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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1913-01-01 · 3. Heft. (1913) · p. Seite 138

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
35 (1913)
Issue
3. Heft. (1913)
Date
1913-01-01
Page
Seite 138 (sequence 44)
Language
German
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138 wenn der Bestand des Tempels allein sie nOtig gemacht hatte, der Verkehr mit dem Synhedrium erleichtert, die Würde der Synedrialstadt zu der Jerusalems und des Tempels erhoben. Diese Tekanoth erinnern an Jd und zeigen das Bestreben, aus der Tekanamasse einige herauszuheben, welche auf Eiddusch hachodesch und Rosch haschanah zurückgehen. Ausser den Namen Joch. b. Sakkai’s tritt nun das Zeitalter ö’s II und seiner Genossen hervor. Die Zeugenvernehmung verliert ihre alte Ursprünglichkeit. Der Nassi stützt sich vorzugsweise auf Ueberlieferungen seines Hauses, während die Aussagen der Zeugen Nebensache werden. Aeusserlich hält gerade das Nassibaus an der Masse der Zeugen und der äusseren Bedeutsamkeit des Monats- Zeugnisses fest, weil darin noch ein Abglanz der alten Unabhängigkeit zu merken ist. Ganz umgekehrt die anderen Gelehrten! Sie verlangen ein sachlich richtiges Zeugniss, sprechen sich gegen die eigenmächtigen Entscheidungen des Nassi aus, während sie die äussere Seite der Sache, die Reisen der Zeugen, besonders am Sabbatb, einzuschränken suchen. Die M0nat8heiligung wird von einer Seite als nicht toragemäss betrachtet — vielleicht ist es Ak., auf den diese Ansicht zurückgeht. Wenn er auch J gegenüber dessen eigene Worte anführt, so lag es doch in Ak’s Art, wie bei der Zurückweisung der vielen Zeugenpaare, zu Gunsten der Halakha beschränkend auf die öffentlichen Handlupgen einzuwirken. Jose, Simon, EbZ — Alle äussern sie sich in gleich beschränkender Weise — sie halten die Monatsheiligung, wenn der Mond sichtbar geworden, für überflüssig. Es scheint, als wenn in den jüngeren Tannaitenzeiten das Monatszeugnis und die Monatsheiligung sich nur auf Tischri beschränkt hätte. Weshalb dreht sich der Streit zwischen J. und G. gerade um den Tischrimond? Weshalb betrifft die Tekanah Joch, b. Sakkai’s 4, 2 gerade das ^loschhaschanafest? Haben die anderen Festmonate keine solche Wichtigkeit? Ja, erfordert nicht jeder Neumond sein Mussafopfer? Und 4, 4 bezieht sich doch auf die Zeit des Tempelbestandes ebenso wie z. T. 4. Unwillkürlich ergibt sich hieraus, dass das Monatszeugnis und die Monatsheiligung sich zuletzt auf Tischri beschränkte, weil das Fest und der Neumond zusammenfallen. ״Jahre heiligt man und nicht Monate* — dieser Satz bezog sich wohl zuletzt nicht auf das J0beljabr, sondern darauf, dass überhaupt zuletzt das Jahr, nämlich der Tischri geheiligt wurde und kein anderer Monat. 1

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