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Jüdische Volksstimme · 1902-07-01 · 11 (1.7.1902) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
III (1902-1903)
Issue
11 (1.7.1902)
Date
1902-07-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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V ' Seite 2 -- -ר Jüdische Nr'1, un- Hi׳, n'4 ■reif v I» vielen mährischen - Land ituaten,. D.14 HM.T.itnnt. ״Jünglein an Dir SsJagc" biixg. 1 A»r Dtcii Gruppen wollen wir ohne spezifische Motivierung lurz dt.׳ folgende Tirektive ausgeben: Dir ziontstt'ckt organtstenc Iudenschäst Yak sich öet allen wichtigen politischen 'Wahlen strenge an .1,-־: Parixtbeieliluß zu ballen: Dieier Beichlusi hak zu I. >'n Den ־yahll'^irfen,-wo es sich ausichließ!ich um naiionale >i 1:!DtDat:tr.n bandelt, dasi Di! iamcr, als für ihn wünichensivert, <!ur ''Jiacljt kommen zu 1\ur gut gcijug jiir Die Erreichung swlstsicher Zn aher er ist j» fchlechl für die Große politischer י■ Wir bcfämpjen einen Nattonalisnins. ^der'sich sinnuttg. Ein' Judentum. Das ans eine lebenx über Die greifbarste Gegenwart hinaus keine - Ge» Nälionatkuttur vorbehaltlos verzichtet und sich >> - ' ' Kt»-Ltul>iu», toter Bücher jufricbcn gibt, erb nichlrmchr von feinem Volke, und wo diese .\י nnng fehlt/dsgchloltert auch Die nationale Gesin», zu Grabe, Ebenso, wie wir bei dem ^Jüdischen Ve verein" jedes wahrhaste Streben nach Den Zs, nationaler Lssenhcit vermissen, entbehren ,wir ihm auch den wirtschaftlichen Ernst, der notweist für Die Aufgaben Der -ökonomischen Lrganis.i-, nnicreS״VolkcS. Wenn ein einziger Verein zu gle Zeit mit Den Arbeitern flirtet unD den Genu treibenden, Pen Hos macht, wenn er in einem ׳.-, den Konsumenten und den Produzenten Verfprea gen machen und alle diese entgegengesetzten sog Elemente in einem Vereine organisieren.will, jeder Gruppe im Sinne ihres Charakters in - rater Organisation die Auslcßhug ihrer spezti! Interesseit zu ermöglichen, sa können, wir danken macht und trotz seiner volklichcn Tendenz 'Dir notwendigste Voraussetzung für die Gesundung unseres Volker, die rechtlich gesicherte Heimstätte weder selbst anslrebt, noch auch Das zionistische Streben Darnach unterstütz. Das Predigen, gnffndie Assimilation erscheint uns lächerlich, wenn es nur Pallialivmittcl vorzieui'liich organisierte Iupensertait. ohne sich in den | icklSgt. sie sich» unter dem dauernden Drucke der LanoNtiUn;Junit M1׳n^4׳n'zu ,woUen.!enem Manbi i Tiaipora dennoch in dic enblkije alimulanon au|• da!,n igletebgilna, welchem Volkstum Derselbe i losen müsieit. , ,., .!::.־,ebori - thre-Sttmm.׳ gibt, der Dem Judentum! Eine forcierte Politik, welche dem Bcdnrsnts .•b -r siebt oder in Der Lage »t. -beiiere Garantieni nach wirkungsvoller Propaganda ent,pnngenD, alle -tasitr zu'geben, dar. er ,üdi'che Interessen vertreten! Betätigungen verdrängt, welche tue die -elbttyil,.- ,oder ichntzen wird, Turch diese־ national-egoistische l öes jüdischen Volkes,in erster Lmie IN Betracht Prinzw vergibt, sich Das Iudentmti nicht unD ver-! kommen, eine Politik, welches auch 1»!etter V.ahlm.t.r.t er, in ö.u ttationaken Streit hmeingezerrt zu gruppe zur Geltung kommen will, wo die kontrartten - '■e*r Emuß ,edoch b.׳tonl־AwerDen,' Danes! ,silassengegensähe, nicht aber die beomgten Gemein. V'attvtatti-abe nttierer S rgantsatiouen sein m»si, der! samkeitsintercssen maßgebend sind, eine solche I,her- . .;-t ׳■.;lerr' Ptiott und Dem Stimmeitkaus überall wo wuchernde Politik erscheint uns wett getahrltcher,! wtrttchastltchcn Bestrebungen unmöglich cbenw ... Sampikrar.kbetten tre-ien. rücksichtslos entals der weitgehendste politische Indtiserenttsmns. nehmen, "wie cS ihre Imitator?!» verlangen ,,, . ־ nachdem Dieser wenigstens Die Freiheit Des sozialen ' ' 'Vr>. “|e«et: Bezirken, wo'es ,sich nicht um ־ >iraftc,piele% unberührt läfit. Diese politische «e nattonate Kandidaturen handelt, haben dje organi '»ugung mn,z von nns^ umiotnehr bekatnpN werden. Wir wollen unsere $e׳it mit dem ״AÜOii Volksverein" nicht länger zubringen, nur , können wir nicht umhin, zu crkärcn: Alle sachli. ׳^°n^'׳F׳ll"n'hak«^d1e''st»msi1ich-׳n׳Kvn>oralwneu wüalen .Individuum». al>» auch Der Juden, i ltcben Gegensätze, dem Verkehr» jüdischer rr ä.i'.״ ־'Vo , ™ %''■ silasienintereisen auf dem Spule sieben, bei jenen iationen zu Grnnde liegen sollte, vom .)«dt- " ' 'r\ ■"[, י■ l . . 1 ״ , 'Wahlen. Die den Zttsatttmettpeall von Arbeitsgebern Volksvereinc" unseren zionistischen Lrganisatt: ,< rr-abltrethettwtre in sen.n ,ratlen zuge -,^g-a^b,n,s!:ehm.׳rn darstelle». Wenn wir hier sür! gegenüber anßerachl gelassen wurde. Über Verde., - ׳tat-den. __lv. D.iteu 1־ vtt Uu־tragung tutgebeiiDcr e'Der 4 vsteiretchische Bezirke eine prinzipielles gütigen und Beleidigungen hinüber gibt cs I v>-'Wknenkann, als vorzugsweiie ^^jsim, gemacht haben, so-geschah dies nicht au« ^Brücke zu gemeinsamer Arbeit, und wäre diese Hier, am ־ Parteitage o er ausgesprochen: Es Wiener zionistischen Per, Wahlen in den Multu•:■. . . r. Ivirtschasiltchen Srganisationen die Möglichkeiten i stand durch ein ziomproiniß mit dem ״AÜDr t-tk., bei deinIt III! --' '---'e dir tantivnrluttg die.tan- ^,,ä,״e1l notwendig werdendett, Aitschtthttahme, Volkrvereine" die persönlichen und sachlichen .teatnr ztonnwcher Ab.zeore neter möglich ,ein wird., ,edoch weitergehen!und die jüdische l sinnungcn der letzteren mit denen der Ziom׳ Ausgeh-,ttd von dieser kttrzen ^ktzzierung nuchr-,Politik mit selbitändigeti >!anDiDaiuren als allge!wenn-auch nur nach außen hin, in^dusaminer,: , t a7׳ ,jlDvcher Vo.k־volt:-.k, wollen nur uns jeneu Grundsatz proklamieren will. Der hat nicht s gebracht haben. Aus Der Geschichte Dieses ,etou , t.t.:zionistischen .Grupp,!! zuivenDen. Die IN tlir, j.,.. .^ähigfeit, soziale Werte vor dcut Wüten po-! Iltisses haben wir die Lehre gezogen, das! di. uisitiche Partei ihren-Minortlätrcharakter >va! 7 , ,, , .. ..AÜdtichen - jedes Bedürfnis nach plötzlicher Macht nnterdro n-,b,ndett ^Attdiichen V v l! sbe re tu" tu Volksvercin" die Tatsache, Das! dieser in Der an-' soll, bis ihr organisches Wachstum genug g,e i:.׳e r.rgan1u1t1on bat uns Kit Oer;{eit ihres Be-, beutuugsweisen Vertretung' lokal österreichischer' ist. uw den Übergang von der kämpfe.ndeit \ .. נ!« zu einer scharteren!.ppoiilivn - veranlaht, Interessen aujgeht und die Perbtudititg mit unseren, sitivn zur Leitung der bckänzpstcn Korporation, “יי"־. - - ■ין-.‘-■■־•.י-‘-־•,'-■ -- ermöglichen, «eineÜberrumpelungen,keinztonip! Die in P-.egr.iMM Die psliniT. .Betäiigung auigenontuKn li'liich^'Hrößmannivcht zu wahren,' i --,h,r V0i alhiu zu Dem uns scheinbar am nächsten, ״,<׳, weitesten liennt uns jedoch vom nat'Dis zu einer ichar'ereu!.ppoiilivn als dies nach ihrer Bedeutung eigentlich zulässig wat, Ter ivruttd hiesitr i't Dann zu suchen. Daß e!-!. Verein,- der s!ch^ jüdisch national nennt, dieses Brüdern außerhalb Der schwarz-gelben Pfahle gar nicht sucht. Wenn sich ein Verein, Der fürlebendiges jü Bnnzip!edoch durch!, opporiuniitische WlnDbeutelei, tz,,'ches Volkstum zu. wirken ״vorgibt, um die benv.l imereiiur:.-:• a.emagogentu1» stets in seinem .־,ebenDetl und weiter zu entwiche'lnden Zusamntcnttin.r'ten We'er, verletzt, itmerem ncittonaleii in»!hange »1it dem Iudentu»! gar, nicht kümmert, wenn t-,!.vn zu mibe tritt ' > ein solcher -Verein in einer Zeit, da die AUdennot Vor all.»-, bi,kämpf.n wtr etneu Vatioiialismus, l uns'zujammentreibt, gleich Dem Wild bei Wetter " '' J.‘ ..L'lbiuvritänblicfmen Ziele stürzen. Die Hand nicht ausjtreltt zum Bunde mit es nicht wagt, sein tu uerneu, aus ,Hirch!,- durch dies. Sifenheit lang-, den hinter den ,!tulisjen, freie, offene Gegncrschasi »amps, bss wir stark genug sind, den letzten ä׳ laus zu ]jagen, Eiiie junge Partei, die vor darnach strebt, durch ,siompromisse und äh, Mittel'ans Ruder zu kommen, ohne zu der daß sie mit jedem Erfolge mitverantwortlich für die Leitung der betrcsienden Institutionen, solche Pgrtci begibt sich ihres wertvollsten M״ u eit;11 een :115 m , »> :.־be : -ird tne uden anderer Zone», dann ist sein Volkstum der scharfen, rücksichtslosen -itonirole. Wir 1 זיז allb.liebt.n T! L Vicht trotz, sondern gerade :׳.-..un ietnes Bolen:!!ms, Tenn es.lq^ den Avden r,!..!ts ferner, als die Polen irgenDiuie ärger» zu wollen. Sie kalkulierten, da Die Polen: Die freunde -d.s Herrn Tr Li sind. Da Diei-.r selbst, ßvie männig-!ich bekannt, ein glühender, polnischer' Patriot ist, »!::!': ,.׳neu n'tchi ein hiesiger, ihnen so gut bekannter, .und w treu ergebener Pole -an Das bischen ״mosasiche Eonscssion" dachten sie gar nicht! lieber!ein >us der Ä-remDe, Der ja auch nichts weiter als ein bürgerlicher ADvosat m A.D.nsalls glaubte man überzeug! i.-in zu Dürfen, daß sowohl aus -en obigen Gründea. wie auch aus :liucksichien vteljälirtgen Verkehres, mannigfach gelemeter Tieusic uiw. Die polnische Beoolkerung nicht offen und nachditcklich gegen Tr, L, sein würde, um-omehr als er auch. Dank einem Zusammentreisen besonderer llmsiaiide die volle Iluiersiiitzuiiader Rathenen fand V Dr L. in ieiner allen ״jüdische» Polen" geui.nnsamen Ängsi.l die ’ christlichen Mitbürger nicht ״zu provozieren",'5r:1g vorerst Bedenken Lse,!ianüidat.tr anzunehuiet, Erst als er dieselbe persönlich Mehreren -um -Öie (HeniginDc minder al»-.er verdienten Mtlgltcd.-tn der hiesigen polnischen Gei.-llichast ang.trag.u und mit verschiedener Motivtcrung privater gitztatr ablehnende Antworten erhielt, .-ntichloß er siel! -dslb.-r zu kandidieren, UnD NU» gei'ch.iPdag Unerwartete, Mit« einer wahren Wut. die vor ke 1 nein Mittcl zurücks ch. u t c. brkämpsten die poliisschen Wähler vor und - während der Wahlauss machtvoUsic uhtersiützt von d.en maßgebenden Z-aktoren, die Wahl des Tr, L, Warum? Isr .r mcht Pole? War sein Bestritt , zu dem Polenklub nicht selbstverständlich, güch wenn er ihn nicht so feierlich im Voraus versichert hätte? : Bewiesen ihm die christlichen Bürger, bei passender!Gelegenheit, nicht siets-ihr Wohlwollen? Erinnert! cttvar äußer dcut siummen, verborgenen Matrikel-! rtgittcr ein sein oder, seiner Familie Zugehörigkeit : Znm Audcntumc?! Zsi er nicht mindestens ebenso!befähigt, für dieses höchste Ehrenamt, das das Bürgertum zu vergeben hat, wie der Gegenkandidat? Also was ist es? ,Tie einzig richtige Antwort' muß lauten: chcmischreiner A »1 isein itismus, Tic Polen bekämpften bei, Inden aus keinem anderen Grunde, als weil sie in ihm den Juden, sind zwar ganz gewiß nicht den religiöse!!, sondern den nationalcu Juden sehen 1,1!tj 'hassen, '-!Senn dem aber jo ist, wenn die Polen trotz aller, schier ausdnnglichen Beweise der Loyalität seitens. Der Assimilation 'so gar nicht an jüDisches Polcntum glauben, mit welcher Stirne zwingen sie uns alle, offiziell als ״Polen" zu gelten'?! Wird die Diesmal unzweiDcutigc Erklärung Der Polen, ihre nunmehr ssienkundige Heuchelei' und Doppelzüngigkeit Den Star stechen? Gewiß ist: manche von ihnen sind, im Stillen, ״ganz empört" Für uns Zionisten bedeutete die ganze Wahlckampagnc 'einen trostreichen-.Sieg, ES bestätigte sich, zum Ecstaunen aller, uns selbst zur Ermutigung und; Freude was wir trotz zeitwciligen eigenen Zweifels stet» geahnt. Da׳ das Volk in seinem Innersten gesunD und gut g.'b* -.!!, Daß es trotz systematischer BerDummung. in׳ ltio D.ch Richtige und Notwendige erkennt, daß; inwütig feint und genügende Energie entwickeln - .:!n, um Das fürs recht Erkannte trotz allem und .1־ein - zu tun, wenn seine falschen Propheten . fei cs nur für einen kurzen Moment, verlassen Tem Alpdrücken gleich tasten diese crbgcsessenen ״A! -׳n" auf Dem unglücklichen Volke. Dieses suhlt d unnatürlichen Beschwerden, cs will sie abschüttc., -md bleibt doch, wie durch schweren Schlaf gcl.it ׳ in ihren! Bann,-; Aber wir hohen wieder. Da, nach H!>>>. alles stießt, mußk doch endlich einmal ein. acke Welle kommen, die den Unrat hinwegjchwem!- , Tie hiesigen«zionistischen Kreise setzt, sich eifrig für Tr. L. ein. Die- Begründung täste-' ״Ta jeder — außer Dr, L. selbst— wbtß. ״ ' Jude ist, - und wir vorläufig hier keinen l -reu Juden haben, der ReichsratSabgeordnctcr lein I -nie, müssen wir als Juöen für ihn einslehey ob».׳..reöt vor den Polen, dem Herrn BezirkShauptma!:' und all den anderen Herren." Tä die Agitation kaum 10 Tage vt״.?et» Wahltcrmine begann, konnte nicht viel getan r. eben. Doch weniger genügte. Bon den zirka 700!:־. ..־eben Stimmen (aus der städtischen Kurie» hatte 4: 4 alle. Biele der jüdischen Wähler, darunter ,.:-'ch liche Greise, standen von 9 Uhr früh bis ׳ Ubr abend» vor dem Rathause, durch die nriland

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