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Jüdische Volksstimme · 1905-07-15 · 14 (15.7.1905) · p. Seite 3

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
VI (1905)
Issue
14 (15.7.1905)
Date
1905-07-15
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 14 der uns auf jedem Blatt ihrer (; vor Augen tritt, knüpfte wieder iie Bande /.wischen Vergangenheit »I er verlieh dem boden- und rückgr 11 sittlichen Halt. Der Glaube an wieder den Glauben an sich; er Selbstvertrauen und mit diesen Hoffnungen bald im Lande der freie menschenwürdige Existenz füll! ׳, So war jenes schöne Wort gemgi Rückkehr ins Judenland Rückkehr ■schichte klar zerrissenen d Gegenwart,!!losen Juden gab ihm ■wann wieder jene alten Väter eine ־en zu können, int: Vor der ins Judentum. g. Jüdische Volksstimme. Jüdischer ״Partikular smus“. Von Dr. Oslos Thon Das Wort stammt von l’rof. .\ oritz Lazarus. Er hat es in seiner alterssti rken .Ethik des Judentums* geprägt. Seit jeher — so führt dort Gap. 3 Lazarus aus — hat es im Judentum zwei parallel neben einander herlaufende Strömungen gegeben: eine universalistische und eine ן artikular!- stische. Die erste war in Theo de und Praxis bestrebt, die ganze Menschheit, ohne Rücksicht auf Rasse und Abstammung, in die sittlichej Einheit der jüdischen Weltansch: 111mg und des jüdischen Lehens einzuschliellen. während die letztere im Durchgang durch das Judentum die! Grundbedingung zur sittlichen amtertiiig erblickte. Die Bestrebungen dieser beiden Strömengen und deren historische Bewi rtung werdeij von Lazarus, das nniti man geste len. in durchs aus objektiver Weise dargestellt. Objektiv —1 bizur Grenze der Menschenmüglichkeil. Und diese Grenze liegt begreitlicherweiso recht weit bei einem Mann wie Lazarus, der so viel ge- -e ben, so viel erlebt und so viel gedacht hat. Aber eine Grenze gibt es doch und w as jenseits dieser liegt, ist eben subjektiv. Ich begreife es darum sehr gut. dal! in die se Darstellung sie h eine leichte Nuance von Überschätzung des universalistischen und I nter- Schätzung des partikularistischen Elements einschleicht. Lazarus von .Was ist national:־'־ kann schw erlich für das in sich abgeschlossene, national ahgegrenzte Judentum wärmeres Gelfüll) haben. Aber mir kommt es jetzt nicht auf die 11 i s t o rische Beurteilung dieser beiden parallel I neben einander herlautenden Strömungen all.; Ich möchte die frage der Bewertung eng^r! fassen und sie nur auf die Gegenwart begn il-1 zen: ,Was ist heute uni versali st i s c 11 tjs { Judentum:■' Was ist heute partik 111 aris11- -clies Judentum? t'nd wie ist das sozusagen meiischheitliche Wertverhältnis der beiden zu einander?“ I Der Universalismus des Judentums läßt sich beute in Kürze durch den Gedanken mjd den Glauben an irgend eine menschheitlicke Mission, die das Judentum zu erfüllen hat. auf■- drücken. Es wurde, ich weiß jetzt nicht me ir in welchem Zeitpunkte und von wem 7.11er! t. der Gedanke ausgesprochen, daß dein Judentum i!׳.״eile! eine ganz besondere Lebensaufgabe zur Lösung gestellt wurde. Seit jeher hat diese Mis-ioii schon die verschiedensten Inhalte allvononunen. Die Theologen wollen sie in eter Verbreitung des reinen Monotheismus seheil: allgemeine Philosophen suchen sie in de) Verbreitung ethischer Weltanschauung sclHevhthiji. während sie jüdische Sozialisten — ich mehle -eslche, die noch mehr oder weniger jüdisches Gefühl haben — in der Lösung der sozialen Krage, in der Befreiung der Unterdrückten von! sozialen Elend erblicken. W er irgend ein Ideal hat. möchte dessen Verwirklichung dem Judentum als Spezialaufgal,e stellen. Das sind heule unsere Universalisten. Sie stellen das Judeutfim in den ausschließlichen Dienst der gesamten Menschheit und diese ist das einzige Wirklingsgebiet des Judentums. Kür. sich haben die Juden offenbar schon ausgesorgt. Au sieh mag ja diese Aufgabe, die dem Judentum gestellt wird. — in allen ihren Formen und Ausgestaltungen — sehr ehrend und auszeiehnend sein, aber irgend ein wahres Wort ist doch an dem ganzen .Missionsrumniel nicht vorhanden. Ja. das wage ich mit aller Entschiedenheit zu behaupten. Im ailgemeinen-ist jeder Gedanke und jeder Glaube an eine besondere Mission irgend eines Volkes nur ein — vaticinium ex evenlu. Man sieht, daß irgend ein \o!k irgend ein Gebiet speziell und mit auszeiclihendem Erfolg kultiviert hat. dann spricht man mit mehr oder weniger Berechtigung davon, daß es eben die Aufgabe hatte, die ganz besonder!■ Aufgabe, dieses oder jenes Gebiet zu kultivieren. Die Griechen sind auf diese Weise -Spezialmissionare* geworden׳ des Schönen, die Juden — des Guten, die Körner — des formalen Bechts u. s. w. Das alles läßt sich sehr hübsch ex post herauskonstruieren, kann aber unmöglieh vorhergesagt werden. Es witre wohl sicherlieh keinem Menschen eingefallen* den Deutschen z. B.. die besondere Aufgabe zu stellen, daß sie etwa s[>ekulative Philosophie zu verbreiten und zu lehren haben, wenn sie nicht — zufällig oder historisch-gesetzmäßig — innerhalb einer kurzen Spanne Zeit einie solch große Anzahl philosophischer Genies hervorgebracht hätten. - Völkermissionen sind eigentlich ein Ding der Vergangenheit, niemals aber der Zukunft. Würde man heute den Deutschen zumuten, daß sie den Bau ihrer Kriegs- und Handelsschiffe einstellen, ihre gewaltig sich entwickelnde Groß- Industrie hemmen sollen, dafür aber ihre ganze nationale Kraft auf philosophische Spekulation konzentrieren — sie würden zweifellos diese an sich höchst ehrende und auszeichnende .Mission* dankend ablehnen. Ganz einfach — weil -ie zunächst etwas Wichtigeres zu tun hallen.!Iöl! 111111 ־ ihre eigenen vitalen Interessen Z11 versorgen.! Es jribl eben nur e ine einzige Formel tnr die Mission eines Volkes, eine Formel treilich. die allen gemeinsam ist. .leqes Volk hat die Aufgabe, sich auf die ihm natürliche Art zu entwickeln, die ihm angeborenen Fähigkeiten und Klüfte zu vergrößern und nach Möglichkeit aiiszubeuteii. Hat ein Volk so reicht, dann hat es zweifellos seine Mission erfi 11t. dann bat es nicht mir für sich, sondern auc 1 für die Menschheit gelebt. : Sehen wir zu. wie sich d es mit dem Judentum verhielt und verhält. Als die Propheten dem Jiideiivolke immer wieder lind wieder zuri-fen: Seid ein .Licht der Völker!־ sagten sie nie: Gehet bin und tut da- oder jenes für die Völker. Ein Licht hat eben mir zu leuchten:!laß die .Menschen dajiei -eben, das i-t freilich eine notwendige, iiajtiiigcsctzliche Folge dieses Leuchtens. So sprachen sie auch zum Volke: Gehet hin und lebet nach eueren hehren Gesetzen, damit seid ihr ein Licht der Völker. Lebt nur nach eueren Gesetzen, für euch und eure Ideale. — das gijnügt. 1 . War das Ümve1>alismus oder Partikulaiis- 11111s? Beides zugleich. Partikularismus darin, daß sie) die nationale Abgeschlossenheit des jüdischen Volkes, -eine nationale, naturgemäße Entwicklung auch nicht um Fingerbreite aufgeben. Univei'salismtis darin, daß immer darauf hingewiesen wird, durch dies, eigene Entwicklung, durch diese Kräftigung deeigenen nationalen Geistes sei ein .Licht־ angezfmdet für alle Völker. So -all der vermeintliche Universalismils der Propheten aus. So üud nicht anders. 111 diesem Sinne hat ade h das Judentum seine Weltmission erfüllt. Seine ethischen Grundsätze sind durch die verschiedensten Kanäle in die Kultur der Menschheit eingedrimgen. Sein Monotheismus ist heule doch am EjJth■ das einzige Glaulicnsbekennlnis aller zivilisierten Völker. Ob rein »der nicht -retin. ist eine andere Frage. 111 der Theorie — gewiß vollständig rein. Aber da wir das geleistet! haben, ist unsere Holle vollständig ausgespielt» So sagen freilich protestantische Theologen, weil mau von unserer Seite ihnen eingeredet hat. eiaß wir nur einer Mission wegen da sind. ' Hier setzt nun der modernste jüdische Partikellarismus ein. Er knüpft damit unmittelbar in die Lehren der Propheten an. Se in obersh*r;Gr!mdsa!z ist: llgs Judentum hat auch in der Zerstreuung nicht aufgehört, eine in sich ahgesc dosse ne Nation zu sein. Aber in der Zerstrem 11g fehlen ihm viele Bedingungen, nach seine r nationalen Eigenart zu leben und sich zu kommt es. daß seine Halbheiten sind, daß es 1 Kultur feste Wurzeln fast. I liegenden Koiiseipienzen -ii: missen zu ziehen? Offenbar in erster Linie > Iie. daß das jüdische Volk vor allem andern di : heiligste Autgalie hat — ich hätte beinahe gesagt: die Mission! _ -ich diese Bedingungen zu schaffen. Es muß eine Heimat haben, festen Boden unter den Füßen muß es haben. Dam wird es sich nach seiner Eigenart entwicke 11. seine ihm angeborenen Fälligkeiten und Kr(1tte zu voller Blüte entfalten können. Sind wir Zionisten Partik llajristen? Gewiß. Demi wir betonen in erstei anie- und mit stärkstem Nachdruck die national? Abgesondertheit des Judentums, für die wir gesunde und natürliche Entwicklung-möglich! eiten schaffen wollen. Wir sehen die vomeli ns e Aut£abe des Judentums — für den Augenblick — in der Selbsterhaltung, darin, daß es setzt und auslebt. Sind wir also darum wenig er Durchaus nicht.' Wir wisse! andere Völker weiß es alle (W erst dann für die Menschheit folgreich werden arbeiten k Minen, wenn ic 11 selbst durchunser Ureigenes in ureigener ureigenem Gepräge geben wer lei senes Volk auf eigenem Boden — wie alle anderen großen iful den Dienst der Menschheit slellpi uns unsere Mission! Mag fie und noch so schwer sein erfüllen. Wir haben wir bewiesen einst, eigenem Boden waren. Das Leijiien Wir wieder einmal beweisen, wenn wir wieder einmal, ein Volk auf eigenem Bexten ge\ or Unser letzt!־- Ziel ist l'niv ■rs llismus. wahrer und voller. Der Universalismüs[des Judentum in der Zerstreuung ist e in j Inj^i)•־- Wort, im besten Falle eine Chimäre. Universalisten?, ■s — und für dt — daß wir rksam und er- 1 rarbeitung mit Als geschlosvollen wir uns urvölker — in n. Dann weist noch so hoch wir werden sie . Iie Kral d izn. Das haben 11s wir 1»< h ein Volk auf Der VII. Köln des I. Ta'gfsörtlvmty VII. /ioni>t»*11koiKTt יי• Erüttimiv: < Koii^re: ü. TrmVrmU*: Dr. M;1x <U*s Dun aus, t*. UtM'lienssi'haftslK'ric 1t reut: Architekt «>. i\ ־>. Hericht (IvrD.-K.!1’;! UeftT«M1h*11: l*rot*. |)1 uful Dr. Soskin. 6. X;1fioualf<m<ls. Ih׳tz*rr K remr n־׳zky. 7. 1 )r^anisationssialuU 1 Kok t* s c h. s. Propa1:an<ta uml .^׳il Kerlitsamvalt S. t! ro ft. Kventualia Io. Neuwahl. D»*r diesjährige Koiipfi tf ״rollten Kremdenverki lir? Schweiz. Alle Ilolels sind oft wochenlang mit ihren, Zirm lerii den werten Kon״retitoilnel1n eri ״ress. י* in Da>el. ses. s o r 11 a 1). «los allt in ein.׳ Z*il Da>rP Ulul der chon tat:«— ui!׳! vergehen. Im hei der Ankunft jund l>eim Suchen einer Wohnung hehiitliih zu ein. ha׳ sich aus (»e<innun Hasel b Orgaiiisatinnskonii ee gebildet, d Ie- A.-K. Heferm o r >׳ k. istina Kommission! 1 >. W a r h 111 g nl: Direktor J. ■fereiit: Dr. (1. ilion. He b ,e n>:!1 e 111 a 1111. messen der Mailt hat. ’ der sehwierigeii ringend llot Wen- •r Ulis unverzfu.׳- iliitnis setz,!!. Di-׳ bereits seine Tätigkeit begom Zur rielitigen PiiirhlTih Aufgabe des Konnte■!■- ist dig, daß die werten Teilnefim lieh von ihrer'Ankunft in Mitteilung -oll enlhalleii: 1. Ankunftstag־, wom■!glich an weide Bahnhof und mit welchem Z1 g ä. oh Hotel oder pPvaJlogis L'exvfuischl wird und für wieviel Pers! :!. wieviel man für rill Zimmer an/ailegen ntwiekeln. Daher Leitungen jetzt nur irgend-, in keiner ml was für nächst- I aus diesen Präwünscht, mit oder ohn Pension, eventuell koscherl V. web her Aufenthalt in listüek. eventuell laset vorgesehen. Die Anfragen sind woiiö; lieh in deutscher. jüdischer Sprache z.11 richten an das l. Ziouistenkonfranzösischer, englischer oner (JargonI abzufassen und spiel Orsranisationskomitee de» V gresses. Telegramme.■: kongreß Basel־. Bei de r Ankunft in 1 la׳ verelirlichen Gäste zuerst melden, worauf iimen vo! ghede des Komitees ein bestimmten Wohmluß übe rx> I Die Mitglieder des Koi^iittjes tragen schwarzweiß-blaue Kosetten. Die Parteiblätter weidcij höllieh um Aufnähme dieser Mitteilung < rs Orgaaniünskoitiilee Gedenket des jüdischen Nationalfondes! 1) ■ganisation Zionistenvollen -ich ehe- Kongießbureaii 1 1 iejisttuenden Mitttjel mit der für sie >e11 ׳ wird. 11t. Ho< lese Ja,■Ne! des VII. Zisnisletikesgresa:

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