Mannheim
Compact Memory

Jüdische Volksstimme · 1904-04-15 · 8 (15.4.1904) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
V (1904)
Issue
8 (15.4.1904)
Date
1904-04-15
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
84% known words query
IRI
…/2621806-6375625-6375819--0802-4860268
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

\r■: Icxyrgcxrxg. רי ־%h־wxxx. aux 15. Npril' 190/r. ■2U*. 8. iuiic: Riu• Cdiovtcirfi Uiiwv«!111ו,ןי111ז K ■_׳■:. aidiilli. XvltlidllniiL'!)iinji.it'.!:.; '_'.V,1־ ■1.?זו; ■J ,Xviinttcirti. Italic«, Iiirlf:, 1i»,-״!■ .-; 01kH״' ai!on . kcdtXk! des jüd. Studenten.' zwuchen Medizm Bon T:׳. Tbkodor Haas. Br.inn. :lei drängt heute zu gelehrten, iojial. ■höher .11 Bernsen. Ter Mampf des Lebens ich schwerer als in er der ,guten alten;j-.i:״ und die Eltern von heute wollen nicht mehr, ich l er Sohn ,ebenso plage", wie sie es tun ' n u lö wünschen, das! er eine leichtere Lebens ' nähte und darum soll er hinaus in die Tel Sohn des Bauern bleibt nicht mehr aus- :los auf seinem »rväterlichen Grundbesitz: losvor der Scholle, zieht er anderen Berufen in d e Welt. Ter Städter verkauft sein ererbtes .ist qn Fremde, da sein Sohn, der ,Snident" ch! von ihm übernehmen kann. '.:!ehr als beim Christen gilt dies jedock, vom - Der jüdische Mittelstand unserer Gegend - heisie zum größten Teil aus Geichästsleme״ Gastwirte». Abgesehen von den Akademikern tjähl _ jener Juden, welche sich zu sozial u Berufen von Industriellen. Bankiers oder ichenj aufgeschwungen habe», eine kleine, ebenso »: Fahl der sozial niedriger stehenden Anden, nun'irrer und Trödler, im Sinken begriise» in. wir daher von Juden sprechen, fassen wir egenü die jüdische Mittelklasse der Maüsleute , Rislwirte ins Auge. Ter soziale Mamps derselben ächlich schwerer geworden als er noch vor I —2 hnlen war. Unter den Schlagworten ,Maust bei Juden" und .!-viis b -vom»׳ Ser Jude sehr unter der christlichen Monkurrenz;־! nationaler Aegide wird künstlich und selbst- 5 viern ein christlicher Mausmanns- und Gast .und herangebildet, werden Monsumvereine ge- :. um den Juden den christlichen Mundenkreis hmen und ihnen so den wirtschaftliche» Bode» den Fügen zu entziehen. .niben daher die jüdischen Eltern den schweren zkampf auf praktisch-wirtschaftlichem Gebiete!»acht und hiebei täglich neue Beweise-von steigenden Schwierigkeiten gewonnen, dann ift Wunsch ihre Minder den leichter scheinenden Berufen zuzuführen. ״-eieainnei: vorhanden! ,ז!ז h ule ■״: - 'duaeu hin C1״\ ilinerziihr::״ :׳! iowie die schule zu Mit l t'itnm.aiiuni rewek'.ive d Besuches d.jr der Frage die Gelegen '.',.!he 11,׳ ha', die-eco. mit Ties find i sind ihr die künftige B Mil t e l ich u lers. We!־.?;: Ghiunafiast in der :>1.׳ae der abiolvierle zu und sind nur we gemeinen Regel, wieder! Verhältnisse, ivelehein Brunn die Tatsache z :ng derselben ist genüg nd r.gs gröberen Stadt .'!d die -jndischen Elt r: inder in diesen Schn " daselbst das Zluüiuiii. .׳. desielben an der Ho h dem JeuiQ'elorx. halten ihre Mleinen in die Minen gewickelt »nd reichen ihnen die Brüste. Ihre Augen vergiesten Tränen. Tränen ohne Sens׳,er. Und das M ז ich saugt einen Tropfen Muttermilch und einen Tropfen Multcrtränen. . . Und die tiefen Falten um die Mundwinkel der Frauen bezeugen. Gewalt ihre Tränen zurückhallen ln den Lagen der Hot. Bon Sckalom 3tfd). 'cm Hedräxjcken ubersrtzr von Hugo Bergmann.^ 'S alte Belhaus, halb in die Erde eilige- Absichtlich haben es unsere Ahnen io gebaut. es äugen nicht allzuhoch erscheine- .11 berühren die Fenster die Erde, drinnen!renzen sie an die Decke. Von äugen in das us ärmlich und baufällig, Gebälk und Bretterverfault; es steht wohl nur noch, weil es ein us ist.-Drinnen aber sind die Balken ugt, auf den Wänden sieht man Leuchter und ";'» gemalt, an der £ inraub erkennt man ^ge und kleine Misten halbverwiichteu goldgemalten Hirsche». Oben ־' '־ ־ '־ den zwei Löwen bei der Lade erblickt man ein staubiges Fenster mit bunten Scheiben.!..'lichter hat man gestohlen, An ihrer Stelle u lange, schioarze Stricke von der Decke herab. Traugen leuchtet ohne Zweifel noch der Tag, die kleinen Fenster oben glänzen und die roten spiegeln das Licht. Tie Spinnweben über!assen die Sonnenstrahlen nicht in das Bethinein, damit sie Gott bewahre nicht drangen >en, was drin geschieht — — — __ J»> Bethaus lagert Halbdunkel, düstere Schatten -» die Wände bis zur halben Höhe, oder aber, die kleinen Fenster zur Betslude der ^Frauen n sich die Strahlen ein. Von der Frauen- ■ Hnzof»*h־ rn.׳re ,von׳ י1.!:יט111ו י -hihiei! koiuiui der jüdiselie Mnabe ibs oder in .M. .!!..!!׳chule des Heimatsorl,! naanten S'.adv Der Endzweck le's Ilten euer anderen Anstalt kommt l ei ’ Eintrittes weniger in Betracht eil :'eil, die;:ne oder andere Schule in hier oder dur.l! Aufenthalt bei Verwandten geringerein Mo'ienanswand zu ab>olt»er,n. 1e Faktoren, u .lche bersiiis entscheide >d ifswahl des erbiolviertrn ich doch der abiolviesie cem Universitätsiludiuh:. 1 dem technischen Studiuch - isuahmen von diefer allbedingt durch materielle lluiiiande wir speziell in •Ui .!;eiben haben, dag ahiolvierte Gnmnasiasten. u die Studienzeit weniger kostspielig zu gestalten, es ' ־ gehen, oft auch demmugl sind, die Technik in de! ״.imatsstadt zu besuchen. Von den judisck'en S1;;:.nten, dieinS Ghmnasmm eimreten, beendige» ung.׳' v 10% die Gnmnagalstudieu. Abgeiehen von den weniger begabten, i«do lernen und miitelloien Schülern, weiche gezwungen sind ihre Studien bereits nach l—2 Jahren anijugeben, wendet sich ein benächllicher Teil nach obsolvierten Unlengyiniiasium einer Handelsschule zij, um auf diesem llbergangsiiadiuin zu einem kommerziellen Beruse zu gelangen. Von den Siudenten jedoch, welche vor der Absolvierung der Anstalt stehe» und welche vor abzulegender Malura zu erklären haben, welchem Berufe sie 'ich zürnenden wollen, . was sie mein nur >>0» fwm;1 tun, stehen die meisten noch nach zurückgelegier Matura vor der o'ienen ' Frage, welcher Berus ihnen wohl die meinen Chans;'» für eine künftige Eniienz bringen werde. Im Allgemeinen wählt der absolvierte jüdische neuester Zeit in auch die Philosophie in Mombination getreten. Der absolvierte Gnmnasiasr. der sich heute Rabbinat zuwendei ist ein weister :Habe. Tie medizinische 'Wisienichast hat. sowie ne seit < Itet Zeit. man denke an die aradiich-maurische i» Spanien, an das mittelalterliche Italien, iulf Juden infolge des mynischen. und wunder :11 Charakters eine» anziehenden Einsluß üble, .wr ganz kurzem eine überaus qroste Anzahl jüdi^cr Jünger um sich vereint, und die Abnahme, der Nediziner in den letzten Jahren ist zum grasten daraus zurückzusühren, dast die Juden sich dieser Evosi — tätig bis Teil Wifiwichgst nur inebr schwer widmen können. Man Hai hnen ihr Fortkommen auf medizinischem Felde slark gekürzt: das militärärziliche Morps ist heute Jud!» gänzlich verichlhisen 7 die Stadt- und Land gemcinden nehmen heute, selbst wenn sie-keinen ausgespiockienen antisemitischen Charakter tragen, dennoch säst niemals Juden als Mommunal- und TinriklS ärzle und io bleibt den jüdiichen Arzti-n wohl selten etwa? anderes übrig, als sich als Spezialinen in der Grostsiadi zu eiahlieten. Tie philosophische Fakuliät hat Jude» in nennhnswerter Zahl erst seit jüngster Zeit in ihrer Mit!: ausgenommen, da ~3!e Zahl der Mittelschulen iich n solchem Maste vermehrte, dast man. üm den Beder׳ an Ledrkräsrrn zu decken, ielbit zu Juden greis,» mustte. Ganz merkwürdig gestalteten sich die Verb.!:!- nme der Juden unter den Juristen, zu denen sich ein croster Teil von ihnen zuwandte. Stehen doch einem absolvierten Juristen angeblich die ,meinen Anstiege" offen. Auch einem jüdische» Juristen? Mau denk! vor allen an die verschiedenen Formen des Siaatsdienfies. Im politischen Tienil ist wohl in der ganzen Momirchie kein einziger jüdiicher Beamter und eben׳'׳ wenig im Andiioriat und spärlich sind sie auch beim direkten Sleuerdienst geiäei Für Inden kommen saft nur in Betracht der indirekie Steuerdienst und das Gericht. Aber bekanntermasten weist man da die Zahl der jüdischen Bewerber entiprechend zu wslringieren. schul herüber dringt leiies Geräusch, als ginge» die, nur jtwas anzudeuien. Erwartungsvoll blicken aller Toten um mit ihren Hühnerfüstenj Äuget' aus den alten Rabbi, der in der Ecke fleh. Jetzt i't es Rachmitlag. Roch ist nicht Mincha-, »nd >n Gedanken versunken in Bücher blickt. Man zeit gekommen und' schon in die Gemeinde ver-! sieht, er ist weg. weit weg von diesem Lite. Cr. sammelt Was mag das Heistei! 7 Und das Gewöge j schweigt und denkt sicher an erhabene, hohe Tinge, ״nier den Versammelt:,׳! Alle sind' heute da, auch Tiefe Lulle herrsch! in der ganzen GenieiM. die >0111, nicht in dieses Beihaus gehen. Jünglinge. > bis sich der Brust eines Weibes ein Senrzer ent- Ebederkinder. kleine Mädchen und Frauen^ lückwäfis. aSeibtr in der Männerichnl? Tie Frauen ' sitzen i ringt und ׳ein Echo sich über dar ganz; Haus . unmk; scheint, als wollte das Schweigen der Männe: bedemen. dast der Seufzer auch für sie ausa.'s:.-;;en wurd . . . Ter Sonnenfleck wandert immer hoher an dir Wand empor, bis.er gan! oben hinter den Fenstern verschwindet und ein dichter, dunkler Schalten sich über bas halbe Haus lägen und 7l;n dast sie mit, Unle׳ schied verschwinden lästi zwiscti.'n den Männern A» der Tür-und pen Frauen, die rückwäns sih^i. Er bedeck! Bündel von Missen:auch die einsam sitzenden und es «1:1111, als wäre und Betten in meisten Lacke», eingewickelte Ha»S-!zwiick:n den vier Wändenur ei» Mnäue.,• ein aeräte >rupierlcuchtcr, Buchl.׳!ätter. zerdrochene-^eller. j üiUee rc!nunqswü׳s crwa-s. .vue und da In der Ecke-des Betya״-er auf dem ,^Nhle i eine sinzeine Geiralr an, und hmcht an den -Wanden d;s Profeten Elia" liegt aus B-.ltdecken ein Weid!hin und, als wäre ihr nichts gebliebe» als ihr LeidF ein io klagt sie laut und seufzt und 'lohnt. Einige;ganze Mane, ״nqe und alte Frauen sind, um ne be-Mfugt. e.ne z'1n׳wr״,s. iS.״ Licht wird n.cbt angezuu;.:: ״0 נן״1 - '• י bol,;■ Jude Mit dem > und! as Tunket geht immer weiter, ״e es I, v NI " ' chwarzen Mnänel vereinigt lind di: vier.'Wand und aus der Gemeinde c-mringi 'ickl jedesmal tiefer Seufzer:;s scheint dann, als würde '־. hält ihr den Movh tunen Rock gibt ihr e,u Rieck'släicbche״ zur RaieF dem chwarzen Mnän-l vereinigt und dnc vier.'Wand; Tie Männer schauen mit Ba»g;n in die Ecke^hin... •mit der X.ade und dem -cict!,». ue i;.u■ »11: ״eine sitzt man auch gar nicht der Srdnung: idherisi'»». alles wird zu einem •?׳anzen. ...*"־ד:-:" .. f.1״,r־״n■11׳ in Gedanke» ״er-: sider I» der Liille .erkenn! man. da,! die :•.-;an: nncki Einiae Männer kauern still, in!";•danke» ver- . ... . Gnkeii ibr^ Gesicht mit de» Händen »;deckend. Sie aus Teilen be'.eht und be, ,;•der I-!chun Beweg»::, halten Abrechnumi- Von den Jungen simnen vieles» G »pv;-n tenällt. Jetzt buichen -i>'o..l:.i1!׳::• niehl aus ihrem Platz;' >'tz;'n bleiben. Einer ichant' Wanlje entlang, den andcrtt an. alle mrchrcn zu ׳vretÄf-'N oder auch WM" Verbreitet die ״Jüdische Volksstimin© aufitohnen. . Ein Und wieder!׳! 'er >ci!1: , Mnäull eins, ein Ganzes, das schweig- >,:•.> wart;

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.