Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- III (1902-1903)
- Issue
- 23 (1.1.1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Rr, 23 Jüdische B»lk»sti««e geisternd, schön und fesselnd. gilt auch die Gründung! einer jüdischen Hochschule, welche die nationale I Wiedergeburt unserer Volkes vordere,len und fördern;! ihr ■ geistiges Instrument und kiillurellss Bollwerk l werden muß. Marlin Buber. Bcrthold Fciwcl. Tr. CH. Weizmann haben in riner kurzen, streng sachlichen und.ausgezeichneten' Broschür^j den Plan der jüdischen Oesfentlichkeit übergeben und die not Wendigkeit der Hochschule überzeugend begründet. Sie gehört zu den LebenSnotwandigkeitcn. des jüdijchcn Volkes und dars nicht uiqhr von der Tagesordnung der zionistischen Kongresse verschwinden. Im Kulturprogramm gebürt ihr der erste Plast. Es kann nicht geleugnet werden, daß gerade dieses Projekt an die materiellen und iuoralsichen Kräfte der Ralionaljudcn ungeheuere Anforderungen stellt, daß seine Verwirklichung heute! noch in Weiler, weiter Ferne erscheint. .Denn den »leim der Goluskrankheit der Hochschule in die Wiege zu legen »nd sie nicht i» Palästina,- sondern, anderwärts zu errichten, das wäre eine zwcisejhaste nationale Tat, ein kostspieliges ,Kulturcxperiment. Tic Hochschule in Europa wäre keine glückliche Lösung S^i itc o don>der englischen Regierung «ine Wiederholung sehen Rachäsfei srcmder religiöser Gebräuche deL hochherzigen Beispiels,- das sie >863 durch liegt,, zündet ihn doch eueren Ehrislbaum an. die Abtretung der Ionischest,Insel» an Griechen- Allein ich-'will euch noch, einer zu hedcnkcn länd gegeben. Aus Anlaß der Krönung richteten geben. Ihr beacht da eine Religionsschändung. Ihr die christlichen Mitglieder des gesttzgcbcndcn Räter entwürdigt einen sreindrcligiöjcn Kultus, der Insel eine Glückwunschdepeschc an König Ebenso imc ein Christ, der Tcsillim anlegt, Eduard, in welcher abermals üui die Bereinigung j ohne Beten zu können oder zu wollen, die jüdische »lit Griechenland gebeten-ward. Tr. Lanitis sühn Religion verspotten und verhöhnen würde, so verzur Unterstützung dieses Vergangen» an, daß die höhnt ihr dar Christentum, wenn ihr einen Baum Insel für England keinen strategischen Wert habe, entzünde!, ohne an demselben beten zuT0n»cn. ober daß die Grieche» ChpernS «I82.O00) den Mohorn-! zu wollen. inedancr» (51,000) an Zahl weit überlegen seien.! Man wird es euch wohl nicht so übel ansz daß Beide ist Frieden und Eintracht mit einander! legen, -denn man weiß, es ist nichts als ältlicher lebten und die Mohammedaner g-gcn die Aussicht, Rachahmungstricb. aber ich trage euch: Mil griechische Staatsbürger zu werden, sich keines-!welchem Recht begeht ihr eine sremdwegS ,sträubten, daß es lndlich ein Gebot der! r.e liaiö sc Feier." Billigkeit K!. Sie Iizjel an,Griechenland zu geben. j Ihr seid perplcr! Run ich will euch die ,Trage All da» ist gewiß nicht ghnz unansechtbar, aber anders stellen, .Wozu begeht ihr eine sremdman dars sich nicht wundern, daß »ach der religiöse Feier? Ihr wißt auck» daraus keine kretenliichen jetzt auch eine Cnpernsragc aus das Antwort, den» I>as .weil iich die ahinder treuen",׳ polnische Repertoire Eurovas kommt."!gilt nicht. ר . Run io stelle ich noch die Tie fernere Tiskussion »der die Cstpernsrage, > ' Run io stelle ich noch die Frage und die will Aus iins welche -chekonpitlich von Herr» TaviS Trilich aus ich euch selbst beantworten, ,Wa 1»u>. terert ihr serem heimatlichen palästinensischen Boden nur kann dem IlOs.Üongreß unier stürmischen Protest der einen Festtag, den z u se irr n-ihr ke > n Rzcht sie als wahrhast nationales und kulturelles Zcnlriini russischen ,Zionisten, ausgerollt wurde, dürste an-. Hab t, j a den cu ch der r c ch t m ä ß ige B-c i'i tz er erstehen. Nur dort liegt ihre große Zukunst. Doch - gcsjchts derzm Vorstehenden nütgclciltcn tlierhältnisse ldieses Feiertages nicht te>er n lassen will? das ist jetzt ei» müßiger Streit, Tic Arbeit für! der Insel ndgmchr wohl allen Zionisten .als . Tas lut ihr, weil ihr verlernt habt, Jude« zu Zion bringt uns auch der jüdischen Hochschule näher. Praktisches Cbrislciiluni. Um! die Weihnachtszeit herum ist oft davon die Rede. An dem Festtag der großen GleichheitSmacherei. der Bcschenkung aller Armen, der Unterstützung aller Schwachen spricht> und schreibt man viel über diese iiierkivürdigc Art von Christentum. Es ist weniger christlich als praktisch. Wir Juden stehen unter. seiner Fuchtel. Seine1 sein, da« tut ihr, weil ihr eure ztinder vergessen ■ taffen wollt, daß,sie Iudcnkinder sind, statt cs ihnen zu erzählen, daH tut ihr. weil ihr glaubt, baß man den Asien im Frack für einen Menschen und den Juden ohne Judentum für einen Christen' hält. ׳ Toch ihr /irrt, man erkennt den Juden,' wie man den Asiens erkennt. . . Samuel Sir.. gegenstandslos erscheinen Nachträglichrs!11 Ulrilinachtru. Ein Wort an unsere Christbaumjuden. Wrihuachtr« bei |Urrtt!cim. Warum sollen wir nicht feiern seinen Geburl«-. * ' . schonungslosen Schläge sausen hageldicht aus unsere Tag? Hat er doch das schone Weihnachtsgeschäft in 7,;, T.rnav her indifckivn T>,1eia11״Iitäe- Armen nieder. Während de» Jahzcs tobt es sich aus, die Welt ge'brach, ,Illu'ttier, . L lllyr MT jlllNtlljrit ktllltßllUtllllT zur WeihnachlSzcit wird es lamutsro»״״. Ta ersinnt «^.״,mmer »e. .Sim»-.e.-i.-.».״ •. litt ÖCT llltiOrrfltüt ill UlllKlI». , ' e« allerlei ß)c|dienfe. Auch unsere Iv^eyqeber. des ■ ־ Ultihnnrfit״« bri fi.mmcnüsrct«. ״I« vorige» Mona, gelangte ,» H-Äen Des - - .... . Voriistcnden . . L. l״o t: l icb-des Kraianer haben die Christen auch , Studcntcnlags-Koiuiteer die Antwort des akademides Volke« sreigcwählle Abgeordnete, betätigest ihr .praktischer Christentum" und bripgeu ihren geschenklüsternen Wähler»' parlamentarische WeihnachlSgejchcnke In Ssterrrich war cs!heuer ein Hausiergejest. WeihnachtSg'aben solcher tzsrt sind d,r blutigste alle, die aus der Tu Mama V — Weihnachten ץ Hohn aus die Führer der Weihnftchtea und , sic also scieriBMan schiieidcl dicke Riemen Haut deS Rebenmenschen und bringt die Eristcnz blut Tie must ich um.) Bilder (!u 11u־y euch vorcitthaNen. t. ».״ ' e:> Chiisibaumjude, Ihr hättet euch auch ichen «en«» ausmnscrc Eingabe um Erreilung eine:- . S-ralcs im Universirätsgeöäude. bchuis Abhaltung kincr Veriamnilimg in» der Tagesordnung. .Auer en kennung der jüdischem Rattemaliläi au . der Jage!!,׳- »!ichen Hochschule.". > . Ich will mich in diesen Worte» bloß au« ,di. .K.'nilalierung der Tatsachen beschränken, will einen Betätigung jenes praktischen Christentums, auf ] Mau dal euch zu umfangreich därge'ielli. Selbst llebcrölick über unier? Arbeiien geben, ihr F.׳r: welches am Weihnachtrtage alle Blätter obligalc Komnierzienrats Morist hat in Wtrklichkeir keine schreite» und den Enderst'ig zeigen, wobei jch 1״!ch Tithyramben singen. Ja. man liejclzenkt die Arme», loschen ssüße wie in der ,Jugend". '!in de» (Grenzen des -iir-engiie» Sbj»ktiv>sn»us Inrtten nur dürsen cs keine Juden sein. Tie gibt man' -*״״ l׳״ Liebe sieht eben alles dom׳.-!:. 'werde. Wir konnten wohl au׳ Grub» des.'Erzt.iien skrupellos der Rot und dem Elend preis, nimmt] Nj״r den Weidnachlsdainn hat sic nicht dovvelt weilausgrei'end.- Huvo:ve-en hinste/en. uns lel'.ndi.z ihnen den letzten. Bisse» Brot vom Munde weil sie! gescheit, der ist überlebensgroß, wie in Wirklichkeit die- Stellung des Senats unserer Idee gegenüber die unglücklichen Rinder cizieS iinglücklichen Boiler Run. meine Herren Chriilbaumjuden. gib: euch opt1»״sl1>ch und hosinungsvoll voritclle», wir ,»olle,-. armer Proletarier anderen aus bei» Präsentierteller! sicherlich nicht erkannt Man Hai, euren Rasen zum Geschenke dar. TaS ist hie parlamentarische ffthr geschmeichelt!. .. Uich trotz de^schlechten Zeilen, sind. Sie werden von vorne herein ausgeschlossen das.nicht zu denken. Zwingt euch das nicht zu dem aber den Ausdrue^ iub1ekttv,r,Gefühle Mit aller .׳t<ast aus dem Rreisc der Armen und Schwachen, die, Gedanken, wir Mache» uns lächerlich! Niederdrücken, denn jo wie io glauben wir. die Macht man beschenken will »nd dars Tie tcuiendcn Phrasen I^,M>be euch 1,ur zwei Beispiele gebracht, aus der sogar ohne Phraienichmu.1 gegebenen Tatsachen "..*-•־—ז-- .יי - viel größer und wirkangsvoller als Tialekttk und volheliiches. , T ie Best rcbiin0/ n der VraiaaTr 1;,1inalj üdifchen Ingcnd ''ind zweisels ne von verdientem Eriol-g gelrona von Menschlichkeit und Mitleid gelte» ihnen nicht. . Das .praktische Christintum", wie rS uns heute in Politik und Gesellschaft entgegen!!,!!, ist nur Menschlichkeit aus Kündigung. Dieses Hausiergejetz »nt seiner versteckten judcnseindtichen Tendenz verdankt dem Parlamente eines sogenannten Kultur- ... staatcs seine Entstehung. Man kann sich denke», wie! einer ans die Idee. ähnliche Gesetze in dem halbzivtlisierte» Rumänien! Ta höre ich dicht Himer, »,ilr einen lagen: zusiandckommen und ausirhen.! Ter Rechtsstaat -dich wozu der Lärm! Tic Kutder freue» )ich daran, . ..... j0 jünj,ct ״,an ihnen Hali Le» Christbaum an!" den vornehinsten deutschen Witzblättern. Tie anderen, weniger vornchmc», tmirtft dnrber! \ ' Nur ein Bild hat mir in de» lgngen Reihe von Verspottungen gefehlt. Tas Anzurücn des Christ bäume« mit Broche, und dar w/re doch ein so schönes Bild gewesen. Hoffentlich k/umi im nächsten Österreich geht Len edlen Rumäneu mit glätzjendcni Beispiele voran und in beiden feiert dar..praktische Christentum" Triumphe. das Liiltr der dtipcrnfrünc. , Ta« Abendblatt der ,Reisen Freien Presse" vom-24. Tezember 1902 bringt] folgenden Artikel, .Aus Limassol aus Clypern geht »ns eine kleine, dort eben gedruckte Flugschrift zu, die von Tr. Lanitis versaßt ist und die englische lioi odr worden! Und liier Belege da1:׳r, Tie An'.worl des Senat» Mil der Iniorniatto» des Rekldr; .Ter akademische Senai >0 begin״: das Amts schreiben — deiäsioß 111 der heutig.,! S.tzung d,e Bille der Herren behufs Aoöaliung,einer Veriamüi Ach so ist die Geschichte, sie feiern die Geburt des l lung. die über die Anerkennung der >ud Rational!- Christus nicht wegen des guten Weihnachisgeschästzcs, tat beraten solllc. abzuwetsen. denn hi.- Stellung das sie ihm verdanken, Herr. Jude, sonücrn >ocil'׳»s der R>rsiona!1täl »11 Siaaie ist dtp.״ d.! Art. 1,' die Kinder freut! ' '! der Staatsgrundgeietzc vom 21. Tez-emb r l-״l7 ge Ja glauben sie. es würde di.^olendcr zveniger, regelt und im Sinne dieie-s Grundgest-tze» werden sreizc», wenn sic. die Ch'onukalichlcrlanzündcn und,diese Angelegenheiten an der Universität b.Handel^״ ihnen ihre Gcjchcnke-ilalt unter-dc» CHAEldaum.'unter! Tics der wörtliche Inhalt des cchreidens. Auge״ die Mcnorah legen wurden? Ja noch mehr, unter dem ] jcheinlich ist der Inhalt dieser Worte stir uns höchst Christbaum stehen sic ihrem Kinde wortlos gegen-l ungünstig, aber bloß augenicheinlich. Tie Crosinung über,' außer-sic singen,-,Wieder ist der Christ ge-,der Unsueisiiätstäle war ן> nicht zinier Eid-,weck. Regierung ausjordert, Cyperu an Griechenland ] kommen," aber beim Chanukalämpel da können sie \ es war nur n Mittel züi» Zweck. Ja. im Gegen abzuticten. Die Flugschrift weist darauf hin. daß] ,hm erzählen, daß sein Polk Makkabäer gehabt hat. l teil, man machte uns . d,e Arbeit bedeuienh der Wunsch, mit Griechenland vcreinzgt zu werden,! El freilich, dar kann ihnen nicht passen, der ] lcickuzr man vercini.ichie sie, verhals ihr zur rascheren von den christlichen Bewohnern schon bei der i Jude soll keinen Christbaum anzündcn dürfen, weil, Zurücklegung des langen Weges durch, Formalitäten Besetzung der Insel durch die Engländer kund-]es die Christen nicht .gerne sehen und ihn deshalb!und wieder Formalitäten^ und — an.rkauUie kur; gegeben worden sei. Damals richtete der Erzbischof ver'pottcn und verhöhnen! I die Raitonalitat unterer Fordezungen. der'Insel diese Bitte im Namen der Bevölkerung | ,Wirlassen u»S unser Christentum nicht nehmen. Zur klareren Tarstcllung d.cr Lage zitiere ick> an Sir Garnctt Woljcley. Im,Jahre 1882 ward],hhre ich auch schon schreien) unicr Christentum]noch den genannten Artikel »1 seinen^ gesetzliche» in zahlreichen Meeting« der gleiche Wunsch aus-1 ebensowenig, wie unser Tcutjchtunr!" Und dann cs! Wortlaut, .Alle Volksstämmcdes- Staates ׳inü gesprochen.-Im April 1895 w»rde die Bewegung' henken ja nicht alle Christen so: wie der ,Simpli-] gleichberechtigt.' Jeder Volksilam.n h,n ein unoer, stärker; vier Volksversammlungen erklärten sich! cissimuS" und die .Jugend"! Tie Christbaumver-l letzlichcS Recht aui Wadrung und P'Icge sein.-r cinstimuiig für die Bereinigung mit Griechenland, ] käuser zum Beispiel, die sehen ct io gar sehr gerne,, Rationalität.? und im Juli desselben Jahre« ward dem englischen ] daß wir tolerant genug sind daei Christfest zu fziern,, - Es sei hier nöch bemerkt, das: es eben d! Colonial-Ministcr .eine Tenkjchiist überreicht, in! wir Juden. Wo brächten sic sonst die ganz großen ] Artikel ist um den Ser grimmige?saisonal,lä,enwelcher eS hieß, die Bevölkerung CypernS erwarte ] Bäume an. 1 ־ tampf gesuchten wird. Wie einjeder Parageava. ' 1 ' Trotz Schinips und Spott, trotz Schande ui!-i entbehrt auch dieser nicht die weitgehendsten E!.zen pi.,-״'ein«."°Müd!',iche^׳Ä.M6w"-m»7"׳Tie ReLn.'''lHohn^'''otz dir Herabwnrdigt.Rr, die», dem läppi schäften de- Kautschuks Er »itzt - dank i.,״ r