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Jüdische Volksstimme · 1903-03-15 · 4 (15.3.1903) · p. Seite 3

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
IV (1903)
Issue
4 (15.3.1903)
Date
1903-03-15
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr, 4 Jüdisch« Bolkdftimm« Stite :i bestechen die nationalen Ergüsse, deren unver! ländliche ־ der individualistiichcn Wirtschaftsordnung, Ter Christ Mystik ihnen Tiesjinn scheint und in die sic, geübte ] ärgert sich auch über seinen christlichen Konkurrenten Denier, alle« Mögliche hincingchcimnljscn, was nie!und wenn dieser zu scharf gegen ihn angeht, so darin gewesen ist, ״Legt ihr nicht aus, so, legt ihr!sucht er ihm mit Gesetzen gegen unlauteren Wettunter,"!!bemerk in den Arm zu fallen: aber er macht ihm I» den legten zwei oder ,drei Jahren haben' aus seiner Konkurrenz keine» sittlichen Vorwurf,»nd manche cs sich angelegen sein lassen, ihn azis feinen ן er verlangt nicht, dag er wirtschaftlich gelähmt oder Winkel, wo er lange unbekannt und unbeachtet nach! ganz ausgerottci werde. Ter südischc eionkurrcnt Herzenslust gcsascll hatte, hervorzuschleiscn und der aber scheint ihn! ein Verbrecher, den man mit allen!oxileren jüdischen Welt vorzuführen. Man,hak viele Mitteln unschädlich machen müsse, Tie Wut richtet seiner Essays ins Deutsche übersetzt. Man "hat ihm, sich eben nicht gegen den Konkurrenten, sondern - Studien, Betrachtungen, Kommentare gewidmet, \ gegen den Juden, und sie richtet sich gegen ihn, Wir lächelten, wandten den ,stopf weg und , weil sic nicht erst vom stonkurrcnten entfacht würbe, liegen geschehen. Unser Zionismus war cs, der sür sondern schon gegen -den Juden bestand. Erwirbt all dies die Tribünen und Schauplätze geschaisen hatte, T'ie Ileberietznugen ausAchad-Haam und die 51״«. der Jude, so haßt mau ihn als Konkurrenten: vcr- י zehrt er seine Zinsen, so Hag! man ihn um seines Men“(!) über ihn erschienen in unsere» zionistischen > Besitzes willen: gehaßt wird er immer, und der Zeitungen. Tic Vorträge über den grossin Mann!Hinweis aus die stsnkiirrerz ist nur eine Nachtragwurde» in zionistische» Vereinen gchatlen, Tas.Iich zur Beschönigung ersonnene Ausrede, Tic wirk. Interesse, das ihm zugewcndet wurde, war ilust der Tsilnahme, die der Zionismus ein Slus- ] liehen Gründe des Judenhasses habe ich in meiner für alles! als Flugschrift erschienenen Rede ״Ter Zionismus üdijche geweckt hatte. Wenn urteilsfähige Juden j und seine Gegner" i S. 11 n ׳ entwickelt und brauche te> dem sonderbaren Zeug, das sie zu lesest und zu ^ören bekamen, nur ganz leise den stopf schüttelten, war cs. weil der Zionismus sie Pietät gegen alles Jüdische, alles Hebräische gelehrt hatte, Ter sic hier nicht zu wiederholen. Wenn wir den Charter erlange», wenn wir Palästina besiedeln, io werden nicht entfernt alle Juden in das Land der Väter zurückkchrcn, Tic Zionismus hat noch mehr getan; er hat!nicht nur Judenkonkurrenz wird also durchaus nicht auihörcn iür Achad Haams Ueberseger und, stvmmbntatoren,: Tie Judensragc wird aber dennoch gelost sein, weil jvndcrn auch sür ihn selbst ein Publikum geschaisen.! kein Jude mehr gezwungen sein wird, um seines ijioem er überall die hebräische Sprache llehrtc und \ Judentums willen zu leiden. Schasst man dem Juden verbreitete, die das nichtzionistische Judciztym grund-! in der Zerstreuung Bedingungen, die ihm die Kon sjitzlich aus der Judcnerziehung ausschliegl —siehe j kurrenz mit dem nichljüdiichen Nachbar und Welche den Bescheid der Berliner Schisldeputatjion über- Werber unbillig crschivercn oderuninoglich machen, so Hai den Unterricht in der hebräischen ,Sprache an den j er dann bi« Wahl, sich durch Auswanderung in das Gcmeindeschulcn, der »ach jener Urkunde ״von den l Judcnlaiid diesen Bedingungen zu entziehen, Gewähr! jüdischen Eltern selbst nicht gewüsijcht wird". Wir gönnten cs Achad-Haam. aus seinbr Dunkelheit her- »orzutauchen, sich in, Lichte der großen zionistischen Leisentlichkeit zu sonnen, sich i» die Gesellschaft suropäischcr SchriststcUer lootsen zu lassen und sich su schineichcln, dag er nun auch zur europäischen Literatur gehöre. Wenn er aber unsere Nachsicht dazu benützt, um seine naive Gemeinde gegen uuseren Führer und seine harte, ausopscrungroollc Arbeit zu Hetze», wenn er dem Zionismus, dem er man ihm dagegen die gleichen geseylichcn und ge sellschasllichcn. »lalcriellen und moralischen, ponderablen und imponderablen Bedingungen wie dem nichtjüdischen Wettbewerber, io wird er sich auch in der Zerstreuung über den Konkurrenzkampf nicht beklagen und das Vorhandensein einer Judenirage nicht empsinden! Tic ,Konkurrenz selbst wird bei Zionismus Nichk^uns der Welt ichaiien Ter Jude wird die stonkurrenz auch in Palästina vorstnden. Aber es wird eine stonkurrenz mit gleichem Rechte. allein ab, '״Wenn ihr wollt, ist cs kein Märchen," sägt Herzl, Wenn das indische Volk nicht will, ist cS ein Märchen, Wenn, das jüdische Volk halb will, flau will, unpraktisch will, so werden die Ver< wirklichungen mühseliger, »»vollständiger, zögernder sein, Ter Abschluß des vorn Zionismus begonnenen Werkes lieg! in einer vielleicht lernen Zukun'i, Aber seinen Beginn sehen wir schon heute, allen?! bad- Haams zum Troy Ter Zionismus ist nicht^die einzige Entwi-kinng der jüdischen Geschichte, Sie hat sich auch außer halb des Zionismus cntwickcll: in Rußland zur Ge, seygebung Alcranüers 111. und zu den Begebcnh:1״en von I **i xL:,»' Rumänien zum jüngsten Handwerker gesep: in Teutichlanü von Slöckcr über AH Iw.ich: zu Bindewald und dem Grafen Pückler-,stlcin,Tick>!r::e: in Qestcrreich zu Lueger und ieincni --System,, in Frankreich zum TreyiuS-Handel und Bauaüos Nai: onalismus: in England zur königlichen Komn1:״:on sür die Fremdcneinivaiidcrung. Ticse Entwicklung war. iinde ich. gar nicht langiam, sondern recht ichnell, .Wohin sic weiter' süliri. stibren must, wenn es bei Achad Haams Faseleien bleibt, das kann n.i.b -, :n Tor erraten, Ter Zionismus Hai eine andere En:- wicklungsreifte begonnen und diese iüftri zum Heile, Langiam. das mag sein: doch bester lang'amals gar nicht. Und sicher wird iie durch das Tr iften der Achad-Haams nicht fte'chleunig:, sondern noch mehr auigcftalicn Achad Haam.isi ein weltlicher Protestckabbiner, Dagegen haben wir Mchts. Wir können ihm!ebensalls seine Qpposition gegen den Zionismus eben-!»wenig verbieten wie den Wrotestrabbinern After wir haben das':stecht'nnd die Pilicht, uns dagegen zu verwahren, dast er sich einen Zionisten ::•.>11:1. Er >>1 kein Zionist, Er ist das Gegenieil eines Zw nisten Es ist ein bloßer Kniif, das er von ,:::ein ״politiichen" Zionismus!mich!, um glaub,:: zu machen, das cs einen andern gib:, einen gefte:m:::svollen, nie erklärten,, ser״>» eigenen, ,Poli1:׳.ft,r" soviel schuldet, damit dankt, dast er ihn tückisch und! gleichen Waisen, gleichen Kamvftcgcln sein. Es nt treulos angreist, daun wäre Nachsicht eine Sünde,, möglich, dast eine andere, die sozialistische Win- und es ist Zeit, dem nicht länger harmlosen Spiele i schaitsordnung lTc Konkurr'cnz aus dem Wirtc>n Ende zu machen. Allerdings nicht um Achadl ichastsleben ansmerzl. Aber das hat mit dem Zio- Haams willen: das wäre nicht! der Mühe wert, nismuS nichts zu tun, der in erster :steibc eine naaber wegen der Gemeinde, die viel durch unsere l tionalpoliiiiche Bewegung ist und sich mit keiner Schuld — an ihn glaubt undchön ihm irregeleitet wird,! wirischaslliche» Theorie identisiziert, Achad-Haam gehört zu den schlimmsten Feinden! Was ivir wollen und weshalb ivir es wollen, des Zionismus, Er dekämpsl ihn! wohl anders als! das haben wir nicht ״ausweichend", sondern klipp die Absallslüstcrnen, die wollen, dast das Judentum: und klar gesagt. Was aber will Achad-Haam? ipurlos verdunste, anders als die isrlhodoren Tunkel-! Daraus habe ich in seinem Gcsaicl vergebens eine männcr, die es für eine Sünde »klären, dem Mes-! Anlioori gejucht und darnach habe ich vergebens iias vorzugreisen, aber er bekämpft ihn nicht minder andere gefragt,,die hcbräiich leichter lesen als ich es grimmig und unehrlicher. Tenn xr wagt sich selbst, leider kann, fthach seinen Schlustiäycnmöchte cs sur einen Zionisten auszngebc» ußd vom wirklichen, \ scheinen, als weise er dem Zionismus hauptsächlich vom 'einzig «isticrenden Zionismus mit woblbcrech-! vor, dast er zu rasch arbeite, ״Eine:stenäissance des netenj Perachtungsmicnen als von ״diesem", vom Judentums, die wirklich jüdisch »nd nicht ncgerhast ״politischen" Zynismus zu sprechen, ,wäre." «dieser Blödsinn ioll ein Witz sein- ״kann Ter ״politist^e" Zionismus״ sagt er, baute sich!nicht in einem Athemzug vollbracht werden." «Haben aus dem Grundsätze auf, die ״Judensragc" könne s wir das je behauptet? Wir kennen die Schwierignur durch Beseitigung der ״Judenkonkurrcnz" gelöst werden; wenn aber auch »ach Erlangung des Charters so viel Juden in der Zerstreuung zurückbleiben, dast keilen des Werkes bester als Achad-Haam, der nie einen Finger dafür gerührt Hai) ״nicht allein mittels Aktiengcselljchaslcn und Genoiienichasten! ״ein hiiiodie ״Judcnkonkurrcnz" sortdauere, dann *ei auch mit' risches Ideal bedarf einer historischen Entwicklung dem Charter die'Judensragc nicht gelöst. Was habe!und die historische Entwicklumz schreitet langsam," der ״politische" Zionismus danis geleistet? Er fügt > Ticse Weisheit lernen wir nicht von Achad hinzu: ״Die Führer des politischen Zionismus aber | Haain Gewiß ״bedarf" - zwar nicht ״das historische stellen sich schwerhörig, so oft tuest Frkge an sie! Ideal", wie er sich in seiner aualmig unveriländherantritt; werden sie über an die Wand gedrückt, j lichen Weste ausdrückt, aber die Verwirklichung eines dann tun sie, als ob sic nicht verständen, was 1»an ' gejchichtlich gewordenen Ideals der Zeit, und sie kommt von ihnen wolle und antworten ausweichend," durch natürliche Entwicklung der Verhältnisse zustande. Ich will sehen, ob AchadsHaam auch meine!Ter Zionismus-isi aber selbst ein Stück qeichickglicher Antwort ״ausweichend" finden wird, '* lEntwicklung, er ist eine Bewegung, die nicht der Laune Vor allem ist cS unwahr, schlicht und grob un I oder Willküreines oder einiger Menschen entsprungen wahr, dast der Zionismus behauptet, die ״Judensragc"! ist, sondern aus den Verhältnissen des jüdischen bestehe blost in der ״Judenkonlurrenz", Das mögjn i Volkes in der Zerstreuung mit Naiurnotwcndigkei! die gemütlichen ״Abwehrvercinc" gesäuselt haben: van! organiich herausqewachscn ist. Gerade sein Charakter Zionisten ist es, so weit ich die einschlägige Lileratnr einer geschichtlichen Erscheinung, einer nicht zu unterübersehe, nie gesagt worden. Ich sür meinen Teil! drückenden Entwicklungsphase der judstchni Volkshabe von der Judcnkonkurrenz nie ciy Wort gcl" geschichtc ist die große, die elemcnlare Llärke de , sprachen. Ich halte sic sür vollkommen!unerheblich,' Wenn alle Judest der Welt Rentner wären, wenn nirgendwo in der Welt ein Jude einem Nichtjuden im Erwerb als Mitstrebendcr! entgegeyträte, dann, . würde die In densrage genau so bestehen wie jetzt,! mit lriumphicrenden Mienen vordcklamiercn kann, sie würde nur die Form 'des Neides annehmen,! ״Tic historische Entwicklung jchrciter langiam." ~ ' . .. .. Gewiß, aber damit sic, wenn auch noch io langiam, schreite, must sic einmal beginnen, Tie Zionisten haben sich cntschlosien in Bewegung geichl. Wie lange ne Zionismus ist Taniologie, Ein Zionismus, der :,:cki: politisch wäre, das heißt, der nicht, die Scba׳i:1ng einer Heimstätte sür den »echt - anpassungsi-'-ft:,le>: oder nicht änvaisungswilligen Teil des südlichen Volkes anstrcblc, wäre überhaupt kein ,Zionisntns, und wer sich dieies Wortes in einem andern S:::ne als in dem vom Baseler Programme de>in:erren bedient, der macht sich gewöhnlicher Baucrniä!:,z,re: schuldig, Tas »:unten wir unteren russischen Brud-.rn sagen, die gute Zionisten sind oder es doch st.h.r!ich ׳'ein möchten und die ipi Sviclc Achad-Haams nick» klar iehcn. Zur LiiprrnIriM. Zionismus, «nd wir wissen nicht, wie Achad-Haam dazu kommt, uns seinen Satz, der. wenn er in vcrstündliche Menschenrede gefaßt wird, selbstverständlich ist. gewissermaßen als Entgegnung oder Widerlegung Ter Judenhaß ist bas Vördcsichende, dar bann nach annehmbaren ^Begründungen und Rcchiserti gungcn sucht, ״ ״ ״ Konkurrenz ist die allgemeine Erscheinung in' unterwegs sein werden, das hängt nicht von ihnen Aus zuverlässiger Quelle erfahre ,-ch ׳'o,-h.::, bast eine zioninische Erpedition sich: aus dem'We>zc nach _\Va«i; >'« Ari-! ljbefinde:, 'Dieselbe besteh: aus dem Kolonel G o I d i ch m : d r - London,,,ÄrE-::ekr Qskar Marmorek (Wien) uud die Tr, H:l., I, Jasse und Soskin -Palästina», Wenn diese Nachricht zutrifft, st׳ wären, d:c!:::: bewundernswerter Zähigkeit propagierten Bcstr-bu!: gen des Herrn T, T ritsch von Erfolg gekrönt Wir zweifeln keinen Angenblick, daß «'׳runde gewichtigster Art für dicic Tal des ftvnististüe:: Äkiionskomilees nmstgcbenü geipeien sind, Tas AIlionskomiiee wird diesen Umichwung in seinem Vcrhatten zu dem Plane der ״großer« Palästina״, das in Icizier Z,en unter den verschiedensten Titeln in Deutschland von seinem Urheber propagiert worden ist, durch stichhaltige Argumente zu rechlierügen haben. Jedenfalls wird diese Nachricht eine große Beunruhigung in den Kreisen der russischen Ziontstei: Hervorrufen, die sich nach wie vor dem T r > I i ck> ׳ckien Projekte schroff ablehnend verhallen, Tas?Up,׳ns komitec durste daher gut tun, möglichst halft;■!! ausführliches Eomuniau, über Vieic Ei'pcdiii,'״ v: vcroiientlichc« Ter politische Hintergrund dieser Etvediitc LenUich,, England hat c:n großer Jnlerei'e s.inei: politischen Einslust aus dem Landwege nach Aegvvien durch Besiedlung ihm freundlich gesinnter Etcmenre zu verstärken, Tic Beteiligung des Qbersten Gold schmid an dieser Erveditwn bestätigt diese mein, Ansicht, Ld sich aber der -IVncki z:: ,stolonp'ationszweckrn eignet, darüber, sind die ׳>N.: nungen geteilt, und da die Angelegenheit sich dem Stadium der Realisiruug nähen, io ist der Zweck dieser Zeilen, das;,onistiiche Publikum ',1er hiescn außerordentlich wichtigen Gegenstand a::smerkiam zumachen, , Berlin,?trlhur'Meycrowip Gesinnnngsgenossen! Gedenket des Ptessfondes!

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