Mannheim
Compact Memory

Jüdische Volksstimme · 1904-01-01 · 1 (1.1.1904) · p. Seite 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
V (1904)
Issue
1 (1.1.1904)
Date
1904-01-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2621806-6375625-6375811--0741-4860214
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr I Jüdische BoHWiiiiMt. 101)!-» Cbft von Schaffenden selbst. Damit bleibt natürlich die Ausgabe nicht erfüllt. — Das Wesen (in״ ,eben den Prinzipien des Aesthetcn oder Kultur- Psychologen entsprechenden Kunstäußerung sällt — Icidir muk ich hier die bereits längst abgegrist'cnc. nieliach »ttßverstandene und ins Extrem verlockende, aber immer wieder mit dem größten Nachdruck von den Kritikern betonte -Kunstparole gebrauchen — mit Dom Bcgriss der Heimatkunst zusammen. Eine weitere ,Auseinandersetzung dieses Begriffes halte ick, ׳ur überflüssig. Jeder weiß, was ich meine: T!e Holländer malen die grau-dunkeln .Interieurs, die ruhige See oder die tobende, Moor unD alle jene bekannten Windmühlsujets. Bei den Italienern bewundern wir die lleppigkeit und F,:!:e der Farben und des Körperlichen. Leibl, T!׳ jiii, Leistikov und andere entdeckten die Waldtchonhcit Germanien», die Fröhlichkeit des Harz unk Die unendliche Mannigfaltigkeit der ThüringerlanD'chast. Für den jüdischen Künstler entfällt die gar,: Summe dieser Schaffensart. Er hat keine jüDi che Heimat. Seine Umgebung entspricht nicht Do: Anlage seines Gemütes, seiner Naffeninstinkte. E: niiis; andere Wege gehen, wenn er seine Tätig- I, : vor einer assimilatorischen Note bewahren will. S :l seine Kunst eine Heimatkunst sein und wäre Seite 3 Genuß, Kritik, wenn auch im Stillen, bedeutet rlidettl, das vvch vornchercin für die jü d1,chc Sache mitgcbrachte' Gefühl sehr u.vtk^tn die Wagschalc fallen. Trotzdem aber ist die Sicherheit, mit welcher man durch Kenntnis der sur die jüdische Jttunft in Betracht kommenden Faktorcn an sdas Studium jener hcrantrilt, nicht zu unterschätze,. Die Form, in welche der Künstler jene Em- PsinLnngen kleidet, steht im Vordergründe. Wenige ttens für _bie große Menge der Naiven und die «ch>rr der Intellektuellen. Der Schassende selbst blickt vom andern Ufer hinüber. Tenn die Forin allein ist etwas Greisbares, ein Qdjekt, an welches nian mit Sympathie oder Antipathie, mit einem ״Für" Unsere Großen und Einflußreichen daben für allt Leiden und Bedrückungen der Juden nur das Unioersalhcilmittel, Geld spenden, können stch zu einem mannhaften״ Eintreten für das jüd. Volk nicht ans raffen, sie könnten sich sonst in der anderen Gesellschaft mißliebig machen. Zum Glück für das' jüdische Volk Hai Ser Zionismus die Führerschaft übcrnommen. Er hat in einer für die Volksentwicklung kaum nennenswerten Frist von,7 Jahren eine Knltnr- ז lcistung von einem Jahrhundert für dar jüdische Volk zustande gebracht. Nur dem Zionismus 11t cs zu danken, das die Selbsterniedrigung, da» Sich-Selb st-Aufgeben, die ewige oder Wider" herantreten kann. Tic Sache seldst icharakterlose Bettelei nach Humanitär der Inhalt — ich mochte sagen — die Tendenz, bei den Nationen bei den Zionisten wenigstens der wird vom Beschauer erst an zweiter Stelle gewürdigt. 'Selbsthilfe, d e 1» Selb st b e w u st t s e i n, dem Lb zum Nutzen, bezweifle ich. Tennoch aber stelle! Ein v or arbeiten aus eigener Kraft, dem juich mich in einen bewußten Gegensatz zu denen,! bischen Tcnlen und Fühlen, dem j ü dis chna welche selbst im Bildlichen Philosophie suchen, wieltionalcn Schaffen gewichen ist. Tie stramme es z. B. in der Einleitung zu Lesser llry in all-1 Crganiiation — eine den Inden bislier ungewohnte, zugroßem Maße^ geschehen ist. Tie kühne Phrase! ungekannte Macht - - ist der Zerfahrenheit und -Form trennt, Farbe verbindet" bleibt eben stets Kopflosigkeit gefolgt, eine bestimmte Politik nicht nur eine Phrase. Für B uder mag sic. Gott weiß, Zür jeden einzelnen, sondern sür das ganze jüdische re alle Seligkeiten künstlerischen Genicßcns, mag sie' Volk wird konsegucnt betrieben und alles, was zunk fl, .eine Formel für das-unbewußte Regen ästhetischer Kulturleben und zur Kulturarbeit-einer Volkes ge- IC ו jDclttf 111Cllltt. tiir hir har 'li'rrmMiain. ' hilft in ^fnnritr A<«nnmm«*n tmh ttnrharaita» 7^.1 ri .untrdem noch jüdisch, so wüßte man nicht. b: man als die offizielle ausgcben soll, die! Mitteilsamkeit, für die Metaphysik der Ncrvencin- Hort, in Angriff genommen und morbcreilei Das ru»1>che, die deutsche, die holländische oder eine an -drucke durch ein künstlerisches Qdjekt bedeuten: Tic alles danken wir unserem Führer Tr. Hcrzl. Er D.re. Tiff! von einer palästinensischen nicht die Rede Schar der Jittcllcktmenschen wird sich immer aus hat mit seinem Iudenstaai den Plan ausgearbeiici, der realen Basis des natürlichen Menschenverstandes wie wir uns und die Welt von der Judennot be und — Gemütes bewegen und nur den Trieben der freien, aus eigener Kraft Achtung bei den gesunden Instinkte folgen. Mil dieser tatsächlichen Völkern erzwinge» und nicht als Erwägung, mit dieser Tals,iche sind wir in der Be-10611 nbrngabo erbetteln. Sein Altneuland trachtung jener Grundclemenle um ein Beträchtliches ■ zeigt, wie cs in Zion aussxhen, alles eingerichtet und sich dort leben wird, und wie zur Enttäuschung Skar R o j c n s e l d 111. gehl aus' der sozialen Not der Zionrjudcn hervor. Ans dem Gesagten ergibt sich, daß selbst eine Heunalkunst im obigen Sinne sür die Schaffung >:ner tüdijchcn Nationalknnst keine Früchte tragen l i'.in. weil sie die Eiiiheiilichkeit entbehrt. Es wäre schwierig zu untersuchen, wie eine j weitergelangt. iche Einheitlichkeit in ideelle», Sinne, wenn nichtj Korilschan. i'.rriiörial. erzielt werden kann. Ich glaube vor allem durch die Schaffung von sür das׳ .,. i a m 1 e Judentum geltende» und b c -! :eits als Ansätze vorhandenen Grund!!:menten der jüdischen V o l k s p s n ch e. l In der Literatur besitze» wir solche in! r.ichem Maße. Hier tönitku wir an eine altehr׳ j ivnrdige Tradition, mündliche und schriftliche, aus ׳״rund eines historischen Studiums anknüpscn. Hier! liegen die Grundcletnente des jüdischen Wesens viel!! aber und offenbar, sür die Menge geläusiqer, weil! ff: seil Jahrtausenden gekrästigt wurdcn, sich selbst! kräsligeiid und bereichernd i» Umfang und Gehalt,! och stetig entwickelnd und zum Schluß modernisiert,' ebne ihr Spezifikum einzubüßen. | In der bildenden Kunst liegen die Tinge viel ׳ ׳:,wieriger. Ihr fehlt die Vergangenheit, aus! Va5 glück. Icb kam, das Blick zu holen Schon hielt ich es beinah . . . Da kam aut nackten Sohlen. Utas ich schon öfter sah — Der Schatten unsres alten ficsthick’s steigt aus dem Krad... Und will das Blick Ich halten. Da fordert er mirs ad. vr. M. ScfctrliC. Auszug aus der?estrede, der Asiimikalionsjuden niemand gezwungen sein wird, ,nach Zion zu gehen und alle, die Kapitalisten, die Arbeiter und selbst die Asffmilanten, wen» er ihnen bei den Alldeutschen oder gar bei den Sozialdemo- . kraten ungemütlich zu werden ansängl, von selber sich cinsinden. Für Tr. Hcrzls Pläne fanden sich bald D Arbeiter, die rührigen zionistischen Vereine, die über- 1 all die Saat des Zionismus mit emsigcr Hand au: ' . streuten, un5 in kurzer Zeit ist cs gelungen. Den 1 Völkern die Wiedergeburt des jüdischen Volkes zu verkünden. Gar anerkennenswerte nati onalc Arbeit trat alsbald zutage: Die-jadis che T urn erei, die dem jüdischen Volke das werden wird, was die deutsche dem deutschen Volke- 'geworden ist: die Tohnbec Hallen, Die zialen Einrichtungen wie die sugendlichen Arbeitcrorganjsation'cn. die unentgeltliche Arbeilsvon denen sich unsere aiffgeklärtcn Aufklärer s.,r -fltinDen, ivelche wohl jeder kennt. Sie muß daher! 'lahruug aus indirekten Quellen suchen, aus derj Well der literarischen Stoffe, wie unglaublich dies! ult Illingen mag. Darum wird sie keineswegs! Vom Ebanukaiesle ausgehend, erörtert her!das jüdiichc Voll gar nichts-träumen ließen, klber - .enciiu der Literatur, Nachahmerin. Illustratorin \ Redner hie geschichtliche und die religiöse mst dem!Haupt haben die Zionisten, was die K ultu rge -rden. Tie Unfruchtbarkeit 1»1d Widersinnigkeit! Wunderglauben eng verbundene Grundlage des Festes.. m ei »den mit, ihren handelsgescUschastlichcn Ltaaien solchen Kunstauswandes wurde schon vor mehr Über dem Wunder wurde die Geschichte vergessen., an dem jüdischen Volke jahrelckng versa um ten. s einem Jahrhundert nachgcwiesen und widerlegte e.h in» der Zeit selbst. Für die. Entwicklung der Diichcn Kunst überhaupt wäre zwar eine solche Tie moderne Bildung, die den Glauben schwächt,! nachgeholt und ergänzt. Mit der ,üdischen .Kolonialhatte auch das Ehanukases» aus de» jüd. Häusern vcrj bank, der künftigen Naiionaldank des jüdischen dränat und selbst d i e un jüdische importierte Volkes, mit dem Nationalsond, diefl-m Nibelungen nkel verboracnen so doch vorha»׳! Griechen-Asiimilanten besiegten, daß der wahreidurch England und Rußland. England Hai 11 en jüdischen lnat'i o n at cn> G esü t, ls -! Z u d e ein nationaler Jude sein muß. j durch das -LchriMück vom I-t. Uugu'k di.׳ XU *)11 ftärfcn durch neue zu bereichern, t Äie dem M.1kkabüersjei,e über das verkommene ^81 o n I n en a ls das ,uvl, ch e o i l und ir. veil sie veraltet sind, zu modernisieren und ins Bitdncrffche" zu übertragen. Ein analoges Beispiel -bl es in der Geschichte anderer Völker nicht, ge -adeso wie auch das ganze Kulturproblem des stt :achen Volkes aus kein Beispiel zurückichcn kann. Wir sind also hier aus selbständige Kraft und Tri- ׳Vitalität aNgewiesdii. — Natürlich kann har Oirltnr ntrfif Ni asiatische Griechentum ein innerer Kamps gegen die-Hcrzl als Lessen Bcrlreler anerkannt Inden mit der griechischen AsstmilalionSsucht »or- TaS ist der größte Triumph des Zionismus. Aller ausging, jo wiederholte sich in der Geschichte des dinczs meinen viele ichad-nffoh, da; sei das Ende, vorigen Jahrhunderts' die 'Affiniilation der Juden der Niedergang des Zionismus, denn die Zionisten it allen möglichen Nationen und brachte den Juden! gehen nach Tst-Asrika, nicht nach Zion. Aber wir eher die soziale noch die volle bürgerliche Gleich-!gehen noch nicht. Wir bUibc« treu der blau . Tse sogenannten weißen Falt ne. die nach Zion weht: .wie die vorigen mit c weder man ans stellung, nur'dcn Anliiemstismnr. .. . ״ ,, ... - . ״. ^egen der ästhetischrn Ku,tur nicht'nach --rgeschtie- Führer und die^ichen P^.^te!^ b^^.^lleiam-^ach^on^n^^ sind, ihren kühnen Fing nicht lasten, sonder» mit ihrem kräftigen Flügclschlag daS Prinzipiengewebc über ihrem Haupte dnrchbreche». Es soll also kein Programm für die Grenzen der indiichen Kunst gegeben werden. Bielinehr sollen sich diejenigen Kreise, welche einer Kunsterzicyung lähtg sind und dieselben mit Borteil genießen wollen, darüber einig werden, unter welche» Gesichtspunkten sie a» Werte jüdischer bildender Künstler heranzutreten haben. Natürlich wird bei dieser Arbeit (denn ihrer Herrlichkeit vorbei. Heule hat da;! mimen sie »ach Gottes Willen auch dorthin, um System unterer AffimilalionSsütirer aus der ganzen einen Probe st aat sich vorzuteben. um dann die Linie Schiffbruch gelitten. Kijchincw und Homel > M eist er, a hrc rm Z i o» zu verleben, zrm Mutter die Gerichtsverhandlungen darüber müssen ^staat der >enden in r-st-Astika konnte auch D.:: und ultan gefügiger machen, um uns bald Zion z»' TaS Argument ,Argentinien", das den jeden Tenkenden endlich zur Besinnung bringen. ״ daß keine Zeit keine Bildung, kein Fortschritt, keine: überlasten. TaS Argument .«rgenttnien . das den Assimilation dem Juden Hilst, Der Jude wird, weil Juden dasselbe wie Sst-Asrika d.ctcn konnte, vorer Jude ist gehasst verfolgt und auch veraubr und fängt nicht. Tort in Aigenttnicn Herder Bcrwalinn-׳. getötet und' die Getauften »rachen keine Ausnahme.' und in der Jkin London ״nd keine Zioniiien. Da Gedenket des Konditionslosenfondes!

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.