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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1913-01-01 · Viertes Heft. (1913) · p. Seite 146

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
35 (1913)
Issue
Viertes Heft. (1913)
Date
1913-01-01
Page
Seite 146 (sequence 2)
Language
German
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146 sein? Der oft erwähnte Jochan&n ben Sakkai in seinem Sarge spricht stark dagegen, wie Oberhaupt die ganze jüdische Vergangenheit. Also halten wir den jetzigen Zeitpunkt für mindestens ebenso geeignet, wie jeden anderen, an die Unentbehrlichkeit der jüdischen Wissenschaft zu erinnern. Wir müssen mit der Eifersucht des in diesem Sinne berechtigten Zunftgeistes (den ich sonst nicht weit genug fortwünschen kann) für die Ehre und Anerkennung des reinwissenschaftlichen Strebens tätig sein; wir müssen Allem entgegenzutreten bemüht sein, was einer Herabsetzung, ja, einer gemütliehen Gleichgiltigkeit gegen die Vertreter dieser Gebiete ähnlich sieht; wir müssen jede Einseitigkeit verbannen, welche in einem Fache oder in einer Richtung das Wesentliche, das Ganze dieses Wissens verficht, und für jeden dieser Gegenstände und Forschungsarten mindestens das gleiche Recht verlangen; allerdings gilt es dabei, den schwierigsten und darum verwaisten Gebieten die berechtigte Stellung inmitten des Ganzen zu erkämpfen und 80 eine Universitas litterarum zu schaffen, wo Jeder seine Stellung zum Ganzen kennt, Jeder den Anderen versteht, Keiner dem Anderen zum Hemmnis dient und so wie auf Verabredung das Ganze bereichert und das Einzelne gefördert wird. Bekanntlich haben wir diesen selbstverständlichen Standpunkt seit jeher mit Bestimmtheit vertreten und werden es auch ferner tun. Dies Blatt, das ursprünglich alle 14 Tage erschien, wurde dann eine Monatsschrift. Um unseren Verpflichtungen zeitlich eher nachkommen zu können und auch weniger Abreissblätter zu bieten, haben wir ihr dann die Form einer Vierteljahrschrift verliehen. Diese soll ihr bleiben, nur dass fernerhin statt der Jahrgänge - Bände von je 4 Heften erscheinen sollen. Das war ja schon bisher infolge der stetigen Schwierigkeiten der Fall. Wir tragen durch diese Neugestaltung nur den Tatsachen Rechnung und erleichtern unser herausgeberisches Gewissen, indem wir das, was wir versprechen, auch leisten und keiner unserer Leser getäuscht wird. Mit dieser Nummer schliesst der gegenwärtige Band. Wir bitten um Erneuerung des Abonnemente zum folgenden Bande. Rabbiner Dr. L. A. R 0 8 e n t h a 1, Berlin N 4, Chausseestr. 108.

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