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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1913-01-01 · 2. Heft. (1913) · p. Seite 66

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
35 (1913)
Issue
2. Heft. (1913)
Date
1913-01-01
Page
Seite 66 (sequence 18)
Language
German
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oder ag&dischen Erörterung die Buchstaben A, B, G mit der geringen Abwechslung der Gliederfolge heranrücken und man oft den Eindruck empfängt, als wenn sich auch Vf. dazu gezwungen hätte. Nun soll den dreizehn Regeln gerade das Wesen des Vernunft- Schlusses, nicht dagegen das der mündlichen Tora innewobneu, und da 8011 die Logik das Gebäude krönen. Das ist eine Verkennung der Tatsachen. Schwarz betont die Göttlichkeit der Tora, d. h. doch wohl ihren göttlichen Ursprung. Nun, dieser gött'iche Ursprung kann nur aus der mündlichen Lehre und ihren Deutungen erwiesen werden, in diesen Deutungen erhält sich der heilige Begriff mit Sicherheit, nicht aber darf er auf die scharfe Schneide wandelbarer Vernunftfolgerungen gelegt werden. Schwarz selbst bat den Gegensatz bemerkt, wenn er sagt, nicht die von der neuen Wissenschaft angegriffene oder zugegebene Echtheit der Tora ist der Schwerpunkt, sondern ihr prophetischer Charakter. Ich weiss allerdings nicht, was sich Schwarz darunter denkt. Richtig wäre es, wenn er meinte, nicht Mosi’s, sondern Gottes Verfasserschaft soll die Tora zeigen; von Moses kommt nur der Griffel, der Stil von Gott. Aber diese Auffassung lässt sich nur dadurch halten, dass der Deutung das Wesen der mündlichen Lehre verbleibt. Und die Gesera Schawah muss doch überliefert sein. Wir kommen hier also gerade als Logiker in die Notwendigkeit, das Eine nur durch das Andere wahren zu können. Nur unter der Voraussetzung der Einheit und Göttlichkeit des Ganzen kann von der Möglichkeit des Widerspruchs oder vielmehr von der Unmöglichkeit eines solchen gesprochen werden. Gehört aber die Tora so und sovielen Zeitaltern an, die in ihren Anschauungen notwendig gewechselt und diese Verschiedenheiten in der Tora niedergelegt haben, so kann von einem Widerspruch nicht gesprochen werden, da die Voraussetzung der Uebereinstimmung aller Teile nicht vorliegt, oder vielmehr es müssen sich Gegensätze dazu finden. Selbst der prophetische Geist schützt nicht davor, da doch ״jeder Prophet in anderer Weise gesprochen,“ wenn auch der allgemeine Geist derselbe gewesen. Nun ist es begreiflich, dass unter der Voraussetzung des Vf.'s der Form der Berleitung ein übergrosses Gewicht verliehen wird Wenn es sich hier um rein seelische Vorgänge handeln würde, wäre auch das begreiflich. Da aber doch die Erklärung der Schrift der in Frage stehende Zwecke ist, so wäre die Form nur dann von Wichtigkeit, wenn sie das Ermittelungswerkzeug dieser Deutung wäre. Aber schon d r Umstand, dass es uneigentliche oder gemachte Gegen- Sätze gibt, dass deren Anzahl nicht Üein ist, macht aus der Zwei- ' Sätzeform ein blosses Mittel, ausdrucksvoll auf das Ergobnis hinzuweisen und durch die vorausgeschickte Frage zu verdecken, dass es künstlich mit dem Satze in Verbindung gebracht wird. Und das ist bei sehr wichtigen Fragen der Fall. Ich erinnere an Menachoth 65 b bezüglich des Schwingungstages. Da sagt Jochanan ben äakkai zu Sadduzäern, die das סטחרת השנת auf den Sonntag beziehen : כתוב א׳

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