Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 34 (1912)
- Issue
- 1. Heft. (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 45 (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
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45 Hermann Sehneider, Kultur und Denken der Babylonier und Juden, Leipzig 1910, J. C. Hinrichs, 665 S., 8°. Preis M. 13,50. Der vorliegende Baud ist der zweite Teil einer von dem Vf. geplanten ״Entwicklungsgeschichten der Menschheit“, deren erster Teil die Aegypter behandelte. Hier folgen, etwas anachronistisch, die Babylonier, vereinigt mit den Juden. Auf einen geographischen und politischen Ueberblick folgt ein Kapitel Ober ״Verfassung und Ständcbildung.“ Die Daten entnimmt der Verfasser der orientalistis( hen Literatur, die er im Vorwort, leider nicht zu den einzelnen Stellen citiert. Er ist Lehrer der Philosophie an der Leipziger Fachschule, und als Dr. phil. et med. in orientalistischen Dingen wohl Autodidakt. Was er in diesem Abschnitt bietet, ist tngemein lehrreich für alle die, denen zwischen dem alten Orient und der hellenischen Kultur eine tiefe Kluft zu gähnen scheint. Hier lernen sie, dass die politischen Entwicklungen etwa der Athener ihr Vorspiel schon in Asien hatten, dass da schon cieselben ständischen Kämpfe, die gesellschaftlichen Parteiungen und Schichtungen existierten, wie im Staate Solons. Das Königtum liegt in bitterem Kampf mit einem aufstrebenden Bürgertum und einer mächtigen Priesterschaft. Diese beiden Kasten vereinigen sich zur Abschleifung der Monarebie und am Ende der babylonischen Geschichte liegen die Verhältnisse so, dass der König in seinem Land der bestgehasste Mann, Priester und Bürger aber begierig sind, das ihnen winkende Erbteil der Regierung zu teilen. Weiter geht die Entwicklung in Juda, wo das Auftreten der nabiim eine ganze Gesellschaftsschicht hervorbringt, die zum Gottesstaat führt. König, Priester, Bürger, alle sozialen Differenzen weichen dem neuen, in seiner Erhabenheit überwältigenden Staatsgebilde, das sich endlich nach dem Fall des Tempels darbietet: Ein Königtum Gottes, und ein Volk gleicher Bürger, aller Gottgläubigen, die willig zu seinem Thion aufschauen und ihn anbeten, in der Tat die reinste, höchste, der sozialen Frage, deren Geschichte noch nicht ausgespielt ist. Das stellt der Vf. sehr schön und belehrend dar, und auch die andren Abschnitte des Werks, über Religion, Kunst und Wissensebaft etc. bieten gutes Material und eine Menge von anregenden Gedanken und Gesichtspunkten. Nur Eines fehlt —, ein Index! C. Fries. Ellas Auerbach, Palästi Actions-Komitee der z beim Jüdischen Verlag[ Preis: M. 0,30. Die theoretische Li ziemlich umfassend. Naqi idealste Staatsiorm, die genialste Lösung aa als Judenland, herausgegeben vom ionistischen Organisation, in Kommission , Berlin und Leipzig 1912. 52 Seiten. iteratur über den Zionismus ist sohon entlieh seit dem Erscheinen von Rup-