Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- IV (1903)
- Issue
- 20 (15.11.1903)
- Date
- 1903-11-15
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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r\7־. Jahrgang. r Wrünn.. 15. *Zlovernber 1903. 20 .•1!ר i'ui'i•: A־m׳ Ccitmvid» Uu0a 111 InUhiährio K >»ן.זח1ה:?cntutilauit <1^11 >fährt!1 Mart!•:»•». :»i.:,-:.-;-- Ar.uifmdi, Italic»,•?)1u1nnuu־u, 3ul1\־:. v,h::• -L ürr ArU. “;c. djnitlidj.jojmlcn Herren ״״ nifber-biterr. «fc haben eine neue Variante für ihr altes -׳fitnbeu. Lf1n wohlberechnetes, ihrer würdiges 1eb. Tie Anhängerschaft und Wählerschaft doch!eben, das; für ihr ,WM" und für ihre :.rbaltung" gesorgt wirb, Tein Mann aus dem . aus dem besser» und ichlechtern Pbbel wird '-!:er Bissen zum Zerfleischen noraeworsen, dem :ttft der rohen Brasse wird ein etauisites Bauch- : bargebracht: der Arzt, Ter Arzt ist bei der Polksmeuge im allge rit nicht gut angeschrieden, Bo» dem!,!!unter neu. schwierigen Grübeln und studieren, von ׳chlaslosen Rächten eines, jeden gewiiienhaiten ,es hat der oberflächliche Beobachter keine Ahnung: ׳tete Gefahr, in welcher die Gesundheit und das : des Mediziners schwebt von! ersten Momente ui dem er sein Studium beginnt, wird vo,1 dem :-,ailum nicht in Betracht gezogen, denn es!11 ^üblicherweise noch immer die Meinung tief .wurzelt, daß die Aeskulapjünger über ein Gea.pulver verfügen, welches sie gegen alle kursie- .Mi ,sfrankheiten immun macht. Abgesehen davon, daß jeder ,!!ranke und Gesunde ׳mal »erben muß, und daß jeder Todesfall irgend- ,111 Arzte aufs Kerbholz geschrieben wird, trägt ,r Toktor überdies dem'Mob einen zu guten Bock, ׳ahn ihm zu viel im Fiaker herum und hat dies l.s den Leiden der Menschheit zu verdanken. Unter!artigen Auspizien ist es für die sogenannten Volks .v.titer ein Leichtes ,das Bolk hinter sich" zu ,:bei!, wenn sie die Verrohung des Arztes in die 'veil hinausschreie!,, zumal sich fastein jeder aus -n .Volke" an diese oder jene für ihn schmerz- >'.e Szene einer kleineren oder größeren Lperation, mindest; einer Zahnextraktion erinnern wird, bei lcher jedoch der ,verrohte" Arzt trotz dem ver- ״achten Schmerze kühlen Blutes blieb (Hort! Hört!», Ter eigentlich vom Landtage aus angestrebte ׳!!t wollte sich diesmal lange nicht einstellen, 0:11׳ mischeu sich die Prosessoren und die Spitzen ■ Äerzteschast in diese Assaire, wollen sie c4 denn : verstehen, -daß die Angriffe nicht gegen sie, iond:rn gegen den ]iiDii. gemünzt waren V" Tas -ftoßiniizer. welch.׳ aus -W jektionen der .'Viren L,:.׳,׳. , mehr odfr minder b. Tie Stimmung >vilte » Arzt ganz iveziell icha't nicht;1! fügen. Tie Volksvertretungen werden, -iren die Berlegenheils-: dir de» letzten Bitten -Brot abzujazen, :vi'׳en, denn vorwurfsvollen Inter-! «s ist nnmoraliiih. daß christliche Leiden durch d-nn- ,Schneider und Pattai: jndiichen Hände gelindert werden ■'.־lüen! Und ia>11-ß- ,rausklangen. ^lich scheinst du 'deinen :׳Minern dewei'en zu wo!!.: , - durch Anivürie aus dies das: du. der Jude. a:, " zu .'edlern Beru'Szweio.'n verjubele Poliklintk, dn:.:> Bwiieklivnsdebatteii und biit. Tenunziaiion!üdiicher Autoritäten auf medizinischem״ ' ׳Reut, das muß!1inter:r:.b?!: werden. -,!'e:u: Gebikle >,!r den Trumps vorbereitet werden Tie! giltig ob auf geradem öder krummem -Wege!" t.t!c Hnverempfindlichkeit der ״Richtgemeinten" droht de״ : b:e Weverr'chcr Tvs Landtages. »Wo sich die;r; ganzen .Paradeeireich^zn verderben, j griüe gegen Juden gerichtet!!Mn. trat!:!'S die Tie Etmsttich Sozialen erlahmen nicht, Tie! BerteuinLnng »vcd nie ,im Strese gelasicn, Alt.- Wahlen in die 'Wiener Aerztekammer stehen bevor! hinaus aus de? Universität. >7׳!s den Spitälern, aus lind die ״ariichen Äerz:e" baden ihre Kandidaten,! der Aerzielammer-u f w!'. liste anigeftellt, 1 Wien, Tr, ׳..׳-red Loew - Am ll״ Lktober ging die Hetze gegen die Aerzi, ' ' vs, Tie wirkliche Tender; derselben lugte zuerst: nl:,,;״ st. ךar 11 (tI11Hrrlttttr wie getagt ,— nur dnreb Rebenbemerknnge:׳. und : -011! vltm 1 ii lUl JUlltUHlUri UliU T durch iin.bemerkte Zivii.h,-»!:!׳.׳ heraus, 'Endlich in f!!■ der Landtags-Sitzung vom 4, November, nachdem: Tas Gebiet des Tram as!st am nteiüen die Seifentlichkeit noch immer nicht klar begreifen' vernächlasiigi, oder beiier getagt noch unbe wollte, riß Herrn Tr. Lueger die Geduld und ot/baui und darrt einer Meisterhand. die es der׳:.-::.» platzte mit dem wahren Zwecke der bdsnullige!hi-fonn1e, Es i>t ein wunderlicher Kontrast zivi'ch.:: . Rada» Kampagfie heran-' ״Hinaus mit den Juden! Können und Vollbringen, der sich eben aui die׳.'׳::!! aus unserer Universität und ans den Spitälern, .,!" i Gebiete bei den Inden bemerken läßr. Lbwohl fit ״ Ein jubelndes Huroneng.,ohle der Majorität be!eine Geschichte voll dramati'cher Momente und tragleitete, diesen aufrichiigen ״'!edankenausdrmk, : giieher Konflikte besitzen, obwohl der Jude schon von Armer jüdischer Arzt! Was nützt es dir. das: Natur aus dramatisch angelegt ist, was sich in leinen י deine Vorfahren telbit in der Zeit des finiternen,! GePrden — und Mienenspiel offenbart, obwohl es grausamsten Mittelalters, während der Fnauisitiou! heule sehr viel talentierte jüdische Tramatiker g:l>: sogar Tank ihrer bewährten Gewisienhastigkeit und iHirschseld. Schnitzler!, hat man doch bis jetzt kein durch Fleiß und Schariiinn erworbenen Geichicklich-:, ü d i s ch e s Trama-geschossen. Tie Ursachen je-.c'er keil an die Hose der größten Monarchen und Päpste" Erscheinung hier zu ,tönern, t׳t nicht die Äuiga'o. als Leibärzte hernsen worden waren'. Was nützt es! dieses Aniiatzes: im Allgemeinen aber kann ich be dir, daß d» mit den lauterit.:׳, Vorsätzen und den f haupten. daß VaS Unverständnis des südlichen'G,:st.s humanften Ideale» die HindernaV, die sich gemalt- und, die Kluft, die den jüdischen Tramatiker von JeuM'eton. ״Maskir". gute geschaffen Han! 'ÜJas fromm: dir das aufgeklärte!.mittelalterlichen Ghetti. wo in der Fa'chingsz.u Jahrhunderty , ZPurim! improvisierte Stücke, deren Inhal! gewöhn- Z»m Bezirks- oder Militärärzte biß du von!ich der Bibel entnommen wurde, von Masken ans vornherein einfach ,nicht czeeiqnet", wenn du noch geführt wurden und ans'chließlich zur- Beluu:.-g::-g genug ' Charakter besitzest, dich den ,frommen" der Zuschauer dienten, Ern in den achtziger Jahren Wünschen der hohen und höchsten Mi'sionsgesell-• deS vorigen Jahrhunderts erscheint A Goldfaden. Tie Bäume im Walde neben ruhig, ihre. Und sie-erzählen weiter, daß an einem Tag!׳ 1 Schatten aus den Boden werfend, Rur wenn der der Mann mit den schwarzen Augen ihr zuriei: 'Wind in die Zweige fährt, La rauscht es heftig,-Ein Engel erschien mir!'und ne hören 11» ׳lüstern: die Bäume bewegen sich, berühren sich und flüstern' auch' ich sah einen Engel. wie schön in-das Leben ,sich zu, ein jeder in seiner besonderen Sprache, 'unter 1'olch guten Engeln!,.. 1 Eine alte Eiche steht mitten int Garten, mit .!Ta rauschten die Bäume, und iluslerlen ijch ihren breiten Zweigen weiten Schatten verbreitend, jenes' wunderbare Geheimnis ״zu, von. dem Küste, Erstickte aus, der ״Schamos" stand neben ihm, j Wer kennt all die Geschichten, die diese Eiche mit-: von dessen heiligem Echo, welches vom, ,Winde bis Gut Jomlow Reb Schmul! Tas Gebet ist! erlebt, wer nennt all die Leute, Diein chrem Schatten: in d!e Himmelshohen getragen wurde .... de u ch bereits zu Ende, die Leute sind schon alle fort, j saßen, betrübt oder freudig gestimmt, seufzend vder-Muschlen'sie wieder r»b,g. und sie börteu brennende ch sie stehen noch immer da im Talles gehüllt,..!frohen Mutesy., - Lippsti ,ich liebe dich!" stammeln, und eine -arte' ״M— M—M?" ] Tnrch das Gras huscht der Wind vorbei, all Summe ,ich Uebe dich!" flüsternd erwiedern. Er verließ die Schul und ging ruhig se/ien die bunten Gräser bewegen sich still, dann fährt a-t-l3Tc erjäljlctt von dem Mädchen, welches ,n , chritteS nach Hause. in die Blätter der Bäume, die ihn rauschend flnb. j,en ehrten kam, bunte Blumen p'luckte: Blatter ,,. Womit hat er sie verzaubert? Womit! stürmisch begrüßen und die Bäume erzählen sich eins,-Wimmelte und betrübt dreinschaute.... -!!'!4'? Was hat er ihr angetan'?!ander alles/was sie sahen und wußten. . j Ein anderesmal, erzählen sie, da.kam sie freudig Tte.Leute strömen an ihm vorüber, ,eibene Lie erzählen ,ich von dem mächtigen Gra,en. beseelt von neu״!, Leben, tanzend und s 'der, luftige Bänder rauschen, Ter Geist des: mit den großen schwarzen Augen, der da ,0 v'l, - ־fk ..״,ntelte die bunten Blumen, umarmt- ״ltdens und der Ruhe herrscht in der Llraße und'spazieren qinq. ׳-juweileu mnq er '0 Uedltch und:^^^ innigtiel! ' '»««eilen seufzte er so schwer, T-irtzte^nch unter ^zählen sie, daß eines, Tages das -erbrennl dabei" Tavid sirilchmann. — ,»us de:11 Hedtiii'cheu von Paul Lra,״ ״Red Schmul!" -׳eute »ulerhälteu sich im Gespräche,!ziiweilen seufzte Ja, das Unglück verfolgt ihn — bemerkte j gsi Eiche, mit oisenen Augen träumend alle ,Tajoti" — Trübsinn ' überfällt ihn,! stuer ist mir los »nd mein Her; vei »'1- __ __ 41.(.! 1L. «ai. I'.iii 1 ־_..CnliJi זיזוזי *»'ד^ Mädchen h'erlteigeran nt kam und flehentlph ג er meidet Jedermann,, Habt ihr es gcsihcn \ - ~ ries cr plötzlich .Zeit des Maskir d4t 141 ietz ei• in *her Schul 114141 hem tnniinervo Zeit des Maskir, da blieb er in 'der d betete mit,., ' '! chul oon dem kummervolle : auslaiichte, oon tu in -tncken mich! Mi in Her; reue ,mich!. . zernven. — Er ist ein Epikaures, bei Gott! erklärte Augen, die 10 >chön teucht: --׳'>n Rebe. ' , im Walde von lanlem luftigen Laiben wieder nud Reb Schmul schritt taugsameu Schrittes die, jmscilen war es io traurig Hille — da tag sie im "'eaße einher, sinnend und denkend. ' Graie hitigesireckl, Tas Getickt! mit den;arten Womit hat er sie verzaubert, womit verbext, Fingern dedrcki. Ein Zittern ging dnrelt ibrrn -'׳P bat'er ihr angetan'? Körper: ״Mir ,ft 1° bange, eng isi ׳nr mich d,e und das.vaar Hch ramend: Was --n n:, Well, nur stockt der Atem..." ug.s W.׳׳en tun.-... --׳.. -ch als ev.unn . i.'e»'e erzähle» sich die Bäume von dem Mander in ihrem SRaneti aus- und adgimz, wein,- des jüdischen Natiönalfondes! ^44642