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Jüdische Volksstimme · 1905-06-15 · 12 (15.6.1905) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
VI (1905)
Issue
12 (15.6.1905)
Date
1905-06-15
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Sr. Jüdische Volksstimm«. ne 11*11 Proletariat.«־, und es begann jener Kampf zwischen Sozialdemokraten und Ghristlichsoziall 11. von dem «ich gleicherweise Christlichsoziale und Sozialdemokraten nfihren. weil jede tie der Parteien Schwächen und Fehler in entgegenge letzter Richtung aufweist, En grolter Teil dir Juden hatte natürlich wieder nichts gelernt 111 d wieder lietien sie sich von den Sozialdemikraten als Kanonenfutter und von den Christliqhsozialen als äuüerst zugkräftiges Agitation«- nationalen Chauvinismus femhaltej» und in nationaler Beziehung für die Autonom ie und An-- erkennung der jüdischen Natiomdit 1t kämpfen. Ferner ist es im Interesse der J|1t< en gelegen, für eine Beilegung der nationalen Hetzorgien zu wirken, denn solange man defi ►ereclitigten nationalen Forderungen der Nationen Oesterreich«■kein williges Uhr leiht 1111J 1 eilten kann, werden auch die jüdischnationaleü I ,orderungen nicht zur Erfüllung gelangen. Es ist weiter eine 111 ttel gegen die Sozialdemokratie, durch ihr ־ Heimstätte für die osteuropäische a Juden zu \ Tlileiben in den Bedien derselben, verwenden,;erlangen in für sie günstigen Ter־it)rien. damit .! für die vernünftigen, modernen Juden in ' dieselben nicht das Heer der we d« uropäiseben Österreich kann es bei den verrotteten österr. j arlieitslosen Proletarier vermehre; 1! mit solcher- Parteiverhältnisseu nur folgende Formel gehen: art der Kampf ums Dasein einen 1 nl isemitischen I. Durch die assimilatorische Politik fördern Beigeschmack erlangt, und damit Jii selben nicht sie den Antisemitismus bei den Kassonchauviin ihrem,Heimatstande durch t>e cl nittene und n steil und 1 ilirisUiclisozialep durch Jhre Beunbeschnittene Kapitalisten zu Je eil Auslieut< iligung an den fremden, nationalen Kämpfen.1 tungsobjekt werden. Die jüdischen sozialistisch Also, heraus aus den chauvinistischen laigem und gewerkschaftlich organisierte! Proletarier a ler Zungen.! ׳ endlich müssen, um die Arbeite 1 lieht zu zer- -- Um auf dem Boden des‘ Sozialismus splittern und ein geschlossenes Z us ininiengeben s eliend. im Vereine mit den Sozialisten Aller! aller Proletarier zu erreichen, dt r durch den anderen Nationen Eispriellliches zu leisten.; Antisemitismus geschallenen No ki re Hcehnung ijiiisssen sie j ü d i sc 11 n a t i o nal - so zi a 1 ij tragen und um nicht einen. T *11 der' Arbeiter tische Gruppen bi 1 de 11.11111 dadurch nichtiins chauvinistische lind reaktimire Lager zu" lloll'mmgen, dann vermeiden ,wir unangenehme Enttäuschungen. Dieser Artikel mag als Antwort denjenigen dienen, die mich anfragen. wie sie sic|1 zur neuen russisch-jüdischen demokratischen Partei 1 erhalten sollen. -o Freisozialismns und die Judenfrage. Während die sozialistische Partei marxistim her Hichtun^ die Jndentrap‘ negiert oder «in den Komplex der wirtschaftlichen Fragen einhf. stellt die freisozialistische Partei die B«־.-cl1äftis?11ng mit der Judenfra^e auf ihr Projrrannn. Die ,Freien Worte״, Eper. bringen in ihren Nr. FJ. 520 11. :21 d. J, einige interessante Artikel unter dem oben angeführten Titel, aus welchen n li das Üaupt.'ürhlich.*te herausgreife. Der Verfasser —n—k will zu diesem Probleine scharf und prägnant Stellung nehmen gegenüber dem rassenhetzerischen <!hauvinisums deutscher und slavischer Demagogen, dein niDchlen Hassen- und konfessionellen Antisemitismus der < Ihristlichsozialen um! den verwarchenen, farblosen und seichten liberalen und sozialdemokratischen Hegrillen über die Judenfra-:•*. Die Sozialdemokratisclie Partei erklärt den Antisemitismus uml die Judenfrage aus der ka! italistisrheii WirtscbaHsform lieraus und 11n־i 1t. ilaü mit der t'mgestaltung.der heutigen *jindun^ sei. zu entziehen und damit der Agitaliebes Wirken zu ermfvglichen. ökonomischen Verhältnisse in sozialistische, bezw.! jion des Klerikalismus gegen den Sozialismus ■ tischen Prinzipien, iinj Sinne F . m: ialdemokratisi'he. auch die Judenfrage ilirjliie Spitze ahzuhrechen. •zu füllen. . Kmle finden werde. j in dieses Durcheinander bringt die zionis- Es ist sehr erfreulich. daÜ ^1p Die chauvinistischen Nationatpfarten und ein 'Peil der antisemitischen ('.hristlichsozialen fallt the Jml<־:rfrage unter dem Gesichtspunkte th - Uasreup.ohlems ins Auge. Sie wollen ilie Judentrage nicht gelöst wissen, we I die Jude het/en gewi-se:mallen das tä!liehe Hrot die>er1 polilis« heu Bankier hiltlen. Di mIiou verllossenen liberalen glaubten mit einer Negation der Judeufrage sei alles getan und sie glaubten, dall durch ein einfache.«• 1 linwegsehen, oder durch die ״Assimilation* die Jud mf1־age ans «!er W lt zu schatten sei. Ki-chinew und Wilna, die erlittene Schmach. Verhöhnung und Entehr 1mg armer jü,li>ch«r Proletarier ist die Frucht der Assimiluutenpohtik «ler ,Juden iheralen' In der Aera des manchesteiliehen Eiheralismus halle die assimilatorische Judenpolitik Seite 5 j »dischen Eäementen von gröUerer Hassensensi- 1 treiben, sich national organisiert liilität den Eintritt in dieseDwn nicht unmöglich geschallenen jfnliselmathmaleii lger 4u machen und ilen! '.hristlichsozialen und deren! hätten in wirtschaftlichen Frager AähiViiter «lern Klerikalisnms den Boden zur | in Hand zu gehen mit allen 2 Behauptung. «lall der Sozialismus jüdische Er- 1 schaftlichen Organi?atij>n«*n und Jie solcherart 11 rganUationen 11 itürlich Harn! 2 ml Ten gewerkein erspri, 1 f freisoziali>- typenheimers lische Bewegung einiges Eicht. Der Zi«mismus Seite als von der jüdischen bejaht im (iegensatze zum Assimilantentum «la^! simg der Judentrage >icl tatsächliche Begehen von Hegensitzen zwischen! Vielleicht werden sie zi Oberwasser gewonnen mul «*ntg«*gen allen Beset u «ier nationalen hrdivi.iualität mul der Ellnkj g־׳liel mail sich darin, «las Judentum statt in seinem nationalen und Uassenniument wur/ehj zu• sehen unter «lern Gesichtswinkel «ier Kon f׳--ion zu schieben. Durch di«‘se direkte AhleUg iiuug des Bestehens eines nationalen Judentum konnte umn «he komische Beschichte erleben, «lall in chauvinistischen Versammlungen de Deutschen. Slaven etc. von den Juden feurige^־ Protest gegen «he jeweilige ״(iermanisierung oder ״sTavisierung“ erhob«‘!! wurde, währe! diese Hüter des ,Deutschtums״ oiler .Tsclu < 11,-ntnms״ die gravieremlsten Beweis«‘ ihr« zur Kl Jmh n un«i Ariern. Er verwirft' fernerhin das' wärtig etwas verworren«•!! Ansjch Aiischmiegen an frenule Nation««!! und Bassen nms seihst beitragen. Mein Befiel und fordert von «len Jmlen. «las Natioüaljnden- Anregung zu * weiten*!! Ausefnai tuln zu hekeunen. I'in die Basseng« g' lisätz.e zu mihleru m1«l «lie Scliäiien «ler Assimilation'! wreiler gut zu machen..erdivht er: F«»nlerm1g und Her\«>rh»:lmttg «ler jüdischnationalen Individualität und Anerkennung der- ' selben «hirch «lie anderen Vö ker. sowie die geistige und physische Wiedergeburt «Tes Jmlentum#. Er erkennt auch weihuliin an. «lall «lie Jndijufrage nicht «las Ha»«*uproblem allein. sondern auch das wirtschaftliche Moment zur ׳ das Baseler Programm enu Basis hat fm nun einerseits die Betonung der kümmert uTn Fehlgriffe «tes V I. national« 11 l:1divi«hmlität und andererseits «tie Arbeit für Palästina und da!H! dem Kampf«‘ ums Dasein fast wehrlos g« genwied« r aufnclmien.!"!bestehenden .Imh'i! im Ost» n Europas «ler Ton und Inhalt «tes Aufn von anderer imen zur Löi«־h be1fn*!|kbar n1a«11־e:1. der gegenen im Zi«>ni>- t sei hlntf e ne ideist-tzungeii. -r—th. Zum Aufruf der Waisehauer ״politischen Zionisten“. Aon I)r. f.. Felix Pinki Als ich dfe Cb«*rschrifl : (ן!ו־ י pe .politischer Zi«u1i*ten״ in der .Welt״ las. werde man sieh endlich w!«m! Au stn in heutung un«f «l«*in El«*nd«*־z1 entzieiien. erhahl eines Bessern. Der etw glpulit«‘ i« h. nun \nf Horzls. auf m!׳l. uiiIm- Kongresses, «li«• für un-er Volk ‘f «.‘!tn ht «he zioni^tisdie Bewegunt « in«׳ Heimstätte «len zarten Amleutnngen a if Palästina und der Kulmin itiouspunkt «1, r Aneignung der^ Schekelkassi ft zioAist(>ch«‘l! Bewegung ist «li - Wie«t(‘1i!erstel- . Zeit, deren ' längr-t ahg«־s«־hi nUne Bei<ter wir hing des «lurch Titus zertrümmerten Nationalnicht zu neuem Leben erwt dk« 1׳! sollten. Der Judmistai.tes. nalürlich auf m*״l prn.-r (U’iimUuge. Inhalt der Proklamation «lag. He! ist — so s.-I,r Von >Ier S onn t ag > - N a c!mit( agsidee sich die Verfass»■!• auch dageg i! sträuben mögen ei! Kind «ler neuesten Zeit, des .reinen ted be!ehrt«‘11 midi 1s antike Ton mit widern*« htlidie umnt aus «*iner le!r W reiterherstellung «li*s jü«Iis«־ hen - 11 di( hes aligesehen. «litt ja nur von Territorialismus״, obgleich l!e tili «•he 11 Schwärmen! ,ernstlich ins!in Ver-.11chnng kommen kön rtaji I ־ A u g fallt wir 11. schlägt «ler r«*i11«* Zionis-, reinen Territorialismus״ r 1 ׳ tiu- «h*n von «ler Lösung «l«*r Judenfrag«* nicht «ler Anfang des Aufrufe zu z« gt wirklichen Nationalität in ihren Physiognomie 1 i weit entf«׳rnt«׳n richtig«'n \\ «*g du. Die zionist. ALo «li«' Jungzio11i>ten erhli ke 1 . 1 •■ 1 1 ר . . וt. 1 __ i .* ..1,11 1 .1״ t1,.L..\.«.,II•,,» 111,111« m .,1 a.. ך^ן zur Schau truai■:!. So ce'.icu wir einen ^inlli ii Teil 11er Jutlen eifrig an ilem Naliomilitätei rninniel mitwirkeii uml ilie Strafe liiefür liliil; nicht ans. Da sie hei ilein j>rivilej:it'rtpn WaU-] Heimstatt■ svsteni itas Zünglein an der W’a^e in allen m־- n1iscl1ts))rachiije11 Ländern bildeten und dadnrth einer oder der anderen Partei zum Siege virhelfen konnten, so konnte es nicht ausbleibt n. dall die mit Hilfe der Juden besiegte nation; le tlru|1]H* ihren ganzen Grimm darüber mit voll er Wucht auf die Juden zurückfallen lietS. So bah?11 die assimilatorischen Juden zur Schürung c es Nationalitätenhaders nicht wenig beigetrag 11. Aller noch andere Nachteile hatte ׳ lie Assimilation für die Juden selbst im Gefol je. Eine solch feige Verleugnung der eigenen 1 ationalen Individualität, wie es bei den assiinilutorischen Juden der Fall war und in l'ngam zum Beispiel noch der'Fall ist, konnte nur die tiefste Verachtung der arischen Stämme ,Tür die Juden mit sich bringen. Die Assimilation züchtete den Antisemitismus geradezu heian und durchsetzte sogar einige Teile , der betreffenden Nation und Basse, mit der die jüdische in enger Berührung stand, mit diesen spezifisch jüdisch-assimilatorischen Eigentümlichkeiten,) Nun suchten die Juden Schutz in den ״Beihen des internationalen und interkonfesiioli!Bdslrchiuigcii konzciiliieri■!! sich hauptsächlich!Judenvolkes nicht in ei - ' darauf, den durch das Stignai des Judentums ■ europäischen Gohis mit d int lei 1 1 ] mul der Armut doppelt belasteten Juden eine Palästinas־, sondern in .!fin zu schatten, auf der sie auf der!gesicherten Heimstätte־. Grundlage einer den moilenina Anschauungen in die seit dem M. KongreJ entsprechenden Verfassungsfiirih ungehindert an liebte \ersenknng gefallen. D; ihrer kulturellen und sozialen Entwicklung'ar-Hieb nicht Wunder nehmen, di nur zu leicht von einem _un-!rechen. I deich diese Tatsache. las Heil •h-> Austausch des siatischen Gohis ree 1111 i e 11- ,alästina ist hier mit Beeid so hes kann uns frei- 111 der Zionismus Gottlob nur der UnlifZc ebner des Auf- 1 ndig. sieh gleich-! hauen. ' welche Anm. des Ve!'.| nationaljüdisehe : beiten können. , _ . . (Diese letzten Sätze des Verfassers bedürfen | mfes — halt es ja .für 110:1V! einer Berichtigung. Bei einer Aufzählung mul!;zeitig nach Territorien 111IZ! Iiekiuuitlich eine gewisse Beihenfolge eingehalvorläufig (.vorläufig‘ ist git teu weiden. Zuerst .kommt dn|s Wichtigste und!geeignet wären, autonon e. dann geht man zum minder Wichtigen über. Zentren zu schatten.־ Ein Prinzip .Zucker bleibt' zu Grund־ darf Und das nennt man JgeM nicht angewendet werden. Diese Beihenfolge; des jüdischen Volkes im t ■im e des politischen .. '!־-—'־־־'■־ ־־'■ -1־־־*ehreren Terri-- as die Anhänger reinen Territoriadiese sind doch hat der Autor in den ,Fleien Worten־ nicht Zionismus, das Suchen uac 1 n eingehalten. Der erste und wichtigste Punkt torien ist auch das Einzig ■, des Zionismus ist und bleibt das Heimstätten--der Proklamation von dei Programm. Die Wiederherstellung des jüdischen listen־ unterscheidet: de! in Staates ist durchaus keine ״Soimtags-Nachmit- ■ wenigstens so vernünftig, afi S teile von Palästina tagsidee etlicher Schwärmer' sondern das ernste i ein anderes besser zu erreict endes Territorien, •. Ziel der meisten, alles mehr als schwärmerischen! zu setzen und dort die f ir lie Erhaltung des; Zionisten. Anm. des Verfassers.)!jüdischen Volkes notwendige Konzenti a- , _n_)j begnügt sich im Weiteren nicht |t ion zu bewirken. De 1 Konzentrationsmit der Kritik der anderen, sondern macht j gedanken, der doch gewil ai s der Rüstkammer? selbst positive Vorschläge: Es ist notwendig.; unseres teuren Herzls staunt, auch zum alten; dal} die westeuropäischen, insbesondere die ׳ Eisen zu werfen, blieb d •n Warschauer .pol!- österreichischen Juden sich v on jedem fremd- 1 tischen Zionisten־ vorbei alt! n. Gedenket des jüdischen Nationalfon des! 11} Konzentraliim

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