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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1913-01-01 · Viertes Heft. (1913) · p. Seite 172

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
35 (1913)
Issue
Viertes Heft. (1913)
Date
1913-01-01
Page
Seite 172 (sequence 28)
Language
German
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kenntnis, das er zuvor in und ausser der Pein ausgesagt, zurückgenommen und wiederholt, auch vor seinem Ende, da er keine Folter mehr zu fürchten gehabt*), nämlich, dass der JudeSalomon von Spandau ihm durch seinen Sohn, Schmul genannt, die eine Partikel des heiligen Sakraments in einem blechernen BUchalein, das mit einem ledernen Beutel überzogen und versiegelt gewesen, zugeschickt habe, was er auch von dem Sohne desselben also empfangen habe. Und wiewohl er einige Zeit mit dem Juden Sloman, ihrem Rabbi, in Unwillen gestanden, so habe er ihm doch solch Tun nicht vorenthalten wollen. Danach ha* er bekannt, dass sie solch Sakrament au8 der Büchse genommen und auf einen fichtenen Tisch, zwei Spannen breit und anderthalb Ellen lang, gelegt und mit einem Weidmesser, zwei Spannen lang, das eine Birnbaumschale hatte, einmal darauf geschlagen hätten, wo denn von Stund an 80 viel Blut herausgeflossen sei, dass man einen Finger damit hätte nass machen können. Und hierbei seien auch gewesen der alte Jude Isaak, der alte Schmul und Nathan, beides Söhne Jakobs, von denen ein jeder dazumal auch darein gehauen und gestochen habe. Ferner hat der Jude Jakob bekannt, dass er die Partikel der Hostie dem Juden, Rabbi Sloman, überantwortet habe, der sie eine halbe Elle weit auf den Tisch gelegt und zwei Stiche und Hiebe mit dem erwähnten Weidmesser darein getan, und es sei 80 viel Blut, als in eine NuBSBchale gehen mag, daraus langsam auf den Tisch geflossen; aber die Hostie sei dennoch unversehrt geblieben. Obwohl aber der Jude Jakob und der Rabbi Sloman daran gewaschen, so hätten sie dennoch das Blut nicht davon bringen können. Deswegen habe Sloman ein Stück, zwei Finger breit, auf dem das Blut, das aus der Partikel geflossen, sich befand, mit seinem Beil aus dem Tisch gehauen. Ferner hat der Jude Jakob gesagt, dass er die Partikel des Sakraments wieder in die mit Leder überzogene Blechbüchse getan und zusamt dem Stück vom Tische mit dem Blute dem Sloman überantwortet habe, der ihm zugesagt, er wolle es dem Juden Meyer nach Osterburg bringen, wie es denn auch geschehen sei. Dasselbe aber hätten Meyer und der Rabbi von Osterburg, mit Namen Joseph, empfangen und bis auf den Freitag nach Pfingsten verwahrt. Als aber Meyers Sohn, mit Namen Isaak, seine Hochzeit und sein Beilager am ebengemeldeten Freitage gehalten, da habe der Jude Meyer die Partikel, die noch in ihrer Substanz ganz gewesen, und auch das Stück vom *) Diese. Bemerkungen zeigen das böse Gewissen jener Zeit. (Red.)

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