Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- V (1904)
- Issue
- 16 (15.8.1904)
- Date
- 1904-08-15
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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-V. Jahrgang. Brünn, am 15. 1904 di’iiMi'c a»v Ci'iu’uvut Uiunun K .nMm.r.?cul'äNattd iwi.yahrn ־Sitar f!•;•;״ ו ,(1יד111וז*ייינץ,iiitt'jj, 4!nkr2 .׳h 'Kv^afuon 1nn> Ä 4u- ..^;ו1\ואו<; '-i'0ir*>M11mu.!:• . 0\ן,«0111.י־ג Ci־ ־ Si-.miu. B;־ü Was ituu׳ jrn ly.',;יי' ׳1*11 0׳cdanken filier das UummciiJic. Pon * * tij ׳vütirft ist tot. aber die Bew > g ״n g I b:. und wenn auch noch so oit die grüne A.l .»leine und das Mainzer — Gemeine IN wunderbarer Harmonie und Eintracht bas (fegen, tu! veriichern Und die Bewegung wi!d weiter Ilbni u^ld zu ihrem Endziele gelangen. das nicht! > Lozialdcmokratie in den Schtank gettelll wenn auch Herr Marimtlian Paul Schii! rät. der so ffenau weist, wie man sich an den e» Theodor Herzls veriunbigl. Äcr aber wird uns zum Ziele bringen? Was nun geichehen '!׳ Diese Fraqen bewcheu jetzt uns alle, Zwa eu:׳il,ckiie Äußerungen hierzu hat bisher die Preise cht: eine anscheinend ossizivie in der Wiener dann im Mar Rordau Fntervicw in den ti". B ide stimmen darin überein, das! vorläuiih le::: Ehizclncr da ist, der Herzls Rachsolgcr sein daß durch den nächsten Kongreß eine Ilmnh unserer Lrganiialion ersolhen muß. baß ertcilung der Ämter Herzls an mehrere n notwendig ist. aß unsere Konstitution geändert werden in schon zu Herzls Lebzeiten verschiedentlich 3־frt Warden. Bor allem wurde die Zusammenmg und Übertragung der verschiedenitcu Ami-t Funktionen an einen Einzelnen sur unrichtig igeeigiici hingestellt, sodann die Zusammender Aktionr Momnccs für nichi zweckdienlich n der Tat war bisher dar große '.'Kttoi;■5 e eine. Sammlung von verdicnlen Agilalvrcn". :l aber eiue politisch beratende jiorpcrichast, was igmtlich sei» sollte. Tieie Fnsiitulion müßte b'tn der Form zu dem gewaichelt werden, was Wirklichkeit schon war: 1■ i n Äusichu I! L rg a 11 i ja Ii o n und AgiIalio n, der Ausschuß auch, der wirklich eine Zusammennach Länder» erfordert. Tic Funktion wäre , 1; po:׳- 11'.:׳: tf. : ':a!t> 1 .... B 1■ Ovicb den Ram,׳^genau um'chti-be». Unierznordnen wäre die'cm Ausichuß!in iolchet für Mult irr und!i :ו ie bun .״ ן ir.1 .:.- r; ja auch den Perkältnit'en der eiuzeiueu »ander entsprechend ver ׳ckied-n zu gestalt-,n wäre» Das genannte konnte eine An^ ,M i n 1 si e ri u »1 des Innern" darstillen, L.te Praiidtalg.'chäsie desselben ivären am denen zunachii von M.!gliedern des jetzigen engere» ','lI>1ons-Mom:!ee zu besorgen. T-Mhegenüler üände ein ״M t n i ü e ri u m des Äußeren". Zr'.i Uttteradteilungen wurden iich dainr ergeben: l. für vol.nich diplomatische Beft-r ebunqeu! - tür praktische Palästina Arbeit »|ת d Auswanüerunasira ge n. Fn '1 wurde d:e bisher >0 gut sunktionierende Palästina Mommiiston Pros. W ar b u r a. Tr. Oppenheimer. Tr 2 S oskin übergeben und wäre damit auch der Sitz Berlin gegeben. Für die Anrwanderungsitagen - dar schon von H e r z l als notwendig erkannte Ernigrationsamt — wäre es vorleilhan Leute kineiuzuzieden. die mtl diesen Fragen sich praktisch schon beschästigt haben. Zo alio zunächii Ui.siichkin. von dem verlautet, daß er nach Berlin zu nl'ersjedcln gedenkt, dann Motzkin. und schließlich Tttettch. Es wäre falsch, ijus leine Miiarbett zu v-rzichte». Er dürste einäejehen haben, daß man manchen Wunsch und t ja er noch io birechiigi gelegentlich zitillckitellen 'muß. und manches von den schönsten, best, n Pläne» I'p'ern muß. um Tinge IN dt: Wirklichkeit umzllictziN. schwieriger in die Frage nach Le» geeigneten Männern üit d!e politisch diplomatischen ,Bestrebungen, und ob -s überhaupt möglich sein wird, geeignete krai'-v lle und wirklich fähige lPcrsonen hicsür au einem Sn zu iiud-n. Gegen L o n d o n. das »> Frage kommen konnte, wandte Mar Rordau ein. daß die Unkeni.tuis der den rusitichen Fuden verständlichen Sprachen ein crnnes Hindernis bilden würde. -Sollie nichi aber anzuneymeii je»!, daß wenigstens ,,״ T-il der nt Betracht komm-, »den Engländer die deutsche Sprache beherrscht't 50 Bcn t w ich. jEowen. is-aner, Green Hera. Montefiore. ׳ W c i z in a n n, Z a n g w i I l. Für Berlin l dagegen ׳pricht. was gegen London ׳vtichi. daun die Bähe zu Rn siand Aller dings kehlt es >1> Berlin zunächst an ein-r genügend ״ Anzahl geeigneter Persönlichkeiten Fn Frage kämen einstweilen mir Pro׳ Warbürg uni! Tr. Ml Tr. B öden Heime! wohnt nicht in B in Moln. - Zollte iich zeigen, daß kur di die Einheit-des. Lnes -iit׳ io konnte man sich 'geiaht so denken; t. Mar Rordau Warbur g; l-i. W o l s i o h n. 4 tBodenhcimcr. Durch Proi. Werburg wärejBerbindung mit > der Abtcilun! ' Paläitina-Arbeit!1110. ge'chaise». und ivhn eine solche mit dem noch' »Finanz Ministerium". Für diese dritte HauptinsiitMtoü wäre!eben ialls der 5itz.London. Dem Ftnanz-Ministerium! würden Molonialbank und Banonalsoh Daß vielleicht das eine oder andere Hann.-Haag oder Mreuten etzkn-BAicn — ander j wärts aniäßig wäre, würde nicht si oren. W o l ׳ v >1 n dürkte doch, wie man Hort, übernedeln. Tie setzigcn ' und früheren engeren Aknons-Momitce wären, soweit 11c einem der ,Ministerien" anqchören s,5taatsrat" de» sämtlichen Fus -zugcben. und io gingen ihre -durch; Tätigkeit erworbenen Meontniise der - verloren. ■■ Ties insgesamt wäre die un irrer Bewegung, und wenn dun ein M!greßprärrdent gewählt würdet der ke,1!,Ministerium" angehorte. so warci die Tl'iti! l.ithu׳ völlig von der Erekutiva getrennt. :: I jevensalls ein erstrebenswert er Zusiapd ist -rlin. sondern. cn Ausschuß nicht »nbedingt notwendig eine ZusaniMl nictznng L Pr>ß;sor lsa '1 er; :edaun ,',!eich ng 'fr praktisch durch W.'l:- » nennenden d unterstee. Mitglied nach Loude-n tlfkitgliede-r h,s n:ch> >ati-i als ituttoneii die bisher:.:-, führang >1 .11: E.t^Itnkiü 1' Aeuil' leLon.; lVcnn nicht itudj höl|cr ... iJon 3. l’. l'erei«. ilberityr vo» Xta £tt**. Alle Tage, zur Zeit der ,5elichos" verschwand : iabbi von Hemirvw. Tic Fainilicnmitglieüer d:n vor Sonnenaufgang aus, gingen Fort, die i-ws jagen und ließen die Türe offen. Ter -> mußte zweifellos nach ihnen herausgchcn! r niemand hatte iyis jemals gesehen. Weder -:!:en, noch in der Synagoge, noch im Betht drasch, noch bei den Minjanim. Daß die Türe ut um offen blieb —- nichtand nahm daran Anstoß. Diebe hätten es nicht gewagt, sich in das des Heiligen cinzujchlcichcn. Wenn einer cs >ls gewagt hätte, dar Türschloß zu berühren, c Hände wären sofort gelähmt worden. Doch ׳ tist der Rabbi? -Man fragte es sich und sagte: ,seht, wir tind s - s,schrecklichen Tagen" nahe. Tic Pklichten des F׳id-^1 sind erhöht. Es fehlt ihm vieles: Erwerb, die -picherheit, die Gesundheit, die Gottesfurcht und du Furcht vor Strafe... Der Tag des Gerichtes lotnitit. Satan durchläuft durchläuft die Erde, prüft ul-esj erfährt alles mit seinen taufend Auge». Er toi jum Bösen und führt es aus. Tann steigt er;»>»: Himmel auf, um dort seine Anschuldigungen vorzubringen. Woher hätte Israel in diesen Tagen des großen llnglück» einen Berteidigcr genommen, wenn er nicht der Rabbi von Hcmirow gctvescn wäre! Er steigt H tu, > ui;:las! ic ebenfalls zum Himiucl empor, luicl dort vor dem glorreübet, Throne und bittet für sei» Bolk." Main da eines Tages ein ,Mithnagcd" tGeg- II.r des Ehaisidismust aus d>m .Jerusalem von Lithauen" Wilna>.' der über diese Erzählungen lachte. Man weiß ja. daß die Lithaucr erhabene und vorgeschrittene Leute sind, aber auch »ur das. Tarum haben sic auch verlorene Seelen und glauben nicht an Heilige, llnier Lithauc iangt eine Talmud- :,eile aus bcm Finger: dort st-ht es ganz genau zu leien, daß selbst Moics, unser großer Lehrer, der Friede iei mit ihm. nicht in den Himmel gekommen tei. sondern zehn Meilen von ihn, verdlüb Ilniio weniger der Heilige von Hzmirowl Wo 1Ü alio dann der Rabbi während der ,elichor v Aber der Lithauc behauptet, dan er noch andere schwerwiegendere Fragen fu stellen habe, als dicsc.^ die den Rabbi betrifft. . . Fm geheimen faßte er den seiten Entschluß der Sache aut den Grund zu konimen. wenn auch nur versuchsweise. Roch am selben Tage zwi'che» den beiden Abendgebeten, schlich sich', unser Lithauc in dar Schlaszimiiter des Heiligen. Tort legte er sich unter dar Bett... _ . Er sürckitele keineswegs vom ülase nberratcht zu werden, denn man iit doch nicht umsonst Lithauc. Man wählt cinsach einen Talmudiraktat und lernt ihn auswendig. - (fr blieb die ganze Rächt wach.^dcn Traktat unablässig vor sich hcrsagcnd. Eine Stunde bevor Fit es nur. ratiam. iosor/deij Mongreß >:!: zuberuien? In jener auschezitcnü pisiziösen Aus - lassung >n der ,Ze1t"b«egt es: .Ta aber.."..; Geschäfte des Ak1i0n->bunitccs vorläüiig eine Unt.r alle, ausstanden, üni zu den Zelicho i zu gehen. Ue_ gann der Rabb/sich zu bewegen. Lange und ti-ie Seufzer wurden tiorbar. Es ist d -kannt, daß o.e Seufzer des Heiligen von Hemirow >on Traut,gk.u. Leid und SeelcnDual erfüllt sind. Alle, di-, iit Horen, müssen id»<nen. Ter Lithauc n:terbrich: ke!:..;׳ Moment leifftC mit leiser Stimme hergeiagien Studien. Tann sind beide ruhig, l der Rabb: und der Lithauc unter dem Bette. Rachhcr rief man zu den Selich os Ter Lt:!:;::!, Hort das Geräusch in den Rachl arzimmern. :״׳ Hausleute verlassen die Betten zü!den Mer-..;: an. waschen sich die Hände, kleiden sie! an und die Türe ösincn... Alles wird wieder ruhig. Ta! Licht, öäs bis zum Bette des Rabbi geleuchtet Ha ie, verliiau und der Lithauc bleibt im Hause — alle!» mit dem Rabbi. Da überkam' ihn — wie er pä:er eingeitand — die blasse Furcht. Seine Glieder und seine Zahne zitterten vor Angst. Es ist auch keu ie :0 gewohnt,-1!e Sache, mit dem Heiligen in der T elichoszeit allein zu sei». Am ganzen-Leibe zitternd verbielt er sich mäuschenstill.... Ter Rabbi, gcicgnrt ß-i icin Ramc. erhob iich von seinem Lager. Er s!and aut. nälfrtie sich d, m Schranke und nahm ein Paket M leider heraus. Es waren die Mlkider eines Bauet», ein Beinkleid aus weißer Lcinivand. breit »ndTiiiz. ein riesij es Paar Schuhe, ^cmcn großen Paletor aus Leder, ine Mütze, amu l Gürtel au« Mupset mit Mupierscht allen. Verbreitet den ״Jüdischen Volkskalender‘ ^44642