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Jüdische Volksstimme · 1901-05-15 · 8 (15.5.1901) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
II (1901-1902)
Issue
8 (15.5.1901)
Date
1901-05-15
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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I II. Jahrgang. Wrünn, 15. Mai 1901. Mr. 8. Bcr«A0vre»re: für »kücrreich Ungarn h-1b!.'.dnq . K - -0^ gaN'iod'.rg - *° » inci. -i'k-sgn'enr'Uvg: •; - V** Kurland baldiabrig . K - ^׳ gan^üinig . K 3 - gii:;••1’.'!:־un?mft l^h. fl ) Centraloraän der jüMfcben Arbeiter und L)a11delsange/tellten. -icdaclion tnr> -ldminiftraliou l.autma.k! 11. Tie ,Jüdische׳Bolk--^ ׳.imtneer'cheinl am <1nr> :׳b-־n fipuatel. 'vUHrote nn1־?;n biüigfi Partritati t!cr jüdischen tzan^elsaiurestelllen und Hrbeitcr pfterreichs Ai» 26. und 27. Mai 1901 «Psingstionntag 1:rD Piingstmontags findet in Prag der III. Partxinn, der jüdsichci, Handel-angestcllicn und Arbeiter zu dem die Delegierten der dem Verbände orenden Vereine (Lrtsgruppen, Zahlstcllenl niib dcficn Vertrauensmänner hiedurch cingeladcn werden. Tagesordnung 7 *-.* L l Beg'.üfrung und Wahl des Bureaus. 2. Erstattung dcs Rechei schastsberichtes. U. Tie Vage des jüdischen Proletariats. I. Tk'^age der jüdischen Handelsangestelltrn. 5. Programm. t>. Bildung und BildungSve^eine. ' 7. Organisation und Agitattvn r>. Partciprene. l'!>. Ltellenvermittlung 1". Unferstühung CottditionSlo'er. .'11. Tie Frauenorganisat'on. 1-'. Wahl der BerbandSexecutive. U!. Eventuatia. Aenderungcn und Ergänzungen der«Tagesurrdnung ^sind Vorbehalten. Anmeldungen. Ailrä^e סה:ו Wünsche sind an das Erecutiv Coi^itü ׳Brünn, tirautmarkt N, zu richtcy. <־ Das Crectttioromite der jüdische« HandelSantzestellten und Arbeiter Oesterreich» ״Jüdisltj-Mtionalo" und Biontßcn.! ™9t^ 3s™ «u^ ״ . zeichneten Ausführungen htnrufuqen. Ich qlaube ,°n Tr. pbn,°» Men;kl. >!;ern°w,v. mit dcnictden einigermaßen zur Klärung dieicr. Als-ich vor einiger Zeit »in einem Ezernowitzer merkwürdigerweise noch immer ttrittiocn -Frage bei- ,jionistcn in der «Welt" fin:n Federstrcit ausiocht. > tragen;zu können. . bet sich 1u» die ,;rage d! ehlc: «ollen wir in Xtzrriicn wir in die Geschichte unierer Bewegung r.cnerre,ch sogenannte jödin r nationale Politik be;״rück. Vor etwa fünfzehn Jahren ich besuchte treiben oder nicht?, iand iid! zu meinem Erstaunen damals die iechstc Gymnasialelafie — hörte ich kein Gesinnungsgenosse, d-r >,»! publicistisch der ״״,׳, critenmalc das Wort .Jiidiich National". Ee springen wollte. Nicht als ob ich mich cnva in yattc einen guten Klang, insbesondere für mich, die tüige getrieben gesüdlt üätlc: im Gegcntheil^per »ch-eincr ׳irenggtänbiqcn jüdiichen Familie ent- >ech war chon dem meinet. Anichauungcn innestamnüe und von der Aiiiniilation noch wenig anwohnenden «icgc viel zu st fr überzeugt, als dass qesrcsi-n war. Ich schloss mich mit der ganzen leere Phrasen und periönlide Jnvectivcn imstande Beqeisrcchina. deren ein fünfzehnjähriger '811,1>,- gewesen wären, mich cinzustfiichlcrN — ich wuis,c:sähig in\ her mucn .Partei" an und' focht mitbloß nicht, warum Alle schneien. Tie erste ircudige meinen PNückülci'n, unter denen .ich sofort Prop'a Gciiiiglhuung sanü ich bald daraus in »,liiiütz. ggnda zu machen begann, manchen harten Strauß hervorragende besinn,mgsgenosscn versicherten! aus. .Wir smdVlcine Deutschen, keine Polen, keim- Bielmich spontan ihrer vollen Ucbcreinstimmung mit 1 Ruthenen." dies?: meinen Ausiührungen, und die Gcsainintmcinun^-rgjr sj»g Jude der Verianimlung kam in dem unangefochten gc-,einige Jadre, in cir z'יי.״ Rcirain kehrtimmer wieder, nichts a׳.s Juden." So verildgcn;c .\anrr, in isencn ich mir über den Inhalt . bticbcnen «atze des Progrämni-Rescrentcn' zum meiner neuen Natwnalgemhls keine wcikeren lfie- Aurdruikc: Tic inncröüerreichiich Politik ist 1 für־! bauten machte. Täs Gefühl dalle mich berauscht die Indens, des Aufwandes an Mühe nicht wert, und jedes weiteren Nachdenkens enthoben. Ich ianq »nd der Erfolg könnte den ausgcwandtcn Miltetn . fleißig jüdvch-nationale Lieder meine . Freunde niemals entsprechen. l’robaUiin est. verziehen mir vor lauter (rntlnmilsnius selbst den rchcn und ließ mich nicht «cithcr ist die ausgcstreute «aal üppig in die Geiangr —, trug mein Ab; Halme geschossen, und ich dars ohne Uebcrhcbung verlach?», sägen: Meine Gesinnungsgenossen habe» mich ver-, Als ich später. — ich! standen. In einem beachtenswerten Artikel des zioi stattliche Alter von zwanzii niilüchen «tudcntcn- Hausmann!,Welt") fand^zwanzig Jahren.erreicht - ich dicstlben Ansichten vertreten, und Ihr iw der!lcrtüre in die Jrrpiade öllcr:cichilcher Politik gelenkt haue inzwischen' das oder gar sthon einnndsurch inlenfive Feitnngs- Numnrcr der .Volksstimmc" vom l. d. vcröifint-! wurde,, begann ich mich׳ mit lichter Äusiatz, der sich mit der sogenannten .Jüdischen Mafien und >and bald dm Volkspartei" beschäftigt, bot mir neuerlich'Gelegen-; mittel: Realpolitik, Irre ich dieser Frage zu be jadischc Univcrialheitnicht, so rechnetich daheit, die stillen Freuden der Jdcengcmcinichast j mal« etwa jünizchn Maut atc für die Juden in kennen zu lernen Lesterreich heraus, und da ich im-Gymnasium äls 3r 1י«ץ«ז Pcrez verschmähte jedoch die Lorbkerkränzc verborgen liegen. Er ler: te. die jühische «eele ׳ . I. pi-krj. und wählte den Dornenweg, de» er als jüdiichcr kennen, er entdeckte in dem Judcw/der! »ach,außen In seinem 2.7sähr. SchristOeUer-Jubiläum «christstellcr wandeln musste, hin nur ein rechnendes und ipeeulierendes Epcmpel. (am 7. Mai 1901). Und er that cs ohne Zögern, denn cr war-zu sein scheint, die tiefe npsindcnde «cvle. > Ben Hannescher, Drobobocz sich seinen Pflichten dem. jüdischen Volke gegenüber dar^hochiib tagende Herz, den reinen, bewun- Still, und geräuschlos ist der Laq-baomer vorbewusst. Ilmsvmchr, als er seine rühm-und lcidens-l dcrungswürdigcn Familiensi m? . ' übergegangen. Nur hie und da, in einem kleinen, volle Geschichte kannte und pe in tiefster «eele em- Dieser Umttnnd erimit! :gte ihn und legte ihni, Wcstcntlegcncn Städtchen Galiziens oder Russlands pland, umiomchr, als-er iah. wie es dem jüdischen; feie Pflicht am. tür die lrrh rllung' diese« Wundererinnerte' sich manch jüdischer Jüngling an den'Völke an edlen, gebildeten Führern gebricht -volle« zu arbeiten. - - Meister' Perez. de?bereits 25 Jahre im Dienstei Schon die ersten Schritte, d.e Perez als - csr Uel>le׳'ch e,nArbeit-Programm am. Bildung , seines Volkes steht Nur in Warschau wird wöhl, bischer Schriftsteller machts. zeigten ihm die schwielige,, unter das Völk zu tragen, i mrd zu ieincm Lomng;.- tr-rcz allein im engen Kreise seiner Freundsund'zuglnch verantwortungsvolle Ansgabe, ,die er ans Worte? Verehrer diesen Tag feierlich begangen haben, Lhne fi'we «chultern genommen hatte Vil^ung.׳ du!da« Volk ,ich ,elbn ׳chatzen lcbrc -8 •- ״ ׳ - - -׳ " -■ Er, der ,0 zart Fühlende, ,0»" m einer harten:und ihm eine Wune m ne vand ged-., tskNen ich^dem Jargon, seine» Gesüble» und Gc- Widenachern und Verleumd rn begegnen zu kö^wcn. dankenAiisdruck verleihen; er, der sich die Welt io- Perez's ginsterbliche- Verdienst!ist' es. - da>s 'M l -*ייי♦ rttMÄ HM-AH. ..'— - i ‘1" 1--. 1 Wam «m« W1 li.A , ״ ״ b, Prunk und ohne Pomp. Sie werden/nur au ihkrankes, degeneriertes, hart bedrängtes^ Volk gedacht baden. U»d doch gehört P e r e z zu den interessantesten tsharaktcrköpfen Reujnda«. Als Schrislsteller und als Jude, oder besser gesagt, als jüdischer Schriftslcller. Diese beiden Bcgrisie haben sich in Pc-re.z Mt wunderbarer Harmonie vereinigt, und man kann «ich kaum nur den Juden Perez. oder dcnl Schriftsteller Perez allein vorstellen.- Seine intensive Beobachtungsgabe, die ihm in jede noch so unbedeutend dünkende psychische Er- Icheinung einzudringen erlaubt, .seine hohe, ideale Weltanfsassung, die ihm die reale Welt zu begreifen nicht hindert, sein meisterhafter Stil, seine schwungvolle, reiche Sprache, in welcher er all-, auch die zartesten Gefühle und Empfindungen auszudrücken vermag, machten ihn bald zum Tonangeber in der!»disch.hebräischen Literatur. * Sein Erzählertalent und die Gabe, die mensch-!ii' ®**k zu analysieren, hätten ihn gewiss in die R«he der ersten' und bedeutendsten Schriftsteller irgendwelcher Nation gestellt, wenn er nicht jüdisch oder hebräisch schriebe. schön und »erhaben ousnialte. stieß!aus eine herabxjn große; Theil der im Lr cn wohnhaficn jüdischen gekommene iMenschijnmcnge, der jedes ästhetische Ge-! Intelligenz in den Schoß jenes Volkes znrückkchrt,׳,' ‘ fühl abhanden gekommen war. ( ' ״ ,dass aber auch andercri-its das Volk diesen Ele- Aus diesem schweren Kampsgieng cr jedoch s minien, in dcnen^ es ׳ins j-inde oder^Lbtrünnige als Sieger hervor.' Er verstand /ausdem Jargon erblickte, mehr Bcrlrauen sch-nkte. Perez hat aber eine schöne, biegsame, literarische Sprache.zu auch den östlichen Inden die Augen geöffnet und machen, eine Sprache, in der man Alles, war der seine Ausmerkjamkcit aus seine Bedürfnme. gelenkt. Mensch auszudenkcw- und zu fühlen vermag, ans- _20 hat er das Gleichgewicht iin jüdischen Lrganismus drücken kann. H ‘ gefördert.-. Er hat eine beträchtliche Zahl der Lrtho-- Er schuf herrliche) begeisternde und entzückende-- boxen) der Bildung sernstehcfiden Juden europätiicrt und die Intelligenz judaisie». Gedichte, Skizzen, Novellen und Erzählungen, .von denen mehrere, in' eüropäische' Sprachen übersetzt, Staunen erreg?» Tie ungezählten Scharen, die cr im Ghetto ^jngüche Verehrungsbezeugungen. eingepfercht, die cr körperlich und geistig dahinschmachten sah, diese entmenschten Nachkommen des freien Volkes im. freien Lande, bcjchästigt?d ihn mit der Frage, wie der stets zunehmenden? Noth abzu- Helsen sei. Er gieng untcr's Volk und da sok^er, dajD in diesem degcneriertxn Lrganismus, in diesem allgemein verachteten Volksstammc manche Perlen Perez verlangt keine!äußerlich? Anerkennung seiner Verdienste, er will leide Denkmäler And ver- Er willundha.tdavRcchtznfordcrn, dass das Judcnthum seinen Idee« j0f gc״ hass das Judenthum sich tndlicht aufraffe und sich zu der -instigcn' Bl-ütc-än modernem Sinne cnimickclc! 0«8ÜMM1^8A6N0886L Terkehreii nur in Localen, avo die ״Jüdische i olksstim me‘? aufliegrt! I J

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