscheinen zu lassen. Einer dieser häufig verwendeten ״künstlerische» Mittel" bestand darin, eine Parallele zuziehen zwischen dem Verhalten der Mehrheit des VI. und dem der Mehrheit des S II. .Kongresses; und andererseits zwischen dem Verhalten der Minoritäten beider Kongresse. Tie Mehrheit des VI. Kongresses, heißt cs iah »ui Betrübnis de» Erodus der Opposition, stc tat alles, um sie zu^ Rückkehr zu veranlassen. Herzl; ging 1» einer traurigen Nacht zu ihnen, wobei er stch de» Nobbciten einzelner Janauker aussetzte, und allerlei Konzessionen. die de» Wert der vorausgegangenen Abstimmung eigentlich völlig wieder in; Trage stellten, wurden der L!׳Position ',»gestanden.' Tic Majorität des Jahres l'Maber, heißt cs dann weiter, terrorisierte und brutalisierte die Minderheit, verhöhnte stc nach dem Auszug ja bc leidigtc sogar die zurückgebliebene». d׳c Kongreßtreue», provozierte sic und legte ihnen das Verlassen des Kongresses nahe. A» dem Vergleich ist mancherlei unrichtig. Herzl war nicht der Jllkrcr der Majorität des VI. Kongresses, er war niemals der Jiibrer einer Majorität, er war immer der Jührer der ganze״ Partei, und Nicht die Majorität hat damals der Minderheit die Konzcistoneu gemacht, sonder» Herzl. Tas ist ein großer, ein wesentlicher Unter schied, den gerade ein politischer Zionist, ein deutscher Zionist nie aus dem Auge l'iieu dürste. Ter VI. Kongreß haue eine» Herzl und eine Opposition gegen ihn. Ter VII. Kongreß hatte eine Majorität und dteie Majorität hatte einen Führer; aber der VII. Kongreß hatte keinen Herzl. Tamil fallt wohl der ganze Vergleich. Ter Tührer der Majorität . kann die Nolle des Vcr Mittlers mit der Minderheit nicht spielen: um io weniger, wenn er eben von dieicr persönlich de ichimpst worden, und wenn cs persönlich, gegen ihn sich konzkntricrende Momente und. um derentwillen die Minderheit den Kongreß verlassen. Ilsjnichkin war hiezu, selbst wenn er den 'Willen gchaot hatte, die ungecignelestc Persönlichkeit. Nicht er. sondern die Herren von der Eouleur Jeremias Gronemann lonntcn. wenn iiberhaupt jemand die Ausgabe über- ״ehmcn kann, diejenigen,SczeHionisten. die bisher mit ihnen denselben prinzipielle״ Standpunkt ge teilt, zur Lovaliiät zurückzubringen. der Partei wieder zurück zu gctvinnc». IN der dicie ebenso Platz finden iiiiißten. wie etwa ihre engere» Geuiinungsgenoist'ii aus Deutschland, tv-e also jeder auf dem Boden des Basler Programmes stehende Zionist. Und mir ist bekannt, daß die Herren vom ״Verband" hiezu von uns wiederholt aufgciordert Wörden. Sie werden wissen, warnt» cs ihnen nicht gelungen ist. Unrichtig ist dann auch die allgemein.^allerdings nur in unpräzisen Nedcusarten. verbreitete Schildcrnnq von dem brutalen, terroristischen Verhalten.der Treibnrgcr der obstruierenden Minderheit gegenüber. Mit welcher Geduld die Freiheit die!״ aller Torrn entwickelte technische Obstruktion und der unerhörten Zkandalizencn ertrug, mit welcher Disziplin stc Äußerungen schwbigcnd hinnahm, die stc als Be- Icidigung ihrer; heiligsten Gefühle, als Sakrileg cinpfindc» mußte. Kat ein ihr sicherlich nicht vorcingcnoniinen gimstiger Zeuge w,c Zangwill geschildert. DaS Verdienst hieran gebürt unbestritten Usfhfchkm. Mit dem Verhalten einzelner haben wir uns hier selbstverständlich nicht zu befassen. Die Majorität Iah aber auch weiterhin nicht dem in der Lstasrikasraqe bewiesenen Entgegenkommen ihre Verpflichtungen der Minorität gegenüber als erfüllt an. In der Hand der gefaßten Beschlüsse koste ich das unzweideutig beweisen zu könne». Nachdem de, in dem zur 'Tstafrikafragc ge faßten Beschluß bekundete gute Wille, alle Programmtreuen Zionisten zu gemeinsamer Arbeit wieder zu vereinigen, von ctiicin Teil dcr"Tpposttio» mit dem Seite 3 Exodus, von dem anderen mit einer!erheblichen Verschärfung der oppositionellen Taktik beantwortct worden war. nahm der öncntlich wie p ttöal immer ivicdcr dcS Chowewc.zionismus. der Preisgabe unserer politischen Grundsätze bezichtigt klssstschkin. der ,unerbittliche und unzugänglich, Diktator" die bereits erwähnte, ihm von den Ter tjchcn übergcbcne Resolution gegen die Kkcin-l kolonisation persönlich als Anfang zu seiner eigener. di« Palästinapolitik behandelnden ein; er stmmw ohne Zögern den Änderungen zu. die Alerandt r Mtrmorck zwecks Verschärfung dicieS dem Ehowc oczionismus ablehnenden Gedankens daran angcb acht wissen wollte. Und er fügte sich okncweitcrs. al;- Alwandcr Marmorck auch an dem in Jrciburg deich oiiencn und von Iliitiichlin dem Kongreß vorgücgt » Leitsätzen.zur Palästinapolitik Änderungen.,» gleichem Sinn! verlangte. Tic Majorität aber io! ztc. nachdem stc ihyen streng palästinensischen Standp inkt zewahrt hatte, ihrem Tührcr willig aus diesen Bah >en und sie gicng sie allein, wo er stch »nversi hnlich zeigte. Ter VI. Kongreß hatte als eine der von Herzl de» Nciniagcrn bewilligten Konzeisiot en den Be- ׳chluß geiaßt. st'iort mit dem Landkauf i» Palästina zu l>«gii»1en. llsinichkins ״Landhunger ist ein zur stehenden Phrase gewordener Vorwurf lind dieser von den Neinsagern des VI. Kongresses bcherr'chhz. von dem Verfasser der Broschüre ״linier Programm" - terrorisierte Kongreß nahm den Äntia z Tz. Kahns an. wonach als Vorbedingung für de!, vor! ">ewe .des Nationalfonds >» Palästina z» bewirkende»! Landlauf das Vorhandensein rechtlich r Garantie»!verlangt wird. Also dieser VII. Konqieß. dem man 'nachher immer und »»liier wieder emc» NückstiU in de» Ehowewezionisznus vorgeworien. .׳on dem mau noch heute behanvtel. daß er nicht nur in der Territoriumsirage. sondern auch in - tllcn übiiqeii Punkte» die Bahnen des Herzl übe' ׳,ionismus Verlässen habe, den man darauf hi» den freundlichen Nai gegeben hat. stch in eine» Ko 01 isauonsverein umzuwandcln. da eine politische Tätizkcit >a doch des p o l i 1!.י1יוי.ןו.מ! noch Wächier und aui dem VI. Wzllen. an rütteln. ausgcgebcn sei. ging in der Betonung tischen 'Kedankens in unserer Palast! weiter als Herzl. als es die heutigen Päckzler״ des politijchc» zstouisinns Kongreß getan haben. .!Er bekundete seinen enis.hiedene! dem Erbe der Herzl ichen Ideen >»el>1 »nd er wählte neben Ilsiiisch!,״ und K, Han Wernstein I. L. ttzrcenberg in die Leitung der Parti,. Tiefe Tatsachen sprechen stir ׳ich. S!e,!׳ednrfeit keiner weiteren-Eiklärung; und nur!>1e llhkenntnis oder die unzureichende Kcnutnis w Ickte ieine zu saminenhängende Darstellung der t;rc,g,niie »n-!möglich machte oder erschwerte, waren schuld.da'; die . unrichtige» Berichte mit ihrer cinieiti zeit Tieneilung vo» Licht und Schatten fast aujsschlitßticki "׳laubcn - gefsuiden. Im Jahre Ist"! eine hänge, in der .Debatte sich änszcrndc Lppostuo». »1 ernst und wstirdig. ohne Lärm »nd in tiefer T auer und Er! schülterung vollzogener Erodus. der rückgängig geinachi wurde. Ter VI. Kongreß ich! ׳>: I» Tr,eben. Tann Ilstnichkins meuterisches Sendschreiben, die Konferenz .n Ekarkow mit dein Illtiu atnm a» Herzl und der Verweigerung der bictder. Eine Revolte in der Partei; Verletzung des P!rtcig! horiams. . Ilnistnrz. Niemand von uns wird d ei cs Vorgehen anders als hart verurteile». Aber I >e Meutere'. »> der ׳Partei wurde auch nt der Par :1 an sgeiraqeu und in der A.-E- Konferenz im April Ist" ' lehrten die Eharkowcr zur Disziplin zurütk. Aut dem VII. Kongreß habest d,q Snrkin. 'Ehckian. Awinowitzki und Siez» technt ׳ckie T bitruition getrieben, sie haben die wüsteten L irmiz anslietltet. stiegner beschimpit. den Kor greßp astdenten ,gröblich beieidigt. die Trdnung des gong estes ver letzt, ieine Sitzungen zeitweilig ״NM ׳glich gemacht. Sie haben Tlugblättcr verbreitet, in denen die , Majorität, der ganze Kongreß die gar zc L r zanzialion in unerhörter Weise angegrinen. ׳öswillige Beichgldigungen gegen sie erhoben wu! den. Haben die um!Snrkin nicht noch das Andenken ' erzls beschimpft indtn» sie seiner Intervention b>i Pleltwe mit schmahlichcn Vorwürfen״ gedachten 'f Ilnds das war ein Teil der ״t'ielrcuen Herzls". \ ׳ Sic unterwarfen ׳ich nicht dl m T ikrnm der! Majorität.' und beantworteten das t;nige׳ enkoimiten! des Präsidiums und des Kongresse' lärmend inizenicrten Erodus. von mehr zurückkehrtcn. Dann kam die . I., T. L.. das Telegramm a» Herzl! hatte Berichte »1 allen Zeitungen. N Äntizionisten zur Erbauung, allen ob von der Majorität oder Minorität z untl zur Entrüstung der Sache ״״ " .um leben und zum Trieben Amen._. r~_! ׳ —- jjcr|rtttpct'i11(Ortrtnud fmtfrclinnrmi die ,3nbird!c Volksftimme dem Grü guter z zu n h de! n!t einem stc nicht düng des u׳e. lugen chtziosiist.'i, nud ',ionisten. Schmer; uns noch

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