Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- IV (1903)
- Issue
- 20 (15.11.1903)
- Date
- 1903-11-15
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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חי* OiiBilrtit yolteititninV prohnirrrr Brief. J-Jatimi kann er feine L.jer fröhlich »ich, miitmrn?ן 7 vitticr die jüdische lsi'ation ihre Unabhängig, i T : rloreir Hat, fcitöem ihr Tempel, har Symbol! In der Nun...,er von, 4 Novemlir ft, der d» vU־lK״. vrltort wurde, hat sie noch nre eine hiesigen ״.״g,ich ch. Parte, ölat, er .U.-u-x n sstmtzk Zeit erlebt. Immer Uualen und L.ualem!veröffentlicht Herr Tr. Arnstein aus Prag einen ,- aer wander» und wandern, ichieu .hr Los fr. «rtckel'über die «1-s.rebunqen der tschechisch,,a.w,Men יz» bleibem Aber das ^.״den muft doch indischen Verekiujzungen und befahr sich des Langen e,. «nöc ״.*«ca. ״״$! *"'״»*« ״״: «nd Breite» mit den, Zionismus. d7,u erschürf .der den. Rand ge,ullt. deshalb hec, der Dichter > an de» Leib rück,. Wenigstens ,ft der Herr Toktor t. ״ue Hon״״»«, da» eine glückliche Zukunft ,chon; der Meinunq, er teile Keulenhiebe aus ,»dem er 0־«",l ־״® ""׳ °9’" *י,7, ״־־">,"lfb:" 1 £e״ lächerlichsten.Ansichön 'Jicum >» einer politischen e,q erbetteln m ׳remd.ru * -.7׳ ׳.'fodj iailuigk um mich u d ineme vrinnt i Cr u^rcibi unter andrrrm: ״Wir l^lch wunderftark der ^.ev-׳ üajjv (״^u'a״.> l. <llH«nuantcjt) fordern freundschaftliches Bon den ״TOisccllaneen'iin das ®eb,^ |a״״'cnlc5en unit Berfchinelzanq — der Zionismus :Friedhof-vachtigall"' - hervvrzuheben.! Don al*L'n?״»»<<״ Bürgern abgren- ״1. ״ er fein dichter,jcheS Jircbo nieberleqi; ״X i e' ״,״' k'5 abgeschiedenes und enlftemdeudes .7- 1 öci t“ (a Traum, 11. a. Mit Recht äußert! ein,chl,egen, er will aus ihnen eine Ration ־.'ID de Schreiber in den ,Sozialistische),!>? " '1״ll '»gar für ne - in Palästina :aisbesten" (Juni 1003) über RojenseldS Lyrik: r .,V׳r1 '!?'״ Snbenf'oat gründen! Seite 3 ׳.:ne Binse war der Schmerz, fein« Genoffen der 'v.fein Ansporn die Unterdrückung, feine Hoff- ., iit die gefesfellte Freiheit zu befreien." Tie r Nosenfeids verdanken ihren Wert nicht nur :״ Inhalt, denn auch die Italiener fanden in : Regri eine Sängerin dir arbeitenden Klaffen, die Deutschen in Klara Müller, ihr Wert ,hi hauptsächlich in d,r wundervollsten Rhytmik Klaiignialerei, denen wir keine Gleiche i» den ',dJ* 1;׳teil europäischen Literaturen finden. Dez Dichter " Dhabi dir Jargonsprache, wie das feinste Jnftru- | mit dem er bald Grauen und Schrecke», bald! .: und Getöse, bald sanfte einfchleichende Töne Na,!ihre»! Sie Herr Doktor, das ist stark. Weil die Tschechen sich als Ration Wien, derbalb grenzen sie sich von. alle» Bürgern üb? über gilt Obre Entrüstung nur den Juden und anderen ,»»-י lione» nicht? find daun Herr Doktor»-was fällt Ihnen denn ein »ns zu imputsiren,. wir wolllen eine Ration grür den! So dumm find wir denn doch nicht, das! wir nicht wüßten, ein Volk werde nicht gegründet wie einstschechich-jüdischer Siudentenverein, epie Kredstgenossenichaft mit »nbeichränkier Haftung Dar weift bei »ns jedes Kind, daß ein Volk ei» LrganjSmaz sei, der organisch entsteht, organisch wächst und wenn feine ,1feit gekommen .. d,e uns bezaubern ״nd hemelsierN. Und bi* I?,bWt? '1'0״ andere SiganismuS. Wir Zion,׳ "it״״k mit einer am feinsten nüanzierten Klang. " " "״“״ Uederz ugiing, das ,udyche Bolk. :.n.era verursacht, dag wir beim Lesen die geringen ' "«"en Geburi und Wachstum «re. -v Herr Tokwr, "ater das Tosen dcS Sturmes, von welchem ,chlicky sagt: ,Es scheint mir zum grösiten zu oren, was die Poesie deS Xl.X. Jahrhunderts ׳chaffen hat." Die Berfchiedenheit und Zartheit der!sdrücke, die zur Bezeichnung ein und desselben .gnsfe« diene, ist bei Rofeinfeld bewunderungsnrdig und genial. Im Gedich« ,T>r jüdische Mai" : z B. der Rhytmus mit der Farbenlind Klang- .:ilcrei jo eng verbunden, da» wir das Aufblühen 7 Blumen, den Gesang dar Nachtigall zu verinen glauben. Endlich beruht der besondere Wert 1! NojenseldS Gedichten därin, daß er — wie : rchlickq ich.irfsinnig bemerkt l- ,durch eine glück- . Berbindung zweier Elemente: des fozialen und : kulturellen aus den alten jüdischen Traditionell ^dar Recht, iondern auch die Pflicht der Selbiier- ' Haltung Hai Ihrthbieje priniäriie aller Ledenspflichien verletzt die A,fim,lal1on aufs Gröbfte. Eine Nation erst gründe» wollen, die geil 3000 Jahren eine der wichtigsten Rollen in d>r MenfchheitSgefchichte ipielt. das kann doch nicht der Zionismus wollen. Wohl aber ist es fein Bestreben, dem aus seinem Lande gewaltsam verjagten Volke feine Heimat zurückzugewinnen. Dieses Bestreben Hallen wir volkrbewußten Juden denn doch für edler, als das gemaltfame und unvernünftige sich Linschmugeln in sremde Volksoerbände. Denn fremd und uns die anderen Völker, wie wir ihnen, daS fühleib Sie selbst, Herr Doktor Arnstein, am besten. Unterscheidet ja Ihr , . > Artikel strenge zwOchen den Fehlern »nd Borzüqeu al)v wiederum durch Krenzung zweier Welteü 3uöcn cl"nft־״c״ä u״ö btt ub״flcn Völker «»derer en neuen Tichterborn erschloß, neue Töne und :nge entdeckte." Rosenseld widmet feine Lieder armen Leuten, von denen er keine Belohnung denn ,Lias tonnen mir fiir! einen Tont Tie armen beute geben - «ie geben für Trauen, Tränen her. Sie tonnen »ich! anders mich lohnen. 3ch bin Tränenmiltionär Unv beweine die Miltionen - (,Miüneied-.,! a r n o w. M . B i e n e n st o ck. zufchwörend. ihrer nie zu gedenken. Wer kennt die furchtbaren Üiächte, die er durchwachte? Rur u allein wußte eS!. .. Doch ist es nicht Pflicht des Vaters sich feine« Des zu erbarmen? Und hat er sich denn nicht ihrer erbarmt? Er 1a sich selbst zu Grunde gerichtet. Rächte durchtu, Tage vertrauert und eS gaben Stunden, wo ׳ein Leben hingegeben hätte für eine Minute de« scitS. Diese Disi wenzen beweifeu eben schlagender als Worte׳ es körnte», die naiidnalen Unterfchiede zwüchen Juden l nd Tschechen oder Teutfchen. die Sie selbst als eine Folge der verschiedeüen geschichtlichen Entwickluna erkennen, denn Sie verlangen die Prüfung ihrer .gsfchichllichen Unachen". Der beste Politiker, wie ihn der Artikel nennt, Dr. Emanuel E n q e h scheint denn doch anderer Ansicht gewesen zu sein. Wie Sie׳ selbst zitieren, hegt er die Heber- Das Stampfen und Wiehern von Pferden weckte» Reb Schmul aus feinem Nachdenken. Zwei Reiter kamen von der entgegengesetzten Straße schnell herangeritten. Das eine Pferd trug einen breitschultrigen Mann, das zweite eine in Reiterkosiüm gekleidete Dame. . ׳Tie Reiter hielten eine Weile an. die Dame überfah die Gegend und kaum siel ihr Blick auf den alten Inden, als sie errötete, de», Pferde die-Sporn ׳ein peoen yingegeben hatte für eine wrinuic oe» a,,rn ouuen, uw!״״״!״ ״. ... —r-■•• :cderfehenS. Alle Höllenqualen machte er lebrod-ogab und ' davonjagte. Ihr Begleiter folgte ihr - 4ieAnnlf > schnell nach. . Auch Red Schmal hatte die zwei Tahineilenden erkannt. Er stützte sich an einen Baum, denn ihm schwindelte und die kreidebleichen Lippen liiiirmellen: das war er und sie... Ta hielt er es nicht länger aus. . ,Ich muß sie noch heute sichen!" :ch. . . Jahre gingen dahin, voll von Kummer und ::׳rnis. Seelenqual und Pein. Er ersuhr, daß sie Tn verlassen habe, um weitentlegene Länder ",»fuche», und er glaubte sie nicht wieder zu sehen. Aar war eS, daß sie so iveit wegtrieb? Wollte :1)11 meiden, sich vor ihm verbergen? . ,Nein! nein!" tobte eS in seinem Innern, er — — —! ־־־ H .... . . 7׳ sie nicht mehr sehen, er habe dies gefchwore»! Ter gräflichf Palau erltrahll in ch g J Da kam jener Unglückslag heran, der zweite \ »rd die Gäste vetiammel» ,ich ,charenwene. ' d׳s Schebuolhses.es ' Der Gras St. tritt .aü, emen Kreisי mm Er wußte selbst nicht, wie es eigentlich geschah. Fremden zu: Wegen der G'den debattiert ihr w 1׳s über ihn so plötzlich kam, als der .Schames" ] eifrig? ,׳ch denke.,!e be|,cr als obr a י ., .!?ior" rief. Mit all den toten und vrrfchiedenen i und erkläre euch daft nicht e,n einziger Jude ehrlich 1 n tauchte auch sie in seiner Erinnerung auf fei. Meine?lnpcht über die ihnen z» g, h >>e war ja schon scit Jahren für ihn,tot. Und ein eigentümliches Gefühl loderte in ih » vtzlich aus — der Drang f i c zu sehen, eine furchtare Sehnsucht überfiel ihn, wie er sie noch nie mpflinden hatte... . Freiheiten kennt ihr bereits... ,Die kenne ich," erwiderte Gras Z, »Tvch denke ich anders darüber. Es liegt mir fern diese« Volk als ein« Auslese von gerechten, ehrlichen Menschen zu betrachten, doch es leidet viel zu,ehr. - Ich bin überzeugt fo wir e» ־frei ausathmen lauen. Zeugung, ,daß im jüdifche» Volke eher als in jedem anderdn eine Saite zum klingen gebracht werden kann, wenn >M> ihr eine freundschaftliche Hand nähert, wenn sie von ' Liefer Hand nicht in roher Weife berührt wird". Ja glauben Sie, Herr Tokio:, man könne sich selbst die Hand reichen, oder em Teil eines Volksorganismuisis habe em eigen« Herz in dem eine Saite erklingt, wenn der andere Teil daran wohlwollend rührt? Wie kann man nur fo uiiqeschickl zitieren. Das alles kann doch nur einen Sinn haben, wenn das tschechifche und jüdifche Volk als zwei versihsidene Rationen angefeheu werden, die sich in Frenndschast nähern füllen. Tfes haben die tschechischen Führer von Stadt und Land aüech deutlich erkannt und immer dem Inden der gemilchtfprachlichen £rte durch Worte und Taten denion ftriert, daß ihre Pflicht als dritte Nation die Neutralität je>, 'falls sie sich nicht den berechtigten Haß der einen oder anderen der sich befehdenden Nationen aussetzen wollen. Wie sehr Ihre Theorie, Herr Toklor, gerade den Juden Mährens Deulichiu», predigt, beweist der Ausspruch eines hiesigen Aisimilantensührers. der bei Besprechung Ihres Artikels erklärte, derselbe enthalie goldene Worlt. nur si1׳ überall wo ,!׳chechifch" steht ,deutsch" Hinzufetzen: So wären wir mit jenem^Teile der Artikels fertig, der den Zionismus behandelt, stetig bis auf den vergifteten Pfeil, de» er gelegentlich der Befprechung des Antifeminsmus abichießt. Er be zeichnet den AntifemitismuS als Vater des Zronismus, eine Lächerlichkeit, die sich schon deshalb nckit.׳:. weil der Zionsgedanke so'alt wie die Tia'pora ist. Viel eher könnte man die übertriebene Anpassung luancher Juden an die sie umgebenden Völler als Frucht des Anlifemitismus anfehen. Entipringt!a die A'fnmlatf on dem Bestreben, die Rasstnunterfchiede zwischen Juden und-den anderen Nationen zu verwiichen. weil diese Unterfchiede in Temperamen:. geistiger Veranlagung. Lebensführung und Lebeizs-. ausfaifung dem Änliiemiiismur die meisten Anhalrspunkte zu geben scheinen. Dies alles aber wäre noch, verzeihlich, denn die falsche Ansicht entspringt, dir mangelnden Erkenntnis. Bewußt böswillig aber ist es, wenn der Verfasser. den Zionismus den Verbündeten de« Antisemitismus nennt und noch hinzusetzt: ,vielleicht ohne Wissen und Willen!" Es .wäre lächerlich iup gegen dieser giftige ״vielleichi" zq verteidigen, bringt ja der Zionismus auf die Antisemiten der verschiedenen Parteien und Lände, die Wirkung des roten' Tuches auf, den gereizten Stier hervor. Wer die-Grunde für das Wiedererwachen des AntifemitismuS in Westeuropa studier: hat, der mußte zur Einsicht kommen, daß neben den wirtschaftlichen Momenten, die seit der Enianzipaijon der Juden in Erscheinung traten, die Aisimilationsbestrebungen der Juden, ihr Wille sich in diechiversen Bolksverbande einzuschmuggeln, mit als eine der Ursache für die Entstehung der modernen Annse-׳ mjtismuS genannt werden muß. Wir kennen diese : Bolkskrankheit und ihre Erreger zu genau um sie! zu fürchten, wir wissen aber auch, daß heute die j Assimtlationssucht mancher Juden den besten Nähr- 'boden "für diese Krankheit bildet.-Wohl sehen-wir 1 in der Assimilalionsbestrebung des vorigen Jahrda wird es seine üblen Gewohnheiten aufgeben und' bemüht sein uns gleich zukommen " - ׳ - ,Sehr richtig!" riet ihm der Hausherr zu. der sich inzwischen mit anderen Freunden über die mor- , gige Jagd unterhielt, und dem obigen Gespräche .nicht richtig zugehört hatte.! D>e Hausfrau näherte sich der hfruppe. nahm ן eine Zigarette und sagte: »Heber die Juden?.. . Die kenne i ch wohl besser als ihr alle meine Herren, i Ich erkläre sie alle als arge, böse Sünder, Wucherer, -geldgierige und käustiche Seelen... Pardon! Die Hunde bellen so laut.-ich muß Nachsehen." Der livrierte Lakai kam ,n den Saal. .Gnädige Frau!" flüsterte er der Hausfrau zu, ,ein alter Mann wartet im Hose und will nicht eher gehen, bevor er nicht, die gnädige Frau gesehen.dat. Er sagte auch..." Die Hausfrau hörte nicht mehr, ihr Gesicht wurde blaß, sie ging einigemal im Zimmer aus und ab nachsinnend und befahl den alten Mann vorzulassen. - Die Türe ösinetc sich und Reb Schmul ertzhie» an der Schwelle. — Die Hausfrau richtet sich steif aus. stand fest.da .Was wünschdst^hu alter Mann? Wir henä» tigen heute kein Geld, und wollen mit Jndezu-sA^ts zu tun haben. .." - . _ Der Alte siel, wie vom Schlage geröhrt, zu Boden. ן Die Hausfrau winkte und die. Lakaien trugenden Greis aus dem Hause. Ein plötzliches llnwohl- Verbreitet den ״Jüdischen Volkskalender‘