Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- VI (1905)
- Issue
- 22 (15.11.1905)
- Date
- 1905-11-15
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/2621806-6375628-6375877--1148-4860574- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Agen 1× ep/1043981
OCR text
Seite 2 Jüdische Volksstimme. Nr. 22 «*in Ende bereiten und an eine wirkliche Hilfe, au die Heilung der Juden denken. Gerade im jetzigen Zeitpunkte, da die Entrüstung über die tierischen Morde in Rußland alle besseren Kreis»* erfaßt, müssen die Juden aller Künder an ihre Itetriemngeii. unterstützt von den 1‘rotestkund- *:ebu!u:en aller Juden ohne t'nb-rschied der; Hart»*i» n und Stelhmp-n, lu*rantrete!1 un<l sie iM-türmen. .dahin zu wirken, »laß den Juden Kußlands, die in »imm so!» h» n Lande ihn*s Lehen-• und Eigentum:* niclit -icher sind 1«ו!וי da ni׳׳Ilt ruhig leb*•!! könne». ein Stink Land auf. irgend einem imhewohnten Fleck ,1, r Eni«• üherla»>e!1 wenle, wo sie ruhig und -.jeher für *i« h leben, arbeiten und 'ich nach ihrer Natur »*iihciekeln können. Man muß nicht Zio!^'( '»•in. um zu dieM‘11! Ergebnis zu ׳gelangen. E' ist »li»; uatürlielie Mofischliclie Logik, di*• dazu zwingt; Ein ruhiges frie<Ui<11׳es Volk. da> 11»-:n Staat»• um 111in׳h־>te!1. Wenn nicht größeren, -o »to'h d׳-ns.-Ih,-n Nutzen, wje irgeml «•hier »h l׳ ver- -chi»׳»lenei1 Vo!k"tämme Kußlan»!> bringt, kann nicht hei jedem A)1la."«• zum l*1ügelknaben. zum Mor.l- und Ksnibobjekt gemacht w׳׳r,ten. »las in.oi »l» r Imugi rml» n K«'ti,• zum Fraß•• himvirft. t»t •r »hu härt׳-st»-n n1eus»henunwünlig»-n K» - »liiiguug׳ n lel»h-n di•■ Juden bis-heute in Kußlami. mm gönn't man ihm׳!, au»׳h ,!«׳<׳' wenig li»■* 11• ideii'W»•!te I) »s.-in auch nicht, -o ist »•י• «to»*h!׳< «"״.?•ie wamleru in w.-h-h» > Laml* imm»-«׳. \\m 'i•• unh»!1׳ Iligt!׳-!»••n. j»a> v»-rlaugt »tie M«•n>» tilit lik«•i! und dazu müs-en 'ich »li»‘ Kegle* rm.gen mit Kußlami 111' Liuverm-hmen s׳-tz׳-u ׳:׳l »t׳׳n .111*1• •n. »li»• la ut»• nirgend' gewüu'cht. n1v» nd' g*־rne g» '׳•t1׳׳u 1m»l nhy»n«l' »•ing**la"**n w.■r*t״i1. in׳-u l'latz auf Erden g׳-b»׳n. wo «•i»•!»11»•'» eilig!!»•heu• k«"!rm׳-n! K' i't « in• I״-r׳• Aii'tlm ht. w»nn die K. - -•11 ־'iKigeji erklär••»,. da-* i-t »•ine innere Ang» * 1• gvr1h»-it » in»•' Staat*•', in »li•■ -i» ..ich ni» 11t - innii'» h.-n »{f1rf»־n. Ja. imiue tl» rr» n Mini-!»«. könnt»- ׳t׳׳r Sultan «u^h di«>» ll>e I1<K-I1na^ig<־ Aid wer! g׳-ben? AVa' Wollt ihr mit ׳•ur»׳r Flot!em I» inoli't ratiou in l|»׳n. türki>ch»*n G« * u »"»•rii:•׳ K» tu t vor ein» r Tür»־ in Europa' Ma, h>- ׳•in״• FI״tt,׳n»l»-m»»U'trali»»n in '-a. aßt *;:r*• P״li/׳׳l. eure G«mlann»n in Kiew.. « 1• t*—\Var'«־hau. ׳Lud/. in I•׳׳'-arabien , t<. - unea) '» hi-r»-n. ,1׳ «m mein»׳ Malumiedat)••r haben! l . ji immr nicht, ."*!».«׳kki. t'iiri^J»•!! in יי־י li«,— ׳«'! ־!!• t \V»־i'e g« ty,b t. und in »li♦• Flamin« kl g»- 11 •ז 1 י ג Und I b.n»lertLm,'׳׳i1d»• \ »ä 'Mimmelt und - 1 wund»-!. wi*;-1li•• )׳׳« htgläuhig'-u K» k»-uu» r;•1 chridliclieu ,Lieb:•.״ AVa' würde Europa '-׳g^u.׳--w»-nn ich jetzt im Namen d׳׳r M»-u>» h- I111׳k׳-ii. im Nauu-n »I»' ullerhurmeudeu Allah m׳-in״ Tm|»|»••» mit d»־r Fahne d׳ ' Kroph»!»•n -a. h «tem kauku'11' uihF weiter '׳•mlen jvünh*.. uni in* sin!!,; *l,•-״■ heiligen Allk«u*an> h» i »h*u rngl.i11bigei1( Onbmng.״zu ma» lun•׳ War• würde! ihr -agen. wenn wir «li»* unaufhörlichen Anti- -׳ iub.-1lhelz.en in euren Kulturland׳•«-!« mit ähn- >׳>» h« n Antiarl*Thet־/>-u in <l*־n s,*uütK» he,, Ländern!״•antwort»!1 wfu«!«■»•' ALhahl uT1r«l»־u ׳11 •«־!, ׳ rr׳ «, Mini'!» r »h '.A>l'W.plig» u »li»■ H.uld» vn! zu r 1 in haben, l li» Jiitl»׳«) ah»-r! ja. Kau» r. «h»' l't ׳-tw.,' ai«»!»׳»׳••'! K»• mü-•',׳» n'lli» I, «1«-t» KegM*ruug«‘h doch h»*ibring»'1rJ daß 'i••. 'ich uni »li» .lud••««.* \vi»• um ihn■ imd»׳Vv־ NaFmualitiden zu kümmern haben. »m׳l wenn׳ d׳- mi'Ii ni<׳hl künnuern wollen׳ >«, d»ll»*n >«• uns » in, 1« ()! ülH*rh(s<ten> w wfr inr-* um im- '••Ihst kümmern könne!«. In lirnn.hu,e«uun1mn g» M-|1iet1t den Juden in K'ißland »1»»|׳pe]J׳■' I nr» »11t. Ka' l'ur»»Id ׳,.»' ihm» ab Juden in Kußlami überhaupt - ng• fugt wir*!, um! *!׳•> w,-it*-rn. »laß di»׳ M»*l»r- »hl »!»■?• n1"i.'ch»!1 •lu»l»-11 »(ein 1!ha׳zipl׳nr׳ i» h«!!Kl imm»?1 nt »! da autochthoii sind, da »li* '» ~ :-t in. II. Jahrhundert wm »len Kü'seu « r* u Ul|pl»•. Ki׳• K11"»1!־ mögen den Juden «lur h'Mialu•• (;I1azar»11n.i»h ab autonomischo .üdi'ch»-' «..׳|,i׳ t nach »lein Must«־r l'oh-ns'und Finn\an»U ub»׳rla.'^» n. So lang»- »l»-n Ju׳b-n Kußlau«!' nii'ht in .'0l»׳her Weis»־ g»‘holfon wir»l. \v׳r»t* 11 =14*11 «li»־ hn-m'lsz»•!,»*!) in Kußlami wi«*1l«-rho!eu und »li♦• Geldsendungen nach Kußlaml 'imt'l)iU)ai»h ),arl»» it. Wieder liefert K«1ß-!and d»«« traurigen K» \veis. mit ׳wich hohen hei't׳- Kr. Herz! »lie einzig vvalm* «m»l mf»g!i» h« Kettung d»r Juden durch Gründung eines .Imh-nstaates fand, und wi»? viel ri»־l1tiger die niS'b'-hen Terriloiialist» n »li»• Situation erfaßten .«!' t's>isehkin und --eine Jasag« r. Fssisclikin nmt '«•in»• h»-ding1m״slös» n Anhänger haben auf d»u biutigen Schlachtfeldern Rußlands die schwerste Niederlage »Kitten. Die 50.000 getöteten russischen Juden die Hundert tausende verwundeten und verstümmelten Juden in Kußland spreche» mehr als Kü» her von Argumenten, daß wir Zioni'ten. wenn wir »las nationale Haupt des ganzen jüdischen Volk»׳s >< in wollen, ja sein müss»*n — denn sonst zerfallt »1er Zioni>nms in ni»*ht> — für unsere unglücklichen ru><isdu*n Krüder nicht durch Ge! ,1- Sammlungen und Almosen sorg»׳!) müssen, ',»»dem. daß wir ihnen sobald als möglich einen Platz, ein Stück Land auf der Erdoberfläche schalten, wo de ohne jeden Augenblick für ihr Leben »ml ihre Arbeit buchten zu müssen, ruhig leben und arbeiten können. Kann es in Pafr«־-Una oder in dm« Nachbarländern >cin. ist g»wviß gut. werden wir es mit Freuden hegrüßen, kann es aber vom Sultan in absehbar» ,׳ Zeit nicht ••rr» i» l«t werden, ,hum nützt s nichts, di,!'»glücklichen mit einem Ideal 11 trösten, wo augenblickliche Hilf«• nottut. Wir mü'seii nicht allein Zi»m haben, wir.müssen un< au«-h für das ersehnte Zion »■in jüdischnationales Volk «eile», und »las!,,״ wir. wenn wir »li»* russischen Juden vor de« ru<Ks,h»-n Kestie in irgend »•im־m sichern Lande — nur nicht in Kußlami bergen. Kiese«; einzig mögliche K»*tlungsziel mußten jetzKciumütig Zioni-tcn. Autizi»»ui'U־n und Nu lltzionisten in> Ang» i’a:*>vu und all»• hui»*n «l» r Well, oh!!«׳ t'nler.'ehu d mil aller En» rgi»• Imtr»*ih<*n uml .־><! lange und s,» n.1cl1d1׳ü( kli« h, h«> lie K» gi» rungei« emlli»׳l) darauf «־ing* l1en, l'111 di»*>»*n1 einmütigeu Willen «1» - ganzen jüdischen Volkes Nachdruck zu verl«־ihen. sollen die Juden dieses Jahr als allgemeines Trauerjahr erklären. Di•• jüdisch»-«« Damen soll»«« allesamt in einfachen Traum kleid» «•«) heim-n: all«׳ jüdisch» >> Familien sollen von allen öff»*ntli»־hVn Tanzuntertndhmg»•». Theat«׳m. und Konz.» rt»׳n sich fernhallen, selbst keine Veranstaltungen marin•», wo. solch»• In zi»u1i>tis,־h»M1 . Vereinen an gewi'St-n «.edeiiktagen •sonst ahg»׳!«all»«« wciulen. diese um als T«:m» «kumig» bilngcu einrichteu. Das viel»• Geht■.• das j, it. Familie znn"n kl»g1*n witnle. soll»« d׳-r LämlerWerbung und Ans«,•,!- lung »l» r. Ku"»11 »•im-st»-il.' mhl der l’nt»*rhrin- :«mg »f, r TaiM1־nl<• rus'isrher Wai'en in'*l,al.'1» stiua umUjreirsevI•« gewidm»-!. w«frd»*n. Nur auf »liesi-m W» g»- wei »i» :1 wirksame V, «>u« he! zur K* ttm1g .)lerj*n>sisch♦•» Juden und des jüdisch» n Vofkc-s in. Ailgrill gemumm-» w» r»l».i) uml in rstcr Linie •11 »li!• Zionist«•» ihre Kraft und ihr»• Arln it 1•׳us»-tz׳׳li. Jetzt o»|« r 11/4• muß >t»*r Zumismu' z.׳-ig׳-u. »LUI er »las judi-« he Volk V־־*t.״. jU,U ilu»1'*di«• Sorg*• für das jüdisch׳. Volk zitkynHiH. »laß er »- v, r>teht '־,*in»־n Platz, in l**V. F!ik'»1rge für »I,«' jüdi'Mic Volk »׳inz.un»-hm,-u. nmt ihn üueh voll mul ganz au.s/.ufüN׳-n. ־• Dajudbehe*V»»lk muß vertrauensvoll auf »Io Zi«,s ni-iriii' bbekeu. z» s hat s,'im•» Zionismus uml l»*r ZirHiismii' muß ^׳»-ij«;Volk, halu.nl uml s<au Volk erhalten. ' - ׳ , - , 0 Zeit- und Streitfragen der Juden. Von I)r. II Kadis.•h. - Wir U!)(*11 in t׳im1׳ Z1׳il|'r<1i(11 11״er mciiicii.rinni-slalliin;׳: di. l;rzi.1111׳n11׳)״ derImlividlie» mul Nationen, d.-r llassen• und Klassen P'lien -einer Wrändi rnn;{ enl״l׳L׳en. das Herr- Itaflsprin/ip .r-l fdieridl im Weielieu heerilVen j.'eeenfdier d! tt I'rinzij1i. i1 der ־ A li I on oin ie und Iי e.n o s > e 11 s .־ I! ia. w.-Vhe die nationale. ItmifPssinnelle lind wirlsclniflli.die Cleiehlmrei liti(H111|.׳■ .in den letzten Konsiujueuzen zeitigen nniUteii. Dnreli di.׳ lliaspora der Juden ist nun die I al-aelie: zu klaren, daü tlas. was man die sojrenannle .Indenfra^• nennt, in en^ein Zusaiiiriii'iiliaii^e sieht mit 'di r nationalen Krajre und dem sozialen!-!ohleme der (ie^enwarl und Wer die-1‘11 Zu-aiiimenliane liliersielil. wird nie zu einem ז ■o-lili^on V. r.-truidiiis der Judeiifrage und noch viel weniger zu einer richtigen Lösung ders.llien-gelangen. Ihr nationaler TeiJ gipfelt darin, dati die Juden einerseits als gleichberechtigtes Volk und nicht als Paria® oder Anhängsel anderer Völker sich l'r.-i entwickeln und als solches an dem allgemeinen kulturellen und sozialen l'ortsrhritte teil», innen wollen und anderseits darin, daü trotz und vielleicht gerade noch mehr infolge der Assimilationshestrebungen der Rassenhaß oder mindestens die Abneigung gegen die Juden imter den übrigen Völkern sieh mehr oder minder bemerkbar macht. Der wirtschaftliche Teil der Judenfrage wieder äußer, sich nicht nur in der den besitzlosen Juden mit allen übrigen Hesitzlosen gemeinsamen Wirtschaft-, liehen Not. sondern aucli in dem spezifischen Jiideneiend, das in dem antisemitischen Boykotte und in dem )lange! an Arbeitsgelegnheil sich besonders drastisch olfenhart. Aus dieser Auffassung des Wesens der Judentrage und der l’rsache des Antisemitismus ergibt sieh von seitist die national-soziale Politik, welche di,, große jüdische Bniaissaneebewegung einzuschlageil lial. Sie bezweckt nicht allein, wie manche mehr oder minder ehrliche oder unehrliche fiegner derselben meinen, ausschließlich nur das Erstreben einer Heimstätte lind die Beförderung der Emigration aller Juden, sondern diese wird vielmehr nur für jenen Teil der Juden geplant, welche, wie ein großer Teil der ru--1seilen und luinfiniselieu. die Absicht haben, ihr derzeitiges Domizil mit dein in Palästina zu vertauschen. Ich werde mich nicht mit der Streiltrage iiescliältigen. 011 Palästina oder ein anderes Territorium der'geeignete Bilden für eine Heimstätte ist. da dies solange eine rein theoretische Frage ist. als weder die Er- Werbung Palästinas noch eines anderen Teniitnriunis in naher Sieht ist. I Solange aller den Juden ftbeiTtaupt kein Land zur Verfügung stellt und üliehties ein großer Teil der Juden speziell in Westeuropa nicht aus/.uwandrrn beabsichtigt, ^inß um-.. ,111׳ s C hielt e II er ei ne d i e II a tlYih.ä len mul sozialen Interessen der Juden , fordernde La n d 1• - po I i | i k in־Angriff.genomtr^n werden. Naturgemäß muß diese den jeweilig! Landeveilifillni-seii .-ich anpassen und wird, dieselbe selli-lvei'-läncllicli in den vei'schieiifiyen Staaten eine verschiedene sein. I n, -teil filier die Sti llung der JUdeit zu den Wirren in Österreich klar zu werden, zu einem Verständnisse der eigentlichen Ursachen derselben zu• gelangen, ist es nötig die östen׳. Frage unter dem großen (iesielitswiiike! eines europäischen Kullurproblems und nicht unter dem beschränkten (״•siclitswinkel engherziger Frakti011si11t1,ressl.״ und kleinlicher parlameiilarischer Mandaispolittk zu betrachten. Was sich vor .unseren Augen seit geraumer Zeit abspielt, ist 11 lebt wie oberllfirliliehe Beobachter glauben, der Zusammenbruch des li Jahrhundert .111111׳ I)nna11reiches. sondern vielmehr der Xus am- 111,1111 ׳ r 11 e )1 des der historischen Entwickelung der polyglotten Zusammensetzung der Monarchie und allen Anforderungen des modernen Pariaineiilarisimis widersprechenden Dualismus. Was in Agonie liegt, ist nie 111 das geograpliisein (;.-bilde Österreichs, dessen Mösftin heule inii-l 1 lange nicht׳ erfüllt ist, sondejav vielmehr , ine unnatürliche licichsverfassung.jd?c. atifgehaut auf den Privilegien für einzeln(•. Nationen und Klassen, von allem Anfangs Äi. als sh I Sl'17 geschallen wurde, den T״desk,ehff in sich trug. Die Buichskrise bestellt nichF'JWt gestern oder vorgestern, sicdatiert nicht rrs*',,seit der Aera Taatfe. sondern seil dem T^igp.‘ als der Einlit-itsstaat jenem unglückseligen"Dualisinu- Platz machte, welcher einerseits zur politischen Erdrosselung und wirtschaftlichen Ausbeutung, sowie nationaler Knebelung der niChtmagyarisehen Majorität durch eine magyarische .Minderheit in den Ländern der St. Stefanskrone führt, und andererseits die sogenannten im Bcichsrate vertretenen Königreiche und Länder unter das kaudinisclie Joch der magyarischen öligarcliie beugte. Diese Verfassung konnte sich von! ßalire 1SC17 bis heute nur darum halten, weil die Mehrheit der Bevölkerung weder diesnoch jenseits der Leitha infolge engherziger Wahlurdmmgen in den verschiedenen Vertretungskör1>orn keineswegs entsprechend vertreten war. Wie wenig man in Oesterreich auf Seite der einzelnen politischen Parteien lernt, beweist, der Umstand, daß jene Forderung nach national.-r Autonomie aller Völker des .Reiches und nach allgemeinem, gleichem und direktem Wahl - recht, welche bereits am Kremsierer Re ic 11stage 1K4S erhoben wurde, heute 1!H)5 Jiocli nicht zum Durchbruch gelangt ist. Wäre diese Verfassung im Jahre 1848 zum Durchbruche gelangt, dann wären den östen. Völkern all die unfruchtbaren staatsrechtlich׳ nationalen Kämpfe der Vergangenheit un<l tiegenwart erspart geblieben und wir hätten heute ein modernes, auf der Gleichberechtigung Verlanget überall die ״REVUE“, Organ der Kultusgemeindea!