Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 34 (1912)
- Issue
- 4. Heft. (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 146 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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146 Es gilt hier, das Ergebnis dieser Forschungen an einem kleinen, leicht übersehbaren und doch eigenartigen Traktat wie ,.Orlah״ zu erproben. — Dabei schien mir die Darbietung des Textes und der Uebersetzung die notwendige Grundlage zu sein. Wir haben vor allem den Zusammenhang des Traktats von Miännh za Miänah zu untersuchen, wie auch alle U nregelmässigkeiten, die den Zusammenhang stören, genau anzugeben. Dann gilt es, nacbzuforschen, weshalb diese unregelmässigen Teile hierher gekommen sind. — Der Ordner wird sie wahrscheinlich aus verschiedenen Miänah-Quellen herausgesucht und aus irgend welchen Gründen hierher gestellt haben. Diese E i n s c h(ieb 8 e 1 werden uns die besten Wegweiser zur Erkenntnis der'verschiedenen hier verarbeiteten Bestandteile sein. Wir werden diese dann den betreffenden Schulen zuweisen. Bei meiner Uebersetzung habe ich mir strengste Wörtlichkeit zur Pflicht gemacht. Und das nicht ohne Grund! Da die Quellenscheidung von der Gleichheit oderVerschiedenheit des sprachlichen Tones abhängt, so soll das Deutsche selbst schon diese Unterschiede empfinden lassen und die Berechtigung der Quellenverteilung dartun. — Ein möglichst ausgiebiger Commentar, der das Verständnis des Traktates als Ganzes fördern soll, befindet sich hinter jeder einzelnen Miänah. Um jede Verwirrung zu vermeiden, wollen wir den sachliehen Commentar von den Fragen des Zusammenhangs und diese wiederum von der Quellenscheidung trennen. — So ergeben sich drei von einander gesonderte Bestandteile, welche aber, um die Benutzung zu erleichtern, stets auf einander hinweisen. Um einen ungenannten Tannaiten als Verfasser einer Mifinah zu erweisen, sind Belegstellen aus der Misnah notwendig, selbst aus anderen Traktaten, deren angeführte Stellen in Wortlaut und Geist der betreffenden MiSnah möglichst gleichen. Doch auch da, wo derTannaite genannt ist, sind Vergleichsstellen willkommen, um dessen Eigenart herauszuarbeiten und die Stelle noch besser als echt zu kennzeichnen, [z. B. Jose 1,1 ß; cf. Comm. z. St. und Note 5].