Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- V (1904)
- Issue
- 11 (1.6.1904)
- Date
- 1904-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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-־7י Iayrgang. 'Nrünrr. am 1. Juni 1904. Hd 11. «1ic: ,Vir Cem-rracli lln^.m hatbiäMu! K : iliimr. 2cutntHauJ> *lonyohru', iV.ut t'.״. יי;.’,«; :״ vrautvcid». IiaUcn. Türke:. Rumänien. Le,׳dien. Nep-lkiion un> .Brüun. Xie ^1׳!t-?׳'ru!:1::;״,'׳•:t nw j.!;!!־* ין '■Huvt'tuiiiMevnAie £1:0 «innni, £c:1!v.a. ־in'ii^Hv.t.vv ׳ {lif PCnfiOnöDerfidlfrUng Öcr Atl§C• I 'i,1!'11. n,'j "''"ercn >" 2101000( verbrachten Ausmaße eine Versorgung der Beamtin nicht ge »»Ilion hör mühr Vultnonoino«,»!»»^!s ",!!,‘i . um "״,'־ ^'Eiclben bis zur vollen Höhe! nannt werden kann. Eine derartige Beschränkung öül UiüHl. uUllU9Qf ItlCIHutlt* ־ Halles, welcher sohin nach 4Hährig1.׳r Tiensl׳ j mag im Interesse der Berncherun^s-tÄcselrschasL liefen. (Bon einem Fachmann erreich! wird, In diesem Zeitpunkte wird auch indem der Beamte dadurch gezwungen wird, nMglichsi odnc RachwciS der B,ru>sunsähigkeil die Alters-! lange im Dienste zu verbleihen, weis die Pensioiiiirung rente^lünig gemacht,;für ihn nicht die gewünschte Ruhe, sondern Rvl und •ue Witwenpension wird im Gegensätze zur Entbehrung bedeutet, Nur diesem Grünte mag wohl In d-sr Sitzung der Dclegierten-Konserenz des indischen LandeSmajjasondcs dieses Jahres wurde nuä! längerer Debatte beschlossen, das seil nn:׳r als ei »cm Jahre aus der Tagesordnung stehende P-..>!ekt cirser Pensionsversichcrung sür die'Beamten Oirmälitij hen Kulturgemeinden durch den Allschluß! Pension bemessen Invalidenpension int gleichdleibcndcn Ausmaße, und zwar 30'0 (des versicherte» Gehaltes, die Waisen Pension mit 20, beziehungsweise 30° 0 der Witwe» >m allgemeinen iind somit die in Zukunft für die mährischen Kulturdcamte» geltenden Pcnsionsan öle mährische LandcS-Bersichcrungsanstalt durch znstihrcn, Im Prinzipc muß dieser aus die Initiative des Brasil entcn des jüdischen Landesmasiasondes zuruckzujührende Schritt den wärmsten Sympathien bezegnen, zumal derselbe geeignet ist, den in den mA'Mchcst ztultusgemcinden in dieser Hinsicht bcnaudenen tristen Bcrhältnisscn ein Ende zu bereiten, Zwar hat bislang in den meisten mährischen Kultusgemeinden der Beamte mil seiner Anstellung zugleich eine durch die Übung begründete Anwartjchail aus eine Pension erworben, war aber dann der Fall wirklich eingelrclcn, daß Krankheit oder hohes Älter die Pensionierung des Beamten wünschenswert oder notivendiw erscheinen ließ, so mußte der Beamte erst bimveise und durch Liebedienerei bei den ״Machern" der Gemetndc seine Versetzung in den Ruhestand und das Ausmaß der ihm gnadenwciie gewährten Piiision irwirkcn. Mit der Aktivierung eines Penüonsionds, zu dem die Beamten regelmäßige Beitrage zu ntrichten haben werden, erwächst denselben >u: den Fall de« Eintrittes des versicherten Ereig- M'sts NU!mehr ein Recht aus die Pension, deren H.gie vor vorneherein fcststcht. Der mit der Lande« Versicherungsanstalt ab■ geichlossei c Versicherungsvertrag schasst sür die Kultusbeamten solgendc PensionSnormalien; Der Gegenstand der Versicherung bildet die Anwartschaft!,für den Beamten ans eine Rente im! Kultusge,neindc sür ihren Rabbiner, dessen Einkommen ,falle de; BcrusSunsähigkeit tJnvalidcnpension) und! sich aus Obis >000׳Kronen beläuft und der bereits nach Ab aus einer 40jährigen Dienstzeit «Alters-; mehr als 23 Jahre in den Diensten der Kultusge- Pension), 2, sür die Hinterbliebenen aus eine Witwen , mciudc steht, ein Gehalt von ll>00 Kronen unter dczichunl «weise Waisenrente, Zur Erlangung einer . Anrechnung von 10 Dicnsljahrc» zur Ver>lchcrung bitii'r Ä nwartschaftcn ist die Zurücklegung einer! brachte, Würde derselbe mithin in den nächsten I chiihrig n Dienstzeit crsorderlich. Rach Adlauj dieser! Jahre» dicnslunsätsuz werden, io würde sür ihn eine Wariezci; beginnt der Anspruch aus die Invaliden-- Pension von 000 bis 800 Kronen entsallen l Es Pension mit 40V» des versicherten Gehaltes und!ist ersichtlich, daß eine Pensionsversichcrung in diesem ——*-'---~ auch in den Bcisichcrungsverlrag die höchst tadclnswerte Bcilimmung ausgenommen Word n Hein, daß die Höhe der anrechenbaren Bezüge 2)00 Kronen nicht überschreiten darf. Die in der Festsetzung eines Pcnsio; isminiinums liegende Remedur gegen allzu gering; Pensionen, vorschriitön den durch dar Gesetz vom 14, Mai 1890 welche nicht einmal das Erislenzminim,;m erreichen, sür die Staatsbeamten scilgcsctzlen Normalien nachfehlt sowohl bei der Pension des Gaum, als auch gebildet, Tic im besonderen bestehenden Unterschiede! bei der Witwenrente gänzlich. Auch ist iür den Fall aber bedeuten nicht nur im Vergleiche mit den letzteren! keine Vorsorge getrosten, wenn innerhal i der lihaheine Verschlechterung, dieselben lassen vielmehr auch s eigen Karenz die BeruiSunsähigkeit lintriit. Die erkennen, daß der geschaiienen Pensionsversichcrung! Versicherung des Iahrcsgchalter als einmalige Abauch Mängel anhaslen, welche die Erreichung des fertigung für diese Eventualität hätls so gering, angciirebten Zweckes, die V c r s o r g u n g der Kultur- Konen erfordert, daß dieser Aufwand! im Hinblick beamten von vorneherein vereiieln. Während nämlich aus die große Wohltat einer solchen Unterstütz»»! der Pensioasbemcssung bei den Staatsbeamten der hätte übernommen werden können, I Ten größten Mangel der gcichaijeiirn-Pcnsione letzte Aktivilätsgehall zugrunde gelegt wird, haben die mährischen Kultusge»,eindcn von der Versicherung des von den Beamten bezogenen GchaltcS von vorneherein Abstand genommen und sür jeden Einzelnen willkürlich das Gehalt ieiigejeyt, das bei der Bestiinmung des PensionsausmaßeS zur Grundlage dienen soll, Ties hängt wohl einerseits damit zusammc», daß das Einkommen der meisten Kultusbeamten — wie bekannt — nur zum kleinen Teile aus festen Bezügen bcsiehi, andererseits aber liegt det Grund sür diese Maßregel in dem Bestreben, die Kosten der Versicherung möglichst niedrig zu stellen. Die weil einzelne Kultusgemeindc» in der Beschränkung des anrechenbaren Gehalte« gegangen sind, mag daraus erhellen, daß beispielsweise eine Jeuil'l'eton. Vas alte Testament. . ine Lkizze von polhar Bäeger Waist-vogel. i als eine konventionelle Liebenswürdigkeit abgenvtigt, j Jetzt aber denk, er ernstlich daran, die Früchte feiner 1 Arbeit in der Gemütlichkeit eines eigenen Heims zu! genießen. Wer wird auch seine Bewerbung aus-! j'chlagen, die des geachteten und geehrten Finanzj ariftölraten V. Dort nickt ihm die liebliche Tochter Be m Herrn Baron von Goldslein ist großes - des Generals von Hohenheim zu. Er eilt zu ihren ,i!'l. Türch die von den elektrischen Luslres tage«-! Diensten und ist beglückt, als ne ihm die ckleinc bell erb uchteten Räume des Schlosses wogt eine, weiße Hand zum Ku,,e reicht ,lllerleiLiebcstraumc glanzen! c Menge, GeburlS- und Geistcsarisiokralic durchgaukeln ,ein Gehirn,^ Und er Hort nicht, wie geben sich ein Rendezvous bei dem liebenswürdigen; hinter ,'einen, Rucken e»1 u,n>z>er zum andern ,agA Millionär, Hier tauchen dinackten Schultern einer! ״Was der oud n,.t der «cm-n Poh-nhem, hat, Dame ,von höchstem Abel aus, dort erglänzen ,ml Ter Kamerad zucki verachtlich die ,Ich, Wieder^heine de« Licht« die Sterne einer Lsiizicrs-! ״Sahr,chc>nilch will er ihre alten ,ilci umsorm. Geräuschlos tragen die Diener i^rftischungen kaufen." Und lachend gehen \1t rocittr. l t׳rum.?Der Gastgeber eilt gejchäjng umher, lächelnd! ׳ . cinrichtung involviert jedoch die Benmimung. das: die Altersrente erst nach 40 Diensyahrc», ohne Rücksicht aus das Beilriiisaltcr des Beamten zur Auszahlung gelangt. Erwägt man nämlich, daß die meisten Kultusbeamte» an einem össcntliche» Srte, an der Stätte. wo dA Gottesdienst abgchallcn wird, ihren Dienst verrichten, jo wird man der Ansicht zustimmen müssen, daß die mil dem hoben Alter naturgemäß verbundenc geistig!, und körper lichc Schwäche, notwendig die Enisernung vom Amte verlangt. Sonst kann es wie die Ersah n!yf lehrt — leicht geschehen, daß aic Würde der gEsdicnstlichcn Funkrifnen durch,ihren Träger in da« Lächerliche verzerrt »rird, Ma« darf nicht einwenden, daß diese Bestimmung den iitr die Staats beamten, welche ja auch in der Sifentlichkeit z» > wirken berufen sind, geltenden Peysionsvorichriiien J nachqedildet ist, Tenn abgesehen von, der Vcrichic dcnhcit in der Art des Dienstes der beiden Beamtenkategoricn muß beachtet werden, daß die Staats beamten die Altersrente unbedingt mit,Vollendung ׳ de« 60. Lebensjahre« erhalten können^ und daß cs der Staatsverwaltung möglich ist, den Beamten zur und nickend, bald eine freundliche Begrüßung, bald ,inen Händedruck austauschend. Er ist ein Emporkvmmling. hat seine jetzige Stellung nur durch schwere Arbeit langer Jahre erreicht und ist stolz daraus. Seit seiner Taufe ist er eine der Hauptüiitzen der konservative!» Partei, welcher er durch seinen lebhasten Geist schon manche großen Dienste geleistet hat. An« Heiraten hat er bis jetzt noch ^schl gjcdacht. Zuerst hinderte ihn der Kamps ums Tajeuf daran, späterhin stürzte er sich in den Strudel der Pslitik, um sich auch äußerlich Ehre und Aneckennslng zu vcrschasien. So hat er denn wenig an das Weib gedacht, mit Ausnahme der üblichen Jugenpliebc hat ihm bisher noch keine Frau mehr Testament träumt von Dingen, die »m eine ewige Zeit rückwärts liegen. Da führt der gcfvaltige Woier dar Volk Israels durchs Rote Meer! und Simion ׳ zerbricht krachend die Säulen des Philistertempels, daß er zusammensiürzcnd die Feinde unter sich degräbt. JcsaiaS hält seine donnernden Strasrcden und JeremiaS-sitzt mit zerwühltem Haupt und Barihaar wehklagend aus den Mauern Jerusalems, Das waren große Zeilen, große Menschen! Kant man »ch'ba wundern, wenn da; Buch der kleinlichen Jetztzeit sali verächtlich gcgcnübe-rstcdl? Keinf Brücke führt von dem Finanzheldcn rückwärtsju; 6cm aus onl dencm Trone sitzenden Könige Salostio, Die n,»e» Menschen klettern am Inhalte der Bibel empor wie die Mücken am Siiieliurme. und pltzmpscn schwerfällig zuckück. nachdem sic die Größe;des Altertums mit blöden Augen angcstaunt haben. Baron Goldstein bildet sich in Stunden des Sejdslbewußrseins sogar etwas daraus ein. daß er kciü ״Reaknonär" ist, sondern ״mit dem Strome ichwimmt". Et hält seinen Glaubcnswechiel für einen Forlichritl und wird vielleicht bei der nächsten tzicichstagswahl sür einen Antisemiten stimmen, um zu beweist», daß er ein wahrer und überzeugter Ehriii ist. Der tiefe Glaube der Väter ha! sich bei!ihm zum mild Im Schlaizimmer de« Herrn Baron liegt aus einem Seitentische verstaubt und versponnen ein Alte« Testamcilt, Jeden Abend vorm Schlafengehen wirst der B>rron einen spöttischen Blick darauf, gleichsam, als wolle er sich rühmen, darüber hinausgekommen zu sein. Er freut sich seines als Freidenker, Aber,sein Spott verletzt die maicstatoche Rübe de« Büche« genau sowenig, als da« die über- . . . , , ,^reichen km,scheu Untersuchungen während meh- und ,anst dah.n tl.etz-nden W-iierGen abziestackio tu tun vermochten. Kalt und Wenn er ,einen Ge,uhlen in Monologen AzisSruck rcrer Jahrtausende zu tun vermochten hoheiisvoll liegt der Foliant da. Kann mich der Hohn eine« Zwerge« verletzen, wenn >ch,n meinem Innern ein Heer von Rie,en beherberge? a.as Alte gibt, rauscht - eine leise Berwundesung durch die Blätter de« allen BucheS, Dano irinnert es üch ' an den Urgroßvater des Herrn Barons, an den Volks stimme' ^44642