Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 34 (1912)
- Issue
- 1. Heft. (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 34 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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In Therumoth 2, 3 heisst es mit einem Mal: ״Wer am Sabbat Geffcsse untertaucht — ohne Absicht, darf sie nicht benutzen. Wer verzehnet und kocht am Sabbath, ohne Absicht, darf es essen, m i t Absicht, darf es nicht essen. Wer pflanzt am Sabbat, ohne Absicht, darf es (im Hoden) belassen, mit Absicht, muss es ausroden, und im siebenten Jahr muss er es, sowohl ohne als mit Absicht (gepflanzt\ ansroden. Dies die Mischna. Eine M i 8 c h n a ist nach Zuckermandel nur eine babylonische Gestaltung und hat auf den Jeruschalmi keinen Bezug: der Jeruschalmi hat als Mischna die T o 8־ 8 e f t a Tor sich gehabt: so ist babylonische Ilalacha Mischna, jerusalemische Halacha Tossefta. Schwarz sieht dagegen in der Mischna herkömmlicher Weise das grundlegende Werk Juda Hanassi’s, während ihm die Tossefta als Ergänzung ▼öllig von der Mischna abzuhängen scheint, so dass er in seinen Tossefta-Ausgaben stets die Tosseftasätze aus ihrer bisherigen Ordnung genommen und ihnen die Reihenfolge der Mischna verliehen hat. Beide Auflassungen haben ihr Gutes und ihr Streitiges. Ich will später darauf zurfickkommen. Der obigen Mischna entspricht eine Tossefta, die folgender* messen lautet: ״Wer eine Hebe abnimmt oder ▼erzehntet am Sabbat, ob mit, ob ohne Absicht, dessen Zehnten sind Zehnten; wer Gefässe untertaucht am Sabbat, ob mit, ob ohne Absicht — das Untertauchen ist giltig.“ Man erkennt dieselben Bestandteile, und doch einen Unterschied Es äussert sich eben in T eine andere Schule, als in M. Wer mischnisches oder Oberhaupt tannaitiscbes Schrifttum kennt, wird darüber nicht im Geringsten erstaunt sein. Dass Bezah 17 die Gemara zuerst המעשי, dann הסכוכיל, dann הפבשל bringt, liegt (trotz aller darüber gepflogenen Erörteruagen) keineswegs daran, dass der Gemara eine andere Mischna Vorgelegen — vielmehr erforderte der allmälige'Gedankenfortschritt der Gemara, dass המכשל an den Schluss der Gemarastelle kam, damit nicht vorzeitig das *אסורא רשכת שאג zum Vorschein komme und die anderen Erörterungsglieder unnötig mache. Das ist eine so oft in der Gemara beobachtete Erscheinung, dass es einen Kenner dieser Behandlungsweise der Dinge gewiss befriedigen kann Dann das והנא p־cc קא, was unter Fortlassung gewisser Unterschiede den Tannaiten dazu bringt, Dinge zusammenzustellen. Und wem das Alles nicht genügt, der erinnere sich an Stellen wie Chullin 104a, wo die Tossafisten selbst darauf hinweien, dass הלה הדל von der Gemara anders gebraucht wird, als der Wortlaut von Challah bedingt. Und das kommt bei Miscbnas von Seraim und Toharot oft vor. (Tossafisten können sich einmal anders äussern; setzt man bei ihnen ja au<;h verschiedene Schulen voraus ) In T Therumoth fehlen einige Glieder der Mischna Therumoth; die finden wir aber T Sabbath 3,5 : ״Wer am Sabbat