Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- I (1900-1901)
- Issue
- 22 (15.12.1900)
- Date
- 1900-12-15
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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I. Jahrgang. Wrünn, 15. Aecernver H)00. ^lv. 22. Bezugspreise: für Ccfimeid» Ungarn halbiab'-ig . K 2 ־SO. gainjähng . K 4'■־—, inci. Posl^isendung: für Pa» Ausland fialbiäbrtg . K 2 50, ^amiäbrig . K 5*—. v^iu^rlu ־}viuntiKv 1 i 11. S 1 £ent1׳alorgcm der jüdiscl?en 2lrbeiter und k>andelsanaestLllten. dacriou und Hl mtniftratjim .Sautma'.ft 11. .^udr'che Bo'.t». «** am 1. und 15 Ikden Monate». ■1 qh werden biuigft bereckdet. ^. 1 ft)a Ir ha bäcva b cntr; ׳ dteicritimbe, Order i.׳id1ten;la>1;, ^minbcvflvi'tfio, ,m111bcr!tol,;e isJcifr«,?!rüder, Sdnueftern briirfet hol) die Hand, Oieiflon klingen imbbic Becher freie,. 5riil)li1!1)c-V)11b1־r in brr?tMUtmiariit! Wochsrnb tucitei sich bic enge» .halleii, Tclmoii sich;,in, soniiverklarti.» Pinn ... ׳ Freilieitstrtlnk'iie?.Icensdienkiiider wallen! Lnblich l)e 1 )5r'־ Roic'Uglnlli bic üi,mc ragt?1115 bei,?Icker itciiifn schwere.Düste, .V»ci11,flt5liifto!' ttcimft bu dieses?von? 2iif>c lanqeitbehrte, traute Heiniatslüste! 1 ■ 1 ־*־.־־ ״־ — : _ _ . Doch verzeiht! Die 3cl|i1)itdit rt)"5 auch, fori?1,15 bei״ Trauiiilaiib kel)r' ich senszenb wiebxr. E>rane Gegen!: arG Ter Blick inirb ׳ ernst, > Stille Wehinüth^zivingt bei, Frohsiiiü ,lieber! ---:-:----- Hub ein hcil'iv'r oovit eiitslanuni ba5 Her;: Salvt;״r Hölle all' Ihr Pfaffen, Streber, Die 01־״ feite,b 1,5״ be»?th1־; verftxllt, Lebensinübe Waftor, legt lind, in. die t'habe׳! .Die Ctljr aber' tl>a1e105״ n»b graiiigebeng:, Db des?!olles?,'oll, i» Sdnuer; versunken Trauert — wachet aus!?1,15 taubein Stein 2d)l1״j j)ic oiifleib iouncnlielle Funke». Fangt sie ans nnb pflanzt sie in bie Brun.- Dass! ein starkes Del)»,׳» End, erblübe, Faiuzt sie ans nnb pstauzr' sie in bie^Brnst'. Dass End> .Straft nnb Liebe 11 ein erglühe! Fangt sie ans nnb pslanzt sie in bie Brust! Und a»5 ranseiib ''teilten lak-t ein Lieb ersdiallen. Tas5, wie einst' Jerichos Beste siel, Berstenb alle WlH'ttdmaiuTi,;falle,! C'tto?> b e 1 e 5. ״Makkabäer". , Alle?!öltet, alle Nationen habe» ihre Hlcschichte, haben sich bas Anbentei, an bie Grvßchaten ihrer Väter bewahrt; nur iiicht bie Juden! Das ge knechtct/tc, bas unterdrückieste?!all sucht Trost u»b inneren Halt in bcr Erinnerung a» eine glänzenbe Vergangenheit;' nur nicht bie Juben! Tie Inden haben ihre Geschichte verloren, denn bas Verständnis sür biejc' Geschichte ist ihnen entschwunben. silbische Heroen! Wie ungewohnt, wie absurd klingt das-doch heutzutage!, Tic Nichtjuden lachen! darüber,, und bie Juben selbst starren verwundert drein, wenn man ihnen davon spricht. Viele von ihnen lachen mit, benn sie tonnen cs nicht begreifen,' dass einer aus ihrem Stamme ein Held war. Stumpf und vcrstänbnisloS stehen sie der Grösse' de» eigenen?!olkcs gegenüber.' Tie Gestalten der ' jüdischen?!crgängenheit sind für sie etwas Fremdes, etwas Tobtes, und sie suchen bei andcren Völkern Ersatz. Sic haben ihr eigenes ' Feuer! aber' sie stehlen sich lieber an den fremden Herd, »m sich dort zu wärmen. ,Sie blättern in sremben Gcschichtsbüchcrn. lügen sich i» eine ekelhafte und abstoßindlächerliche Begeisterung sür Hclbenthaten Fremder hinein, ihre Augen strahle» in blödsinnigem Stotz, wenn» man den Namen ,Hertmann der Cherusker" aüsspricht; «her bie größte That, von einem Juben ausgcsijhrt, lässt sie kalt, ja sie stößt ihnen sogar Scheu , ein. ‘ Oie jüdische Geschichte, bic, uns von solchen Thatcn berichtet, sic ist ihnen ein Torn im Auge. Weil sie die Größe unserer Ration schildert, mujs sie ans der Welt geschafft werben. Man hat sie in dje Kinderstube verbannt, map hat sie zum ÜMpbenbud,,' Jur Sage, zum Märchen gemacht, glih üm Schulbuben zu unterhalten. .?Iber wie vieles noch, so soll' auch bas anders werden, — soweit es aus nnS aukommt. Wir wolle» ׳unser Natiopalgut, die - jüdische Geschichte, bic im Grab« bcr Vergessenheit zu versinken droht, wieder ans Tagcsticht bringen. Wir wollen ihr den Play anweiien, der ihr gebürt, den Platz in der jüdischen Volksseele, aus der plumpe und unvernünftige Hände sie gerissen haben. TaS Andenken an seine?!ergangenhcit soll dein jüdischen Volke wieder lieb und theuer werben. Er soll anfhören mit erlogenen. Glanze zu prahlen: cs hat seinen eigenen. Wir ,feiern in diesen Tagen - den glänzendsten Abschnitt der.jüdischen Geschichte, baS 'Makkabäertum. Tiefe Geschichte bcr 'Makkabäer ׳ schildert uns den Befreiungskampf einc^ unterdrückten?!olkcs, das siegreiche Ringen eines kleinen, von .Helden geführten Hausteins gegen colossale llcbermochk. Aber ba5 sind schließlich {Kämpfe, 'wie, derenbie Geschichte inanchc auszuweijcn hat.. Tic Geschichte bcr 'Malta bäcr schildert uns weit großartigeres. Sic schildert NNS den Stampf weniger Männer gegen ein ganze« Volk, den sittlichen Kampf., den bie Heldenföhnc des MathatiaS gegen bie ganze jüdische Nation geführt haben. ־ Wer bic Verdienste der: Makkabäer miirdigen will, der muss bie Zeit verstehe», in welcher sie gelebt nnb gewirkt, Haben. Die Juden waren ei» zerfahrener, -verkommenes Volk. Pricsterhcrrichaft und Kastengeist hatten bas Lebensmark bcr?calior. angekränkelt. Geburt »nb routinierte Frömmelei waren die Slusenkeiterd, die zur Herrschaft führten Tie einzelnen Priester- und Adclsfamilicn stritten darum, das Vp-tk an. Fremde verkaufen zu dürfen, und ' um ' die ticsgcsunkencn Akasscn zu, blenden:! warfen sic den bequemen Mäntel des Gottcsglaubcns über ihr Thun, .machten aus sich religiöse Seele». Der größte' Vcrrath . wurde durch salbungsvolle Gcbcrbei/unb seilen Pricsterscgcn zur gottgefällige»! That gestempelt. Tic unteren Schichten selbst waren! vcrthicrt.!und in ihrer Apathie keiner geistigen Regung stihig. Da traten die Makkabäer dus. Sie brqchlcir/Lebcn in die. stumpfen. Gcmütheri Sie »ahme« den Kamps gegen bie herrschende Eorruption auf, sie öffneten dem Volk die Augen, -sie machten ilr M r! aus einer trägen Müsse eine N a t i o n, -stark, den" äußeren Truck übcnvä Tiefer geistige Sieg ist cs. der uijs Bewunderung der Makkabäer gedenken - Aber wir. feiern nicht nur Pcr> feiern auch etwas, was, in uns lebt unser neues 'M a k ka bä erl h um. dc 'Menfdnvexdüng. das,Wicbcrerwachen Nationatbewüs stsciüs. den Tas jüdisch׳ Volk hcrrein wcchsc burchgemachi. Es hat sich erhoben, funken, und wir befinden ><>s heute größte» 'Niederganges. Tie drei VerfaUcs, die Uns in der- (M-fchichte iminer wieder ins Auge fallen Asfimilier'ungssucht, .'daneben Eulartu t Charakters und bie?!ortzeirschafhltc» im JudeMhum, sie treten uns älich he, t> Deutlichkeit entgegen. Tas Jubentbu»; heute auf demselben Standpunkt, wie 'Makkabäer. lind wenn wir ausrufcn: ,'Wir unicrcr 'Menschwerdung." so ist'r kein Wer das Treiben 'eincs großen The, deinen" Jude,, vcrjolgt, der'mufs wah MeGchnwert irre werden. Tas ,11?!e^iunfl begabten Wesen, keine Herren das' sind Zerrbilder,- E>1rricaturen. Fr turen, bei deren Anblick die Menschtici! deren-Anblick aber' wir vor Schmelz weinen möchten, dass das unfere.Sta dais sie., g 1; igen bic innerlich könnte, in dankbarer lässt. >:angencs, wir Wir feiern Feit ünscrer des jüdisch» . ionismur. es Schicksal— es ist ge- -Zeichen des kzeichen dcS immer und nvcrnünstige g religiöien KaiiengcisteS e mit posier. befindet sich zur Zeit, der Hb, , nb es. unsere Blutsbrüder sind, ,Namen ,Jude" fuhren. Doch glücklicherweise der Name .durch sie nicht geschändet.. Er ist bei ^verpönt, er ist -zur Vcrbalinsuric g> sind ,Israeliten", ,beiklsch Staatsbür^ Glaubens", .schwarzlockige Germancn Nasenrücken" u. si«. Mit diesen Titula verfolgen sic ihren jämmerlichen Leb>1 sfeicrn das Feil Pathos, er der ,ino-!ich an ihreqi keine mit Schpfungh 1 ilich Carricat lacht, bei und "Wuth nmesgenossea, eich' uns ׳ den dr > icie: > Jude" ibirö m Gezücht cjvorden. Sie :er mosaijchn mit convexen uren behäng», nszpxch das