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Jüdische Volksstimme · 1901-04-01 · 5 (1.4.1901) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
II (1901-1902)
Issue
5 (1.4.1901)
Date
1901-04-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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'Jir. '> Jüdische Volksstimmc Seite 5 d,ys! heilweise die Ursache dieses Uebelstaiides darin lieqe, dass die Lehrerlausbahn für Juden gänzlich aussichlslo« sei, da jüdische Bewerber nirgends eine Amiellt'tng tinöcii. Ter Hinweis auf diese traurigen Missverhältnisse erregt bei einige» Telegierten und Curatvren fichtliäies Unbehagen »nd uni keine derartigen Miss- Ivne in die würdige Versammlung zu bringen, ivird iehlennigst ״Zchlnss der Debatte" angenommen. Del. Tr- Eben (Olmüy) stellt hierauf unter lauter Zustimmung der Versammlung den fainosen Antrag, sich nicht weiter in ,Einzelheiten" zu verlitten und vertrauensvoll die Aussührung des eingebrachten Vorschlages dem Euralvriuin.zu überlaisen. Aus den weiteren Verhandlungen ist bemerkenswert, dass der jüdische LanderMassa-Fond auch tieiitt lwie alljährlich) dem ausgesprochen antii.e- ,niiischeu Techniker Unterstützungsverein lan der lechniichen Hochschule in Brünns seine Subvention a,!gedeihen lieh. Ein Gejnch um Subvention des Vereines zionistischer Handeksangeitellter ,Emunah" 111 Brünn wurde im Curalortum abschlägig be, ichieden: viefteicht einer Mahnung des eigenen -Gewissens ,folgend, wählten jedoch die Herren den!,heraus schlauen Ausweg, der vom Vereine ins »eben gerufenen .Unentgeltlichen Itellenvermitttung" eine Unterstützung, von K -'!!> zu bewilligen. Tie übrigen Punkte der Tagesordnung wurden!pielend rasch erledigt! denn die Mittagsstunde war unterdessen heraugerüekt und es galt, die int ״ttainpf nir das Jndenthum" erschöpften ,Kräfte neu zu üärfen... . Mit tiefer Besorgnis muss jeden Unbefangenen diese» Eomvdienspiel einer ,Delegiertenveriammlung" erfülle!!. Ist das eine würdige Versammlung!»1irrer Pepräsentanten? Nicht ein ernstes Wort würbe gesprochen über den wi r t sch a s t liechen N te d ergan g d e r m ä h r i sche n I u be n schas t, über die verhängnisvollen folgen antisemitischen Boneoits, über det.s bedrohliches Symptom der Eni-'!,!bung aller Jitreiie, das sich so reicht im steten Niedergänge des jüdischen, (!!enieiitdelebens kundgibl! Solange die mährische Judenichast nicht mit dieieni schniähliechen Zysten! des Selbstbetruges gebrockten haben ivird und' sich damit begnügt, aus dein wohlhabenden Judenlhum hohlköptige Pagoden zu-ihren!Repräsentanten zu wähle׳!!, solange keinn und wird es nicht besser werden! st. Socictt'potitik. Prag. Verein für unentgeltlichen Ar bei tsn ach weis Dieser junge Verein hat um die Mine des Monates März seine Thätigkeit eroisnet, sein Loealz befindet sich in der Z e 111t e rg a!' 1' e Nr. I I. II. Stocf. Der Verein wurde von einigen PraeM Zeitungen .,Prager Tagblatt". ..T eutsches» Abendblatt") ' in ausführlichen Artikeln jhtnpatyisch begrüht. Bei Eröffnung der Vereinsthätigkeit wendeten sich die Pbmänner der Prager israelitischen Cultusgemeinde-Nepräsentanz, des Humnuitätsvereine» ,Bohemia", Benes Brüh und des ״fisentralveremes zur Pflege jüdischer Angelegenheiten" in einem (deutsch böhmischen( Eirenlüre an zahlreiche Prager Kirnten mit dem Ersuchen um Unterstützung der Vereinsthätigkeit. Von bestinformierter Seite erfährt Ihr Evrre!'pundent, dass die Gründung dieser Institution in der letzten -Zeit nothwendig wurde, weil die Zahl der linieri'tiltzungsbedürftigen eine stets stei,z,׳rnde wurde. Wir wollen 'gerne hoffen, das« er dem neuen Vereine gelingen wird, in! wirksamer Weise gegen die Perbrutung unter unseren Prüder» anzukäntpfe!! und wäre es sehr wtiyschenswert, dass in allen g roheren jüdischen׳ G-emetnden recht bald ähnliche Vereine ins Leben gerufen werden sollen. Es ist nicht daran zu zweifeln, dass die leitenden Männer des neuen Vereine von den besten und edelsten Absichten beseelt!'Md und erscheint eine •Vtritif. wie wir Gelegenheit hatten, sie vor Kurzem in einem jüdischen Blatte zu leien (welches überhaupt öfters ungenaue' Jnsotmajionen aus Prag bringt), durchaus deplaciert. Jeder gute Jude und socialpolitisch reife Mensch muss, abgesehen von seiner Parteistellung, eine solche gemeinnützige Thätigkeit freudig begrüßen und soll Jedermann sie nach Kräften unterstützen. ES wäre gewiss verfehlt, dem VereinSvorstande durch underufene Kritik die Lust an der Arbeit zu rauben. .>1. Seh. Prrrin ,ne Srf»rd«r«ng de» Handwerke nuter den inländischen Israeliten. Tiefer Verein veröffentlicht nunmehr den Rechenschaftsbericht über seine Thätigkeit im 60. Jahre seines Bestandes. In demselben bildete insbesondere Ve Jrage der Ausbildung der Lehrlinge im Hand- Prtncip. und die machtlosen, im ^Elend dahin- . werke nnd der Behebung der im Laufe der Zeit schmachtenden und jo unbeliebten Juden begehen, entslaztdenen Missstänisi dieser Ausbildung Gegenwenn auch Millionen derselben von Regierungen und ,stand eingehender!-Berathunqen. Zur Besserung Völkern zu (!stunde gerichtet werden, i dieser Verhältnisse hat! der Verein vorerst interne Am meisten jedoch hat die jüdische, fühlende Mahnahmen in Aussicht genommen, welche darin Jugend die Thatfache empört, da>s die jüdischen I bestehen, dass! werden, um denselben die, Unterbringung in besser . V^lke gegenüber vergessen und nicht qualj/i eierten Lehrplätz!״ zw ermöglichen. Anderergegen die ganz ungewöhnliche Unterdrnrknng und ,setts ioU zur besseren Heranbildung der Zöglinge gesellschaftliche Verfolgung der jüdischen Nation bei!die Institution der :Vertrauensmänner beitragen, dieser Gelegenheit laut und vernehmlich erhoben welche unabhängig von der durch die Vereinsorgane hauen. i geübten lleberwachung der Lehrlinge in Bezug' auf ApS diesen Motiven sah sich der zionistische deren Verwendung zum Handwerke, in den einzelnen Studentenverein ״Kaüimah" zu Berlin nach leb- ' Bezirken die Jnspeelion über gewisse, ihnen zugehaften Debatten veranlasst,^ folgende Resolution, zu wieselte Knaben übernommen haben. Es ist zu fassen, erwarten, dass diese Institution, welcher bisher 66 .Ter russisch-jüdiiche wissenschaftliche Verein Meister, gröhtentheils gewesene Zöglinge deS.Ver- ,.Kadimah" drückt seine Entüüstunq darüber aus, einer, angekören, sich stetig intensiver entwickeln und dass die Vertreter des jüdischen Ardeiterdundes auf die Vereinszwecke in hohem Mähe fördern wird, dem Pariser internationalen Zoeialistencongrefse. Aus der vergleichenden Zusammenstellung der Einals es sich um eine Svmpathiekundgebung iür die nahmen und AnsMben in den Jahren 1006 und unterdrückten Völker handelte, das jüdische Volk' 1*00 ist zu entnehmen, ba!'s die Eingänge, bevergessen haben".' stelzend aus Jahresbeiträgen, Subventionen l-zinien der Wertpapiere re, «!־,..'>*'> Kronen!gegen 60 646 Kronen im Vorjahres die Erfordernisse 62,620 .Kronen!gegen 70.611,1 betrugen. Tu ich das Ableben der Baronin Hirsch und den damit verbun- > denen. Entfall der bisherigen Jahressubvention von __ 10.000 .Kronen war der Verein in eine äuherst V!«norvkr׳'!tm nlung des Verriurs zion-.itvät-r Handels-- kritische Situation gerathen. und es ist nun sehr ongkütlltrr .Emunad" Natt. Nach Begrünung durch erireulich, dais die Bemühungen des Vereines, die den Vorne!!!!»״ wurde zur T.tgeSordnmtg, ״Wadl des ' Zahl seiner Mitglieder zu vermehren, von Erfolg WableomitsS" geschritten. Nach längerer , Tebane begleitet waren. Dieselbe stieg .von!741 aus 701 wurden ielgeude GennüuügSgenoi'seu gewadlt, W,!1 S-. und jM!!!e1'antnttzisfer der Jahresbeiträge von 7470 bol'-z. 2, Selig. 2. Bais. A:o:s Svie. 2!»volb aus 1W4*'.Kronen — Broch, B. 2teckeI inacher. Leo Schneider, Jranr Mörgeustern, War Benedtlt. )Mschk Llninbcc-Äallr in Arilin». -2'^»,^"^ k Ter V orsthnd des Vereines ..Kadimab" Berlin!. Gr^aniscrlion. BritltN Donnerstag.- den l 4. Mär! ׳and die Sonntag, den >7. Mär; 1000. Vortrag des s Bereinstoeale. nnte/reger B.-t.deüignn'g der Vereins,mt Herrn Tr. 2 cherbak, ,Was die Aerzte lernen".,! glieder die (Nneraloersgnimlnng Natt Ja Ab:v.-'!n!»tt In vopulär-wissenschaitlichei Weise ,fetzte der Vor 'des Qbman׳!״ Herrn Lr. Ent. Low enst ein er-. tragende die Wissensgebiete der Heilkunst ausein-׳ ois.rete der Tdutann Stellvertreter Dr. -ig. ׳Ve d.i d:e ander und!zerstreute durch!'eine trefflichen Aus, V-riammtung. degrüüte die ErrchienGen nnd ertbetlte sühruugrn inauches Vorurtheil, das den innigeren dem Schritituhrer Herr Tr. P>.-Sch ret e.r tu!׳ Er. Eontaet zivüchen Arzt und Pudliennt verhindert, stritung des Nechen,'cha׳'!sderich,es das War!. Taetar Hieraus folgte-ein schöner vierhändiger Elavier- Schreier referierte über die Sdätiglett des Ans-chnü.-s. vbrtrizg der Damen G o l d s ch m i d t. insbesondere dob er die._Toundeeveran!'ta,tnng.-»-!>-rrari ' Sonntag, tzen 24. März. Vortrag des Herrn die sich bei des Brünuer jürvch.-a B:!-ö.!.rnng etner Professor Brecher: ,DaS biblische Sveisereperimmer,zunebntensen B-liebtbe!! ^rireuen. Die a.an,!aeetoire und der Blutgenuss". In der Einleitung Veranstaltungen fanden jeden Sotmtag!'tat!, uns wurden setzte der Vortragende die Bedeutung des »täte- Vorträge populär-wtisen'chastlichen, ge-chichtlichen und rialistiichen Satzes: ״Der Men,'ch ist( was er literärüchen Jnbalts gebalwn; auü.-td.׳!,! mnül.tli-'che, isst" auseinander, uin (ich dann der Besprechung , gesangliche nie) deelamatorii'che Vorträge. Tie B:ol!d:b-l. der altjüdiichen Speisen׳ zuzuwenden. Hierauf ׳folgte j die bereits eine naitliche Bücheiauzabl annveist.^ wird- , ('ehr zeitgetnäher historischer Oiückblick über die' demnächst eine namdaite Vergroü.-rung ersa.-i-.-n.' Int Enthaltung der Blutgenuffes bei den Juden. Lesezinnner liegen folgende g^tgrsblätter und Ze:!ichri!'ten Zohzte reicher Beifall. Herr Meist sang hierauf!mit schönem Vortrage ein Lied: ,Eöelweih.". 7.. £em ebr-nto interessanten als belehrenden Vortrage aui:' ״Neue freie, P.esse". i'L-iene-.- Sagblait". ,Ar. dtirer;eilung". ״Prager T'a.lt'lau54״ .״,q!.-sdore-. ״vioru- ׳pondeu!-, ״Die Zeu", ״Cn 1יהו Berlin) ״^enerrelchiiLhe L6ochen»chr!7!-, ״Dre 2&U-, Bolksdlart-, ״IüLische Bc>lkp>kNmme-. Jr'fie ck'or,!. -nnd Jübal. über,.im,n, d,e -iedaet.en fe״,e *'T־ רן... . Blulls ״Äonarsblauer-, ^rank^un ü. '״ ,.אי ^ocumenre der grauen". Wien. W:en? Münchenerfliegende Blätter". ״Megqeüdorrer Niegcnde LingesendeL. ^erantwornmn. lrincn groüt'n Ttierl fax jüdiichcn 3ufl0nD. l'pccielj »dcr ^UNlsch-jüdttch.'N Lludt'inem'ch.Nl. rcgt BLätter". ״Der r-i,'ende Kaufmann". ״Der ^?.nor : feit Monaten der bekannt Vorfall auf. der im 'freund". ״Jüdische Sv.-tnÜ", Tevlis. ״Indische rnrner- Seplem-der vorigen IahreS auf dem W-'Itcongr^e leiru:!g". Berlin, ״südliches Bslk^d'.att".' Br.-sla!1. der Sd^'ialitten zn Paris sich;u.1ctrat,en h-tt. Da " ' , wurde eine Neiyluüou;u ,Guntten aller derjenigen Völker gefasst^ die besonderen Nnterdrückunqen aus I clefetzt und. so zu Guntten der Polen^ Zinnen. Ar-!menier und Buren. Merkwürdi^erweue. wurde das!jcniqe Volk vergessen, das im Kamps um seine - lrn.stenz in vielen Ländern geradezu barbarischen ל. ,״ AuSnahmsbettimmungen unterworfen itt. — das Prag- י'^״ Echo Liourtte", Paris. ״-HZiencr Lvnn jüdische. Der Pariser -soeialittencongresS tagte zu ׳ und .׳Moniagszeilung- .u. v. a. Nach Ernanung des einer Zeit, da die Iudcnnorh in Äumänien dank Eass^berichttS dinch drn Ean»r ׳.">errn W. -- 9J1 & e r־ dem dortherrschenden System ihren Höhepunkt cr-'ling. wurde über Ämrag der Revi'ore N. Za׳sl reicht hatte, so dass Zchntausendc zum Wanderstabe und V. Noienziveig Lein ablreiendcu Änsschu's das greisen'mussten. Man hätte erwarten können. da'S Äb'oluloriuin erlh itt. Die hieraus siattgesundcne Neu diese fürchterliche Katastrophe 'iit allen human^ e:gab folgendes :)i:׳ul>ar rDdmann: Divio Drodobycner Hayde4s;errung". ״Hamagid", -ttralau. ״Der Iub". diiakau, ״Tit Wett" - :'»idduch . ״Tde IervrSb World", ^cudon. ״Eorrrere )׳raeiirico" Triest. ״V >)dea Liouisla" Modena. ״Die Wabche!!^ Wien, ״r'aubhütte". -NegriiSdurg. ' ״Der ZwriiÜ". BreSlau. ״Ung. Wochemchrrn". Budapen. ״W'chod". Vemberq, Vegetari'cher Borwärrs". Berlin, ״x)u>i׳'cheS (^׳nihl^. internationale Socialdcmokratic ücS PhiloiemitismuS Dr. ji:n. PolvaI. Popper. Es in zu danen, beschuldigt, als jüdisch verschrieen zu werden'?. Da s dass die Brunner Indrnichatt 'Len Berern L»»rch!lässt sich schon eine ^nconsegucnz gegen das eigene.^daikränige Umernüvung. fördern wird, nnd in durch

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