Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- II (1901-1902)
- Issue
- 12 (15.7.1901)
- Date
- 1901-07-15
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Füdische Bolksstimmc Äfitc 3 mm'•} »ur manchmal taub fem> und gut fchlm en Ofsertejchreibeir ist ein Fluch des Wiener Platze«—!bernben Judenprolctarier aus aller Hckrrcn Länder, foimerit denn auch in Bosnien nimmt man wenig es untergräbt die Stellung aller Angestellten, die die Bahnhöfe der Vcrkehrseentren pelagcrn und Rücksicht aus die Anwesenheit von Juden. Ist >ie indeu, esvor den Augen der Geschäftsinhaber die auf den Landstraßen umhergehestt werdeii, aurgelerntc Gesellschaft schpn sehr semsühlend und höflich,. so Zahl der Sjellensuchenden ins Unendliche ver- Handwerker Pud, die nicht ankommen können. Ü/oßcrt — denn der eine Stellensuchtnde verviel-> Wir haben auch nicht ermangelt, die Verhält׳ sältigt stch, so oft als seine Offerte eireulieren. ' nisst jenes geringen ProeentsaßeS zu s childern, der Um das Unsinnige des ewige» Ofserlejchreibens >m Jnlande ansässig ist- und von eine! 1 Fachuzanne zu demonstriere״, bitten lost zu bedenke», dass die wurden rückhaltlos die. Gründe dargethc n, aus denen meisten Offerte aus' Zeitungsannoneen-ein laufen. die; sich die nicht zu leugnende Thalsache erklärt, dass lagt-man höchstens: ,Anwesende sind natürlich ajis ' ,^noiitiucn“, wozu die guten Jüdchen verbindlich b-n .stopf neigen Auch sonst ist der Antisemitismus nicht s! hr iiibldar. Juden gibt es im Staatsdienste, auch in 'bolleren Nangsclassen. ) Vor einigen Monaten!ist in den seltensten Fällen nur Gehaltszisser angeben, unser südlicher Handwerker im iTurchichnitle ,in Jude sogar Lanoes-sanitälsralh geworden. Das Resultat ist, dass sich Leute sehr oft für: minderwertig in: Tie Hauptschuld :ragen unsere Ta's Inden ost präteriert werden, ja mein Gätt, Stellen offerieren, die schlechter dotiert sind, al^ jene, Eonnationalen, die dem sigmmesgenössisihen Gewerbeallzuviel darf man auch nicht verlangen. ... Ob.welche sie aufgeben wollen! — Bei Stellenlosen!!reibenden — wenn sie zhn überbaupt aussuchen man erfreut ist, dass sich Juden zum StaatSdiestsli lässt sich noch als Entschuldigung anführen, dass; im besten Falle Flickarbeit geben un > aus leicht drängen — ist eineheikle Frage. Beantwortet!ist: sie. sich an jeden Strohhalm ankiammern : bei solchen erklärlichen Motiven ihm gegenüber dm ׳Lohn viel n, in^der ,Jüdischen Volksstimme" Rr. .17,! die in Stellung׳sind, ist es unverantwortliche Kopsärger drucken, äls wenn sie es mit dem arischen I. Jahrgangs Dort heißt es nämlich, iiign hat! losigkeit, d ie a l len A nge st ei 1 len schadet und Handwerker zu!hun h-iden. ..* 1'־־- sehr selten ein praktisches Resultat hat. ׳ : Tie Zionisten sind da vor A l,m berufen. Viel eher hat es einen Sinn, weyn man an Remedur zu schasien. Tie Richtung dafür wurde bestimmte Firmen, die man .wenigstens de!» Namen uns bereits auf dem Olinüyer Zionkite! nage gegeben, nach kennt, sich direet 'wendet, obwohl «»ich dies Es wurde nämlich ei» jel>r wiepiger Antrag einen sehr problematischen Wen hat.!einstimmig angenommen, dahin gehend, da׳s die III. Minlttsiir!Äkrlloiiltliliendr. einzelnen ׳Ortsgruppen und Verein ׳ verpslich,et : werden, genaue Linen und Austum sbucher ' im! :ne große Pahl, da sich zumeist Juden anmeldsn. Dass die Wohlhabenden׳ unter solche» Umii,enden immer eorrupler werden, ist natürlich — zumal. sie die Roth und da« Elend der Spaniolen i:->chl fühlen. Auch dafür ein Beispiel: Als ich vorjges Jahr ein Comitö für eine südliche Unterhaltung zu Gunsten der rumänischen! ,, ... . . . _ . .״״״.,״ ,״״״•״ und AusSuiif sbücher über den zusammenstelltn wollte, verlangte man arjch! .sachdem wir in Kurze die lledelnande ikizziert. jüdischen Handwerker ihres Wirk! ugskrejses :1 » ders nat ion a le in dasselbe auszunehmnen, : d"",״׳, unter denen der einzelne Ltellenjuchende >n at,rei,1sloeale auslieqe» zu lassen. leit nicht äus ״?eil eben!!׳ leidet, wie die Gelainm"׳..״ ■ - — ' ■ ei! man die.allgemeine Aufmerksamkeit nicht änf. 11.:׳ leiiken dürse. So misslang das Ganze. sie l Gejamnitheit. wollen wir im nachstehenden noel, aus einige wichtige Mo- , bares Damit Ni uns ein neues, un. mente Hinweisen ^.׳ule fürchten die Oesfentlichkeit, sie sürchten jrven...... ... -ck,alten, sie fühlen »islinetiv, es könnte anders , b!.'' -Irbe1lskate,p׳r1el> ,1,1 Handelsgewerbe lemmen und glauben, wenn sie Vogel-Straußpolstik ״׳sichlidalilsteiten^unler- :reibe», sieht man sie nickst ' *.. 'י' ”י‘ "" ."" Arbeiisseld erotsnet. Wir. tr, 1,11 einer'ei» —; mir unserem Kleingewerbe iu engste scheide» : die Tbäligkeit im Eomptoir und Bureau, Verkaussthäligkeil und Waarenmanipulation chsst^ schließlich den Verkehr mit der Kundschaft außer dem Geschästsloenle tReiien, Agentjeren am Plaste :e.l Von diesen drei Arbeitsgebieten ist aus jen^ni >nnhl 1Y1S firiStet►' 'Wiifi.*«. Fühlung, das erkennen-wird Gennnungsi» uns iosöri seine» ausrichiigsren Freu»! und geben andererseiis zunächst unsere! genoss,׳» und Jnteressierien GellgenlniO ihre Bedürs »iss,׳ beim staniniesgenviiiiebeii Hand! eerker zu de friedigen, von d,׳ii,n Er׳.sl,nz si vietsetch nicht unlerrichler. sind, und de» sie gerne ichidern werde». di, man au,:! . die Häuser verstud >1 u,:1׳s:e. ist Tie Äiiserligiiug solcher Llfie heeivgräphiert ,1 gegen den Hebung des sondern wird ' :׳, Geben der So leben sie lethargisch weiter. An hohen J,׳l,!lagen zieht es sie ins Bgtloeal und Wehn Volksiänger kommen, die, obw-thl selbst JuLln. ׳.:»ighliche jüdische Witze reißen,■ pilgern sie Hause״ ... , . . ,, ״, weite bin und lachen sich Halbtod», unbekümmert»!». ba Eoiiiploirarbetl wohl dar größte 1, ,,,״׳.״ ^.... ...- ........ d:e höhnischen Worte und Blicke des »ichtjüdischen ""üebot, wahrend der? ei an l ,ank d,r Einkuhriiitg. uichi »ur das wirk׳«״,׳'!, Mi! Publieums. Es ist eine'Schande, wie Jude» solche >r -!-״ographie und des Ma׳ch,»e,״chre,be״s» eher am,semitisch,״׳ Boneou und zur ׳»ankeliänaer unterslülZen -abals zu»״»»,,; auch druck, die Verwendung der ״ .- ' Wir brauchen eine systematische, energische, billigen weiblichen Gehilfinnen in diese», Arbeit« .:o»,insche Propaganda, e,n Einzelner kann nichts iwe.ge au, den Arbe.ismarkr erwirken Vielleicht hat diese Zeitschrift in Bv-ichn , hungeren Gel״l,en und Gchilpnn,-״,-״ daher ,:״sge Leser und diese bitke ickl, nicht zu ruh!׳^ ,״ngend zu rachen, da.s ״e »ch lieber der iondern immer und überall wie ein ״ceknim Tbal.gke.» de, der ^,anipnlation und be.m Ver- ,0<8.:׳.׳" den Zionismus zu benützeir. Zuezleich chill 5“l®1"6‘!’. ’111״J!.' L 1“,׳,1'1״‘^״״,*'*’“,"?i und einen andern z» wähle». . >ch das Ae'tionscomits anregen, eine Propaganda- «^>>1h»- a s Verchuier.und Laezerm ,mijier noch wird sich daher euwselilen. ׳chriii herauszugeben, die Ikurz Wesen und Zwjeck l e?n^ mehr ,elbnandigeu. »',-oiger <,e>,1,odtende׳n und z,״׳,״«׳ Vereine ivsorl an die Wabe e'es Zionismus und eine» flammenden Ausruf e»t-!''7'°'"«^ W.rkuiZgskre.s und iinniiger Maich.nev jchi.st'0 schr,-i׳״n. welche die Somu Hali. Etwas ähnliches, wie das am IV. Eongrjss! "7 der'Bureauarbe'ite'rt»ch»ge Manipulanteni und ,״,eien Durchsuhrung obigen Panel.,. 'vorgeichlagene A-B-C-Buch. ' Tie vorhandenen! 7^77" k»".ue» leichker --tellung ״»den »»d sind ״üy,׳n folle-n, Hamit sich S>,1׳e neu,- Z:,nrichiimg de- ׳ ׳ " י י den Zionismus '7° Ehaneen ,ur die Zukunft für den War,׳nk,׳nner ms im konimeildeii Herbste b',währ!. Riveaus u111,r,׳r Gew,rbel׳.׳eib,׳»den, seit dem Ha!1׳ierv,׳rbot ׳׳geradezu sidoihwendigkeit. Jept׳ ist ja dem. j ldiich.n Hand Wirker dgs Hausierergewerbe g.׳nom»1:n. bei d,»1 er schließlich doch noch einige Zwlnchi der Hunger, dazu zwang, seine:! Ve Vüchlein sind gut für jene, die den Zionismus! ickivii kennen. Sie reichen ין: sich um Laie» handelt. aber ׳nicht ans, ivestu :1,'.׳!li el!e m.ulitea Socicll'pol'itik. HrbcitsmAvht. Pcriditr über die Lage des in allen »röHeren Ölte» kind eewiiiikckit. Htlieii »ns kandelstrcwcrbc. I. Urk>cilriltclr>tc»l!vit. ES wurde in diesen Blättern kowie, beim Prager Telegiertentage bereit« wiederholt darauf bingewiesen, dass für jüdische Arbeiter aller Kategorien zuwenig Arbeitsgelegenheit da ist. Was speeiell Yen Wiener Platz betrifft, so darf man wohl ohne Uebdrlreidüng sagen, das« er für den zugereisten jüdischen Angestellten die geringsten Chaneen bietet. Vieles Ursachen wirken da zusammen, zu den in der wiset- 'chaftlichen La ־־־ wirtschaftliche kommen noch! dl» siidijchen Stellenjuchenden: der jüdische Antisemilismus bei vielen Geschäftsinhabern, der Mange -!»er kräftigen Organisation, der jüdischen Gehilfen 'ckiaft, der Mangel an Solidarität in dieser Beruf« ,lasse — ' ~ . ' '' ' v!- - ׳ ״ ״ Eine besonders jegenrreicbe auch unsere Frauenvereine, durch Ve jüdischen Han-Iiäherinnen. Friseu׳,׳» Turcki eifrige und erfolgreiche A Gebiete, werde» wir Zionisien wiedckr erbringen, dass wir uns sehr wohl > ns richtige und vernünftige Gegenwartsaelioiien verst Yen. A vornrtimr Cjcprr. emeiie srnchltztud, wenn ihn uf au׳z׳,!geben dass: -di,׳ ein׳ eigener Aus .rinonaie zur be'ckilu'ses debgtigkei: köiiule» miiilung von 1uv. enistrlten. beit aus diesem den Beweis lininer größere als für den sBurean-s Comptoirarbeite!. Ta^ lächerliche Voruriheil, dass Bureauthätigkeit!,feiner^ ist, wird immer mehr schwinden, wenn Leufe vH» - guter Vorbildung sich niehr dem Verkaufe ugfli der RianiMlation zuwenden werden. t Ebenso hat der Pkatzagent und der Geichäsis- 'reisende^ bekanntlich eine angenehmerc und besser dotierte Stellung — allerdings in sie schwer zu er-! - iangez^ besonders für jüngere Zlraste Tie jungen \ Gehilfen sollen sich aber daraus verlegeil, sich die! Wir sind insbesondere i» lestitr Zeit hckuskkg für diese Thätigkeit nöthigen «enninisse und'F,׳rtigi ״uj yj,. jog.nannie .Jüdische Volkspar ei" zu sprechen keilen anzueignen und sollen auch mit geringem gekommen und haben deren Tendenz », die wir als Ansangsqehalte vorlieb nehmen, sobald ihnen Geschädlich, theils aussichtslos eiachten., einer legenheit geboten wird, sich für den Verkehr mit der unumwundenen ttritil unterzogen.! Ar sind dabei .flundjchaft auszubilden. Wir stchden bei dem jüdischen ,u vorgegange», als wir es eben 1ns,׳,1׳n Wider- Kehilsen sehr oft die Reigung, einer besseren chchern gegenüber zu thun gewobr i sind, haben Zukunft z,,liebe sich manches Opier auszulcgeu. ׳,^״,.rer ׳Meinung-rücksichtslos Au: druck gegeben Diese Neigung soll eben in die richtigen Bahnen kserade der tlmsland. db'ss sich di Anhänger er gelenkt werden!- ' wähnler Partei ,Jiidisckinationale'' lennen. Hai uns ichastlichen Laar Wiens bearündcten Nebeln wie! Man kann es nicht oft genug wkederholen^jch, toie pietätvolle Scheu vor dem ׳«ampfe eingetmrtithSuicfee6י״* ber!üd-lche stellen,uchende IN Wien, am dep.n l ö1e leider in einigen gesinn! ngsgenoi'lichen ׳ a°7״a»on 1|u,n37“"'!,7®.1.״'; ,Hut. sich einer jüdischen Gehilzenorgani-!^׳isen herrscht. Ihr schöner, lockend,1׳ Name-dinderte ha, "'CA ״lC"^l~.,e1rbe01־fcerx" Ubbslstande Ipeelell {u,r;jat'10n aj,zuschließenj denn nur diese isi in dez^ns nicht eine unserer Uederzeuquv! »ach. schlechte , WLaqe.ihm mit Rath!znd Tha, an die im Gegemthei, der verwand, Nur der massenhafte. Beitritt ״“,®enbe :Titel sst-sür «ns Anlai«.Egischer jüdischer Angestellter kann der Organflation' die Klärung zu dfingen. ' nöthigen »iräsle zu einem Eingreifen zugunsten einer - Die׳ Angegrinenen haben sich t s vor kuizeiil sagen wir diplomatischen u id, überlegenen chweigens befleißigt und sind erst in 'allerjüngster aus der sorgsam gehüteten i ieierve heraus, a m ... ׳ ״qe״e1t11־u ,״ ^v,e«, u״ v>,,,, aver dadurch keineswegs in ein d׳ sieres Licht ge- »eitere Belprechmig ^beiten Mit den Verhältnisse» jn den einzelnen ,me2 .״jc betreiben die Vercheidigun , ihrer Position wichtigeren Geschäftszweigen wolle« wir un« in dem Grundsatz: >«rh ich nstch mickst weiß einem zweiten Artikel beschäftigen. >1. Sch. 1 dieser Berhälnisse noch vor. II. Strlleillucklrn und Offoriorvii. Tank dem Masfenangebol und der großen Reservearmee der Arbeitslosen ist das Stellensuchen eine .'tunst geworden — eine Kunst, die sehr viel Püb7. aber pon wenigen verstanden wird. Da» Ai» besonders von den nach Wien zugereisten Stellentuchenden. Ter größte Fehler in dieser Hinsicht ist die Unsitte vieler Wiener Angestellten, das« sie alle Welt, in erster Linie den Wiener Platz, mit Offerten überfchwemmenI Tiefes unsinnige Wie untevßnfjrn wir unser .Kleingewerbe? machen, mach' ich die Andern schmerz". Jn Ver-׳ 1 sammlungen — Zionisten haben ke neu Zutritt! verdächtigensie Personen aus unse er Partei und ׳ ' antworten, wenn man Beweise für ih, e Behauptungen fordert, mit Flegeleien, wie das süng!hin ihr srührer Ten Leier diese« Blattes glauben wir nicht gelhan hat: Als Sprachrvhr dien, h! ,-bei das Partei erst über den Zustand unseres Kleingewerbes unterorgan .Jlidoches Volksdlalt". Mi dieiem B.atte ei^en ru müssen - al« solchem un« zu be,chak״gcn. ha ״ch un« bisher ES wurde in diesen Spalten genugsam darüber chi- Anlass geboten. Sachliche Erw, erungen unterer gehandelt dasder größte Theil j'ener' ewig wan- Belpiuptungen hat e« me gebiackst, pch,!>>, /