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Jüdische Volksstimme · 1904-06-01 · 11 (1.6.1904) · p. Seite 3

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
V (1904)
Issue
11 (1.6.1904)
Date
1904-06-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr 11 r! ifi Dan jelbit besi dlungrsähig ist, ebenfalls Wüste bis junt rpiin SKcfte. :!. Die Nach b a r g c b i e t e des betreffen de» Landes dürfen nur schwach bevdlf. Jüdische «olksstimme Leite!! »״ jfl, Er!,״n. Uch "us nnserer Betrachtung, daß - 4'0!־•זinmnft. Der seit der Zerstörung unseres Llaalcs nach Palästina drängt, unbewusst das -Mehlige getrosten hat. Das ist nicht crstaunlichtz da!" Zumegesnhl in, jüdischen Bolk nur ein :tpezieller Ausdruck des allgemeinen Selbsterhaltungstriebe« ״l. '׳ Wissenschai! bleibt nur übrig, die Zweck׳ Mäßigkeit dieses primären Triebes zu deuten, zu sein Vorhandensein allein biirgt schon ►abliathlcixcn. it ein natürliches Ans wände ru izgsge biet vorhanden ist: I, Damit ein EinströINe״ von Uber! ichunbevö 1 kcrung aus den Nachba-r gebieten nicht zu erwarten ist.!erklären Tie Nachbarländer Palästinas crsüUcn diese I fitr seine Notwendigkeit Bedingungen in hohem Maste. . j H Tie! Bevölkerung des ungeheueren Gebietes der! ananichen Türkei, des hauptsächlichsten Nachbar-' gebieies, beträgt nur 24,000.00» aus einen Zlächeninball von 4,000.000 km2. In der asiatischen Türkei ist also sür uns ein natürlicher Auswanderungsgebiet vorhanden; bei der schwachen Bevölkerung' dieier Gebietsteils ergibt sich zu dem, das; eine! auch außserordentlich starke Vermehrung der dortigen Kevolkerßng sür unS gar keine Gefahr bedeutet.! Teiin nehmen wir die Größe des besiedlungssähigen Landes init nur 2,000.000 km2 an. nach Abzug! dcr Wiisle, und eine Besiedlungssähigkcit von 100 | Pcrionenl pro km2, so dürfte es noch viele Jahr- > hnnderte dauern, che da« gesamte Gebiet mit der! dann 200,000.000 zählenden Bevölkerung ausgc-! füll: ist, nicht zu vergessen, daß auch unsere Be-1 oc'.kerunb, sür die noch dieselben Gesetze gelten, sich >n diesem Zeitraum verzehnfacht lca. 40,000.000 >, und unibre llbcrschußbevölkerung in dieasiatische1 Türkei als natürliches Aurwanderungsgebiet abge-! geben worden wäre. Von bedeutender Wichtigkeit bei der Beirach. 1 lang dieser Bedingung ist noch die Tatsache, daß! in die astatische Türkei sich kein Auswanderungs-; Sit und ost wurde die Zrage nnserer Zukunft ström ergießt, wie etwa nach Argentinien. Lno be-s im Golus ernsten Tiskussionen unterzogen. Tie trug z.!B. die deutsche Auswanderung nach diesen bieiuliatc solcher Besprechungen waren immer sehr Gebieter von 1871 1892 nur 0 0/° (’.07 ׳ dcr trister Natur. Tie Situation, wird immer schlimmer deustcher Gesamtaurwanderung, Lenken wir unseien und trauriger! Wie cs werden wird, weiß keiner, Auswanderungsstrom, unter welcher politischen Form!aber wie es werden kann, ja wie cS werden muß. auch inmer, in ein Land, nach welchem sich schon!wenn er so weiter geht — das sieht jeder, der im eine uswandciung europäischer oder anderer Leben steht. Nur die Herren in den jüdischen Ratsgnrch mciiie Seele zieht die (yininmfeit, Vergrämt und kalt, Weithin drliin sich der 1״,ich1jgc Wald. Tie Vläner haben ihr Abendlied. Tnrch׳ meine Seele zieh! die Einsamkeit, (yin frösteln fliegt durch »leine Glieder, War ich dadrii» rm wirder! Lockender Ostockeu Ahriidgelönl!linst schon heiinwiiris durch s stille Land, — ich sehne mich nach einer waruie» Hand, Tie ieguend aus meinem Haupte ruht. v : .,;כ. Unfrrr Zukunft. Bon Samuel Strauß, Wien. Volker Ergießt, oder welches nicht, die von uns geierderirn Bedingungen crsüllt, sokann man mit nrathqmatischer Genauigkeit ausrechncn, wann flu 5 der jüdischen Mas orität wieder eine Minorität geworden sein wird. Ta« gilt sür alle Länder, die nicht dieselben Egenichaslen wie Palästina aufweisen. Tiefe Cua- Imnen!formulieren wir jetzt, wie folgt: 1. Palästina ist klein genug um ganz von uns ausgefüllt zu werden. 2.! Palästina ist durch natürliche Grenzen io abgeichsoisen, daß dar Eindringen einer fremden!Id.-rbetzolkerung sehr erschwert ist. ck> Palästina ist von nur schwach bevölkerten Landern umgeben, so daß eine schnellere Permehrunq der 4)1 völkerung dieser Gebiete durch natürlichen Z:.wac>s oder durch Einwanderung im Vergleich r palästinensischen Bevölkerung nicht in Bekommt. Palästina hat in der asiatischen Türkei ein naiurl cheS Aurwanderungsgebiet, welches die jüdische Ubers0»,ßbcvölkeru»g ausnehmen kann. Ile die vier Eigenschaften verbür- Saß wir Juden in Palästina, eine ndeMajorität bilden werden, d. h. elb st bestimm ung u nsere r po li tij ctsien ozialen Geschicke und die Erholunserer nationalen Äulkur vollne.ndig gesichert ist. Ich erwähne noch nebenbei, ohne die Wichtigk n dwses Faktor« zu verkennen, daß wir nur in Paläs ina von stammesvcrwandten Völkerschaften ningelen sind, so daß auch da« Reibungsclemcnl der :basjenscindschast verbannt ist. » ,!it nun mit dcr Besiedlung Palästinas auch der v udennot ein Ende bereitet? Jnjojern die öden not eine ideelle ist, aus kulturellen Ursachen, bcrstä nmeiid. ist sie durch die im vorhergehenden ausge ührte Sicherung dcr nationalen, selbständigen •'lulmr gehoben. Tic ökonomische Judennot wird gelindert, indem durch die Ansiedlung von mehreren Millionen Juden in Palästina die bionkurrcnz der vNidci untereinander und anderen gegenüber vcrniindert wird, in späterer Folge aufgehoben durch d>e Ansiedlung in dem natürliche» Auswanderungs gebiet Palästinas, der asiatischen Türkei, welche de» ׳ zu cm rächt! 4 A gen. da u c die S un l n n g slubcn sehen er noch immer nicht. Tie können cs noch immer nicht begreifen, daß einer leidet, weil er Jude ist: sic sind ja doch auch Juden und haben cs jo weit gebracht. Sind sie nicht alle in angesehenen Stellungen °? Und ihre blinder! Haben sie nicht ihre Söhne untergebracht? Ja mehr als dar! Tun sie nicht, jeder einzelne, der sich in einer mehr oder weniger hervorragenden Stellung bciindet, ihre Pflicht den armen Glaubensgenossen gegenüber? Wird nicht jeder von ihnen, kaum befindet er sich in einer halbwegr besseren Position, direkt zum Stcllenvermittlungsbureau? Nisten. Eoufins, Jugendfreunde Landsleute, Bekannte, ja Leute mit den lächerlichsten ümpsehlungen, werden nicht alle untergebracht, da und dort hineingeschoben und versorgt, auf Grund vo» allen Verbindungen? Also warum der Pessimismus? Warum sollte unsere Zukunft eine so traurige werden? Ja cs ist wahr, es wird von Tag zu Tag schwerer einen irgendwo hineinzupraklizicrcn; aber mein Gott, daS hängt damit zusammen, daß man die Leute schon so oft überlaufen hat: — — aber schließlich geht es ja doch immer. Geht es auch bei den Ministerien nimmer, ist auch die Polizei, einst ein Dorado, heute säst gesperrt, sind auch Staats- und Stadtanstellungen kaum mehr zu erlangen, so steckt man die Leute halt in Banken, zu Privaibahnen, in Industrie llnleriiehmungen, kurzum cs gehl schon noch.- Aber wie lange noch? Was nützt cs. ,ich selber zu täuschen? Wie einer von den Jungen in eine bessere Stellung kommt, in der ihm das Judentum nur im mindesten schadet, nimmt er die Taufe. Eure Söhne, denen ,hr die glänzenden Earricren zu eröffnen geglaubt habt, sic taufen sich, wie ihr. die Väter, gestorben seid - mit bimd und zlcgel — wenn sie pietätvoll sind wenn nicht, tun sie es schon bei euren Lebzeiten. Und die lausend andere» Intelligenzler, die für große Stellungen berufen sind, aber keine Protektion haben, was tu» die? Man kann sie"b-inahc in zwei Gruppen Men, die einen bleiben bei ihren Berufen und lausen sich, die andern such.» ihren Erwerb aus tausenderlei Arten Aus Ärzten werden Spekulanten, die aus allem ׳ - ־ . sch,agen. des jüdischen Volkes, der in Palästina nicht j möglichen medizinischenHumbilgblavilal hat. ausnehmen kann! Juristen gründen Ge,ell,cha,ten und lami . Hierdurch ist auch der Diaspora ein diversen anderen Schacher i-nde bereitet, was b7i der Besiedelung oder dem Anderen gluckt es. ״ch une Gj.ffenz eines anderen Landes nur der Fall sein schaffen, aber die Mehrzay . kam. wenn gleichzeitig aus Palästinas ä-ie ׳rzichtct wird. 'herum! Juristen gründen Gesellschaften und lassen sich aus - — -e - '*'•■"י Emen Zu . treiben sich als Hornieiner und Lehrer betreiben neben ihren Berufen allerlei Neben bcschäsligungcn. von denen Häuser und Realitäten verkaufen »och zu den vornehmsten gehört. Nun aljo, sicht er trostlos aus? j An wem sollen w i r uns einmal winden, wenn, es sich darum handelt, uns eine Zukunft zu schaffen? Wo werden in nächsten 10—20 Jahren die jüdischen Größeck>^ein, die uns protegieren, urr unter die Arme grellen? Es wird eine große Hausse im jüdijchcn Geistes- und Wcltadel cintrelk». denn die Juden, die e« zu etwas bringen, wörden immer rarer. — »WaS zu Ansehen kommt, läßt sich lausen " — So schaut es oben aus und unten? Hand aufs Herz, ihr Eltern aus der Provinz, wie sehen eure Söhne aus, wenn sie e»S der Stadl nach Hause kommen? WaS ist denen dnS Judentum geworden, ein Nichts,׳ eine lächerliche Farze. die ihrer nicht mehr würdig ist, derer sie ich schämen: jawohl, sic schämen sich, daß sic einstens Juden waren! Das ist die Arbeit dcr neuen. Ideen. Das ist die Wirkung dcr Lehren, die sie beshlgcn wollen, ohne sic zu verstehen: und so konnte es stur kommen, weil sic all den stemdartigcn Ansichten und Anschauungcn nichts entgcgenzuhaltcn wußten, weil sic von euch nichts anderes gelernt haben, als den toten Buchstaben: Buchstaben! Das ist das Judentum,. welcher ihr euren ,hindern mitgegeben habt! Eine bloße rtomt ganz ohne Inhalt, Und! wenn man' ihm dann die Zorm aus der Hand geschlagen hat, ja wenn er sie nur der Verhältnisse halber beffeite stellen mußte, was blieb ihm? NichlSh Er war ein Verlorener! So sieht es aus — oben und unten — fragt ihr noch, warum wir sür die Zukunft j fürchten? Für Eure Zukunft, nicht sür die!unsere! ' Tenn un« beseelt eine junge staijkc Idee, wir glauben an uns, an unser Volk und an unsere Zukunsl. »Wir werden nicht im Golus senden!" Wird unserem blampsc noch nicht der Sieg, erreichen auch wir das Ziel unserer S1 hniucht nicht, io werden aus unseren Händen die Ziindcr und' Enkel die Zionsfahnc nehmen und 1 »erden weiter kämpfen! Und wenn sie einst nach I ingem ^zrcii einziehen werden in«.Land ihrer Väter, dann wird die Zionrsahne ihnen voranschwcben, die Poiaunen werden tönen und sie werden mit sich 'führen tue Gebeine ihrer Ahnen und Väter. Euch aber, jüdische Väter, jagen ist heute die Losung. Ringen müßt Seelen eurer blinder, in« Herz müßt Liebe zu« Judentum pflanzen, daß si herrlichen,: starken Baum, den kein entwurzeln, kann: Tann sühn, auch durch NaGt zum Licht, durch blamps zum Sieg! wir, blampi ihr um die ihr ihnen die! erblüht zum Sturm mehr euer Weg, durch Eienh zum Glück, vir 1'age in!lngarn. Tie ersten Mitstreiter unserer Volksbewegung fanden in Ungarn ein steiniges, zerkllisielcs Tcrain vor, wie er schwieriger vielleicht in keinem anderen Lande dcr Welt zu iindcn war. Tic Ursachen wurden seinerzeit in mehreren zionistischen Srganen besprochen Wir standen zwischen zwei üns scinalichen blriegslagern. Links da» dcr gebässigstcn Aßimilanlen mit dem Vorwände des gefährdeten Pairictismus: rechts das Lager der unserem Herzen zunechst stehenden. . aber infolge der bekannten Attentate der »Reform juden" mißtrauisch gewordenen großen-Masse unterer geietzcstrcucn Brüder. Wohl drangen aus dem Boden des temperamentvollen ungarischen Judentums bald da, bald dort Flämmchcn der zionistischen Begcislcrnng hervor. Es wurde vo» vielen Seile״ ehrlich gearbeitet, aber — ohne einheiilieffes Slisten,/ weil ohne genaue Berücksichtigung de!! eigentümliche» LandcsverhäliNlsse. Nun ist es bester geworden. Tir Rufer in der Wüste fand Gehör. Tie Einsicht hat gesiegt und zur Einheitlichkeit geführt. Zur ElNheillichkelt, die aber - wie itr ungarische Äriegsbetd Paul blinizi in den Türkenkriegeii des blönigs Ma hias Eorvinus es getan — zu gleicher Zei!t mu zwei — 3 d) weitern kampfl. Tas eine in der Zaust der gut ungarischen Makkabäer-von Budapest Univer sitätshörer und diplomierte Männer-, das andere Schwert in der oberungarischen Dgisrachi-Kruvve, deren berufenster Worlfübrer Herr sW, A. R o 1 d. Sberraddiner von Papa ist. Zur E iarallerisierung seiner Person möge eine Tatsache Hervorgebobe״ werden. Am 10. August 19״:i beriet:n wir in Wien im biongreßdureau nebst Anderem auch daruNr, welche Haltung die ungarischen!!elegierten am Baseler dtongreß cinnehmcn sollten Mir war cs nicht vergönnt nach Basel zu fahren. Von dem off afrikanischen Projekt Halle ich selbstv nstandlich kein.׳ Aliiinng. Tennoch fühlte ich'die drnckende Schwule, als wenn sich am ,Kongresse ein ick »eres Gewitter Ge8im1ungsg6n0886n! Gedenket des Schekels!

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