Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 35 (1913)
- Issue
- 3. Heft. (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 123 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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123 Wenn Protagoras sagt: Dinge!“ so spricht er damit eine nicht nur in der Antike gemein anerkannte Wahrheit auch in unseren Tagen eine;!ns; vielmehr ist dieser Grundsatz gangbare Scheidemünze oder überhaupt zu allen Zeiten, wenn Menschen im Bewusstsein ihrer h! acht oder aus Anlass ihrer Erfolge, ganz gleich, welcher Art, rechten Massstab eigener Beu Israeliten unter Jerobeam II rteiluDg verloren haben. Als nennenswerte Erfolge gegen Erbfeinde, die Syrer, zu verzeichnen hatten, da sagten sie: eigener Kraft sind wir eine Macht geworden“ (Arnos 6,13). an ihre Erfolge legte, nämlich den, welchen unser Psalmist stellt und der, auf eine kurze den Mittelpunkt des Geschehe sich selbst und seine Auswirkungen und überschreitet die ״Der Mensch ist das Mass aller allden die ihre .,Aus Sie wurden aber deswegen mit Recht von dem Propheten Amoi; getadelt, weil er als ein ״Mann Gottes“ einen anderen Maststab auf- Gott Formel gebracht, so lautet: ist der Herr aller Dinge!“ Denn nur zu leicht — die Erfahrung bestätigt es stets wieder — verliert der Mensch, wenn er sishin ms stellt, das objektive Urteil über ihm gezogenen Grenzen bis zum Menschheitswahnsinn der Selbitvergötterung und im Gefolge davon — der Entwertung Gottes. Das drückt Goethe in seinem ״Prometheus“, indem er Gedanke! der Antike mit modernen verbindet, gar trefflich so aus: Ich dich ehren? Wofür? Hast du die Schmerzen gelindert Je des Beladenen? Hast du die Tränen gestillet Ie des Geängsteten? Hat nicht mich zum Manne geschmiedet Die allmächtige Zeat Und das ewige Schicksal, Meine Herrin und Nicht anders ist auch deine? der moderne Nietzsche jüngdt seinem ״Uebermenschen“ gekommen, von dem er dies Bild zeiclinet: ״Ein anderes Ideal läuft vor uns her, ein wunderliches, versucherisches, gefahrenreiches Ideal, zum dem wir niemandem Uberreden möchten, weil wir niemandem so leicht das Recht darauf zugestehen: das Ideal eines Ge istes, der naiv, das heisst unge wollt und aus überströmender Füll» und Mächtigkeit mit allem ipielt, was bisher heilig, gut, unberührbar, göttlich hiess; für d«! das höchste, woran das Volk billigerweise sein Werte mass hat, btreits