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Jüdische Volksstimme · 1904-07-15 · 14 (15.7.1904) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
V (1904)
Issue
14 (15.7.1904)
Date
1904-07-15
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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n tragiidier ('k'banf-.■! Jieie Tragik im Leben Tr .\1י־1.י« IN aber iragtf bce litbiidten iV.f״.׳, bas'!eine fisrößen. ,'eine AÜlmr, ieuten ffieiiia« au ber ö'rcnji■ &es iicfoliten Üanöf« fterben lieht 1111D verlassen .midbleibt. Sie־ oft in b.׳n lebten jwei oahrtauirnbrn י all tieft bas I ibtidjc Volk wie Tr, H>rzl an bin Ziele feiner Wnuicke, unb hart an r Gfrenje entwich ihm bas gelobte Üanb, um feine 3i>onberung burdi Efce Suite vom neuen sortietzen zu müssen Uncrmeßlick und tronlos erfdieint bas!!ranjame Verhängnis, ld)1« bie unerforfchluche Vorsehung ,rbarinungslos dem jüdischen alte;11 bei» :0;'ן0'1י.י -einer jüngsten großen Leiden auslegte, Gäbe cs ne» Trc-'t T1:r bas idtroer getruiienr. tief verwundete Herz b>s jiibiichcn -lkes. סי mnf;te es ibn finden ihpt-en 'Sorten lüottr* an Meies : ״fiiroj! tau Teil, -zro!! bau Serf, grof; ' bei« Verdienst, unvergleichlich 01; beine Sdiovfuna, bu fannit getroit aut deinem unfterblichen. ewig verwelkucken Lorbecr rüden! Jung an Jahren, allznirnd verläßt t+t. Tr, Herzl, dein Volk, bas dich io innig nnb wadr liebt, allznichnell eli't du lieimwärts, doeti nach einem Worte unierer Weiten, liaft bu in .׳nieten andren, in einem Vierteljahrdunberi. mehr iiir b-.in Volk ge I litet. a.r manche?uhrbunberte zniammen, Han eine neue Schöpfung in,an Volke ins Taiein gerufen, die niiiimermehr vergehen wirb auch wenn in Volk iich mit beinern ,Heimgang wie eine Waise ohne Vater unb 1iitjte r ׳iililt, auch wenn Zion durch dein Scheiben abermals wie eine litive einiain nnb trauernd zur Erbe sitzt. Zu. unserem wahrhaften Tröste ll aneii in unierer Mitte bas Wort gelten, welches die Alten von dem •i)atrn»reben Jakob tagten, und weiches auch von Moies berichtet wirb, ,1® l.bte. >o in der Abschnitt von dem Berichte seines Todes über-!riechet, als , wollte er sagen, Jakob ist Niehl gestorben, »IN ieiiieiii Tobe ginnt lau nii^ierdliches Lebe» für fein Volk, Mcnes fi'rab wurde nie iehen, er idi'ftjt• beut Volke bis.zunr heutieien Tage nicht tot und nicht graben, .er leb': in unterer Mitte fort, ttiemanb denkt daran, bas! Moses ch! tiiel'r unter beit Lebenden in. So in unb wirb auch Tr, ,Herzl snr bas jiibiiehe Volk nie tot sein, nicht begraben sein, Er,i sein fit.: ian Streben, teilt Ziel, sein Wille, seine Tatkraft und seine Schöps״ ,mm in, jiibiieiten Volke sortleben und sortwirken und inu^ wie ״»sterbliche Seele bie lebendige Triebkraft, bet unermüdliche Schau., drang des jüdischen Volkes werben, endlich nach Zion zu geangen u, müßten wir auch wie Israel noch vierzig und abermals vierzig Jahre der Wune heruntwanbern, j Sein Wort! ״In drei Jahren habe ich Palästina", muß un-, Leitstern sein, nur bet, einen Weg, die eine Richtung sestzt halten u;. davon weder rechts noch links abzuweichen und ist dieses vielttermögend maiet,ätiiebe ״Ich", nicht mehr in unserer Mitte, so Mülle«! mir all. tu lamm en dieke« kräftige ..)ch" werden, so n11|6 es da gante jüdische Volk sein, war Dr. Herzl bislang da» jü dikchr Volk, ko mnk »uttmrhr da» jüdische Volk yoktoi Hrrtl sei». Wer auch immer sorlan die blau-weiße Fahne beut j. bischen Volke vorantraaen wirb, er sei nach den Worten unsher^Weis, ״Jepbta wie Samuel" auch ein Tr, Herzl snr iinS, getragen von den einheitlichen, ungeteilten Willen de« Volkes und von der unbedingten 6\ solgschast der läeiantthett, denn wo der ״Eine Mann" nicht mehr r. da musl irgend ein Mutiger als Mann der Zeit und beS Belkes in d, Bresche treten und die Lueke mit seiner Perton decken. Das ganze ju bische Volk »ins! im Sinne Tr, H e' r yl s tute ein Mann Zusammenwirken eins in einem fiteine, in einem Streben, in einem Ziele »ich zusau, meniinben. um bie Schövsung Tr, Herzls, sein Testament nag seinem Willen zu tlollitrecken, Tann ist und bleibt Tr Herzl sü. bas jüdische Volk nickt tot und nicht begraben, sei« Wirad ilt in, Herten eine» jeden vlannea «nd einer jede« Fra« des jüdischen Volkes unb ,ein Andenken lebt unlterblich fort im dZedachtnia des jüdische» Volkes als der wahre Erlöser dos jübijcheü Volkes ans dessen zweitans.ndjähtiger Jubennot, als dessen wahrer Befreier in aller Ewigkeit, Tr, Adolf »ürrein.!3 ml tat! 1ea i'til.U : :an in;mein •um H 0.1: .::;.11! V ־inu tnuü i,' ick längerer Zeit an Herzbeschwerden, die er aber mit! zionistische Stubenlen Tag und Nacht Ehren: großes Energie ielbit seiner nächiten Umgebung zu!Eine Stunde vor dem Leichenbegängnisse übern; verbeimlicken wußte, 'die Mitglieder des Aktions »tomitees die Ehren Vor zwei Monaten haben sich feine Leiden so; Bereits »nt S Uhr früh kamen aus alle» T t'eltr giit.ig rt, bas! er gezwungen mar; aus Anraten! der Stadt tausende und tausende Vglksgeuois der Aerzte seine Tätigkeit auszugebeu und nach Fran-, ihren Führer,bas letzte fijeleite zu geben T. auf miey bie iurchtbare Wucht jeuebab zur ,ttur zu reisen. Er kam von dort nicht1 nittischen Studenten bildeten Spaljer, Aus gebessert zurück unb suchte nun in dem stillen Edlach Teilen der Welt waren Delegierte der zionin am Seuiinering Heilung, Hier schien ansangs sein' Lrganiiationen herbeigeeilt. Vor dem ,Hau- Zustand sich zu bessern, doch traten plötzlich vor »1 de» Straßen wogte eine vieltausendköpsige V 14 u.agen schwere Erscheinungen von unregelmäßigen j Tie Herren Cber-Mnntoren Guttmann unb S . Funktionen des Herzens aus, mit all ihren sürchterbrachten mit dem verstärkten Ehoredie Trauerg« lichen Qualen und Beschwerden. Ec litt sehr an ׳ juiy Vortrag. Über tiOOO Menschen folgten rbeben,: Atemnot. Am Morgen des Sonntags traten plötzlich, Leichenwagen, Trotz der sengendeü Hitze i. frommes Volk mit trrcm. Zeichen von 6 illaps Versall dir >!räfte> ein-Undie Tausende bis zum neuen Döblinger Lite unterbrochen wurden dem Ziranken .Eampser Julek-! Hof. Vor der Leichenhalle hielt der!Trauerzttg 1:1 armes^Volk! Mir ift, als hätten wir tionen gemacht, Nachmittags trat aussalleitderweise Trauergebete wurden bei Stille verr chtet, Tic giig.icheu u.ra!1m geträumt ,L>11nberttausenb eine io bedeutende Besserung ein, daß man meinte,, glieber des Aktions-,Komitees hoben den Sare gen steigen zu t'irabe, und sie alle, alle der ,!!ranke werde sich dennoch aus dieser schweren : trugen ihn zu der Gruft, :::;.in ,S.ii.a•-•!ähre ich empor Mit i:'ep-,r* mie ein c berner Reis, legt sich über -'!.banke nur um b;f Stirn: TI> eobor ■ 't tot/ Seit L4 Stunden wußte ich•?, ׳/ ein -türz lichkeit, cvbor Herzl in tot. >n uit'irem Haupte, malet, wettet iich man ti-etie Volk, Mick vadt s.!n bnmv'er Schmerz, o Icke nt Leid wie b,as liiinel. wo mein!'׳ent iucht. ,i'al.re ii b T U 1.1 bi ae׳a!״n ,ns La Volk fie 1 mir Wogen bitter! beißen fii.taU'en ift bie Fubleii, Ich bin seine nille Ver- 'Nie iah ich ein 'ritte nch Mit, zu ii-rabe geleiten Webe mir! Wie, tragen eure Last, ihr Tarnende! . an Mann von io viel Sehn Tvpnn wurbsucht. lv.-ck ei,!׳, w walt:ge viel ,Ho'fnnngen seines Volkes gehoben? iletrlickcs Leben, so geliebt zu werden! llnb^ rb er bmgeram auf ber Hohe seines ge- Werkes und seiner .'irait. Welche Tragik! ck^iiicker war klitger, mancher beredter, mancher' r Abet er war wc i se unb (u tin cß 1׳'t kein- Hau« tu bau mckt ein Toter ift.: >cr Vater, unser rLg über Erstgeborener in. Arrake befreien. Gegen 1 ,'> Uhr drückte er den; Direktor T. W o l s j o h n sprach dann nt; Wnit'ch aus, etwas zu schlajen, Tr, Werner, sein! hobener Stimme im Namen der Freunde und Zio:: treuer Pfleger in den letzten Tagen, der mit ihm! ״Lu hast nicht gewollt, daß au deinem-• allein im Zimmer war, wandte sich für einen Angen-! Neben gehalten werden. Dein Wille ist uns l blick ab, als er einen tiefen Seuizer horte. Als er; aber schwören wollen wir, daß wir das vo: sich rasch uutwandte, tat ,unser Führer setnett letzten, begonnene Werk mit allen unseren birästett Atemzug sichren werden, schwören wollen wir, )aß wir T •Namen >tet« heilig halten werden urd Dich nt AllliUllft Der Tri die lirrjls in Wien. w-rden. so lange noch ein Jliide aus; ‘! lebt. In dteter!chweren stunde, wollet, wi: 1!ln einem der ungastlichsten Teile des Wiener! Schwur wiederholen, den Tu aus dtm letzten "ubbaltnhoses versammelte sich am 4, Juli eine gresse schwurst: ״ - I —w. i- ״Wenn ich dein vergesse, Jerulsalem, v> iaiigen. ,'>:1111^ britt.n Male nt Jerusalem! ״lehrltundertköpfige Menge, den toten Führer zu ie eine ^,feuersäule ging er uns -voran; einpiangen. Die Stunde seiner Ankunft war nicht d niit.rer Väter. Sagt, wann itt einem: genau bekannt geworden, trotzdem strömte» sie in 1 , inlette* Unglück widerfahren?! Lckaren herbei, 'ihn tu Ehren nach seinem Wiener! fiele Bcenschen itetben, manchen, ber ן Heini zu geleiten, das er vor wenigen Monaten,! und wert ivar. Viele Brandungen und freilich schon kranken .Herzens verlassen und in das! und über ,mich dabingegangen. Ich bin t'-iitg ui b fiark, unb bie Weisen lehrten mich, mein '_1en v tr 11 At bezivingen und dem Schtck'al hart entgegener- Uitter Führer und ,Held >s> gesallen, und!,.!״.tterlick ftürzen mir die Tränen aus den 'lugen,. s Werk, ans Werl! Ttc Zukunit unierer E l i a s Ä u e r b a ch. ie lirnulilKit tlr. licrilö. n.t, ha! gewiß -ner! begonnen. H e r z l s. eine Herzmuskel ickvii seit Jahren ihr Ver Tr, Herzl litt schon seit er 11> ^kurzem zurückzukehren hoffte, gesundet an Leib und Seele zu neuem Ziampf, zu neuem Schassen. Und nun kam er — entseelt im schmucklosen Large den ewigen Schlaf zu tun, ״Seine Studenten" hoben ihn in den Leichenwagen, dem die Menge in stummem Schmerze folgte! an seiner Bahre hielte» sie die Totenwache. Tag und Nacht, bis man ihn in die kühle Erde senkte. ’/. Deis l*1'i 111 cnlictiäIignis. Tonnerstag, den 7. Juli, fand das Begräbnis unserc-s Führers Tr, H er; l statt, Tem Wunsche Toktor H e r z l s, ein Begräbnisärmster .!!lasse, zu veranstalten, wurde entsprochen, TerLeichnainHerzlSwarin seinem Arbeitszimmer ausgebahrt. Seit Montag hielten Hans, H e r z l s Sohn, begann Hiera•״ geadal u jiskadaecl! schmeh rabo zu jagen, . bisher noch die Fassung bewahrt hatte, verlor diesem Augenblicke, Durch die Tausende, die ihrem Führer das letzte Geleite gegeben hatten, ging ein Weinen. Von Freunden geleitet, würden die : hökigen Herzls vom Grabe entfernt, zu de; immer wieder zurückzukehren suchten.. Dann t die Schollen auf Tr. Herzl« sarg und disilierung der ungeheuren TrauerzugeT begann während die ersten Trouergäste bereits den Frf verließen, strömten noch immer neut Scharen Gottesacker. vir Lraurrfrirr für vr. L^odorvc! Für den IO. Juli. 1/״I1 Uhr vqrmittags, das A.-.tl, die Trauer-Aedenkfeier für Lheobor ,׳? anberauinl. Ungefähr 0000 Menschen ju.»t>:: OesinNUNA8A6N0886N! Oeüenicet cies 3ch6k618!

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