Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 34 (1912)
- Issue
- 2. Heft. (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 50 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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60 י/ teü der Gemeinde Jakobs* seinen AnsfUhrangen za Grande. Andere waren ihm in der Feststellung der Zahl 613 ▼orangegangen, hatten sich aber Willkürlichk eiten za Schulden kommen lassen. Die Asharot leiden an dichterischer Planlosigkeit, and in der Geonimzeit hatte der Verinner der Hal&chot Gedolot rabbinische Gesetze, wie Chanaka, Megüla, das H&nde-Wasohen, hineingebracht, aach Bestimmungen mitgexihlt, welche nur in der Wüste üblich gewesen. Maimani will aber nnr, ״was ans Moses geboten*, aufzählen, and zwar 8011 es ״ein Erbe für die Gemeinde Jakobs* sein, also mindestens aasserhalb des Wüstenzages seine Gültigkeit haben. So trennt sich Maimani von seinen Vorgingern and stellt vierzehn Regeln zar Zählang der Gebote auf, von denen aas sich sein grosses Gesetzbuch erst begreifen lässt. In geschlossenen Linien treten die 14 Haaptstücke ans entgegen; was sich in den hierdurch geschaffenen Abteilungen nicht anterbriogen liest, wird rücksichtslos aasgeschlossen and — was die Hauptsache ist — es stellen sich die 613 Gebote anf dieser Grundlage ganz von selbst heraas. Und gegen eia solches Werk erhob sich der Nachmaaide! Er schenkt den Voraassetzangen keinen Glauben, welche Maimuni zar Aufstellung jener 14 Regeln veranlassten, sie scheinen ihm nicht sas der Sache selbst hervorzagehen, sondern von Aassen hineingetragen. Ihm widerstrebt in talmadischen Dingen dieser planvolle ehsrne Baa, der aaf unerschütterlichen Grundlagen rahen and weitere Erörterungen über den Gegenstand abschneiden 8011. Er hegt die feste Ueberzeagnng, dass Maimani jener Stelle in Makkot einen za grossen Wert beigelegt and in die Worte za viel hineingedeutet habe. Mag der Weise die Linien noch so gerade ziehen and von dem Talmud verlangen, dass er nach ihnen bearteilt werde — Nachmani weiss dem Baa so viele Breschen beiznbringen, er weist mit solchem Nachdrucke die lebensvolle Vielgestaltigkeit der Halacha nacb, dass die Späteren grosse Mühe hatten, die Meinungen Maimani’s vor diesen Ausstell angen za bewahren. Wie dem aach sei — gerade hier beweist der Gerandenser die kräftige Selbständigkeit seines Geistes, seine Befähigung, die geschlossene Gedankenkette eines Denkers za begreifen; er wird ' selbst zum Denker, indem er mit tiefem Blicke das Fremdartige and seiner Ansicht nach Unjüdische in dieser Behandlangsweise der Halacha erkennt and dem Gaon eine Ehrenrettung bereitet. Mag das Ergebnis Mahnnnis noch so vernanftgemäss sein and die daraus sich herleitende Darstellung dem Gegenstände immerhin einen neaen Glanz verleihen — Nachmanides will nicht das Geistreiche, nicht das Glänzende, er will die Wahrheit, will sie angeschminkt and in ihrer eigenen Ge-