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Jüdische Volksstimme · 1905-10-01 · 19 (1.10.1905) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
VI (1905)
Issue
19 (1.10.1905)
Date
1905-10-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr.!0 für ilif Kinder die Ueberfahrt bezahlt ist. und wenn das nicht der Fall ist. dann müssen sich solche Frauen vor Antritt der Heise mit dem niili-en (leide versehen, um die Karten für die Kinder naehlösen zu können. Auf eine Hilfe in ]),.ulsehland undEnjiland oder sonstigen Ländern ist nicht zu rechnen, da alle jüdischen Orgaui .;11 innen jedwede Geldunterstülzung an Aus- «•anderer abzulehnen verpflichtet sind. Schweiz. Viele jüdische Auswanderer, namiidlirh aus Hultland. haben sich in der Sliwi'iz ansässig gemacht und suchen durch Hausierhandel ilireu Lebensunterluilt zugewinnen. Pie von solchen Auswanderern am meisten auf.-.-III hie» Kantone wie Zürich. St. Halle» u״,| f.nzein verabfolgen jetzt an russische Juden keine Hansierpatente mehr, andere haben die Abgaben für diese Patente so hinaufgeWdzt, dati es den äi meren Einwanderern unmöglich gern ׳.cbl wird. Hausierfiatente zu erwerbet). Juden in galkischen Schulen. Man ercif,.ן ׳ .-ich ,so gern über die Behandlung der Jude!, in den Schulen Rüdlands, wo die prozcubu lle Ziflässnng der Juden zu den öfleutlirhcii Schulei, schlieLilich im Besetze tiegründet ist. während wir dasselbe Schauspiel auch hei uuin Otjsterreich. in, Reiche der (ileichhercd.ligung ' aller Staatsbürger, erleben können. So wird uns zu,״ Beispiel milgeteilt, daU ins )Iädcl1e״se|i,i1,ar in Przemysl nicht mehr als ein Prozent jüdischer Schülerinnen aufgenommen werden, und daU hei Schulbeginn mit jn׳i׳ lieber Genauigkeit darauf gesellen wird, dall dieser Prozentsatz nicht überschritten werde. Ein ähnlicher (jeist herrscht auch in der Lcmberger Mickiewicz-Sclmle für Mädchen, wo die Direktion heuer die Trennung der jüdisclie״ Schülerinnen von der christlichen durchgeführt hat. Die Juden Lembergs lassen siel, einen solchen Aflrunt gefallen, obgleich sie diese Schule in solchem MalJe beschicken, dati die .Jüdische Seite“ fast gröber ist als die bevorzügle christliche. Wenn sie sich's gefallen lassen, verdienen sie's auch nicht besser. s!־ ־^-CLf r*CLf I 1״ der Kunstgewerbeschule ״Bezalel־ in Jeiu.-alem werden 10 jüdische Schüler und Schule, innen Aufnahme linde111 -.״ der unter Leitung von Prof. Boris Schatz bleibenden Schulen wird Unterricht: ״I im Zeichnen und Malen. ä| in der P las t i k. 11 in, Entwerfen von Modellen für die in Anssic 111 genommenen Kunstg e w e r b e (T e p p i c I, k n ü p f e r e i. Textil-, H o 1 T o n-, M e t a) I-, S t e i na r hei t u. a.) erbill. ferner wird für die praktische Ausbildung in den einzuführenden Ateliers gesorgt weiden. Ans den besten Schülern werden später die Lehrer der Jerusalemer wie ״euer an andern Orh-11 Palästinas noch zu errichtender Schulen und Leiter von Ateliers entnommen werden. Bewerber, die das 15. Lebensjahr überschritten haben ■müssen, haben als Nachweis ihrer kunstgewerblichen und sonstigen Befähigung 1. selbstgezeichnete Entwürfe oder Re- Produktionen von solchen, ,1 -. selbstgeschriebenen Lebenslauf mit Angali. ii über die absolvierten Schulen und die W! mögensverhältnisse, ■i. bei Minderjährigen die Erlaubnis des Vaters oder gesetzlichen Vormundes einzusenden Bevorzugt werden talentvolle Schüler, welche Mittel zum Studium (500 Erks, jährlich) zur Verfügung haben. Bewerbungen sind •postfrei zu richten an: I. E. ־M. ■bUöän, Berlin S. \V\, Grobheeren straß e 69 — aus europäischen Ländern Letzter Termin 1. Nowember 1905. -- Prof. Boris Schatz, Jerusalem (Palästina) — aus Amerika und andern Weltteilen. Lezter Termin 10. Dezember 1905. Berlin. September 1905. Komitee des ״Bezalel“. -c- Kundmachung. ln der von dem Unterzeichneten Komitee zur Begründung jüdischer Hausindustrie und Kunstgewerbe in Palästina ,Bezalel“ unter Leitung von Prof. Boris Schatz im Laufe dieses Winters in Jerusalem zu errichtenden jüdische Volksstimme. Seite 111,- ge wer »'schule gelangt die Stell u 11 g [ durch die Art, wie sie dieselbe ihrem Zw. יn(--jüdischen Lehrers für Zeichnern. | religiösen Sinn zu fördern, zu führten. w»t! \1 31 ח״.',? ״)gewandte Kunst mit 9(MK,: hochherzige OpferwiHigkeit und Anhängliclike Mark jährlichem Gehalt und Vergütung der Reisekosten »• , ' ““ '1 ■11 11 -■'׳־׳ t. 1>׳V׳V» , UIUVI UCIII LMIU4UIIII UVglCIlC'l *Ulli IVtüUlIin t lltl ‘ r,l,r 7'il Besetzung. Ih r Kontrakt wird zu-, den Kantoren, weißgekleideten Mädchen und g >5 ]gt : hochherzige OpferwiHigkeit und Anhänglichkeit einmaliger, den angestammten Vaterglauben. Herr Redlich mit 1IIÜ0! unter dem Baldachin begleitet vom Rabbiner se. rl aft e'n ^a*1r F^chlossen, doch ist nach; von Mitgliedern des Komitees, jüdischen ADiaut dej ersten Jahres der Lehrer auf Wunsch; schülem und Beamten, die neue Thorarolle in der Gesell schalt verpllicht.-t. noch weitere zwei. prächtig geschmückten Tempel. Hier erwartet׳ m jseinem Amte unter den3ell>en' Bei Gesamtausschuß mit dem Vorsteher an der Hp di«׳ festlich gekleidete Gemeinde. den Festzug. ^׳c bei wir leider bemerken!mißten, wie berechtig hier der Ausspruch des Propheten' ist (zu eu£ mir der Raum». Nun überreicht Herr Redlich Jahre dingungen zu verbleiben. hin Atelier steht dem Lehrer zurVerfüguiig. Bewerber werden ersucht: h Ofigiiial-Arbeiten in Oelfarbe und Akt- Zeichnungen, eventl. dekorative Entwürfe. -- *inen kurzen Lebenslauf. ■I. Beproduktioneti ihrer Werke an E. M. Lilien. Berlin S. W., GroUbeerennstra Je (dt spätestens hi> zum I. November post frei zu senden. ‘ lehei die Aufnahme entscheiden: Professor Boris Schatz. Sofia: E. M. Lilien. Berlin; lierinann Struck. Berlin: > 1 vaMerk w i t z I a, Direktor der Kunstschule!Sofia. Berlii, Sep|temher P.m>ö.! jKomitee des .Bezalel*־. Korrespondenzen. Ri'clitZ. lh־r zionistisch׳■ Verein .H:1schachar״ veranstaltete am 2L S«ptemb« VereinsverÄimmlung, in der d. r Biclttzer Wahlkreis. Herr Dr. Emil Marguiies aus Tephtz Schönau den Berici1l über den Vll. Kongreß erstattete, ln bekannt glänzender Weisfc schilderte der Referent die Vorgänge am Kongreß, erläuterte die gefaßten Beschlüsse und rechtfertigte den Stundpunkt der Majorität, der er selbst angehört. Für die ühenuis gediegene und sachliche, fast 11/•*tündige Rede wurde ihm reicher Beifall zuteil. Die Diskussion gestaltete sich lebhaft und interessant. Es beteiligten sich ,fje Herren Dr. Julius Werner, Weiß. Dr. Leo Blum und Rabinowitz sen. Die beiden letzten vertraten den Standpunkt der .politischen Zionisljen״. Zum Schlüsse wurde eine Resolution angenommen, in der die Versammlung ihrer Befriedigung dar aber Ausdruck gibt, daß der Kongreß das Baseler granmi unverändert erhalten und neu gefestigt hat. Der neuen Leitung wird das Vertrauen ausgespro«hen. Nationalfondssammlung. A. 1. Krünn. Sonntag, den 12. Oktober a. c.. halb I I hr nachm., findet im israelitischen־ Teinp« I zu Brünn die Trauung des Herrn Stadtbauineiders Zeise! mit Fr!. Marianne Wolf. Tochter4 des mähr, schles. Landesadvokalen Dr. Siegmund Wolf statt. (Wir gratulieren herzliehst. Die Redaktion.) Freistadt i. Sehl. Hier wurde Hciy Dr. (!. M. Mehrer einstimmig zum Gemeindrrabbiner gewählt. Herr Dr. Mehrer, ein Absolvent der Wiener i: rael. theologischen Lehranstalt, zeichnet sich sowohl curch sein bedeutendes talmudisehes Wissen wie auch durch sein hervorragendes Rednertalent aus. Den Wiener Juden ist Herr Dr. Mehrer, ein strenger Nationaljude! noch von seinen geistreichen I ibelvorträgen, die er während einiger Jahre jeden Fi eitag Abend in der Wiener Toynbee-Halle zu Halten t ug I ln 'bier tze ist Herrn Kaltusvorsleher die von . ihm gewicrrele Thorarolle mit kurzer aber herzlicher Ansprache Obhut d»-r Gemeinde. Herr• Dr. Körner daiMe kurzen aber herzlichen Worten dem Spender. Leitung des Oberkantors Grünwald wurden in exakter Weise ausgefiihrt. worauf Herr Rat h! 1er Dr. Lazarus in einer nach Form und Inhalt l^öch vollendeten Rede gezeigt, welche Mission der hat und daß er durch treue Erfüllung der^djn'n das Fortbestehen des Judentums sichert. Mit innigen Gebete schloß «ier Redner und es deutlich kennbar, daß Gesang und Rede di wesenden in eine hoeh weihevolle Stimmung setzten. Das Arrangement der erbebenden hatte der älteste Sohn des unvergeßlichen i! ruhenden früheren Kultusvorstehers Herrn Wi Leclmer. Herr Karl L« ebner übernommen. d»*4n ז ter. 11: י >re t eine Öffentliche : exakte Durchführung des 1 Delegierte für den ־ Linie zu danken isU rogrammes in ir ein var kn- ׳ er• 7 ,ier ( ott hflni die rkter Herr cand. phil. Max Racher die .Rote-Itzig pflegte, in guter Erinnerung. Wir können den Städten! zu ihrer Wahl gratulieren. G&ya* Donnerstag, den 1 i. Sepbunher. Frei- Tand der hier die Installation des neuen Rabbiners Dr. Julius Reach^ statt. Dr. Reach ist A H. und Grunde Prager jüdislh-hationalen Verbindung .Baris&ia‘ war einer der ersten böhmischen Delegierten zu den Zionistenkongressen. Bei den! ihm zu!ihren statlgefubdenen Bankett, begrüßte ihn Gg.! Max Siebenschein namens des Einzelvereines Zion. Med. Emil Stein sprach die Hoffnung aus. dati die Gayaer Zionisten hei ihren Bestrebungen! die Gayaer Jugend jüdischnationa! zu erziehen, iif ihm einen tatkräftigen Helfer finden werden, wa$ Dr. Reach auch versprach. Die Gayaer Zionisten setzen in ihren neuem Rabbiner große Hoffnungen. Güding. £er 21. September 1005 wird in den Annalen uflseTd? KnRusgemeinde als ein denkwürdiger Festlag zur ewigen Erinnerung verzeichnet, denn er liefert uns den Beweis, daß wahr das Wort Israel ist nicht verwaist*. Herr Großindustrieller. Kammerrat und Besitzer des Franz Josefsordens Fritz Redlich und seine ihm würdig zur Seite stehende Gemahlin Frau Emmy gob. von Taussig «״endeten eine reichgeschmückte Thorarolle, wozu des Schleime und Srul, welchen sifch, nai c«1,WÄ«1er de« Svenders Frau Dr. Hellmann im dritten Akte, das Spiel des Leiser Jeb Redlich eine höchst kostbare Decke mit überaus anschloß. Allseitigen Beifall erntete Schoi reicher orientalischer Stickerei fügte. Die edlen Spender bewiesen durch die Gabe selbst sowie 1aromit aus Richard Boer-Hoffmanns ,Der Graf vgn C1: lais״. einem Schauspiel, das der Vortragenh Recht als eine köstliche Perle neuester D d tun! charakterisierte. Die meisterhaften Verse,um packende Gewalt der Sprache wurden von Nacher mit großem Geschick, feiner Nuanti und durchdachter Auffassung eindcucksvo U Geltung gebracht. Inhaltlich bot diese Szene sam eine Grundlage und den Übergang 1! ג mm folgenden dreiaktigen Schauspiel. .Die 1H, von Eugen Tschirikow, dessen Aufführung Hauptpunkt des Abends bildete. Ddr Erfolg Vorstellung war nicht nur ein glänzender. do1!dem auch ein überraschender, denn er widerlegt; skeptischen Befürchtungen, die voriier' allenlüb 1I unter dem Publikum laut wurden, ZweipA allerdings einer •gewissen Berechtigung ni<jh Mahr.-O.strau. (Zionistischer Abiturientei mers). Sonntag, den 17. September, wurde ii [len- SaallokaliUten «les Deutschen Hauses der F *stkommers der Ostrauer zionistisch».׳» Abitur er ten abgehalten, eine Veranstaltung: welche sowohl 11 die äußere Fonn des. Arrangements als auch die Wahl und das Gelingen der Darbietungei G.dächtnis des überaus zahlreich erschit Publikums, welches deu großen Festsaal I» s das letzte Plätzchen füllte, eine .anregend - schone Erinnerung bleiben wird. Als Ob mar n Komitees eröffnete Herr Otto Krasny den K'omn indem er die Anwesenden begrüßte und ans«!11 ei en*l die Festrede hielt, in dieser betonnte er. dah als die Teridenz der Veranstaltung lediglicl Manifestation der zionistischen Gesinnung t er dischen Abiturienten zu erblicken habe. De: druck der Rede war ein sichtlich starke nachhaltiger, nicht nur durch die sichere, ge e! Form des Vortrages und die vollendete Durch! ihres geistigen Inhaltes, sondern vor allem. * v« il es Herr Otto Krasny mit Hintansetzung alles ei leklsuchenden Pathos verstanden hat, die Zuh! 41 r in seinen Gedankengang zu zwingen, durch jen׳ :ach• liehe, aber nachdrücklich gehaltene Mäßigung. *־< Ich«• nicht überreden, sondern überzeugen will Das Lied .Mein Jerusalem״, die erweckte Stil u 1ung verstärkend, wunie von Herrn David Meis1 ׳ ausdruckvoll und mit prächtig disponierter d ti nme unter allgemeinem starken Beifall zum V »r rage gebracht. Mit Applaus begrüßt rezitierte!0 1 qrrh rch « em nqnen auf des ers. en׳I jü- Ein - und aiidtc ״ne? ני di«• entdie behrten, da die AufRihrung der .Juden Kräfte so jugendlicher Dilettanten außergewöhnlich große Anforderungen stellte. Diesen aber w die Darsteller vollkommen gerecht. Regie* Züsammenspie) waren vortreMicb. und der szenierung erforderlichen großen Mühe. so\V! überraschend gewandten Spiel sämtlicher Mitwi־ zollte das Publikum sichtlich befriedigt.Aoe Im besonderen sind hervorzuheben die Lejsl aus seiner Rolle eine köstliche jüdische lyi ins feinste Detail zu gestalten verstand. X Verbreitet die ״Jüdische Volksstimme“. ntlich

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