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Jüdische Volksstimme · 1903-10-15 · 18 (15.10.1903) · p. Seite 3

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
IV (1903)
Issue
18 (15.10.1903)
Date
1903-10-15
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr 11 Jüdische Bolksitimme Seite, 3 J1״ei&eutig: halb fmD’obtr auch den wachsenden Andrang der dem jüdischen I'1’1 :1״•״,, n(# .in Onubitmilirfi rnrhr inni•־ ' ,1״ ״ 't>o»»»lcr, bald ,luTflt'fiartc. Tic Armut, Ab- Mittelstände angchörcndcn Jugend zum Mittelichul- '"TZ hV ״ Leben.ve«chtung und schakt^us. - und Hochschulstudium in ei» qreUe. Licht. Und tzrlnncn °.u dabcn denn "f‘'‘ U1T01((/ lefnuätjTcubtii Stubiumä d\! brüten«: Wer die wirtichaitlichc -Situation und .:u i-lchlagen zu haben den» »,e Jargon,prache. Talmud« ve«tr;achen bei ,einen Gestalten eine innere; fovate Teklassicrunq der jüdischen Jntelltaenzckem» Empfindungen Wickelung, die Prolctarisicrung unjerer jüdischen Intelligcnz geht unaufhaltsam ihren Gang,,, Der ProftNltzer JlbdtrliciiTMhrer. .vr'ümjam bckannlc dcurschnationale Jude Siegmund B a ck. bal bei den teile erheiternden, teils anekelnden nationalen Reibereien, die in Mähren« gemischtsprachigen Liren zur Zeit der Schuleinschrcibungcn mit einem un geheurc» Aufwand von sog, nationaler Begeisterung und ichwindtzlhastcin Rassinemcnt vor sich gehen, in Proßnitz das deutsche Kommando gejührt. Ihn anerkennen ׳ als ihren deutschen Führer nicht nur die Germanen der Proßnitzer Khillc. Es ist ibm Heuer viel größer^ ״Ehre' zuteil worden. Ein dcutschvölkischc: Abgeordnete hat seine, die Baek'schen ren Tienstmädchen und Köchinnen mit den miicudsten jiriminalromanen oder mit äußerst - Bildung, dcr dies e1ngc,chen hat, war,Meiers , W.nn Abrahamowitz als dcr Schöpfer des i:>k, welcher um das Jahr 1160 in Rußland l jüdischen Romans, io kann i! I i*crtj als dct ,,;itritt und BolkScrzählungcn schreibt, die voll!der jüdischen Novelle angesehe» werden Esind ,:.rer Satyrc und Verspottung der bestehenden!kurze, uuistcrhast gespouneuc Erzählungen, in denen .:tiü!lNlsie unter bic ןןב>\(ף£ bes jübi)rf)fn Nvttcs der!lfier inunlhmut bas.gtuize'Äott, manchmal ׳.i.ölläruug trugen. Außer ihm erscheint auch ein!einzelne Typen schildert. Er kennt jede Seelenregung ll'iüer Eliakum Zensyf' (Badchen genannt) des Juden, sowohl des Lrthodoren, dem es ziemlich , Wilno, ,ein Gemisch vast Dichter und Sänger, wohlcrgcht und der jorlwilhrend über den Talmud- ■ Ernst und Siomit“, bef ein gewöhnlicher Versesolianten hockt, wie des Talmudjüngers. den er als ״ mied war und in seinen meist,n« auf^Hochzeiten s einen verkrüppelten, körperlich und geistig degene- - r, visierten Gedichten den jüdischen Fanatismus rierten Menschen betrachtet, wie des sorigeschrittcncn, -' Aberglauben, wie auch andere ähnliche Fehler kleinstädtischen Politikers odiröer Assimilanten, des ,!te. Aus dem Gebiete dcr Lyrik begannen hie! Nachässcrr jrcmdcr Sitten und Gebräuche, Mit da jüdische Volkslieder auszutauchen, deren beißender Ironie behandelt er diese Personen und _י״,״דן""..!umlung teilweise schm, heute vorgenommen wird! jte gibt eben seiner Schreibart das Gepräge. Von- Attizetchnungen ׳ und Jnsdrmationen in ׳offener die einen wahren schätz dcr jüdischen Kultur Abrahamowitz und manchen, anderen Jargon-! Landtagssitzung benutzt und vorgelefen, Ter Herr 1,n. Es ist noch au« dieser Zeit der Romanjchriststcllcrn unterscheidet er sich dadurch, daß wir'Abgeordnete Hügo Albrecht, ein- Volkspart,üler, , kant «zeikawicz zu erwähnen, der-die jüin seinen Werken das Motiv der Liebe sinden und der noch vor einigen Wochen tue Vrünner Redaß er der jüdischen Iran viel Verehrung und dar doutensaäle beim Parteitage dcr deutschen Volkszarteste Verständnis zollt, obwohl er auch ihre Partei ein« antisemitische Rede hielt und die Juden .'4‘,*'4""*־*־:ייי‘ ־'־ -־, * ־■‘־•־ “־*■״' י.׳־ ' "" :jf aus dem deutschen weil sie unverläßli.h . .... Interessen dcr Teut'ch rungen anstisten. Erst jetzt werden sic durch er einer kränklichen Erotik zu», Lpser fällt, t.Manisch", mährcr sind, derselbe prinzipiensestc Herr Abgeordnete, :׳terhafte und lehrreiche Bolkscrzählungen der ,Red Josiele". 1 Andererseits sindan wir bei Pärcz der ein,-e antisemitischen P>trtei angehört, läßt!ich' -!c.ren,Jargonliteratur verdrängt. Den Uebcrgang die keusche Liebe zweier Herzen, die sich nachcingroßmütig herab, den Jude» Bae, den er ionsi nur dieser, Literatur bildet S. I Abrahamowitz ander jeline», -die aber da« Elend des Lebens als verächtlichen Stdäüling und Frimdling bezeichnet Heudele Mckchcr Sjurim — Mendclc Buchhändler, von einander trennt oder ihre edelsten G,sühlc er und behandelt, für seine politischen Zwecke zu mißan»N, welcher die jüdische Volksseele erst recht ׳ barmungslos mit der krassesten Alltäglichkeit de brauchen. Es jst wahr! Ein Jude, dcr in . ,»er lt)si und sic in seinen Mcistcriverlcn unübertrosien; sudelt. Tas ganze Gewicht des Elends, dasden tschechischen Stadt wie Proßnitz die dumm- Komödie derzugcben verstand, Tic Jargonliteratur sinder Juden drückt, hat Perez tu einer kleinen Erzählung des Einichrcibung'sichivinkels »litmacht, damit o-,e ate in allen literarischen Strömungen und Gattungen ״Bonze schweigt" ausgcdrüekt, wo ein Jude, der sich deutschen- Schulen m l )lindern namelis Pistä.Ia , Vertreter, sowohl im Naturalismus, wie int lchon mt Paradiese betindrt, sich als das Beite ein und dgl, gefüllt werden, in des antifemitiichc» V, alismur, sogar im Tekadcnttsmus:,sowohl in, Stückchen Butterbrod erbittet ״Er zeigt uns — geordneten wert, der ihn yeutc als ׳ein Werkzeug ,oa, wie in der Poesie, Tic einzelnen ElXktitugen' sagt Eljaschoss' das indische Leben, wie-er ill'dieie Komödie hetzt und morgen als-Jude» ... d zwar entweder noch fast ganz unentwickelt und - cs vorgejundcu; realistisch in der Form, cpigrammageifert, Par nobile Iratnim! Warum der xole H,rr ,׳ wie z, B, das Trama. oder befinden sich erst tisch im Stil, kommt er bald als objektiver Erzähler, ,Volkspärterler gerade dielen zudring!!-r׳.׳n Juden - Aujkeime», ,aber viele von ihnen crltben schon, bald läßt er in seine kleinen Novellen d,e gallige» Baä zu 'seinem,- nationalen Verirauensmanu >md!, vollste Blütezeit, z, B, die Lyrik aper die No-^Tropsen' seines Surkasmus hineinlräuseln. bald volittich!» Berichterstatter erkoren bat? Sehr ein!a>r!l :Ir. Tie immer mehr zunehmende /jahl talenterich int er kampigcrüstet mit dem seingcspitztcn Tic Proßnitzcr Arier, die die dortige Abderitcnpoliiik »!anhastcn und an unmöglichen Situationen, schlechten Seiten nicht verkennt. Er schildert uns als. Mitkämpser der Tcutichen!»n Erzählungen versah, die noch bis heute in!den Talmudjüngcr, dcr seine Sinnlichkeit nicht bc-,Lagerausgcwtcse» sehen wollte, unteren jüdischen Schichten moralische Ver-: herrschen ka n n und doch bezwingen M U ß, wodurch ünd Schädlinge dcr nationalen Ji .1111/,.,» An?*!*tun ffr!* ,»»,* nifrhon I ts N,1<-/4, n» H...... .. I rrd. . itn ־.: _ ״ i.« 11־_^ _ v v .'t L'!er Jargonschriststeller läßt aus eine günstige Pfeile der S ,!wiekelrrng der Jargonlsteratur honen, j list, der das ' : Farben malt. II. ithrc in der Hand." Tieier Rca-: aktiv mitmachen sollten, sind schon ausgestorben . e-r indische L.bcn »nt den grellsten zu ihren tschechischen Penaten zurückgekehrt, Mor-.z kann auch Romantiker sein, Haupt-!Rieß, der trischgesottenc Ehrenbürger, Sieg Aus dem Gebiete der Prosa sind besonders lebcns. dcr>e sächlich in de Schilderung des abstrakten Seelen- B a ck, der g^rügclte Handclrkammcrrat. und m iiigesponnencn und hoher strebenden Hat ichck, dcr jamose, urkomische deut-schnationale ,che durch diese drei Schriftsteller hauptsächlich' zwischen dem schärfsten Realismus und idealster und Mähren, reten wird - ״hat alle charakteristischen Merk Romantik, ein .Schwanken, welches er iumbolirch s eine gelunäe Lektion. Be, einem vor ein,ge,r ,-. einer echten Volksliteratur. -Tie Welt, die in in dcr Erzählumz ״Tic Schreckensnachf ausgedrütkt Tagen in «ltbrünn veransialteicn W>ni,r׳c׳t irgend zur Abspiegelung gelangt, ist fest umgrenzt, hat. Ter Tritte im Bunde ist R a b i n o w itz : eines deutschen ^Vereines waren auch paar Juden :t sich souverän jeder anderen gegenüber, schreitet sSchulem Alejchcm genannt!, d.r mit Perez eine,erschienen L.as!^est war gerade im schönsten Gang:, ihre»! Wollen und Fühlen nie über die eigenen, lebhafte Ironie, mir A bra ha ui.ow i tz aber das ge die deutschen -Gachgebcr in weinjroher Stimmui!» n Volkstumsidealc hinaus und sucht sich die meinsam -hat, daß er nicht das ga»ze Volksleben Tic konscgucnt ignorierten Juden tühlien sich wobl tgen dazu erforderlichen Kräfte aus ihrem eigenen I schildert, sondern seine Ei»zeläette»; insbesondere vernachlässigt, wären ab.r tchwohl srolz aus die ilieu." Es werden da zwar keine höher gestellten liebt er. sich in das Leben der halb verbettclien, arische Untgcbung, Ta erhob iich plötzlich ein Arrangeur uchtc» oder Talente geschildert, aber auch ins halb verkümmerten Talente der Volksiänger und, und forderte die Anwesenden Juden aut. ׳chleunigst . 11 mittelmäßigen Durchschnittsmenschen ist derjVolksipieler sKläsmer) zu vertiefen.. Er ist der!zu verduften und nicht läng.r zur Lau zu rall-.n. udenschmerz" osscnbar, dcr bei ihnen in einen Schöpfer des Briefromans »,, Jargon, den er! Verdutzt' verstetzen ^d,c. al,o herausk°mvl>mentn-rten igcnhumor aurartct und in einer bfttcren>Selbstmeistcrhast zu handhaben versteht. — Es ist noch' Juden den «0111. ia« deunche ^inzcrsen war ״qe me seinen Ausdruck findet. Abrahamowitz, der i T ic ncjo hzz--HÜ/׳rwähncn, dcr, lyrisch angehaucht, rettet und judenrcin, Geichtcht ihnen lchon recht, stc jüdische Belletrist, betrachtet wie durch ein s manchmal crwae!cntimcntal veranlagt, das Edle, werden viele lagen. Er lit das einzige _<utel, die stc jüdische Belletrist, betrachtet wie durch lroikop die tieftten, verborgensten Winkel des Feine und Zarte der ,:!rauen und dcr Kindern-chcn Leben«. Er schildert eS nicht als etwas! weit malt, in das «eelcnleben der Ghettogestalten iichanungen, ihren Aberglauben ». dgl. Diese uen Erzählungen oder Romane gehören zwden ,,literwerkcn dcr Weltliteratur in Bezug auf Psylogic und Realismus der Schilderungsrerse, drahamowitz ist in einer Hinsicht Heine Shnnämlich in dcr Gekünsteltheit seiner Schreibart, - rnchmal weckt er in uns die angenehmsten Ge- -ste, spielt aus unseren Nerven wie ans Harfentcn und' am Ende vergällt er uns den ganzen!,druck durch einen ״unpassenden Witz", durch -n Riß durchs Herz, In der Stätte zKliatschc) - ,!rdc er der Schöpfer des klassischen Jargons, Er -spottet die Aufklärer, gibt aber selber nicht» Po-! ioc»; er schildert mit Verachtung den Bctteljudcn - seinem Kampfe ums tägliche Brot, oder Mitleids- ''ll die alte, abergläubische, jzinatischc Frömmigkeit " jüdischen Masse. Verachtung und Mitleid: das, . i, ^tl>as1U0si, Ued.r Jacgon uuv ״z^rgoi.iiielalur. lliid die Gefühle, die das jüdische Volk in ihm - j»m»i,ut)_ kadcnz, infolgedessen sie für die Entwickelung der Brunner Juden durch solche Lcstioncik von ihrer hündischen - Liebe zu solchen deutschen J-estcn zu kurieren. Radikal und probat! JUtiseaitlschc Propaganda der Cat. I» Schlochau. der Gegend, wo der Anti-e>»1t>s1nus' seinerzeit die Wintcr-Asiaftc zur Well brachte, ist Jargonlsteratur von minderwertiger Bedeutung und! dieser -rage ein jüdischer Handwerker, der «chriit- , ״ י ' jjj Bienenstock, ■ setzer L cwn aus Warschdu. von ehrsamen Bur- - •$nn der Stadt, nämlich dem Nachtwächter Bergin. c.. ״ dem Schuhmacher Gräber, dem T>sch»s: Srutzke i»!d' he», Schlossermcistcr Hahn, zu Tode geprügelt Ein Leichen der Zeit. Anläßlich des be worden. Lcwn kam am 21, Septeml er in die Herginnenden Schuljahres an den Volks- oder Mittelj berge von Schälke in Siegers Ei» setzte sich allein schulen und des Wintersemesters an den Hochschulen - »» - einen Tisch, woraus ihu die vier Täler zu hän- . wurden zu Zwecken der Besretnung vom Schul-,. ,',ln begannen^ Lew» reag-erte nicht daraus, da -trat rcjp, Kollcgicngcldc in der Katzzlci dcr Brünner! rjncr dcr Beteiligten aus ihn zn, würgte ihn an der Kulturgcmcinde über 400 ArmytS- und - Mittel- \ zgurgel und verlangte von ihm Auskunft über den und Erwerbsverhältniste dies verneinte, sollte er den Unholden e!s Vaterunftr vorbctcn. Er mußte nicdcrknien, konnte dar Gebet Yerbreitet di6!!Jüdisch© VolksstimiiiG -

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