Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- II (1901-1902)
- Issue
- 12 (15.7.1901)
- Date
- 1901-07-15
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Vcj״g»vre»je: fitr CfftfrwidJ Ungarn bo^^hrig . K -'-0, ga:.;!adrig . K 4—, i«v•; i'cfu«f<nl>»»9; : das Ausland bairiJbrtg . K 2 •0ר, g2:׳: .idrig . K 5־—. Tn--.ln Kummer > 4K. i 3ü6tfc6e olksstimme Centralorgan der!jüdiscl׳>en 2Irbcjtor unb Banbelsangesteliten. # Aed«etiou n nk -Ivmiuistra», »n Xvatuma.kr I olk»״ üimme- «׳dKu,! am 1. Und 1-ר. finr? ,eden Mo! ares. ''nirrate werden t!lligst berectmek. * .. . 3uv gefälligen Beachtung! vir Adminiftratio« »rsucht höüichk,! >״r vermeid»«« der kostspielige« Vachn-ihme«, di» Abo««rm»»t»be1räse durch ziostanweis»««»» oder in Briefmarken übermitteln z» moUein.!! tlcr ribcralismH in Nälsren. iffur noch die aßmiaioitqn Prvvinzspicßcr haben . den Glauben an die siegreiche;{ufimjt des > 1;.rali?mu« aus besserer Men Zeit bewahrt »11b: .h den letzten Wahlen den Bcthcuerungen der: r'Tener liberalen Presse gelslaubt, als sie die jür: 7 politisches Schmerzenskind so ungünstige» Wahlj niltate beschönigen und die Thatsachc aus der^ e-.-elt ichasscn wollte, dass die deutsche Fortschritts 1 : .!nej' arg zerzaust aus dem Wahlkampse kan, und ,! der jchiesen Ebene des inneren Beifalles u»1> Bedeutendes nach abwärts glitt. Nur in Mähren ckeb die Partei vor Enttäuschungen und Ueberpchnngcn sicher. Hier, behielt sie ein Drittel ihrer iammten Mandate. ^Während in allen anderen Mähdern die Radicalisieiung der Wählerschast sast>!vrnngweisc sich äußerte! und den Liberalen recht!»ckiichtslos die politische Anerkennung und Gcsolg- -äiast versagte, ist Mähren der liberalen Partei treu oeblicbc». Die Wiener /Blätter hoben die Thatsachc nach zirästen auSgebcimct. ,Mähren ist ein liberales Land, der AnlisemiMmus kann in Mähren nicht ׳..chl Wurzeln fassen," so und ähnlich jubelten sic!mb täuschten ihre Leser. Man tnülbe schlgehen, wollte man die liberalen Wahlerfolgc in Mähren etwa der politischen lieber- :eugung einer liberalgesinnten. Bevölkerung oder -iner besseren Parteiorganisation zugute halten. Nicht e׳-r Liberalismus der deutschen Wähler hat gesiegt, wndern ihr Opportunismus und der Zwang der rationalen Verhältnisse im Lande. Nicht gegen den Jeuilleton. Tischah — b’ ab. »ich löste dir das Haar — es wallte nieder — Tie Rosen Hab ich dir vom Haupt genommen, sitzt schließe deine kühlen Augenlider, Tenn eine stille Stunde ist gekommen, j Sei still auch du — und lausche meinen leisen -schichten, die wie Märchcnworte klingen, ׳!nd die wie grabentstiegene Zauberwcisen - u» seinen Ländern dir zu Herzen dringen. Denn Worte, die wie Feindesfackeln brennen, Horst du - und fühlst die Nacht mit ihren Nöthen - Ein weites Trümmerfeld kannst du erkennen Und keine, ach noch keine Morgenröthen. — Ins Herz zieht dir das hoffnungsgroßc Sehnen -'!ach Slmnenlichtern, Glück und Hochzeitsschleicrn Und ist's ein Wahn, so isl's ein selig Wähnen — *יי wollen wir die stille Stunde feiern. Berlin. Martin Friedländer. Sie große Nacht. (Zum neunten Ab.) Und dann kommt für mich die große, einsame '!acht, die Pacht hcs achten Ab ... Ta bau' ich wir den neuen, Herrchen Tempel aus. Die Bausteine das sind die tausend wunder- Anti!enutismüs eroberte oder behielt uian Mandate, brochencr Mette von Hinterhältigkeiten. Temüthtsondwn dem nationalen Gegner, dem Ezcchcn galt gungcn und Demoralisation aus den Juden Mährens der tkampi. liniere Liberalen ׳inö nicht besser und ׳ gemacht hat, sehen wir am beiten, wenn wir in Nichl schlechter als anderwäris, nur »hissen sie ihnen das Verständnis sür ihr eigenes Volk und prak iichcr. vorsichtiger »nd zurückhaltender sein, ihre eigene 'Z Auck sif sind längst schon dein Zuge der Zeit geman aus den folg! und habe» die Wandlung z»»1 nationascn Menge ohne Anti semiiisinus in ällen Pbaien dnrchgcmachl. Tic Bei den Reichen und den Intellektuellen gilt Jj, mäk ׳ischcii Liber,ilen. Waller und Gewählte, jenen Teicbi der Moral zu überwinden, der in macken oft.ans ihrer judenieindlichcn Gesinnung ihrer eingebildeten dcutjchliberalcn. FührcrroUc und kein Hehl und sielten in nationaler Hinsicht den Stredcrci seine Wurzeln hat. Ter Mittelstand Völische» »ichi nach. Aber den Antisemitismus zum weist als Folgeerscheinung der -jahrzehntelangen politischen Prineip zu erheb.״, ihn srank und frei geistigen und politischen Bevoimundung durch die aus den Anshängeichild ihrer Partei z» schreiben, Gronjudcn einen erschreckenden'Tescet des Jntcllcats Verb eiet ihnen die Abhängigien von den Juden. in allen poliiiichen. socialen und nationalen Fragen Es st eine gewiss bezeichne! be Thalsache, dass in aus. Wir bekommen dies zu fühlen, wenn wir de» deutschen Wahlbezirken, in denen die Czcchen-sür die jiocialisiiichc» und'praktiich-wirtichastlickrn den Tcutsehc» nicht gefährlich werde», und diese die-Ziele des ' Zivnisuins Propaganda machen. Die jüdi chcn Stimmen entbehren können, durchwegs-Zurnckgcbliebenheil und Unreife der einen, das liio dent chnational-antisemitische Abgeordnete gewählt" raliiche Niveau und im Teulschlhum aujgchcibc wui >en und dass der Liberalismus die Feuerprobe Stredcrlhum der anderen, stehen uns entgegen und nur bestanden hat^ d. h.. dass erbgesesiene Liberale verschäsicn den Tcutichen und Liberale» erlogene fast ausschließlich Hir geivähli wurden in national-. Machtiüllc sind Einsluss im Lande. I umfi rittencn Wahlweise», in denen die Tculschcn Es lässt sich nicht leugnen, dais in dem letzten ohne ^udön ,ickchöchskens mit der Au,stell,ing von Jahren: da»k der zionistischen Agiiation, viekr Zäh candidal'ril begnügen mü,sie». Diese Erscheinung anders und weiter geworden ist Früher waren in zeigt sich ub,rall, bc, de» Wollte,z in den Reichs- Mähren fast alle Juden, jung und alt. arm utid rath Landtag und in den Gemeinde». . reich. active Agitatoren sind Förderer des deutschen Tic Deutschen, die in Mähren den Jude» alles | Gedankens. ־ In diese scstgeiügtc Masse haben chir - vcrd inken und aus ihr politisches Wohlwollen s Bresche gelegt. Tie' zionistische Agitaiion hat chtaus Schritt und Tritt argewicscn sind — sind weder wirklich die von den Juden cjnzuhaltciide wah lich der Opfer nicht iveii. die ihnen die Juden Neutralität stabilisiert, oder sie hat, das Gewissen gcbr >cht haben und leider iinnicr noch bringen. Sic der Juden weckend, ihre Teutomanic gehörig gedämpft, trcibpn mit ihnen unwürdiges Spiel. Im gesell- Aucn>die Vorgänge der letzten-Zeit giengcn nicht jchastlichcn .Anlijeniilismus sind sic seit jeher, ganz spurlos an unseren sonst sehr starrköpfig usid Mei ler. Aber ihr ganzer Liberalismus trägt zu dickhäutig gewordenen mährischen Juden von,brr. deut ich den Stempel des Ausgczwungcncn. wider-1 Allmählich bricht sich dir Erkenntnis Bahn, dais willig Fcstgehaltcnen an sich, er. ist nicht Sache die Juden die Tcutjchen und die deutsche Fortichrttlsder lleberzciigung ,und des Herzens, sondern des. Partei in Mähren ihrem wohlverdienten Schicksale nüchtern erwägenden Verstandes und ein Zeichen i überlassen msjsscn, wenn sic aus sich selbst und ihre der nationalen Ohnmacht. Und die lieben Juden wirtschaftlichen Interessen bedacht sei wollen. Allergehest als rechte politische ׳Gimpel diesen Liberalen ding«, über Nacht vollzieht sich eine-politische auf den Leim. Was die liberale Aera in »»unter-! Umkehr von so weittragender Bedeutung nicht. -i-k--—--—- stillest Augenblicke, da ich mit dir allein war, Juda, j Ich aber. trete ein. — Liebe, traute Gestalten lest ....... du tsleiche, hoheitsvolle. blicke» andachtsvoll zum Allerhciligstcn. Wie ich ״e ,Wenn ich in bösen, hcrzzcrmürbcnöen Stunden!alle kenne! Nicht von der Straße^-—Dort kauern in njeincr engen Kammer am Fenster stand und die I die Kranken, dort wandeln die Schattenlosen, die heißq Stirn die Eisblumcn hinwegichmolz. kamst du,! Lebcndlodlen ... Aber unter dem wuchernden Epncu Huldin, durch die kalte Mondnacht und Haft meine! verwitterter Gräber sah ich sic und sic durchwcbtcn Seele geküsst. die Träume meiner Sehnsucht. *- Wenn mich der jubelnde Morgen in den! , Und ,1e singen tausendstimmig und doch gunz quoll über von heiß-schäumender Sonnenstrahlenstut: i Silberpappel. __ ___ _ , und die bebenden Jünglingslipt>en sogen mit dcm f Wie ich aber die Scharen sehe, die ,ich »echt köstlichen Trank das junge sieben ein.! kasteien und nicht jammern und nicht aus niederen Wenn die Bäume dem Hin bst ciilgcgensiechten! Schemeln hocken, da fasst mich unbändiges Vtr und ber wilde Sturm die Zivcige knickte, kamst du. langen, und ich ziehe den Purpurvorhang v»m und ich beugte mich zum Saum deines Gewandes, Allcrheiligstcn. - ״ und sagte bir mein Glück . . .! To thronst du selbst, Mutter' .,uda. du bleiche,!Wenn ich in alten, vergilbten Büchern las und; hoheitsvolle^. . , in lqngst, längst verstossencn Tagen lebte, kamst du, Tein Lohn verrichtet eine kurze Andacht imb Mutter, und zeigtest mir weit, weit liegende Tage blickt verklärt zu dir auf. einer! wundersamen Zukunst. Schon aber graut der Morgen des neun! Aus allen diesen tausend Augenblicke», von Ab. Ta - werde» deine Züge ernst und du strefkst dencst niemand weiß als die kalte Mondnacht, der deine Rechte aus. . . lubelstdc Frühlingrmorgen, der nalde Herbststuruf Ich aber verstehe dlch. Ich sturme hinaus und pär Pauschen vergilbter Bücherbläncr, will ich die Marmorstusen, da die beiden Palmen ragen i nd mir emsig das neue, stolze ,Hciliqthum zimmern. stelle mich schützend vor da; Tenipelthor. Bald sieht es fertig da. .! Denn die,schauerlich« Proccsfion der schatt Bor den Marmorstusen rageii zwei holie Palmen.! losen, der Lebendlodten naht. . «ihre Gewän Die Fließen decken glutrotste Blumen der Südens, durch; sind zersetzt, sie haben Aiche auf ihr Haupt ge,tp, nt. die whstallne Kuppelwölbung leuchten die Sterne. ' So wollen sic in das Gotteshaus ziehen und sich. csiiinungsgeiiossen verkehren nur in Lotsten, wo die *,Jüdische Volksstinune“ aiifliest! n- >cr