Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- I (1900-1901)
- Issue
- 18 (15.10.1900)
- Date
- 1900-10-15
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Kt. 18 ד־, Jüdische B»Iköftim»e :eite 3 verschlossen. Di/sem allgemeinen liebet muss brinacubl immer sic auch seien, Nur Wirkungen einer tieferen gemurrt werde». Tort) wie muis bic,c Hilie be Ursack^ sinb. schaffen sein.-י Gau; einfach. 2ie muss sich;um Tic Einschränkungen ber individuelle» Freiheit Zwecke der Turchsuhrung des zwuitti-chef, Eiebankens. allein reicht noch itichi tu», in» socialislischc >e»cr rablkalcn Lösung ber Judcnirajse, säst aus- Idee» wachzilruscn, jg irgcnbivic zu begründen,- schlicsieich . in ber Arbeit des gcsamiiiken jüdischen denn iolange das Untcrdrücktsein als ietbsiversiändlich Bolke« »lanisesliren. sie muss ei^c'sclbil angesehen wirb, solange beroiati»_tue Macht' des l! i l sc sei n. ... Eäpitals für ein Ralurgcietz hält, solange hal ber Unterdrückte polier fitf) idber ouirofien‘ <£Dcioli?1nu9 ' und!päre «nlch die nrgne inocrci iinb zur Eigenhilfe greifen. Hilfe von ausien, Hilie ini Gange — kein Recht amzulreteu. sein Ideal zu von oben-!u erwarten in sowohl chimärcnhaft als vcrjechlen. Erst muss «ich bas Bewuisticin "durchgethvricht. Es hics!e «ooi.l Wvlsc die Rettung bes rungen haben, bass cs 1vib,r bas Rattiig.-etz in, Schafes erwarten'. «Bebele sie könnten dis zum bass eine kleine Elasse von Menschen die Macht vHeranbruch biescr golbcnen Mvrgnis. >vo bic Gewallüber bie andern Millionen habe, erst miss Unteracte von seiten der Mächtigen eiugcstellt würben, drück»',»; gefühlt werben, bann kann ber«soeialis - gänzlich aufgericben werben. Aber diese Selbsthilfe nius iprcltu-n. »»iss durchaus eine der Eihik und Eivilisation lines Tas Wesen des Soeialirmus ist aber vor moberngn Zeitalters augcmessetie sein. Und--gilt allem Gefühl nud nur durch bas Einbringen. Per-, dieses Gesetz ber Lclbjthilse bei allen unlcrbrücktcn breiten und Verliesen des t'lejühls ,n alle gegen- Völkern und Elaffen, so inuss cs umsomehr beim wärligen Elasten wirb ber soeialisntus;um siege jüdischen Volke in Anwendung gebracht werben gelangen Ein Man. ein Lassalle, bas waren Ge .Tas allziihänsige Beirogcnwerben hat uns nunmehr fuhlsiucnichen cnm״״״il-n,״,, beim sie fühlten bas Vertrauen auf Hilsc von aiisie״ geraubt, und nicht nur den schmerz ber Uiilerkriickui»;. sic be wir haben bie richtige von der Erfahrung bestätigte bauerten auch die anderen, .die ihn nicht fiihlteir Evnjcgiicnz daraus gezogen, dass wir uns selber und weckten in jenen die' Empiindung sür Freiheii helfen miisten. denn ״die Judensrage kann durch und Gleichheit jedes Menschen und jedes Volk;»: nieinanb anders^ als durch die Jude» gelöst werben, sie zündeten bic Fadeln an. die bie Lohen des Tas ist auster Frage'. Hcnum.> , Hasses gegen jede Herab'epnng irgend eines Menschen Tas jüdische Volk in seiner überwiegenden senden jollteu. Majorität leidet, und Leiben find es, die die Wieder soeialitt 1»»is vor allem alio suhlen Menschenkinder einander näher bringen. Diese leibende können, aber uicht'-nur uzinichaftliches Tie-settli-hen, Majorität, die unter der rothcn Fahne geschaart ist, nein, vor allen, muss er jedes als Minderwertig rust uns i», wohlwollenden Tone zu: An »ns schlief!! betrachte;», 'jedes Veiicsteichieben, jede» Zwang zur euch an, wir werben euch,; wir werben uns allen Verdeekung seiner Ärt und seines selbst als naturhelfen. Mommi, lasst uns vereinigt gegen die widrig anschen, >rit dann, wenn er sich als Menich Mcnschcnnoth. gegen den Barbarismus, gegen die in eil,.sicher Hinsicht jedermann glcichsühlt, lwi ׳er Menschenerniebrigung anlämpsen. Lasst »ns die'auch das' Recht,. wirijchaitlichc Gleichheit zu ver misslichen Verhältnisse, bie unrcgelmähigc, wider - langen rechtliche (iieiclljchaslsordnung beseitige», den grau ׳ ',Nicht dort, wo gegen, wirtschaftliche Verhält>- samen Vampyr. Eapilalismu«, aus dem Böegc niste, nein, dort .wo sich Männer finden,^,e für schaffen, und bet ganzen leibenden Menschheit ist Ehr' und Rechtem»!!!:,;!ich verbinden', weilt ei» damit geholfen und in ihr auch den Jubelt. - frei Geichlcchl. Tas til auch schon in der Losung Wie schmeichelhaft dies!» Ton klingt, wie verdes Socialismus: .Freiheil, Gleichheit, Brüderlich lockend ihm z» trauen! Hislv»sche Thalsachcn hindern feit enthalten. '""-י daran. Wir haben uns allzuvst vertrauensvoll ~sin >sl,,chheit in ethischer Be und leichtgläubig jeder huiiningelärbten Bewegung zjehung soll gekänipsl werde», und bann, als Gleickie in die Arme geworfen, aber wir haben bittere Ent ü,r Brüderlichkeit: iür den blosie» wtrtichaitlichcn tänschung erlebt. Wir lernen und werden klüger. >{11״,pj genügte ja die Losung .Brüderlichkeit'. ES war .stets eine aus Prme.pien Sintere, er,olgle beider, ,Heils'unbeivuist: .Heils .vtlje, die man den euben angcbechen he,!.und was ״ unseren Brüdern' in de? Socaldemo eine!olchc für uns bediutet, hat unsd,e Geichichte z>tt hatif —c״ gi( ,,f,״״ ״,״, den witlichastl.che״ Ge,,״ge geze'gl. Und es .N le.ber gew״s. ba,s auch , - bcbc״ff ,ctzteren aui Führer der soe.a>.,l״chen Bewegung b.e B.tsis suhren zu können, vorerst derstampf der- Welt.die Nien>chenglc,chhe1t prophezeie״, ftlchlcn;? ,J ״.״״״,»״״ werden '»״״״? d.e emdeu aus d.e>er Ree,״chengle,chhe,I , b,b^ken. was für' einen Widersinn ansiondern wurden, wenn dies n.cht wider, d.e, w,un sie von'und iur jedermann, setbi, poimveu Grund,atze ihres Vrogrammes ver, o,!e. , . 9,״,h,r1i,-hf,it ״,r. lismus spreche», ber bic Juden aber nicht 00« sondern zum ,-sionirmuS weist.; Von uniercu Briidcrn in-der Soeialdetnokratie verlangen.wir nichts a11d>rcs,'I>ch das» sie stramme Sociälstten. b. h solche mit isa kein iäeinhlc seien ' und dass sie, wenn ihnen buirt das Gefiiht sunangenehme Empsinbungen erreg werden, mit lind - »IN die Beseitigung ber llr-achcn t leier Empnnbuiigen, nicht aber um Beseitigung bes Gefühles ringen. R.n. Ans drn Irhsrrvtrrincn. penkionscassa für jüdische Leligiouslehrer^ «nd <s«lt«»dramte i« Gstprenür«. Seit längerer ,seit macht sich in den .Ureiii’1, der jüdische» Lehrerschaft Lilpreusiens bas Streben . nach einer Versorgung ihrer arbeitsunfähig geivordenen Mitglieder »nd Hinterblicbeneu bemerkbar, und es in ihr mit Hilie des Verbandes )er Shna-f gogengcmeinden Tnpreusicns gclunqeikToje Vorbercstlingcn soweit zu fordern, dass das Jnsleben- - treten ber Eaiia »och im Laufe dieses Jahres zu erwarten ist. Tie Pensionscaiia ist 'bestiminl. et ne zhliers- und Relietenveriorgnng sür •rite jüdi'ch.n—. Religionslehrer Sstpreusiens, ohne Ru!«icht auf Älter und Ge>u»d?!,n1sznilä11d zu bwten. Sie g!ie8crt > sich in eine Veisicherungs^ifia-mit icsien. uaran-^! lirten Vensionsiähen ׳»/ diejenigen Mitalieder. welche bei ihrem Eintritt!unter 4', Jalste alt und. vollkomm-.n geiiinb iiyb. >inJ in eine V-.r>prgnngs,. easiä ^ni! - Än-'ornchaui Lv.!1vte»a»theile für alle-י übrigen Mitglieder. .1:1׳ g.irantirten Pensionen der V-.rsichvr»nas.׳aiia sind e!s>l.,e>iI1ch festgesetzt mit .',in, Mk. >ur den arbeiisnnfähigen Beamten und mu «UM« Mk sür dü- Hinlerblie'geiien. Tie L.upken - ׳ veniionen der -Ver-oigniigseasta- -werken je 'nach ■ Stand .dieier Easta,'in gleicher Ho'.! in Aussicht^, gestellt. Zn den Gär!ln:teöe!r>z-ze» wlid stets nur so viel cingezogen, als ■nid,; anderweitig durch - Wodllhäliqkensbeiträgc und wnilige Rebeneinnichinenz gedeckt ist. Tic Pensionseaiia inchl deslnrG ihre' weieniliche Stühe in dem bcwe.iuien St>i,rsin» ber jüdischen Mitburqer, bie tie als ausieiordeNIliche ' Mitglieder «Jahresbeitrag 3 Mk oder einmalig I«n> Mk i ober״ als liumcrivähvnde Mitglieder ieinmalig 1 <K11» Mk . zugennnuen bemüht jst. Tte Easta zählt bereits eine ganze Reibe ׳olerier wohlthäligen Mikglicber. Ein -vrovisorstch.-r Vorstand, ׳ bestehend aus den Herren Prot. Tr. Lasiär-Eobn- .Königsberg. Sladirath I Eichelbaum Insterburg. Rechl.sanwali S.ii.n Äll.-nitein. eianror Tavidiel׳1.״ .gaslenburg. Saisenhansiniveclor Peril.- .und R ibbiiier Tr. VogHiieib.«ioniqsberg ist zur Eing.-gennähme von Spenden »nd Beinitiserkiarungen b.reit. m tan. ,cher praeuirleiter Bede-״t,mq.^״,-Äns,ch!uiS . ,-rg,״?<,״״!-^schweife״ auch gerne ״, die ,egltcher, Woliens, ״nd Gejubls. Es 1״ ihnen Pst.chl?^ phlu -|( P p,״ ihwr Brüdertichld« a.nl׳ abf; nicht im --,nne Goethe-s. der da ,agt. .Pil.chk^״ ״er Rah•- al-legen 7dn..,en und sottpon. ' ist,' wo man liebt, wo »1a»!ich selb» benehlt. - - . sondern Psticht, weil es die, Vernunft gebietet,'7 . ^e .•»den^ ,» dev -ocialdemokiatte haoen .Tic Psticht mit Liebe thun. ist qennis sch0i1e^v">״u', 'vas ,rrech,-״ .und .׳,te.ckst.e״ he.h, une vollkommener,, als wenn man sie elnfisth. lr׳ck-'n ״""״״י'?™ ,edeen kamp'en ha,:;nminde׳, Zildril Mrokkos. rin, 1. Jul, brach:en die poluiichen Z>11i:>:.:>11 eine tclegrap!-:-.!:. R.:..nichl von Tanger, in d>r ich- Iiniiheilten,- d»ir ein Jude, amcftlani'cher Unierlhan. aelvdtet nud von der >g!>a!i׳,!:en Bevoil,rnng' von Je-, verbranntwordei: iei: das Jnde!1v!>r1ek sei ichwer bedroht .üii-.-r die Mul't!!nng, hie das Eeniraleomjte und :inde-il und, wenn ich so sage» darf, gefchmacklos ltjn.,' bewciien ihre Tha,dass sie «».er .stamvj hx <E. Earo.) Daher muffen wir uns fcldcr Helsen, er rifre.hm und Gleichheit mchls anderes vernehen^ls ,st unsere Prltcht und wir werde» dieser Psticht »״, >''* fl11aD1«n ׳ erlaubt werde. 'e"r c, zu ,e,n. ' T. . : . . 11/41 ithii■» nmi n^n min.'r.'i Lust und Liede obliegen. sich och ne von den anderen Paneigenosicn als »nd der Ä J.-U. erhalten ha! M a r e :: den 2'v Jni.i von Meilah »m nach-seio.em d:.:- .ittge Ereignis aus ,;e: Ezug'in begab nch Tönners.ag.. ::»er G a>e-'e,»h>1l gemaf: zu P'.rd ch Midia» cin-r arabischen Stad: aste;!> kommen. Rn dem . Tic Emancipatiön, die Zeit der Enehltopedisien ,niedrige Leclen' »nd He-uchlcr Worte, ha. uns nicht viel Gutes chrinqen können. Sic h.״ d.e W,elbil be. « .e,.i,nnngsi0ech,el gerne gebrauche.,, den Juden 'ganz einfach -on ,cm״» Ghetto hinaus!״ob״״ ״ b-'״erken. da,s Verlaugnnng der! Rbin da-zweite gedrängt. Wie die Schnecke ihr Gehäuse, »ammung wohl d.c.Hoch,,^Potenz des Ge,.nnh>igsschleppt er es mit sich fort. Hat ihn früher di-Zeit '°ech׳cls. ,om,t auch das cchnodepc -st - gedrand der französtschen R-vvlut.on ^mancipirt. so muss er' zu toerden. zu -,״nsistren. - sich jetzt selbst. bcsteicn. Die׳ durch ftemde Hilfe Uns sind Frethezf und Gleichheit .hehre, erfolgte Emancipatiön hat ihn vom gejchlostoncn Güter und nicht «rchlagwortc und deshalb Ghelto heraus ins offene, geführt, bie tzelbstcmanbebrütet uns stampf für dieselben, stgmps um Ercipalion soll ihn endgillig'befreien (Forts f.» Haltung der eigenen Ärt. de« Richtmehr-Unterdriick, ' ' ' scins, Richtbeiudettlvcrdens, stampf um Erhaltung " . . der Anerkennung .des gleichen Wertes, wie alle 50nalt$m1IS Utlu Die anderen -Völker um den Besitz eines -Valerlandes. Erst wenn die Bcdinguuge» sür Freiheit und Gleichheit erfüllt sind, kommt bei uns, gleich allen. Wie oft ist über das Thema .Ursache des So-' übrigen Nationen, der stampf aus Verbesserung der jüdischen Socialdcmokraten. cialismus' schon geschrieben worden, wie oft haben wir schon gehört, dass die pokilislhe Abhängigkeit, die daraus resultirende Einschränkung der persönlichen Freiheit, das Untcrdrücktsein, das Elassensystem, die Herrschaft des Capitals rc, Ursachen sind, deren Wirkung der SocialiSmus darstellt. Bei allen diesen Definitionen wird aber ver» gcffen, dass all dieangegebenen Ursachen, welche wirtschaftliche» Lage dem Siege nahe: bis dabin wird nie und nimmer eine radicalc, grone Operation am Leibe der Capitalrherrschast vorgenomnien-tvcrden können. Das Elefühl ist .das EUment, die treibende Kraft de« Soeialirmus und erst muss die Empfindüng des Hasses gegen jedwede Unterjochung vor- Händen sein, dann dürfen wir ehrlich vom Socia-: Bogengang emes Tl>. res. das nckijnackdem Marlt-, plav hiu'ösin.-!. iwulline il׳» ein Araber, der.öe hauplete. vou!ein.-,» P'st-rde gestysien j,vorden zu sein. Ezaginerwidert^ ׳eine Juiutten, eine!,bbafte Tiseui'ion entipann -jick>. bei welcher - der-Araber ,'einen Siock aushob hnd ieinew.iäegner bannt -aus den stovf schlug. Jzachn sprang ׳vom Pserde,7nm!ich zu veildeidigeii: alsbald umgaben ihn eineganze Anzahl Araber, die. herbei.zekill waren. Ta er ,»,wer ״ach Marokko kam und beionber« in den Städten des Innern, .!o nahmen sie Partei für ihren «'älauhenSgenmien, gegen den Nisrani i Christ. Europätr,. Als nun t>er" Jude bei dem Streite keinen anderen Answcg sah. als die Flucht, zog er ,'einen Revolver, .um sich Bahn zu brechen. Es gelang ilchi. Allein, er. batte, wie er icheinj, einen Araber ins Bein gelroiien; die Menge wurde wild und verfolgte ihn Er ilüchtetc sich schnell iiz.'ein Bkagäzin, dessen Eigenthümcr hinler ihm die Thür verschlois. üm den Flüchling zu retten, doch umsonst. T>e Menge.verlangte ihre Beule, sic beleidigte den EigeMhümer und fordert« ihx aus, den Europäer auszuliescrn,.sonst würden sic das Magazin ,;e-rstöreiidJnfolge dstser Drohung warf der Araber der Menge die Schlüffel zu und machte sich davon.' י■■’,']