Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- IV (1903)
- Issue
- 18 (15.10.1903)
- Date
- 1903-10-15
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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c$a1uv־V. 3ath: lih*ünn. 1r>; (>)äfober 1903. 2־Tv. 18 \ uiivi'ioiie: <vür CciteiTfid) Ungarn balbifitmg .. : Teun'ctitand gnn^äbrig Mark 1 i! wcr;.?vranlrei.1l. ^talint, Türkei. Ikumänien. < K 2-,'״.' i-.i-.n׳,!äl,rig >. mH. •: Nu׳;land ga«Adling ■1 rHiil’1. :crbion.^iil^aiicn ui»׳. :Vebaknon und Aduinninauon! Brünn. £r :׳ Tu- ..?iübi'cbc B.1׳k2tt:»1n1» erictienn am i. un^ 1'•. c Bu.1-.b.::rdU-r,;.«e Benrcrur:.־ ׳ Cm* Micmm. •1ir ״Judenpresse" in ©ftfrrrtd). ivirtjchastlichcn Jineregsn, teuer bcjaMj. Tie anti* iemilijche Bewegung in Lesterreich Et nicht zum;!Überprofit! Das Wort hat einen häßliches geringsten Teile das Wcick und der ungewollte Ellolg . .--- m-u. ״״ --- ״־■' -*״-״*•—<■ dieser Judenpresse Sie ist ein Fluch des jüdWn BürgcrtümS. da« ihn, dem Unglücksbotcn des Lideralismus, sein« ganze Rückständigkeit, seine politische Unreise utib soziale Borniertheit zu verdanken hat. Unter ihren schützenden Fittigcn stürzten sich die ®!teir- 3״btn >n die unglückselige nationale Politik. die ihnen politisch und wirtschaftlich schwere Lchädition und nationaler Verhetzungsarbeit entrückt und gunq brachte. Wie eine dressierte Jagdmeute licRerr ,1m nationaljüdiichen Sinne geleitet wird. Doch j<£ iie sich in den deutschliberalen Ääsig sperren, um lange das jüdische Bürgertum stumpisinnig und selbstzur ,'{eit der Wahlen losgelasien und gegen alles , vergessen bei den Trümmern der liberalen Partei hockt ■gehe#! zu werden, was nicht blindlings deutichlibc- und in den politischen Acußcrungen der lityralen antijüdiichen Ernstkamps ihre wohlberechnete j ralem ,Kommando svlgte, In den Sudctenländcrn! Tagesblättcr iein unantastbaresEvang.immdcrPütitik , ,tintig nicht versehlen, hat es den Wiener Virtuosen! taten sie sich bejonders hervor, Tie liberale Presse! oeckehrt, ist an einen Einfluß und ,1״ die wünschen-: antisemitischen Schlagmortes große Tienste ge-j suggerierte ihnen da ihr Deutschtum und den naiven werte Vergrößerung unserer nationalen jüdischen ing und tiefe Bedeutung auch jür uns nationale ־.n, die wir es ander» ausiassen als unsere Feinde, rust die Geschichte der liberalen Aera ins Ge- ,,unis und entrollt vor uns die unheilvolle Täfeit jener jüdischdeutjchen Journalisten, die das himpjwort von der Judenpresse zu einer trcff. hiebsicheren Wasse i>» antisemitischen ,ffampse chen halsen. Unter den bodenständigen Schlag- 7ten unseres widerwärtigen politischen Lebens tn -lcrreich, die in dem Arsenal vergisteter und vcrnendcr politischer Waffen ausgespeichert 'sind und brachten, so wurde der jüdischen Bevölkerung durch Haß und Verachtung heimgezahlt, was aus das Schuldkonw ihrer Reichen und deren wohlbezahltef Preßsöldlinge iiel und ihnen mit Recht oder Unrecht vorzuwersen war, Tie Wiener Judenpresse ist und war keine jüdische Presse, Tie soll ent geschaffen werden Eine anffandige, geachtete, wahrhast jüdische. Presse ist iwr möglich, wenn sie dem Bannkreise liberaler *torrup ׳!et. manchen Sieg erleichtert, manchen Gesinnung: und gebracht. Jüdische Presse ist im Volkrmund d Zeiiuilgsjargon mit Judenpresse identisch. Mit recht! Unter dem Sammelnamen Judenpresse haßt verachtet die Bevölkerung jene liberalen Zeitungs Glaube» an die Wunderkräjte des deutschen Libe- Presse nicht zzt denken. Wir bewegen uns dg ,!! ralismus, Als er aus dem politischen Schlachiselde, einem iehlerhaste» f jna>I״>. woil.en wir -,n eines rühmlosen Todes starb, wurden die jüdischen *tampi gegen die ,Judrupr.ffe- »ns. ihre» Verderb Anhänger von ihrer Presse »nt wahren Roßtäuscherlicheu Emiluß aus die Juden durch D1r:rT7 Agiiai.n-, künsten darüber, ,hinweggeiauicht und schwören deute gegen die liberalen Zeitüngn, oegiitaen, obukte, in denen schlecht und recht das politisch-j noch aus ihre liberalen Le1b,o»rnale, wenn dieie Bei der Macht und Unentbedrliehffit dieser, bei rantbare׳, materiell rei^entlobnte, nttlieb mtiibcriDerj reibet besseres Wißen und zu», Ergehen aller Rick! unterer derzeitigen Einsiußlosigkett und Beichränktheii Handwerk unlauterer liberaler Meinungsmacherei naiven vom bloßen Sckieintode und sicheren Wieder '. euismäßig betrieben wird. Unter einem jüdischen uurnüliste» versteht man den Zcilungsichmock schlecht u. dem man verhetzende Tätigkeit im nationalen id Vllasjenkginpse nachsagt und deffe» moraliiche ualitäten man nach seiner, der Judenpresse wertet, ' Talen Partei, erst gewählte, als seine politische Rolle icheren Wiedermairrieller Hiltsmittel iff es ein aussichtsloser, ifui'-r erwachen der deutschen Libe!al>s»1us ichwätzen, Ter Manu,׳. Verlorene Müde! Und es -iff la i erlicks. dir iiberale jüdische Spießer wurde von seiger verhüt Wiener Presse, die den VI, *tongreß wie b n Zionismus chelten.Preise so hinters Licku geiührt. daß er die überhaupt to!zuichweige» zuffandebrinei, durch >ni, Zertrümmerung seinepolitiiche» Götzen, der libe- Aktion, durch welche ihr Abonnenten abgejags werde»' e sollen, ffrgien und bekämpien zu wollen, Tg ׳'ckiauT' lind was hat, um Grunde genommen, die jübiietfe j ,^nr Gänze ausgeipieck und d.r Antisenntlrinus, aus 'wenig heraus! Für uns gibt er nur eilion W ., ,völkerung in ihrer überwiegenden Majoriiät mit!der ganzen Linie Sieger war, Ten Auslösung: die bestehende ehrlichrjüdiiche Presse, me nur ,Vier Presse, ihren Machern und Sünden gemein? Prozeß der liberalen Partei und-das Ausstei^en der jüdischen Bolksinteressen diegl, ehrlich, »neigennütz.g. ,-o und wie vertreten denn diese jüdischen Jour-! antisemitischen Gruppen beschleunigte der im ׳Volke in reinster Ueberzeügung, muß nnteniützt und g.- -ilisten lcheraler Couleur bewußt als Juden wahrhast! intmer-wachsende ,Haß gegen die liberale Presse, in fördert weöden. Und wenn Hand in Hand mit ffi-.M ztorruptiotl, hat dem oiterr, > l ckentum viel schwerere Wunden geschlagen, als sie und Großkapital sührte dem Jude,-,hasse und polinationalen jüdischen Tag.szeitiinq. bringen, u jemals nützen konnte,'. Es hat die Fiktion,, tiichen Antisemitismus immer neue Jünger zu. Wie werden sie ,Judenzeitunghegen ü,!d aus 0,1״ vertrete die liberale Presse seine politischen und! die Achäer büßten, was ihre *tauige Arges voll- Schimpswort einen .Ehrennamen machen, s־ gfeuUTefoVi. ״!Uaslm“. ■10־» Tavid ArisLmann. — Aus dem Heb.oi chen vo» Paul Braks. M!r!)k, als ob meine Äugen von einemtfernen! diese Gasse bewohnen, heule aver rayt oas ׳ yoye , ־bleiet umflort wären, der mir die Welt so neblig rote Haus des ״Herrn Nosekgold" unter den Markt׳ -! cheinen läßt... #! Häusern hervor. Än der Mündung dieser Gaffe, 'ו Bon Hellem Lichte ist die Erde umflossen. Boin ׳ man noch das kleine Haus, dessen Fensterrahmen : s ..»Li... v.^ .* •_ r.• »1, .־■ J _• _־ ־. .1-X»..-. .'4.^.1 («haj A.ieltlniian finit (^חיויז» I f Grasen Slrzegolski: und wieder sehe ich die gebeugte raten wäre, und die ragenden grünen Baume lockten . Gestalt von Red Schmie! vor mir, dessen Haar und meine Micke ichweisten um die lange *teile über Rächt weiß geworden, obwohl er kaum vierzig kleiner Sandhügel, die im Sonnenglauze glitzerten Jahre zählte, , und *fernen. . . . Allmählich füllte sich die Straße! Und jenes Schebuotsesies erinnere ich mich, mit Passanten, die langsamen Schrittes sich der j Aus einer kleinen Anhöhe lag der Marktplatz Schul nähmen. Seidene *!Inder, lustige Bänder Richt von Toten will ich jetzt Erzählen, nein״von > mit den kleinen weißen Häujern, Ein abichüjsig.r rckuichten an mir vvrüder, -Ta ging, auch der ■ - r Lebenden, der gleich einer Toten ein.Masktr" Weg führte in eine kleine Gasse, die Judenmeinde..Parncs" Reh Schmtel Roscngold vorüber, widmet wurde...!oder Schulgasse, Einst dursten die Juden nur dem ein'gebücktes Greisenvaar folgte, seine Eltern Mir ist, als ob meine Augen von einem.seinen - diese Gasse bewohnen, heule aber ragt das ׳ hohe Ist denn Reb -:chmiel älter als diese« Paar? v__ v:, an.., I.... >״!״.. .״ h״«» ״׳rfi. Sein Barr schneeweiß, sein Gesicht voller Runzeln, ״׳!und der Ausdruck matt und schlaff, Rur wenn er _. ״ ,!sich in die Höhe reckt, erkennt man sein! noch jiu urblau des Himmels stiehlt sich ein Strahl auch schwarz und schon lange geschlosien^sind, Greise! gendliche schlanke IRstalt Seme Blicke aber blicke,»-, mein Zimmer hinein, der auf dem weißen Blatte können dir noch von jenem alten Grasen Slrzegolski: unruhig wie die eines Frebernden, Ich war - ׳ י ' ..erzählen, der diejer Häuschen mehrere Monate mit? damals noch ein itind und begriff diesen ,jugendeinem jungen jüdischen Mädchen biwohme, und daß lichen Greis mit i.inen wilden Blicken nicht, der alte Rabbi dieies HauS venlucht habe, daß Jubelnden-Herzens letzte ich meine Wanderung jon, niemand er seit damals bewohne und es nun verfalle,, Bald war ich in drr ״Schul- Ich׳ Hörle, das- 7 ' Elwas weiter abseits siebt die Schule, ein! Thoravvrlese», dcff ״Matrir- und da plötzlich.!>:t alte« Gebäude au« Holzwänden, die dereils ange kräftige Schames-Slimme! .Maskir", ״Jickkor!- fault sind und doch Jahrhunderte schon dasiehen, Wieder rauschten Seidenkleider an mir vorbei7 gegen den Himmel gerichtet, als wollten sie don aus der Männrr- und Weibe-.ichut drängten sich die Weltgeheimnisse erfragen. , , , Hinter der Schul!viele Perivnen: alle lu'iig und froh. — diese Gliick *״,״״״ o״״u״.״3 :״r״״. pgweue.. . zwischen den grünen Feldbeeren schiängAt sich chie l lichen haben Vater und MutterffTraußen lach-en -e Hellen Fäden wie goldiges Lockenhaar vorüber. > Wartha durch mit ihrem Hellen klaren Wäger, da« und ,cherzten ,,e. Aber über d,c-chul,tagen cs ״ch das mit den goldenen Sonnenstrahlen um die Wette! brausend und schäumend jene Weltengehe,mnige lö,en wie eme «olle Eine heilige Andacht uberkon״»- tanzt ,mochte die gleich dem Flusse ziellos sind, ...!dt- Menge und Tnnkel eptullt das Hans, Laizg'am ' Ist das nicht Ester mit ihrem wallenden gol-j Aber daran dachte ich nicht an jenem Morgen^unb gelagen enmromen die Worte dem Mm.de der. nen Haar'-- H Langsame» Schritte« ging ich durch die^StrÄge den Betenden; die äterzen flackern zilchend aut, -chailen . Da muh ich auch ihres Vater« gedenken, des!goldenen Sonnenstrahkca folgend. Bald schien inir.'lanzen an den Sändch umher, und ein düfferer. tnchcn Reb Schmicl Roscngold, und de« mächtigen als ob ich in ein unentwirrbare« Ltrahlcnnetz -geheiligcr Geig ,chwebt durch den T.mv.l, , , ,'11 Gedenket des jüdischen Nationalfondes! < mir sein Spiel tanzend treibt. Ich fühle, daß 7 ersriichendc Tau eine« neuen Leben« auch mein indes, krankes Herz heilen könnte — doch nur r eine kleine Weite, denn trübe Erinnerungen »chen vor mir aus, rühren an den kaum ver- -rjchten Wunden, daß sie wieder bluten, ,', , Traurige Gedanken brachten die lichten Himmels- '!den an jenem Tage für mich voll bleischweren Erinnen,ngcn. Bleiern sielen sic in mein Herz Welcher Zauber! Zuweilen schweben an mir